Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 40 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sefte 6 DIE NEUE WELT Nr. 40 ,D!e bezauberndife Stimme dieserZeit' JOSEF ROSENBLATT I der weltberühmte Kantor, Koitserliinger uad Komponist au« NBW YORK •logt Mittwoch, den 2? Juni 1928» ÄUhr «bends im! GROSSEN KONZERTHAUSSAAL Reichhaltige* Programm reMglftier, kloitlicher und volkstümlich« GeMbaftt Begleitet von dem bttöhmteti Mannten A. BLLStfilN «m New York Wer die Koinpöflltlortert In den Auf der ganzen Welt verbreiteten ÖrammopUohplätten „losate Roseitbfätt's" gehört hat, wird die Gelegenheit nicht verfchleri, den populären Künstler persönlich zu hören Karten au S S.~ bli S it.— nad logen sn S lbo.« b«i der ffoaieHha»kaMa> K«h eudorfer, Gerag.o«« and bei de« Boehhandlaatfani Lewlt, Schletta Acr, Rath EIN EINZIGES KONZERT IN WIEN iSföfin itts äesamt ft<9p«rtoir6 Kantor ft o s c> n b I a auf den weltberühmten englischen ,ilSramQla<4-piattdn bei KrartbcrflQr, Wien, V!iM Weslbahnttr. 1 (Neubaugasse 3o) Telephon B-38-2>83, prompt zu haben | .U ü .;■ ^Müi.i.rfj Ein Verband jüdischer Journalisten in Deutschland. Ein Komitee jüdischer Journalisten in Berlin erläßt an die Kollegenschaft den Aufruf, eine geschlossene Otv fanisation der an Jüdischen Zeitungen tätigen jüdischen ournalisten in Deutschland zu Schäften. Sobald übersehen werden kann, wie viele Interessenten vorhanden sind, wird eine Einberufung einer konstituierenden Versammlung unverzüglich erfolgen. Vorläufige Beitrittserklärungen sind an Herrn Leo Kreindler, Berlin W 15, Pfateburgerstraßc 10, zu richten. Dem Komitee gehören ferner an die Herren I. KUnoff, Moses Waldmann, Bruno Woyda und Michael Wurmbrand. Die Poale Zfon eröffnen in London ein politisches Bureau. Der Vorband Poalc Zfon hat Jn London ein polltisohes Bureau eröffnet, das gegenwärtig unter der Leitung des palästinensischen Arbeltsführcrs Dov Hos steht. Das Btiroatt wird die Fühlung mit der britischen Arbeiterschaft in Verbindung mit den Fragen des PaHistinaaufbatis behalten. Ein jüdischer Admiral in Amerika, Der rumänische Gesandte in den Vereinigten Staaten, George Gretziauo überreichte namens seiner Regierung dem Konteradmiral der amerikanischen Marine Louis Maurice Josophthal, einem Juden, das Ehrenzeichen des Großen Kriegsordens Rumäniens in Anerkennung seiner Verdienste um Rumänien. Admiral Josophthal wurde 1S6S än New York geboren und war einer der Organisatoren der amerikanischen Seeverteidigung. Er trat 1891 als Seemann in die Marine ein und brachte es bis zum Konteradmiral, als welcher er den spanischamerikanischen Krieg mitmachte. Im Weltkriege bekleidete er den Rang eines Gener alkricgszahlmcisters. Nach dem Kriege wandte er sich einem Ziyilbcruf zu und ist B a nk i c r. Als Königin Maria von Rumänien in New York weilte, wurde er vom Gouverneur Smith zum Vorsitzenden des Empfangskomitees bestellt. AUS PALÄSTINA. Pas Budget der Regierung. Im Hinblick auf das Defizit von 205.000 Pfund, das sich im Budget der Palästina-Regierung in der Periode April/Dezember 1927 ergeben hat, hat die Regierung eine Kommjssiön eingesetzt, mit dem Auftrage* den Beamtenstab in einer Weise zu reduzieren* daß sich eine Ersparnis vo» 150,000 Pf Und ergibt, sowie die Steuererträgnisse utn 150.000 Pfund zu erhöhen, Die Ausweisungen. Auf Intervention der Zionistischen Exekutive hat die Regierung v i e r A u s w e 1 s u n g s o r d res gegen jüdische Familien, die ab Touristen ins'1 Land kamen und später* dauernd verblieben, z u r ü c k g e z,o.g e n, so daß diese Familien nunmehr ständiges Aufenthaltsrecht in Palästina besitzen* Öegen vier andere Familien wurden die Ausweisungsordres bestätigt, sie werden nun das Land verlassen müssen. Der Stadtrat von Tel-AwiW hat an den Minister k m c r y folgendes Telegramm gerichtet: „Trotz des Ersuchens einer Versammlung von 10.000 jüdischen Einwohnern . Tel-Awiws und trotz der Intervention von Vertretern «'Her .judischen Institutionen, hat die Palästlnaregierrtng die Landesverweisung von vier, ehr- und arbeitsamen' jüdischen Arbeiterfamilien wegen formeller Ucber« schreUuug der EiilwaivdpvuugsYorschritten 'bestätigt, ßs sind dies die Familien Abraham D u u 1 o, Nisstm Armand o, Lea &ajiaranl, Samuel Vcgril. Wir sind des Glaubens, daß jeder Jude,.der palästinensischen Boden .betritt, zu b oh and ei u' ist als einer; der. in seine Heimat zu r ückkehr t, aus der Ihn kein Gesetz vertreiben kann. Dies ist auch der S i n u d c s M a n d a t e s. Diese Ausweisungen werden von der gesamten jüdischen Bevölkerung als schwere Beschimpfung empfunden und säen-Verzweiflung in die Herzen der jüdischen Massen in der Diaspora, indem sie sie der Hoffnun« berauben, den Boden Palästinas je betreten *u können. Wir protestieren mit allor Schärfe gegon die Ausweisungen und bitten den KaloniainHnister, auf tciegraphlscliem Wege die Ausweisungsorder« zu annullieren." Unterschrieben sind Oberrabblner Ahronson. Oberrabbiner .UzJel, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Soupraaky, ferner Rosov, Weiüschal, Haiperln, Die Einwanderung im April. Im Verlauf des Monats Apr'l sind außer Touristen .n ganzen 54 Juden zu ständigem Aufenthalt nach Paiilitiua gekommen. Im Mär« betrug die Zahl solcher Jüdischer Einwanderer rund 200, im Februar zählt©: man 170, im Jänner 176 jüdische Einwanderer. . Die gubbathruhe in Tel Awiw. Der Stadtrat von Tel-Awiw' hat beschlossen, gegen die Entscheidung des obersten Gerichtes von Jerusalem, wpnach die Sabbatruhe-Verordnung de« Tel- Awiwer Magistrats in Widerspruch zu Artikel, 15 des Pal^Una-aMudates stehe und darum nicht aufrecht zu er* halten sei, ah den Krourat in London zu appellleren. Der Stadtrat von Tei-Awiw nahm einen Protestbeschluß gegen die Geißelung.vo.n Gefängnisi u s a u e n und gegen die Landesverweisung von Kornniunisten an. Der Stadtrat hat ferner die Ausschreibung von Neuwahlen in kurzer Zeit beschlossen, da die gegenwärtigen Part.ßiungeh eine normale Geschüftsgebarung unmöglich machen. .; Der Delegierte für den internationalen Kongreß der Transportarbeiter. Der jüdische Eisenbahner Israel Cohen wurde zum palästinensischen Delegierten, für den demnächst in Stockholm stattfindenden internationaler) Kongreß der Transportarbeiter bestimmt. , Ein M&her Polizist ^^utern Vrs£hQSs$n. . ' Der jüdische Polteist Sai o n.o w ist in der Nacht zum 14. JutvLin der Nähe der Eisenbahnstation von P e t a c h T i k v a h von RäUtbern. erschossen Worden. - Die Unsicherheit in Jerusalem. Der jüdische Nationalrat in Palästina ersuchte den Oberkommissär für Palästina, Feidmarsch&ll Lord Plumer, Vorkehrungen zur Erleichterung der jüdischen Einwanderung in Palästina zu treffen, und im Hinblick auf die sich häufenden Attacken a tt f j i\ d i s c \\ e Mädchen und Frauen in den Straßen Jerusalems die Z a h 1 d e r j ü d isehen Polizisten.zu erhöhen, Lord Plumer gab auf diese Ersuchen zustimmende Antworten, Das Verlangen des Waad leumi nach Erhöhung der Zahl jüdischer Polizisten wird hier allgemein als sehr berechtigt Und z.eitgeinäfl empfunden, Allein in der letzten Nacht kamen drei Vers iic h e von Vergewaltigung jüdischer Frauen seitens der Araber in Jerusalemer Straßen vor. Bei einem solchen Anlaß nahmen, sich einige jüdische Passanten der Frauen an. Es kam zu einer Schießerei) bei welcher ein Araber getötet, und einer schwer verletzt Wurde, Einer der Juden, Herr Pinchas C helfet, Wurde verhaftet, mußte jedoch wieder freigegeben werden, da ihm eine Teilnahme an dem •Feuergefecht nicht nach-l gewlesen Werden konnte.- IM» 'VI-IWV ' Der neue Titel von Allred Mond. Der zum Mitglied' des Oberhauses und zum Baron emporgestiegene Sir Alfred Mond trägt jetzt den Titel Baron M e l c h e 11 L a nd f o rd in the Caunty of Southampton. Auszeichnung brWssher Juden. Die Liste der Raugerhöiiuugen aus Anlaß des Geburtstages des englischen Königs enthält außer dem Namen Sir Alfred' Monds, der zum Baron und Mitglied des Oberhauses ernannt worden ist, auch den Namen von Isaac Alfred Isaacs," dem Senior der Richter des äbersfon Gerichtshofes vou" Australien, dem die Ritter- und Kommaudeurswürd« der Orden St. Michael widi St. George vorliehen wurde. Richter Isaacs war früher Premler von Victoria und später Generalstaatsanwalt dos •xiustrallBcheii Staatenbundes. Colonel Symes, der frühere Chefsekretüt der Pall* sthKuReglerung und jetzige Resident von Aden, wurde zum Ritter des Ordens des British Empire, dor Kommandant de* palästinensischen Polizekte'Partcmeuts Mavrogordato und der Direktor dies Departements für Zölle und Handel in Palästina. K. W. Stea d, zu Inhabern des Ordens de* Britten Empire ernannt, Dr. Joshua Siiami, Ouarantflneofflziar des Hafens von Jaffa, ein Jude, wurde zum Ehrenmitglied des Ordens British Empire ornaimt. Verbund radikaler Zionistcn Mittwoch, den 27. Juni 1928 um halb 9 Uhr abends findet im Klublokale Cafe Atlashof, Wien, I., Aspernplatz, eine öffentliche Versammlung waslehrt'unVdcr Poll ÄOfllH Referenten; Dr. I, Plaachkes — Robert Siricker. Freie Aussprache! statt Die Palästina-Orange. Jüdische Arbeit. . Die Produktion der herrlichen Frucht gewinnt in der Wirtschaft des jüdischen Palästina immer größere Bedeutung. Während der Oraugenexport Palästinas im Jahre 1921 nur 15 Prozent der Gesamtausfuhr ausmachte, stieg er in den nächsten vier Jahren auf 30 Prozent, im Jahre 1927 auf -40 Prozent. Bei Beginn,der jüdischen Kolonisation Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre gab es in Palästina zirka 3000 Duiiam (1 Hektar rund 10 Dunum) Oraugenpfilanzungen, heute gibt es 30.000 Dunam, welche borolts Früchte tragen und 20.000 Dunam Neupfianzungen, welche in den nächsten Jahren Früchte' tragen werden. Im Jahre 1928/1929 wird der Orangenexport drei Millionen Kistou betragen. Im Jahre 18W/188S betrug er 100.000 Kisten. Eine Kiste enthält normal 144 Orangen. Ein Dunam wirft 100 bis 120 Kisten ab. Der durchschnittliche Reingewinn des Orangen- Züchters beträgt 3' ägyptlscho Schilling .per Kiste. Der gesamte Rcinertra« dürfte daher im Jahre 1928/1929 die Summe von 16 Millionen Schilling österr. Währung erreichen. Die Zahl läßt die große Bedeutung dioses ErwerbszWelges erkennen. Der Erfolg ist umso höher einzuschätzen, als die Orangen Pflanzung ausschließlich ein Werk jüdischer Hände ist. Die diesjährige Orangensaison war durch nicht vorauszusehende Zwischenfälle beeinträchtigt und die Fach- •bjättcr sagten einen 2Sprozentigcn Ausfall voraus. Nunmehr sind die statistischen Zahlungen abgeschlossen und es ergibt sich lediglich ein Ausfall von 8 Prozent, welcher In der nächsten Saison reichlich eingeholt werden wird. Die Ziffern, nach Einfuhrländern geordnet, lauten: ...... 1927/2S . , . 1926/27 . , . England . \ . » , 1,729.319 Kisten 1,904.249-kisten Deutschland . . . 141.541 „ 66,349 Rumänien ..... .51,853 „ 33.571 „ Holland ..... 32.623 „ — „ Tschechoslowakei./. 7.364 „ ■ 9.210 ,, Dänemark . . . . 16,636 „ 699 Bulgarien .... 2.679 „ 996 „ Firankreich . , . . 8.S97 „ — Belgien ..... 46Q „ — ,, Verschiedene Länder . 4.924 „ 9.656 „ Aegypten * . v •> 50.000 _189.253 Insgesamt .... 2,046.196 Kisten 2,213.983 Kisten Aus der Tabelle, ist zu erkeuueii, daß .viele Absatzgebiete wenig flusgöbeutet sind, manche gamz fehlen, z. B. Oesterreich, Ungarn, viele uordisohe Länder. Da«u wäre auch zu 'bemerken, daß der Export fast ausschließlich durch arabische Händler und Gesellschaften besorgt wird. D e r Jude ist der P r o d uzen t, der Ära b e r der Händler! Wenn die Entwicklung eine gesunde.sein soll, muß in dieser Hinsicht Wandel geschaffen werden.« Zu Spottpreisen — lür den Urlaub erhalten Sie die Restbeständo meines aufgelassenen Detail-Lederwaren-Geschäftes. und zwar Roisekoffer, Coupö-Schrankkoffer usw., Krokodil-Necessaires und alle sonstigen Lederwaren! Erzeuger L. Storch, VIII., Lederergasse 2, Tür 3, und VI'H., Albertgasse 19. E Korpulenz läßt sich nicht in wenigen Tagen beseitigen» auch sind die Wirkungen von Entfettimgsmitlein auf den menschlichen Körper sehr verschieden, Mancher hat alle möglichen Entfettungskuren durchgeführt, ohne nennenswerten Erfolg zu erzielen. Versuchen Sie genau nach Kurtabelle die pflanzlichen, gutwirkenden FUCA- BQHNEN, die in jeder Apotheke in Original-Schachteln zu 4 Dekagramm erhähllch sind, der Erfolg Ist frappant. E Verblüffend billig, solid und fein kaufen Sie im Sanitätshaus Fischer» Wient II., Taborstr.24a. Mitgliedern von Wohlfahrtsanstalten hohen Rabatt und solide Teilzahlungsbedingungen. E Abermals der Haupttreffer der Klassenlotterie mit einem Schelhammer-Los gewonnen. Schon wieder fiel der allererste Haupttreffer in der am 15. d. M» stattgefundeneu Ziehung der ersten Klasse der laufenden Lotferie auf das vom Bankhaus« Scheinammer & Schattera in Wie«, I., S t e p h a n s p l a, t z Nr. 11, verkaufte Klassenlos Nr. 64563. _ Vor Ihrer Abreise In die Sommerfrische verg-esgen Shj nicht, uns Ihre Adresse anzugeben, damit ihnen die Zeitung regelmäßig nachgesendet werden kann.