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Die neue Welt · 1928-06-22 · Heft 40 (22.6.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 40 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4ü DIE NEUE WELT Seite 7 Goebbels Boykottpropaganda. . Vor dem Amtsgericht S c Ii ö n et) c r g hatten sich der nationalsozialistische Hetzer Göbbols und der Schriftleiter Dürr wegen groben Unfugs, begangen durch einen Artikel im nationalsozialistischen Parteiorgan „Der Angriff", zu verantworten. Das Pamphlet richtete sich anläßlich der Wcihnachtseinkäufc gegen die jüdischen Geschäftsleute imd forderte zur Boykotticrung j ü d ischer Firmen auf. Gegen die Angeklagten war ein Strafbefehl von 50, bezw. 20 Mark ergangen, der in der Verhandlung vom Amtsgericht auf 20 und 10 Mark herabgesetzt wurde. Bei der Urteilsverkündung brachen <iic Anhänger Göbbels, die deii Zuschauerraum des Gerichtssaales füllten, in stürmische H e 11 r u f c aus. Drei Monate Gefängnis für Zurcan. Aus Bukarest wird gemeldet: Der antisemitische Agitator Zurcan, der im Städtchen S'kuleui während des Jahrmarktes die Bauern zu Gewalttätigkeiten gegen dip Juden aufhetzte, wurde vom Jassycr Gericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Zionlstenverfolgungen in Rußland. Aus Washington wird telegraphiert: Senator Bor.ah empfing den palästinensischen Arbeiterführer Dr. Chajm Arlosoroff und den Vorsitzenden des amerikanischen zionistischen Studentonverhandcs Max R h o ad e, die ihm über die Verfolgungen der Zionistcn Rußlands berichteten. Gegenwärtig sollen Uber 7 00 russische Zi o«ä sten in Sibirien, Kirgisien, Ural und Soloveyinseln in der Verbannung leben; mehrere hundert befänden sich in Haft und harren ihrer Verurteilung. Borall vorsprach, sein Möglichstes zu tun, um eine Hilfeleistung hicrbeizuführeu. Selbstmord einer ganzen jüdischen Familie in Budapest, Der jüdische Kaufmann Josef Preissach In Budapest beging mit Frau und jugendlichen Tochter Selbstmord durch Vergiftung. Die Familie ist ein Opfer der Krise der jüdischen Kaufmannschaft, die schon bisher Ursache zu zahlreichen Selbstmorden gewesen war. Schuld an der Krise sind-die gegen die Kaufmannschaft gerichteten Tendenzen des Finanzministers B u cl, der nach den Methoden des früheren polnischen Regierungschefs Q r a b s k y eine Politik des wirtschaftlichen Antisemitismus befolgt. Plötzlicher Tod des TheaterkritSkers Allan Dalc* Cohen. Der bekannte T'heaterkriti'ker des großen Tageblattes „Newyork American" A I i a u D a 1 e ist vor einigen Tagen in London plötzlich gestorben, Der wirkliche Name Alton Dales war Alfred G. Cohen. Seine Karriere als Theatcrkrjtiker begann A'Uan-Cohen Im Jahre 1887 in der Redaktion der „Evening World", 'kam dann zum „Evening Journal" und war die letzten dreizehn Jahre Theaterkritikc r des „Newyork American", in welcher Eigenschaft er sich in allen Kunstkreisen NewyorUs einen angesehenen Namen erwiurb, Di© christlichen Araber gegen ihre Patriarchen, Im Lager der christlich-katholischen Aratoer herrscht schon seit längerer Zeit offenkundige Unzufriedenheit mit dem Haupt clor katholischen Kirche in Palästina, die sowohl auf politische als auch auf religiös-propa'gandistische Ursachen zurückzuführen jst. Djc jüngst abgehaltene große Tagung der Missionäre hat, obwohl sie keinen katholischen Charakter trug, den nationalistischen Arabern Gelegenheit' gegeben, in ihrer Presse gegen die christliche Richtung unter den Arabern aufzutreten. Nun ist auch im Lager der ältesten christlichen Gemeinschaft im Lande der orthodoxen Kirche, zu welcher eine große Zahl von Arabern zählt, ein offener Kampf gegen den orthodoxen Patriarchen Damjanus ausgebrochen. In Ihrem Organ „Feiestin" wird dem Patriarchen egoistische Selbstherrschaft, mißbräuchliche Verwaltung des K'irchengiites und eigenmächtige Ernennung von Geistlichen vorgeworfen. In einer der letzten Nummern des „Feiestin" Ist ein offener Brief der katholisch-orthodoxen Araber in Zentra'l-Amerlka an den Qberkommissär von Palästina, Lord P I u m c r, ver-- öffentlicht, in welehoni dieser aufgefordert wird, den Korruptionen und Quertreibereien des Patriarchen Damjanus ein Ende zu bereiten. Durch diese Unzufriedenheit gewinnt auch die Propaganda für die „Nationalisierung'* der Kirche immer mehr an Boden und ebenso mehren sich jetzt die Fälle der Rückkehr von getauften Arabern zum Islam. Belli ln 4cn bekanntesten und renommiertesten Hotels von g|| Abbaxla ™* Portores« sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Gäste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! ©Tf © KASIRfiR sonders werden diö arabischen Kinder, welche in christlichen Waisenhäusern und Missionsschulen untergebracht sind, in Islamitische Erziehungshäuser gebracht, Aufhebung der Prügelstrafe im Irak. Wie erinnerlich, wurden im Irak wogen der schweren Demonstrationen und Ausschreitungen anläßlich des Bc« suchos Alfred Monds außerordentliche Strafniaßnahmen gegen Aufruhr und gewalttätige Demonstrationen verfügt, UnFer anderem wurde damals auch die Prügelstrafe für solche Delikte eingeführt. Wie nun aus Jerusalem berichtet wird, hat die Irakrcglerung am Tage vor der Eröffnung dos nougewfilrlten Parlaments die Prügelstrafe wieder aufgehoben. . Tragisch^ Schicks»! jüdischer Soldaten. Czernowitz, 17. Juni. (J. T. A.) Bei einer Ucbung des 87. Infanterieregiments in Satul Mare wurde der jüdische Soldat Jakob Hüffler, Sohn einer angesehenen jüdischen Familie aus Czernowitz, durch einen vom Soldaten Oriceac Pctru abgegebenen Schuß getötet. Von der gleichen Kugel wurde der jüdische Soldat Simon sehr schwer verletzt. Es steht nicht fest, ob die Schüsse mit Vorbedacht abgegebon worden sind. Der neue Rabbiner der Moskauer jüdischen Gemeinde. Der frühere Rabbiner von Bogorodsak Rabbi KI em e s wurde von der Moskauer Jüdischen Gemeinde zum Rabbiner au StoHe des verstorbenen Rabbiners Jakob M a s c gewählt, Charles Levlne, ' Das Komitee für Verleihung von Auszeichnungen des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten: hat den Ozeanflieger Charles Levine für die Verleih hung der Kongreß-Medaille vorgeschlagen. ®® iE.Taborsftraße 8 5; Tel-42-3-41 Das gigantische Filmwerk Beginn: Wochentags 7 u. 9Uh>. Sonn-u. Feiertags 6, V98,9Uhr 91 «lud ktmplatt« Pantlonan?u b«»pndor» billigen Pralcan unter den günstigsten Konditional» (such awt Telualmins) anzugeben <<• Auskünfte b*im Oestfrr<fiel»ts?l«eti Verkchrsbilro, Wien, i, Friedlichst) «ß? I und se neu Filialen und beim Reisebüro Schenker & Co,, Wien, I. 10 Das gerichtliche Nachspiel zu dem Streit in Herziiah. Im Februar d. J. kam es in der jüdischen Kolonie^ Herz Ii ah zu einem Zusammenstoß zwischen den jüdischen Kolonisten und einem Beduincnstamm, der damit seinen Ausgangspunkt nahm, daß die Beduinen ihre Schafe auf jüdischem Boden weideten. Die jüdischen Kolonisten forderten zuerst die Araber in Ruhe auf, ihre Herd« vom jüdischen Boden wegzuführen. Der Beduinengtamrrt, der gerade eine Hochzeit von Stammesangehörlgen festlich beging und mehrere Gäste in seiner Mitte hatte» griff die jüdiach§n Siedler an. Bei dem Zusammenstoßwurden 15 Juden verletzt. Das Gericht hat nun das Mu>. glied. des Beduineuatammes Hussein Umbus zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei mitangeklagte Araber wurden freigesprochen. Zwei jüdische Siedler» die angeklagt waren, den Scheik Ab,, Kandil angegriffen zu haben, wurden freigesprochen. Verewigung der Bukow'naer jlld'schen Studien in Paris. In Paris wurde ein Verband jüdischer Studenten aus <ler Bukowina gegründet und mit dessen Leitung folgendes Komitee betraut; Präsident: Warter Arcadius (Gurahumora), Sekr^täV: Rosenbach Israel (Pundul- Moidovei), Kassier: Drucker Abraham (Storojlneti). Der Verband hat sich unter anderem die Aufgabe gestellt» allen dürftigen Studenten aus der Bukowina i n Frankreich materielle Unterstützung zu lejgten und allen Bukowinaer Studenten ohne Unterschied von Konfession Ratschläge und Auskünfte über Studien' und Lebensbedingungen in Frankreich zu erteilen. Zuschriften sind zu richten an „Association des Etudiants Juifs de Bucovine, Rue Tournefout, 6 Paris Ve., ' Jehnda-Halevi-Straße und Biallk-Stroße in Mukacevo. Der Stadtrat von Mukacevo hat beschlossen, zwei neuangelegte Straßen nach Jehuda Halevi und Chaim Wachmann Biallk zu benennen, In beiden Straßen sind die entsprechenden Tafeln bereits angebracht, Stipendien der Gemeinde Wien. Die'Frist zur Klureiehung der Gesuche wird bis 20, Juli l, J. erstreckt. Die übrigen Bestimmungen der bereits verlautbarten Ausschretbungskundmachung vom 36, Mal im bleiben vollinhaltlich aufrecht, ' Wien, am 14. Juni 19J8, ' Vom Wiener Magistrat, in» selbständigen Wirkungskreise. Ein zionistisches Opfer der Bolschewiken. Das Leipziger „Jüdische Volksblatt" berichtet: In' Chiwa Jn Mittelasien befinden sich einige Dutzend politische Verbannte aus dem europäischen Rußland, darunter eine größere Anzahl von Z1 o n I s t o n verschiedener Schattierungen. Anfangs Februar d. J. sind elf Verbannte verhaftet worden unter der Beschuldigim«, Propaganda unter den Eingeborenen geführt zu haben. Am 17. Februar, als die Gefangenen auf dem GefäJignishol spazieren ginigen, erschoß der diensttuende Wächter meuchlings, durch einen Schuß In den Hinterkopf, den Gefangenen Samuel Bron n s t e i n aus Odessa, der Mitglied der Äion'istisch-soziailistischcu Partei war, Dies geschah ohno jeglichen wirklichen Grund find Anlaß, pi« tnitgefangenen Genossen erk>lUrten. sofort einen H ü n fie r« streik und verlangten }, die gerichtliche Obduktion der Leiche; 2, die Herausgabe der Leiche zur Beerdigung durch die Genossen; .3. die Bestrafung des Mörders und des Vizedireiktors des Gefängnisses, der die Gefangenen systematisch körperlich mißhandelte. Die ersten zwei Forderungen wurden bewilligt, die SchuMigcn blieben Jedoch unbestraft und das 'abscheuliche Verbrochen an c>(ncnvWehrlosen ungesühnt. Und so sind noch jetzt die Vorhannteji und Gefangenen Iii Chiwa vol'ikommen der Willkür dei Qrtsgowaltlgen ausgeliefert. . Kein Frauenstlinmrec|jt in äen VerWialtiingeh der Londoner Synagogen, , . . Aus London wird gemeldet: In leiner «öiuelusametJ Sitaung des Rates-dpr-ynltod 'Synagogue Uiud der Delegierten, der synagogaleu Institutionen stand die .Frage Ai Ver-ioihung d,es StitniTirechtcs an .diu weiblichen Mltgllodei der United Synagoge zur Verhandlung. Für das Stimmrecht sprachen sich der Präsident Sir Robert Waley-Coheii, Mr. Joseph Prag, ^egou das Stimmrecht der Frauen H, H Gördou und' Isaac Landau aus, Schließlich wurde der Antra«, den Frauen das Stimmrecht beiden Wahlen zu deH Sytiagogeiiverwaltungen-zu tgewühron, mit 211 gegen lfrl Stimmon ahgelieh n t, Dolus-Kindertag im Prater. Ein ungemein buntes und lustiges Bild bot am ver* gangenen Sanistag der Prater. Viele tausende entzückender Kleinen mit frohen erwartungsvollen Qeaichtern drängten sich zu den Ringelspielen und Schaubuden, wo sie mtt d&h »jDoIus'^Buchstaben in der Hand Einlaß in. das Paradies ihrer Sehnsucht fanden, Da überdies,an vielen Ein«- lösestellelt den Kindern gratis allerlei Erfrischungen und verschiedene Kihderäplelzeuge ausgeteilt wurden, war die Freude der kleinenij,Dölt,is<'-Samm|er besonders groß, Die Veranstaltung des „Dohis^-Kindertages, dessen Arrangement in den bewährten Händen des Mitchefs, Herrn Oorges l.lgj kann als eine üboaus gelungene bezeichnet werden, 400.000 „DoiusMjBüchstaben wurden hol diesem;Kinderfesi eingelöst. Mode und Hygiene« Neues gegen Fußschmerzen- E V^ir erinnern uns an Zeiten, wo Mode und Hygiene: zwei widersprechende Begriffe schienen, wo es Mode war, dem Körper und vor. allein den Füßen Gewalt anzutun mud sie in mehr oder weniger deformierende Bekleidung zu zwängen. Wie der Fuß der Chinesin künstlich durch Bandagen zu einem. HacUenfuß gemacht wird, sp erzeugen viele Damen heute noch,. freilich ohno sieh dessen, bewußt *u sein, Ü.urch. Tragen %\\ hochstöckpliger Schuhe einen künstlichen HohlfuiT Die verminderte Standfestigkeit bei dem erzwungenen, zu hohen Qaiig bringt vor allem eine Neigung zum Umkippen in den Knöcheln; auch die Muskulatur am Fuß und Unterschenkel kommt durch das ßteiic Auftreten aus dem Gleichgewicht,. und es entstehen rneümaähhliche ^nd starke Ermüdungsschmerzen, Der plötzliche Uebergang zum Tragen von Schuhen mit niedrigeren Absätzen,: wie ihn die heutige vernünftige Mode lanciert, Iii0t aber nicht gleich die erhoffte Besserung eintreten- Nur allmählich soll der Abbau des Absatzes vorgenommen werden, um Oelehke, Bänder und Muskeln der veränderten Lage anzupassen. Die Abhilfe gegen die Schmerzen besteht im wesentlichen in der Stümmg und Wiederherstellung des Fußbogens. Es gibt hieflir kein besseres Mittel, als die paten* tierte, steigerungsfählge Schuheinlage „Pneumette:(<, die das empfindliche Fnllgewölbe durch ein weiches, anato1misches Luftkissen, einem richtigen, kleinen Pneumatik (tiaher der Name Pneumette), hebt. Durch Anwendung von Pneumette verschwinden alle Fußschmerzen überraschend schnei!. „Pneumette" schmiegt sich federleicht und Und an die harten Knochenvorsprünge des Fußbogens an, kann ur.iichtbar in jedem modernen Schuh getragen werden und ermöglicht es-, durch sukzessive Steigerung, der Luh> fullung das Fußgewölbe ganz allmählich und schonend zu heben? Die Firma Camlljo Barver, U Telln.fftltstraße 3, welche die Pneumette.*Elnlagen in vier verschiedenen Ausführungen und allen Größen auf Lager hält, ermöglicht jedermann nach eingehender fachmännischer Beratung eine Prüfung ohm? jedes Risiko, Speziell erwähnt sei an dieser Stelle noch das bei Barber erhältliche radioaktive Badesalz „Pueumette" als Zusatz für heiße Fußbäder, das geeignet ist, Schmerzen auffallend rasch zu lindern und Ermüdungserscheinungen sofort zum Abklingen zu bringen. Auch gegen alle sonstigen Fußbqscbwerden und »leiden stehen bei der Firma Barber in. der Telnfaltstraße (man beachte die Nummer 3) fachgemäße Behelfe zur Verfügung. Von großer Bedeutung sind in unserer Zert, da das schöne, wohlgeformte Bein im Mittelpunkt des Interesses steht, die gummilosen, luftdurchlässigen Krampfaderstrümpfe „Hyglea", die unter dem dünnsten Seidenstrümpf unsichtbar getragen werden können. Dr- E. W. k

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