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Die neue Welt · 1928-07-06 · Heft 42 (6.7.1928) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 42 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 32 DIE NEUE WELT Sette ff EINE STÄNDIGE SOMMERWOHNUNG durch Anschaffung eines versetzbaren, wetterfesten, unverwüstlichen .Kawafag"-Tynoni)ü..s(>': von rtrka Si 1000.— aufwüits, In bequemen Teilzahlungen. Illustrierte Bro cliüie mit Aichitektenentwürlen und Preislisten "um S 1.— in iiilennarken. Einige Musterhäuser sind in der Weekendausstellung im Warenhaus Ludwig Zwieback & Bruder, Wien, I., Kärntners»raße 11 zu sehen. Zimmerei der Klosterneuburger Wagenfabrik A. G. Wlan, I., Liliengasse 1 Telephon 75-8-10 Serie Nein, diese Mutter hat bei allem Verständnisse für die Größe ihres Sohnes, bei aller Hoffnung, daß sein Werk sich erfüllen möge, nie aufgehört, darüber zu trauern, daß gerade er ein Opfer der von ihm selbst angefachten Bewegung geworden war. Nichts konnte sie darüber trösten, nicht unsere Erzählungen über den Eindruck, den er bei den Großen dieser Welt hinterlassen hatte, nicht Trauer¬ und Erinnerungsfeiern; nicht einmal unsere Berichte von seinem gesegneten Andenken im Lande unserer Väter in Palästina, das wir an Ort und Stelle beobachtet hatten, vermochten sie von der bereits stereotyp gewordenen Antwort abzuhalten: „Das alles gibt-mir mein Kind nicht zurück." Versuchte man aber, ihr damit beizukommen, daß andere Mütter noch mehr Leid erfahren haben, denn, so unglaublich es klingen mag, es finden sich noch schärfere Formen des Kummers, dann bat sie: „Erzählen Sie mir nichts Unangenehmes." Denn diese Frau war stets so voll Heiterkeit gewesen und ihr ganzes Empfinden so sehr in Wohlbehagen und Schönheit gehüllt, daß sie von den Härten des Schicksales ungerne hörte und von Krankheit oder Tod nichts wissen wollte. Da liefen ihr denn die beiden bösen Genossen nach, klopften sie auf die Schulter, bis sie ihnen gegenüberstand, Angesicht zu Angesicht — Krankheit und Tod. Tod — Krankheit--Krankheit — Tod, sie hatten ihr schönheitsbedürftiges Leben verunstaltet und fast alle abberufen, die ihrem Herzen nahe waren. Und als die Opfer im Grabe lagen, da traten ihr die zwei dunklen Wandergesellen in den Weg, nahmen sie in ihre Mitte und betteten sie neben den Mann und den Sohn. Dort ruhen sie nun wieder vereint, die sich im Leben so unendlich geliebt haben. Was immer dieser Sohn im Leben gewesen ist — in meinen Augen war er viel und meinem Herzen war er noch mehr — und wie immer die Legende diesen Grabhügel verklären mag, ich weiß ihm keine bedeutendere Gedenkschrift,als diese: „Hier ruht ein wahrhaft jüdischer Sohn vereint mit Vater und Mutter." Die Jewish Agency. Die politischen Forderungen an England. Die „Neue Welt" hat bereits die Vorschläge und Empfehlungen der Londoner Agency- Konferenz für den Aufbau Palästinas veröffentlicht. Diese Vorschläge gehen sehr ins Detail, nehmen aber nicht die geringste Rücksicht darauf, daß das Aufbauwerk in, Palästina auf nationalen, sozialen und politischen Grundlagen 'beruht, die in einer dreißigjährigen Arbeit entstanden sind und ein organisch Gewordenes darstellen. Die Agency-Konferenz hat sich darüber hinweggesetzt, daß Palästina doch nur durch die Tätigkeit der zionistischen Bewegung zu einem Teil der Weltpolitik geworden ist. . Diesen Empfehlungen schickt die Konferenz ein politisches Memorandum voraus, in welchem alle Kritik der Zionisten an' der Mandatstöbung akzeptiert wird. Dieser Teil des Berichtes, der „Pflichten der Mandatsmacht" betitelt ist, nimmt insbesondere Stellung gegen die Besteuerungssysteme, gegen die Einschränkung der Befugnisse der zionistischen Exekutive und wendet sich andererseits dagegen, daß die Juden Pflichten erfüllen müssen, die sonst die Regierung zu tragen hätte. Es wird schließlich die zollreohtliche Bevorzugung der palästinensischen Industrie innerhalb des britischen Reiches gefordert. In: SITMAR« Socletft Itallana dl Servlzi Marlttlml is wöchentlich mit den Luxusdampfern t» Wm\t , Regelmäßig« Eillinien nach Palästina,Griechenland, Konstantlnopel Rundfahrten Im Mittelmeer Billige Sommer fahrten Auskünfte: ,Sitmar\ I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwaizenbergplatz) Telephon 55009 säl Der Verband der englischjüdischen Gemeinden. Teilnahme an der zionistischen Konferenz. — Die Lage der Juden in Rumänien und der Türkei. Aus London wird gemeldet: Der neue Dsputiertenrat der englischen Juden (Jewish Board of Dcputies) hielt am 19. Juni seine erste Sitzung ab. Herr 0. E. d'Avigdor Goldsand wurde zum Präsidenten wiedergewählt. Eine lebha'fte Debatte entspann sich über die Frage, ob der Einladung der englischen zionistischen Föderation, zwei Delegierte zu der am 8. Juli d. J. stattfindenden Jahreskonferenz der Föderation zu nominieren, stattzugeben sei. Schließlich wurde der Autrag, zwei Delegierte zu der Konferenz der zionistischen Föderation zu entsenden, mit großer Mehrheit a n g c n o m m e n. Die Ehreivbcamtcn, unter ihnen Lord Rothschild, d'Avigdor G o 1 d s rn i d, Joseph Prag und Lady Spielm a n, stimmten gegen diesen Antrag. D'Avigdor Goldsmid und Lord Rothschild, die als Delegierte, nominiert wurden, lehnten die Uebenialnne dieses Mandates ab, wo dann beschlossen wurde, es den Ehreubeamtcn zu überlassen, zwei Delegierte zu'der zionistischen Konferenz zu ernennen. Lucien Wolf unterbreitete den Bericht des Joint Foreign Committee. Auf eine an die rumänische Regierung gerichtete Anfrage teilte der Außenminister Du.ca mit, daß die Anfang Mai aufgetauchten Gerüchte über eine bevorstehende Attacke gegen die Juden auf Erfindung beruhen. „Mehr als je", schrieb der Minister, „sind unsere Beziehungen zu der jüdischen Bevölkerung befriedigend. Soeben erst haben wir die Studentenverbindungen, die sich antijiidischer Propaganda in der Vergangenheit schuldig gemachti haben, augfelöst." Es kam dann das dem türkischen Parlament unterbreitete Gesetz zur .Sprache, wonach es WohIfahrtsins,titutionen undanderen öffentlichen Körperschaften in der Türkei'verboten sein soll, mit auswärtigen Institutionen Beziehungen zu unterhalten. Dies würde sich sehr nachteilig auf die jüdischen Institutionen der Türkei, die ihre Existenz ausländischer Unterstützung verdanken, auswirken, allein dies: Gesetz sei nicht nur gegen die Juden gerichtet, : Weitere. Erhebungen. sollen gepflogen .werden. ' ' - i.UllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliiiiiililiiHi: Der Welt-Frjedenskongreß. Der im Jahre .1926 in Genf .abgehaltene 26. Weltfriedenskongreß hat auf Antrag der jüdischen Frauenliga eine; Resolution gegen d i e antisemitische B e- \tf€'g'ü'a -g;\insbesondere gegen jejen ^Antisemitismus an den U ti i y.« r s it'ät e n, angenommen. Niinmehr wandte sich die jüdische :Frauenligä an den Generalsekretär des internationalen Friedensbureaus mit dem- Ersuchen, daß der gegenwärtig in W a rs c h a u tagende Weltfriedenskongreß nicht rtiindie bereits in Genf gefaßte Resolution bekräftigem sondern auch, eine aus zehn . Persönlichkeiten bestehende Kommission wählen solle, die . i im -Namen der W e 11f ri e d'en s b e w e g U ri g. den Kampf gegen den Antisemitismus führen solle. In dem Schreiben der jüdischen Frauenljga wird auf die antisemitischen Ausschreitungen, die seit 1926 in verschiedenen Ländern, insbesondere in Rumänien vorgekommen sind, hingewiesen. Der Generalsekretär des Weltfriedensbureaus teilte der jüdischen Frauenliga mit, daß die Kongreßkommission für aktuelle Angelegenheiten ihren Vorschlag in Behandlung gezog n hat. ßethlen bereitet ein neues antijüdisches Gesetz vor. Aus Budapest wird geschrieben: Daß das Gesetz über die ungarische Boden reg ulierung in seinen Auswirkungen eine ausschließlich gegen die Juden gerichtete Maßnahme ist, wurde bereits berichtet. Aus dem stenographischen Protokoll über die Verhandlung im Oberhaus geht jedoch hervor, daß der Versuch der Regierung,, das antisemitische Motiv zu diesem Gesetz abzuleugnen oder abzuschwächen, eine plumpe Lüge ist. Im Oberhaus hat nämlich Graf Johann H a d i k, ein ehemaliger liberaler Minister, erzählt, daß er an einer Enquete teilgenommen habe, in welcher gemunkelt worden sei, daß die ganze Regelung des Bodenbesitzes nur zu dem Zweck inszeniert werde, daß die Juden aus dem u ngarischen Bodenbesitz völlig ausgeschaltet werden. Als Graf Hadik den Ackerbau ministe r Mayer hierüber befragte, erhielt er von ihm die Antwort: „Es liegt uns völlig ferne, gegen die assimilierte Judenschaft irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Hier handelt es sich bloß darum, daß auch Galizianer kommen könnten, um hier Boden anzukaufen. Das nun würde vom nationalen Gesichtspunkt eine Gefahr be* deuten." Graf Hadik erwiderte damals dem Ackerbauminister: „Wir besitzen ja gute Gesetze über die Einwanderung von Fremden, auf Grund deren jeder Galizianer ausgewiesen werden kann." Im Oberhaus warf nun der liberale Minister der Regierung Bethlen vor, daß sie dieses herrliche Gesetz nicht in Anwendung bringen. Das wieder durfte Bethlen sich nicht gefallen lassen, und er erhob sich sofort, um folgendes zu erklären: „Was die Behauptung betrifft, daß die gegen die Einwanderung der Galizianer bestehenden gesetzlichen Verfügungen nicht durchgeführt werden, möchte ich hier bloß darauf verweisen, daß der Herr Minister des Innern, Strohwitwer! Sie speisen am besten, im altrenommieiten 5 HOreL-RSSTAURANT § BARSCHAKI | II., Grosse Schiffgasse 3 =j?i 111 § 111 n 11111111111111111111 a 11 a ii 111 Ii 111 e 11 n 11 n 1111111111 n 11111111 seine Pflicht erfüllt, und gleichzeitig daran erinnern, daß im vorigen Jahre in den Grenzgebieten Razzien durch geführt wurden, im Verlaufe welcher mehr als 2000 Personen angetroffen wurden, die illegal über die Grenze gekommen waren und deshalb ausgewiesen wurden." Das sind doch hübsche Bekenntnisse edler Seelen, die sich in der letzten Zeit im Auslande stark zu entrüsten verstehen, wenn man ihnen vorhält, daß die Judenfeindschaft und der soziale Antisemitismus von der Regierung nicht nur nicht abgebaut, sondern durch solche Gesetze immer von neuem geschürt und genährt wird. Dabei verschwieg Bethlen, daß bei jener Razzia, die er übrigens seinerzeit zuerst abgeleugnet und dann als eine harmlose lokale Maßnahme hingestellt hatte, nur der geringste Teil der Ausweisungsopfer, deren Zahl sich auf viele Tausende belief, aus illegalen Grenzüberschreitern bestand. Der größte Teil der Ausgewieseneu setzte sich aus Personen zusammen, die seit vielen Jahren in Ungarn gelebt, Kinder erzogen haben, die in ungarischen Regimentern gedient und dem Lande großen wirtschaftlichen Nutzen gebracht haben. Heute fallen auch die assimilier testeu Juden diesem Schwindel mit den „Galizianern" nicht mehr herein. Sie wissen, daß dieser Wauwau nur als Vorwand benützt wird, um immer von neue im a n t i semitisch e Gesetze zuschaffe n. Daß aber die ungarische Regierung noch immer dieses unwürdige Spiel treiben darf, daran sind die Assimilanten selbst schuld, die seinerzeit die wütendsten Antigalizianer waren und in Wort und Schrift wiederholt erklärten, daß sie mit den; „Galizianern" nichts verbinde. „Phönix und Wiener" Vereinigte Versicherungs- Aktien-Gesellschaft. Die Gesellschaft ging hervor aus der Allgemeinen Versicherungs-Gesellsohaift Phönix, die im Jahre 1860 gegründet wurde und die. schon vor der Fusionierung mit der alten angesehenen „Wiener Versicherungs-Gesellschaift" im Jahre 1925 zu den ljervorragendsten Versioherun.gsi'nstit'Uten amhiesigen Platze gezählt 'hat. Durch die erwälhnte FU'sionierung hat sie an Bedeutung noch gewonnen; Sie 'betreibt als Hauptbranchen Feuer, Hagel, Bnibrucbsdiebsta'hl, Transport; überdies auch die Maschinen-, Glasbruch- und Vielh- •versicherung. Das derzeitige Arbeitsgebiet im direkten Geschäft umfaßt Oesterreich, die tschechoslowakische Republik (bereits konzessioniert, Ungarn und Italien (bereits konzessioniert), sowie die Levante, während sie ein sehr bedeutendes Rückversicherungsgesohäift in den genannten, Staaten, ferner in Polen, Jugoslawien und Rumänien (kontrolliert und auch durch Aufnahme neuer Beziehungen im Westen im BegriSfc steht, irhre f >r ü'h ere überragende B ed e tt t udi g ' a u if' d e m in te<rna<t'i onaien Versicherung s m a r k t wieder zu gewinnen. Die Gesellschaft hat als erste Versicherunigsgesellscihaift mit der Erstattung des Rechenschaftsberichtes für das Jahr 1924 ihre Golide-röffnungsbiilaniz, erstellt auf den 1. Jänner 1925, der Oetflentlichikeit übergeben, da sie mit Rücksicht auf ihre internationalen Verlbindnngen Wert darauf legte, vollen Einblick in die Verhältnisse zu enteilen. Nach der Golderöfifnungsbilanz wird ein Aktienkapital vom S 6,000.000 ausgewiesen (150.000 Aktien ä S 40) und eine Kapitalsnücklagc von S 1,800.000. Nach der praktischen Durchfülhrung der Fusionierung mit der Providentia, allgemeine Versicherungsgesellschaft, die Ende 19.26 beschlossen wurde und die anfangs dieses Jahres die staatliche Genehmigung erfahren hat, wird die Gesellschaft (nach Vollzug der Fusionierung: „Phönix-Wiener und Providentia" Vereinigte Versicherungs-A'ktiengesellschaft) als größte einheimische Schadensversicherungsigesellschait ein Aktienkapital von S 7,000.000 und eine Kapitalrücklage von 'mindestens S 2,300.000 ausweisen können. Durch die Aufnahme der Providentia steht die Gesellschaft in der Tra itispo.r {versieh er u n g s-, Feuerversicherung«- und Maschinenbruchsver sie her u ug s b r a n c h e an führend er Stelle, Banken Verbindungen: Creditaflstalt, Bodencreditanstalt, Zentraleuropäische Ländenbanik. ABRAHANOWiCZ- SCHUHE die besten und billigsten! Echte Schlangenschuhe .... S 45.— II., TABORSTRASSE 33

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