Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 41 (29.6.1928)
- Date
- 1928-06-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Hr. 4. DIE NEUE WELT Seite 5 porteur, noch ermutigen sie den Exporthandel. Es wird daher angeregt, daß die Palästina-Regierung die Durchführbarkeit einer allgemeinen Herabsetzung der Frachtsätze und insbesondere die Einführung eines Spezäaltarifes für Exportwaren m Erwägung zieht. 7. Die Koordination der Verkehrsmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung, insbesondere mit Rücksicht auf die bestehenden Hafenprojekte. Die Errichtung eines Transportkomitees durch die Palästina- Regierung wird daher als dringende Notwendigkeit angesehen. 8. Die Entwicklung von Hausindustrien ist von großer Wichtigkeit. Gewisse Teile der jüdischen Pevölkerung, insbesondere die Yemcniten, eignen sich gut für diese Beschäftigung. Solche Industrien würden nicht nur den Touristenverkehr anziehen, sondern mit Rücksicht auf Gefühlsbaziehiungen zu Palästina würden sie wahrscheinlich ergiebige Märkte im Ausland eröffnen. Auf diese Weise könnte eine beträchtliche Anzahl jüdischer Arbeiter in den Städten Beschäftigung außerhalb der Fabriken finden. . 9. Es sollte die Anregung zu einer gemeinsamen Bemühung der Palästina-Regierung und der Jewish Agency gegeben werden, daß ein Büro errichtet werde, welches die in Betracht kommenden Einwanderer in bezug auif die etwaige UeberfüHirung ihrer bereits bestehenden Betriebe nach Palästina oder die Errichtung von neuen Industrien in diesem Lande beraten soM. In einem solchen Bureau sollten vertreten sein: a) die Regierung Palästinas, b) die Jewish Agency, c) die HandclsknmniorMi d) der Oeconomic Board for Palcstine, e) Banken, f) palästinensische Fabrikanten-Vereinigung, g) die jüdische Arbeiterorganisation. 10. Es ist sehr wünschenswert, als eine Quelle des Einkommens ein angemessenes H'otelwesen für die ständig steigende Zahl von Tourästen zu schaffen. Erziehung. 1. Es ist die Aufgabe der Regierung, ein Minimum weltlicher Bildung jedem Kind zuteil werden zu lassen, dessen Eltern solchen Unterricht fordern; die Regierung soll jenen Nichtregierungsschulen, die diese minimalen Erfordernisse gemäß den offiziellen Bestimmungen erfüllen, Zuschüsse gewähren; die Höhe der Zuschüsse soll sich nach idem Verhältnis der schufbesuchenden Kinder richten. 2. Das jetzige System, wonach die Subvention an die Jewish Agency zur weiteren Verteilung ausgezahlt wird, ist zufriedenstellend, da es die Aufrechterhaltung des rechten Standards garantiert. Die Jewish Agency wird zweifellos den Wunsch haben, den Beitrag der Regierung ihrerseits zu ergänzen. Oeffentliches Gesundheitswesen. 1. Ein größerer Anteil an Verantwortung als bisher soll von der Regierung in bezug auf das öffentliche Gesundheitswesen getragen werden. Funktionen, wie Impfung, Bekämpfung von Epidemien, Kontrolle ansteckender Krankheiten, Entsumpfung, Verbesserung des Quarantänedienstes, zählen zu den unmittelbaren Verpflichtungen der Regierung. 2. Es ist. wünschenswert, daß privaten SpitälernSu'bventionen gewährt werden, entsprechend der Zahl der Tage freier Behandlung, die in ihnen gewährt wird. Die Jewish Agency wird zweifellos den Wunsch haben, diese Subvention noch zu ergänzen, um den Standard aufrecht zu erhalten, den sie für erforderlich hält. 3. Das medizinische Gesundheitswesen, das von jüdischen Stellen geleitet wird, soll koordiniert und konsolidiert werden. Es ist naheliegend, daß di^g „Hadassah" die geeignete Organisation zur Durchführung dieser Koordination ist. "\ 4. Die Kupath Gholim (Krankenkasse der Arbeiterorganisation) soll ihre Tätigkeit auf die Aufgabe beschränken, die sie sich ursprünglich gesetzt hatte: Arbeiterversicherung, Kranken-, Wohifahrts- und Rekonvaleszentenfürsorge; ihre übrigen. Tätigkeiten sollte sie dem Gesundheitsdepartement der Jewish Agency übertragen. Es ist wichtig, daß die in dieser Weise reorganisierte Kupafch Gholim bestehen bleibt, da sie viel dazu beigetragen hält, den gesunden Grundsätzen der Selbsthilfe und Selbstverwaltung Geltung zu verschaffen. 5. Jede Anstrengung soll gemacht werden, «um die Tätigkeit der privaten Spitäler in Palästina zu koordinieren, damit ein System (harmonischer Zusammenarbeit aufrechterhalten bleibt. Dies mag die Bildung einer zentralen S p i t a 1 s «k o m m i s s i o n und die Konsolidierung einer Awzähl von Institutionen z-ur Voraussetzung haben. Arbeiterfragen. 1. Die Kommission hegt Sympathie für die Bestrebungen der Arbeiter, ihre soziale und ökonomische Lage zu verlbessern und begrüßt deren Verwirklichung. 2. In voller Würdigung der Leistungen von Arbeiterorganisationen bei der Leitung von Arbeiten in Landwirtschaft, Einwanderung, Gesundheitsdienst und Kulturarbeit, glaubt die Kommission, daß die Anerkennung des Prinzips, daß Industrie und Landwirtschaft auf einer ökonomischen Grundlage unter Einschluß eines entsprechenden Ertrages des investierten Kapitals errichtet werden müssen, eine notwendige Vorbedingung für das allmähliche Steigen des erwünschten Lebensstandards ist. 3. Oje jüdische Geineinschaft sollte einen Apparat der Verständigung schaffen, iwn Verluste zu vermeiden, die durch Arbeitskonflikte in Industrie und Landwirtschaft verursacht werden. Ein solcher Verständigungsaipparat könnte am besten geschaffen werden durch Begründung einer Körperschaft, die auf der einen Seite aus Vertretern der Arbeitgeber in Industrie und Landwirtschaft, auf der anderen Seite aus einer gleichen Zahl von Vertretern der Arbeiterorganisationen besteht. Aille Angelegenheiten in Industrie und Landwirtschaft, die zu Arbeitskonflikten zu führen drohen, sollten dieser Körperschaft* übertragen werden, und zwar auf Verlangen einer der beiden Parteien. Die Körperschaft soll alle Anstrengungen machen, um eine Beilegung des Konfliktes durch gegenseitige Verständigung herbeizuführen, vorausgesetzt, daß die in Frage stehenden Dinge nach ihrer Meinung wichtig genug sind, um eine Behandlung herbeizuführen. Der Dienste eines unparteiischen Vorsitzenden sollte man sich, wenn erforderlich, versichern. 4. Kooperative Organisationen der Produzenten und Konsumenten, ebenso wie Organisationen der Arbeiter, sollen gefördert werden. Solche Organisationen sollen auf gesunden Ge.schäftsprinzipien und nicht nach doktrinären Theorien gegründet werden. Finanzen. 1. In Anbetracht dessen, daß eine gewisse Zeit bis zur Errichtung der erweiterten Jowisb Agency und bis zur Durchführung der Vorschläge der Joint Palesttne Survey Commissdon unvermeidbar verstreichen wird, müssen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Lage der bestehenden zionistischen Fonds (Keren Hajessod und Keren Kajemeth) während der Uebergangszeit zu stärken, damit die konstruktive Tätigkeit und das Konsolidierungswerk nicht leiden. 2. Das minimale Jahresbudget, beginnend mit dem Finanzjahr 1929-30, ist ungefähr eine Million Pfund. Diese Summe wurde in folgender Weise errechnet: Pfd.' St. a) Neue Kolonisation nach Konsolidierung der ' bestehenden Siedlungen (wobei die Auszahlung nur erfolgen darf nach Abschluß von die Rückzahlung genau festzusetzenden Verträgen) nicht weniger als...... 250.000 b) Konsolidierung von finanz- und genossenschaftlichen Institutionen zur Verbesserung der Verschiffung und Marktgewinnung . . 100.000 c) Weitere Landkäufe (die jedoch nur durchzuführen sind, wenn der Boden zu angemessenem Marktpreis erworben werden kann) . . 200.000 d) Anleihen an neu seßhaft gewordene Siedler (die Posten a), b), c) sind solche, die durch Rückzahlungen zurückfließen) ..... 50.000 e) Elementarerziehung (Ergänzung zur Regieraingssubvention), Universitäts-, technische, Mittelschul- und religiöse Erziehung . . . 120.000 f) Technische Ausbildung von Immigranten und Unterstützung an Arbeiter...... 50.000 g) Konsolidierung von Spitälern und Subventionen für Spitäler........ 100.000 h) Verwaltung der Jewish Agency und ihrer Fonds . . ,........ 80.000 i) Verschiedenes . »...... 50.000 Insgesamt . . . 1,000.000 Das vorstehende Budget basiert auf der Anna h m e, daß die Regierung hinreichende Gelder zur Verfügung s t e 11 en wird für Zwecke, die nach unserer Meinung den Charakter von Regierungsaufgaben tragen und daß die Jewish Agency strikte Sparsamkeit bei der Sammlung und Verwaltung in Anwendung bringt. Man geht nicht zu weit, wenn man erwartet, daß die Vereinigten Staaten nach der Errichtung der Jewdsh Agency ein Minimum von Dollar 3,000.000 jährlich für die Dauer von fünf Jahren aufbringen werden und daß ein gleicher Betrag von allen anderen Ländern, die zu dem Palästdnafonds beitragen, aufgebracht werden wird. . Aus den Schlußfolgerungen, welche diese Konwnissian gezogen hat, und aus den Untersuchungen der Experten geht hervor, daß die künftige ständige Entwicklung d e s H ei ml a nd e s in Palästina in erster Reihe von den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Geldern abhängt. Das jetzige Budget des Keren Hajessod reicht kaum aus, um die laufenden Arbeiten aufrecht zu erhalten 'un<f die notwendige Konsolidierung der bereits erworbenen. Besitzungen, sowie die wirtschaftliche Entwicklung, der bereits bestehenden Unternehmungen durchzuführen. Wenn nicht mehr Geld vorhanden ist, kann die Kommission nur empfehlen, daß gegenwärtig keine neuen Unternehmungen in Angriff genommen werden. Die Kommission hat jedoch das unabweisliche Empfinden, daß eine Politik, die eine frische und erneute Entwicklung, den Erwerb neuen Bodens, die Gründung neuer Kolonien, die Inangriffnahme weitreichender Pläne von großer Bedeutung für das wirtschaftliche Leben des Landes nicht zuläßt, als ganz und gar unbefriedigend angesehen werden muß; eine solche Politik darf von der jüdischen Gemeinschaft als Ganzes micht als die Erfüllung ihrer Pflicht und ihrer Verbindlichkeiten angenommen werden. MAGfC NOTES TRADE MARK Musikplatten (engl. Import) haben kein Nebengeräusch Wunderbare Tonfülle. Dauerhaft im Gebrauch. Die neuesten, nach dem elektrischen Columbia- Aufnahme-Verfahren hergestellten Platten von und von Der Wiener SeHliM Dirigent: Viktor Keldorfer 30 cm, D 162M: Die Nacht, Der Tanz, D 16212: Der 23. Psalm. 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