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Die neue Welt · 1928-06-29 · Heft 41 (29.6.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 41 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife? DIE NEUE WELT ffr. '41 o I., BellarlaMraße 12. Tel. 36-3-39 V,, SchBnbr unnerstr.56. Telephon 95-55 SPRECHAPPARATE wie Gramola, Columbia, Ullraphone UNSER SPEZIAL-KOFFER-APPARAT „MINERVA".........S TS«— „MAJESTROLA" I......S 130-- „MAJESTROLA", Lnxiig . . . 9 195*- Aach anf Teilzahlung I * :-. . Neueste Schlagerplatfen te größler Ali»wähl (K w Ii z o-t h) iijiciit' crw ü n s,c h t; nichtsdestoweniger soll die -Ausstattung der' bestehenden Siedlungen dieses Charakters vollendet werden. Die Komniissionsmitgliedcr sind darüber' einer Ansicht. Was die während'des vergangenen Jahres in Angriff genommene Einrichtung neuer Kolonien betrifft, so sollten diese keineswegs aufgegeben' werden, sondern es sollten die nötigen Mittel zu ihrer Ausstattung beschafft werden, vorausgesetzt, daß ihre Reorganisierung in . einer Weise vonstatten gehen kann,'daß sie in" individualistische kooperative Siedlungen (Moschawim) umgewandelt oder als Ausbildungszentren benutzt werden können. 11. Im Hinblick auf bisherige Erfahrungen sollte, bis neue Faktoren in Erscheinung treten, die Begründung von weiteren Hügelkolonicn (?) nicht stattfinden. 12!' Den' .Bestrebungen, S i e d 1 &r i n den Stand zu b r i n gen, w i r k 1 i c he 'La n d b e s i t z c r zu , werden, wird zugestimmt. Gemäß den Statuten des; Jüdischen Nationalfonds scheint, dies, soweit seine LandefeTeh,' iij Betracht" kommen,'ausgeschlossen zu .sein, Die JCWisfi' Agency soll deshalb: darauf bedacht sein, außer den gegenwärtig im Besitze des -Jüdischen Na'tionalfoitds befindlichen oder von -ihrii in Zukunft zu erwerbenden Lündereien,-' e-i n e - v d n .'• ä h n liehen Be's c-h rank u ng e;h 'f r e I d; Li n'-d r e s c r v e sicherzustellen. Allen BoÜenk'äufen sbllen gründliche•BodenaHalyse'n'.Und'. Wasser- Prüfungen vorangehen; der zu entrichtende Preis ' darf den wirklichen Wert des Bodens nicht ü b er s t e ixe n........... ....... ... .i ... 13-JIil :der -Vergangenheit sind ..mehr „Kolonisten auf gewissen, Flächen angesiedelt.worden,,als sie von ihnen cr- ■ halten werden können. Es-ist wichtig, daß man bei zukünftiger; Kolonisation sich von solchen Tendenzen freimacht. In ge- V wissen bereits bestehenden Kolonien werden die Boden-: besitze per? F4#He?.''erhöbt'*.werden;imüssen,-. sofern eine 'S Selbst eirtaituaiig^de t Sl^idijft; ers.tr^bt wird. 'In- )\ dieser Hinsicht bietet jede einzelne Kolonie ein gesondertes •";' Problem, an dessen besondere" Lösung ohne Zögern g'e- % schritten werden soll. Das Proble?n wird sowohl in den i bestehenden wie in den zu gründenden Kolonien durch das : Fehlen' verläßlicher Daten über wesentliche Punkte kom-; pliziert; so was die für Bewässerung verfügbaren Wasscr- " reserven und den Grad, bis zu welchem die Bodcn- , Produktivität durch, künstliche Düngung erhöht werden -, kann, betrifft. Eine hydrographische Prüfung sollte bald erwähnt, daß die Mehrheit der deutschen Juden als Juden . hier einen außerordentlich ungünstigen Ruf genießt und \ daß der freie Jude Südafrikas nichts als t i e f s t e Verachtung' hat für die Haltung unserer A s s i- ■ m i 1 a n t e n Deutschen und Juden gegenüber. Die wenigen 't deutschen Juden, die es hier in Südafrika gibt, tragen in . ihrem Hochmut den anderen Juden gegenüber auch nicht dazu bei, diesen Ruf wesentlich zu verbessern. Zionismus ist dem südafrikanischen Juden Teil seines :. Judentums. Es gibt natürlich auch vereinzelt Nichtzionisten, .. aber diese sind'dann in der Regel auch allgemein jüdisch völlig desinteressiert und gehen meistens durch Mischehen dem Judentum verloren. Es handelt sich dabei gewöhnlich um Leute, die in irgend einem von jeder jüdischen Gemeinschaft fernabgelegenen Farmerdistrikt leben oder um berufsmäßige Diamantendigger. Die „Krise" in Palästina hat nicht die geringste Depression auf den südafrikanischen Zionisten ausgeübt, .weil jeder hier täglich mit eigenen Augen sieht, welche Schwierigkeiten in einem Neulande zu überwinden sind — und daß sie überwunden werden, erscheint selbstverständlich. Zionismus ist hier so identisch mit Judentum, daß auch die Regierung sich diese ' Auffassung völlig z^u eigen gemacht hat und jede zionistische Aktion mit allen ihren Kräften unterstützt. Es ist überaus schwierig^ den südafrikanischen mit dem. deutscheu Zionisten. zu vergleichen. Der südafrikanische Jude war nie vor die Entscheidung gestellt: Assimilation^ oder Nationaljudentilm. Für ihn war Immer letzteres Selbstverständlichkeit,' so wie es keiner Frage bedurfte, ob der: Bit r Bur oder der Engländer Engländer sei. Daß Zionismus auch für den"; südafrikanischen Juden Uebersiedlung nach Palästina bedeuten könnte, ist eine kaum eben debattierte Frage. Ursache mag sein, daß die wirtschaftliche Lage hier zu günstig ist und daß vorläufig weder intellektuelle noch moralische Judennot fühlbar sind, daß ferner Auseinandersetzungen über jüdische Probleme äußerst selten sind, da der südafrikanische Zionismus des intellektuellen Wesens des deutschen Zionismus völlig entbehrt. Es mag hier auch erwähnt werden, daß'Krieg und. Nachkriegsideen einen ganz unbedeutenden Einfluß auf Südafrika ausgeübt haben. stattfinden, ebenso eine Erkundung der Ausführbarkeit künstlicher Düngung. Dies gehört zu den Funktionen der Regierung, nicht zum wenigsten im Hinblick auf die gewaltige Rolle, die die Wasserversorgung in der zukünftigen Entwicklung ganz Palästinas spielt. 14. Formelle Kontrakte zwischen der J e w i s Ii Agency und den e i n z e 1 n e n. S i c d 1 e r n sollen sofort, ohne die Intervention irgend einer anderen Körperschaft, zur Durchführung gelange n. Was den von dem Siedler zurückzuzahlenden Betrag anbelangt, so ist in freimütiger Weise die Tatsache in Betracht zu ziehen, daß die von der Palästinensisch- Zionistischen Exekutive für die Siedlungskosten vorgeschossenen Summen durch Gründe in die Höhe getrieben worden waren, für die der S i c d;1 c r nicht verantwortlich ist. Der zurückzuzahlende Betrag soll auf einer Summe fixiert werden, die eine gewinnbringende Bearbeitung des Bodens ermöglicht, wobei der Wirtschaftswert des Bodens und nicht der von der Agency für ihn verwendete Betrag ab Grundlage genommen wird. Die Zahiungsraten und -fristen sind im Vertrag zu spezifizieren. Siedler, die diesen Forderungen nicht nachkommen, sind durch solche zu ersetzen, die dies zu tun b er e i t sind. 15. Die Möglichkeit für jüdische Kolonisation in Palästina findet ihre Grenzen in der Möglichkeit der Bc-' Schaffung anbaufähigen Bodens. Es ist deshalb eine prompte Untersuchung über die Abwendbarkeit künstlicher Düngemittel erwünscht. t)ies ist auch angesichts des hohen Bodenpreises erwünscht. 16. Das Prinzip, außenstehende Arbeiter welcher Art immer in den Kolonien nicht zu beschäftigen, ein Prinzip, das gegenwärtig in den zionistischen Kolonien in Geltung ist, i s t unhaltbar; unter anderem kann ein solches System zur Folge haben, daß in Zeiten,; wo der Erfolg aller von dem Kolonisten gemachten Anstrengungen auf dem Spielo steht, er nicht in der Lage ist, sich die Arbeiter zu beschaffen, die ihm und . seiner Familie die Ernte bergen helfen. Vielen Schwierigkeiten d.es_ bestehenden Systems könnte abgeholfen werden durch die Einfügung einer Klausel in den .Vertrag zwischen dem Kolonisationsdepartement, und dem, Siedler, wonach ein Minimallohn f ü r g e d u n g e n e Arbeite r postuliert wird. 17. Die jetzt unwissenschaftliche Benützung von Wasser in Teilen der Citrus-Zone hat bereits ein niedrigeres Wasserniveau ziir Folge gehabt. Angesichts der Bedeutung der Zitronenzucht sind Verordnungen über die .richtige Verwendung von Wasser zu Bewässerungszwecken am.Platze. -...'. _ ...... 18. Zonen , für -neue „Siedlung . senilen womöglich in , Gebieten lokalisiert werden, diesich für die Zucht, von f ü r E x p o r t in Betracht kommenden Spezialitäten eignen, dies bei . angemessener Berücksichtigung der heimischen landwirtschaftlichen Bedürfnisse. . 19. Der kooperative Ankauf der von den Siedlern benötigten Materialien und Vorräte sowie der kooperative Verkauf der Produkte wird als ein Weg zur Schaffung besserer wirtschaftlicher und - sozialer Verhältnisse angesehen. Dieses System So II te aber von einer von sozialen Theorien unbeeinflußten Körperschaft verwaltet werden.1 20. Die Koordinierung der Arbeit der verschiedenen mit landwirtschaftlicher Forschungs- und Erweiterungsarbeit sich befassenden Körperschaften ist von erster Bedeutung; der Plan der Forschungsarbeit muß für eine Anzahl von Jahren aufgestellt werden; ein System von Instruktionen und der Vereinheitlichung des Lchrplanes in landwirtschaftlichen Schulen soll in Angriff genommen werden. In einem zu diesem Zwecke zu bildenden Ausschuß sollen vertreten sein: a) das Rcgierungsdepartement für Landwirtschaft, b) das Departement für landwirtschaftliche Kolonisation der Jewish Agency, c) P. I. C. A. und Mikweh Israel, d) die hebräische Universität. UrlauliinGrado für öffentliche und fix Angestellte sowie deren Angehörige Pauschalpreis inklusive Fährt in 5. Teilzahlungen abzüglich eventueller Visum- und Fährtbegünstigungen, einschließlich erstklassiger Logis, Verpflegung, uubeschrftnkter Bädergebrauch samt Zelt« Kurtaxe etc. Reiseantritt schon nach Anzahlung gewährleistet Auskünfte und Prospekte durch die Generalvertretung des internationalen Reisebüros F.GR1GOLON & CO. Wi«n, I. Kohlmarkt 8 (Eingang Walloerstraße) Telephon 69,4-17 21. Nichts ist von größerer Bedeutung, a<ls die Frage der H c r a n b r i n.g u n g der Kolonisationsprodukte auf den Markt. Dies setzt eine sorgfältige Prüfung, einen hohen Qualitätsgrad des Produktes, Möglichkeiten von Transport und Verschiffung voraus, sowie die Schaffung einer Agentur für die Behandlung und den Verkauf der Produkte. 22. Empfehlenswert ist eine Erweiterung der Arbeit der Versuchsstation zur Lösung der praktischen Probleme im Gartenbau. Zu diesem Zweck ist auch ein intimer Kontakt zwischen dieser Station, dem Kolonisationsdepartement und der hebräischen Universität zu empfehlen. In dem Bericht werden nun die praktischen Erfolge einer gemeinschaftlichen Arbeit der erwähnten Institutionen aufgezählt und die besonderen Bedingungen der Zucht von Zitronen, Grapes, Mandeln, Oliven, Feigen und anderen neuen Fruchtsorten auseinandergesetzt. Industrie. 1. Die Ermutigung der In d us fr i e 'soIi in keiner Weise als eine Sache von untergeorriineter Bedeutung betrachtet werden. Während es wesentlich ist, daß die landwirtschaftliche Kolonisation fortgesetzt und verstärkt wird, ist in Palästina auch Raum für 'industrielle Entwicklung. Von der Gesamtibevörkerung Palästinas leben etwa 65 Prozent auf dem Lande, so daß das Land als Ganzes gesehen, vom Gesichtspunkt des Verbrauches nicht gesagt werden kann, daß die städtische Bevölkerung unverhältnismäßig groß ist. 2. Es sollten Schritte unternommen werden, um i n London und in New York ein Handels- und Touristen-Büro für Palästina zu errichten. Die Jewish Agency sollte in dieser Sache der Regierung Palästinas ihre Mitarbeit an'bieten; die Unterstützung der PICA, der Handelskamimera, der Banken und der wichtigsten Produzenten sollte angestrebt werden. 3. In Palästina ist es wie in anderen neuen Ländern wesentlich, daß die Industrien in ihrem Anfangsstadium ein gewisses Maß von S c h u t z genießen. Die Wirkung des revidierten .Z o M t a r i f e s, der kürzlich vcrlautbart worden ist, geht dabin, gewissen örtlichen Industrien Schutz zu gewähren. Es wird nicht vorgeschlagen, daß Schutzzölle unterschiedslos erhoben werden. Jeder Einzelfall soll nach, seiner Eigenart und im Zu- Hörst Du einmal von Hubers Ruf, DuR er so Eliten Essig schuf. So kannst Du ohn' jedes Zagen entscheiden, Beides ist besser als keines von beiden. „Herina" ist Saft von HERba MAte, alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Beim Kaufmann erhältlich. sarnmenhang mit einer wohlüberlegten Politik erwogen werden. Die w o h 1 v e r s t a n d e h e Anwendung d o s Zo 11t a r i f es1 f ü r d i e .Ermutigung von Industrien, die eine begründete Aussicht haben,' als sich selbst erhaltende zu bestehen, wird eine wohltätige Wirkung auf die Lebensbedingungen in Palästina haben und wird der gesamten Bevölkerung zum Vorteil gereichen. ' 4. Verbunden mit der Frage der Zölle list cfie der Z odlv e r eiifl'b a(r.un g&n mit- N,a cfob a r 1 änd e r n. Artikel 18 des Mandates bestimmt: Die Mandätarmacht soll darauf achten, daß keine Unterscheidung zuungunsten der Angehörigen irgend eines dem Völkerbund angehörenden Staates (einschließlich der nach dessen Gesetzen eingetragenen Gesellschaften), verglichen mit den An- - gehörigen der Mandatarariacht oder irgend eines auswärtigen Staates, m den Besteuerung, Handel und Schiffahrt betreffenden Angelegenheiten, gemacht wird. . t Derselbe Artikel besagt, daß die Verwaltung Palästinas „auf Rat der Mandatarmacht eine besondere Zollverciuibar.ung mit jedem Staat, dessen Territorium 1914 vollständig zur asiatischen Türkei oder zu Arabien gehörte, abschließen kann". Daraus geht hervor, daß nichts die Pal äs ti na-R egi erung . hindert, Z o 11 v e r ei n b aru.ngen mit Syrien, Irak, Hedschas und .der Türkei abzuschließen. Zollvereinbarungen mit diesen Nachbarländern, sind von besonderer Bedeutung, denn sie bilden die natürlichen Märkte für den palästinensischen Export. Ein Zollvertrag, der annähernd Freihandel zwischen Palästina und Syrien festsetzt, wurde tatsächlich 1921 abgeschlossen, aber es verlautet, daß dieser Vertrag nicht aufrecht erhalten, bl eiib en soll. Wenn solche Verträge einen nützlichen Zweck erfüllen sollen, dann ist es wesentlich, daß keine plötzlichen Veränderungen eintreten, denn neue Industrien können sich nicht entwickeln, wenn sie dem Risiko plötzlicher Aenderungen der Bedingungen, unter denen sie begründet' wurden, ausgesetzt sind, 5. Mit Rücksicht auf die mit der Anwendung von Schutzzöllen verbundenen komplizierten Probleme und um eine Sicherheit zu schaffen, daß die Zolltarife gleichzeitig die Interessen der Industrie, der Staatsfinanzeu und des verbrauchenden Publikums berücksichtigen, scheint es wünschenswert, d a ß di e P a) 1 äs t i n a» K e g i e r u n g ein spezielles Zollkomittee einsetzt mit der. Aufgabe, die endgültigen Grundsätze der Finanzpolitik niederzulegen und anzuwenden. 6. Die bestehenden E i s e n b ab n t ai r if e in Palästina sind nicht genügend elastisch, und sie begünstigen weder den inländischen. Fabrikanten gegenüber dem Im-

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