Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 40 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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£ Seifer ~~ DIE NEÜE WELT Nr. 40 o I., Bellarlaslraße 12. Tel. 36*3-39 V.,$chonbrunner8tr. 56. Telephon 95-55 SPRECHAPPARATE wie Gramola, Columbia, Ultraphone UNSER SPEZIAL-KOFFER-APPARAT „MINERVA".........s 95«- „MAJESTItOLA" I......S 130*- „MAJESTROLA", Luxus ... $ 195*— ¥ Auch auf Teilzahlung! ¥ Neueste Schlagerplatten In größter Auswahl sehe zionistische Distriktskomitee von fünf Mitgliedern drei Anhänger der Svehla-Parfrei gewählt wurden. Nun muß man wissen, daß die Aufgabe des erwähnten Distriktskomitees primär eine rein zionistische ist, das heißt, Festigung der Organisation, Verbreitung der Idee und Durchführung einer geeigneten Propaganda und daneben auch innerpolitische Aufklärung der Massen. Dieser letzte Zweck ist den Agrariern natürlieh Hauptzweck, den sie durch Isolierung einer wichtigen zionistischen Behörde zu erreichen suchen. Vielleicht das erstemal in der Geschichte des Zionismus ereignet es sich, daß sich externe Einflüsse, der Parteienschlüssel des Wirtsvolkes, innerhalb der zionistischen Organisation geltend machen wollen. Eine nicht ganz überflüssige Inkrimination freilich soll nicht unterdrückt werden: ein gesunder widerstandsfähiger Organismus hätte ein Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern gewußt und es hieße Steine auf die Akropolis tragen, wollte man auch hier betonen, daß der Zionismus zu seinem eigenen Nachfteil elastischer nachgiebiger und dabei kraftloser geworden ist. Ganz klar ist es auch, daß dieser Erfolg der „Grünen", die Sozialdemokraten nicht ruhen läßt. Ihr Abgeordneter Necas arbeitet seit Jahr und Tag in Karpathorußland und das Resultat seiner Arbeit sollte jetzt den Agrariern zufallen? Ein Pressekampf .'zwischen' den großen Blättern beider Gruppen ist entflammt und uns Juden beschleicht das würgende Gefühl, daß wir noch immer nicht agierende Personen auf der politischen Bühne" sind, sondern daß man sich, wie vor 30, 40, 100. und mehr Jahren, um unsere Seelen balgt und daß man auf u it's er e'Meinung'dabei keinen Wert legt. . Die jüdischnationale Führung in der Tschechoslowakei zeichnete sich bisher nie durch besondere Agilität aus. Man mimte recht und schlecht. knapp vor den Wählen eiiie. politische, Leitung, die in ein paar Wochen erhöhter Tätigkeit vergeblich" die verflossenen JahVe einzuholen versuchte. Der offensichtliche Ernst der Lage zwingt, die jüdisch-politische. Leitung z^iv. Intensivierung ihrer Aktivität. Man wählte ein Triumvirat Dr. M a r g u I i e s - Dr. Singer-Dr. Goldstein, das tatsächlich eine gewisse Konsolidierung der Zustände erhoffen'läßt. Man geht nicht fehl, wenn man die Versuchsballone der Agrarier und Sozialdemokraten in ihrer Wirkung zwar nicht unterschätzt aber auch nicht gar zu tragisch nimmt. Die drei Männer vorgefallen war, denn sein Sohn hatte ihn nicht wecken wollen. Er leuchtete nach "der Stelle hin, woher das Weinen kam und: erblickte eine-junge, fast nackte Frau, neben. Ihr,;mit Fetzen und ^Kleidungsstücken über und über bedeckt, zwei Kinder, schlummernd.1 Die Frau hatte ihre Kleider über die Kinder gebreitet und lag im bloßen Herade, mit steilen Gliedern und gläsern starrenden Augen. Der alte Marin riß sich zusammen. Er versuchte es mit heißem Wasser, mit starkem Branntwein. Er ' rieb und knetete, alles vergebens. Das Weib war starr und kalt, tot. Inzwischen1 waren die ersten' Betör gekommen. Man ■holte Weibern Ein Arzt wurde gerufen. Es ga'b nichts mehr. Die beiden Kinder schliefen ruhig neben der toten Mutter. 'Dieses Ereignis rief tiefste Bestürzung in der Gemeinde hervor und erregte die Gemüter aller Juden des Landes. Man suchte einen Schuldigen und fand Ihn in der Person des alten Tempeldieners, der seine Pflicht vernachlässigt und sorglos die Fürsorge für fremde zugereiste Juden einem jungen Burschen, seinen' Sohn, überlassen habe. Aber der alte Nathan ließ diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen. Er wagte es, den reichen Gemeindemitgliedern ins Gesicht zu sagen, daß sie geizig, engherzig, unjüdisch die jüdischen Durchzügier von sich gewiesen, lieblos behandelt und nicht einmal das notwendige Geld für ein Gemeindeasyl aufgebracht hätten. Aus den Dokumenten, die die arme Frau bei sich hatte, war zu ersehen, daß sie eine verwitwete Raliel Schulmann aus Ekaterlnoslaw war und daß ihre beiden Knaben Baruch und Schalomo hießen. Der Versuch, mit der Gemeinde in E.katerinoslaw in Verbindung zu treten, hatte den Erfolg, daß man dort entfernte Verwandte ausfindig machte. Für die zwei Waisenkinder wollte niemand sorgen. Sie wurden also auf Kosten der Judengemeinde von N. einer braven Frau in Kost und Quartier gegeben und später von einem Jüdischen Spenglermeister in die Lehre genommen. haben vor allem eine Aufgabe, und zwar in den eigenen Reihen Ordnung zu machen. Versuche, die zionistische Organisation mit fremden Elementen zu durchsetzen, werden mit aller Energie abzulehnen, die jüdische Wählerschaft wird über die Aspirationen der anderen Parteien aufzuklären und eine eindeutige Stellungnahme der maß gebenden Regicrungskreise zum jüdischen Problem au zustreben sein. Wie die Dinge nämlich heute stehen, ver suchen argrarische Minister noch immer auf dem Um" wege über die Feinde einer nackensrteifen jüdischen Politik, also über A g u d a h und andere, nichtorthodoxe Söldlinge der Staatsmacht, zum jüdischen Volk zu gelangen- Der Scheck, der im Margulies-Prozeß so be weiskräftig nicht allein gegen die schwarzen Nehmer, sondern auch gegen die grünen Geber zeugte, war nur eines^ aber das unfehlbarste Transportmittel zu diesem Ziele. Vielleicht rollt zur Stunde schon wieder Regierungsgeld; wer vermag das zu sagen? Deswegen erheischt der Augenblick gespannteste Aufmerksamkeit unserer neuen Leitung, die mit jenem Mute und jener Unerschrockenheit, die Dr. M a r g u 1 i e s gegen Weber und dessen Konsorten bewies, gegen neue Attacken auf jüdische Würde einzuschreiten hat. ' Die innerpolitische Lage wird wohl Hauptberatungsigegenstand des tschechoslowakischen Zionistentages bilden, der am 2. November d. J. in Brünn stattfindet'. Es gibt allerdings noch eine ganze Reihe anderer Probleme, die durchwegs sehr brennend sind und die ohne Zweifel gleichfalls einen breiten Raum in den Verhandlungen einnehmen müssen- Darüber wird demnächst zu berichten seir ' * In Prag wird, wie uns berichtet wird, das Gerücht kolportiert, einige Vorstandsmitglieder des karpathorussi'- schen Distriktskomitees hätten sich an die Zionistische Exekutive in London mit dem Ansinnen gewendet, daß sie aus der tschechoslowakischen Organisation austreten und sich direkt der Zentrale unterstellen wollen. Ein Kommunique des Ostrauer Zentralkomitees, in welchem erklärt wird, daß allein die Landesexekutive zur Leitung politischer Verhandlungen berechtigt ist, dürfte mit diesen Gerüchten in Zusammenhang stehen. Generalversammlung des ungarischen Pro-Palästina- . , , Komitees. Aus Budapest; 17. Juni, wird gemeldet: Die Generalversammlung des Ungarischen Verbandes „Pro Palästina" fand'unter'dem'Vorsitze des Oberhaii»mitglieds Obertrabblners/Immanuel L ö w und des Hofrats Karl Baracs :uhter .großer, .Beteiligung'"statt. . Holrat 'Baracs wies in seiner Eröffnungsrede auf die Ziele des Verbandes hin und führte aus, daß die Beteiligung am Palä-stinawerke zu den schönsten menschlichen, rechten' -gehöre. Der Verband wurde durch ungarische Juden?'gegründet, deren u ne n t w-e g t e T r e u e z u m V a t e r 1 a n d durch d a s 1 i'e be v o 1 le" I n te'r e s s e für Palästina nicht gemindert werden ikönnc'. Der Direktor, Generalsekretär Ignaz Gabor, erstattete sodann Bericht über das vorjährige Wirken des Verbandes. Er teilte mit, daß die Ungarische Akademie der Wissenschaften auf Autrag Albert Berzeviczys der hebräischen Universität in. Jerusalem .ihre sämtlichen Editionen übersendet hat, Dr. Josef Patai skizzierte die bedeutenden Probleme der in Palästina geleisteten Aufbautätigkeit. Mit allgemeiner- Begeisterung wurde seihe Meldung aufgenommen, daß das Londoner Kuratorium an der hebräischen Universität in Jerusalem den Budapester Professor Dr. F e k c t e zum Professor der Mathematik ernannt hat. Dr. Geza Szö-ny i berichtete über die neuesten Phasen der Auibautäcigkelt in Palästina. Nachdem noch Dr. Nison Kahan und Dr. Josef Sc.höjifeid gesprochen hatten, wurden die Wahlen vorgenommen. Präsident wurde Hofrat Karl Baracs. Zu Mitgliedern des Präsidiums wurden gewählt: die Hofräte Dr. Baron Adolf ,K o h n e r. und Franz S z e k e 1 y, Ignaz Pfeiffer, Oberregierungsrat Dr. Ignaz F r i e d m a n n, Dr. Julius Donath, Semlnarprofessor Bernhard Heller, Schriftsteller Dr. Josef Patai, Oberraibbiner Immanuel Urlaub in Gratlo für öffentliche und fix Angestellte aowie deren , Angehörige Siiter&eginstigugeD Pauschalpreis inklusive Fahrt in 5 Teilzahlungen abzüglich eventueller Via um- und Fabrtbegünstigungen, einschließlich erstklassiger Logis, Verpflegung, unbeschränkter Badergebrauch samt Zelt, Kurtaxe etc. Reiseantritt schon nach Anzahlung gewährleistet Auskünfte und Prospekt« durch die Generalvertretung des internationalen Reisebüros Sie sin<J Männer geworden, sie haben geheiratet, sie haben Familien gegründet. Heute" »och worden sie „Los Hiios",' die Söhne, genannt. Damit so^l. ausgedrückt werden, daß die Brüder Baruch und Schaloino die Söhne der Gemehrte & slndz die m ihnen Mutterstelle, mtttiw bat, j F.GRIGOLON & CO. Wi«n, l. Kohl mark« tt (Eingang Wallnerstraße) Telephon 69-447 KAUFEN SIE Anzugstoffe lurhfiäü^ziim liirsöien', ILIaVorstraße 17ü Grofce Auswahl! _ BÜHjtte Preise! Low, Oberfiskalrat Alexander Fleißig, Generaldirektor Dr. Ernst Maikai, Ober-regierungsrat Dr. Emmerich J. Szckely, Dr. Samuel Bied'l, Advokat Dr. LeopoM O e s t e r n, Oberrabbiner Dr. Arnold K i s s und Advokat Dr. Nison Kaban. In den Präsidiairat und m den Ausschuß wurden zahlreiche 'hervorragende Männer des wirtschaftlichen und kultureUen Lebens entsendet. Das Pro-Palästina-Komitee hat die Aufbringung von 60.000 Pengö für den Nationailfonds und von 20.000 Pen*ö für den Aufbaufonds in diesem Jahre besohfossen. Reise durch Palästina. Einen glänzenden Verlauf nahm der vom neugegründeten „PaIestine Touriiig Club" am vergan" genen Mittwoch veranstaltete Lichtbildervortrag des Herrn Sektiousrates Dr. Veid l: „Reise durch Palästina." Der Obmann des Klubs, Ing. Fedor Ackermann, konnte ein nach Hunderten zählendes Publikum begrüßen, das mit gespanntester Aufmerksamkeit den Ausführungen des Vortragenden folgte. Bemerkenswert ist, daß Herr Dr. Veidl nicht nur die plastisch hervorragenden Bilder ausgezeichnet erläuterte, sondern auch die volkswirtschaftliche und nationale Entwicklung Palästinas interessant und fesselnd beleuchtete. Die Palästinareisenden besteigen in Genua den präch1tigen neuen Dampfer „Ausonia" der „Sitmar", dessen komfortable und bequeme Ausstattung eine Reihe von Otiginalaufnahmen illustrierte. Nach einer kurzen Fahrt der schönsten Küste Italiens entlang, wird das wundervolle Neapel, Messina und der Vesuv besichtigt und weiter geht es an der sonnigen Zauberinsel Capri vorbei ins Jonische Meer, Alexandrien zu. Der Hafen von Alexandrien übt einen überwältigenden Eindruck ans. In einigen Stunden . ist mm in Kairo angelangt, von dort aus führt der Weg landeinwärts über einen Arm des Nil ins Bergland von J u d ä a, nach Jerusalem, dem Ziele unserer Sehnsucht. Welch eine Fülle überwältigend schöner Bilder. Altertümliche, ehrwürdige Bauwerke, die Klagemauer, eto Teil der sich lang hinstreckenden Stadtmauer, die Davidstadt, das Jaffator, das alte Jerusalem mit seinen, schmalen Gassen und Stufen, der jüdische Stadtteil, die neue Universität, umgeben von hohen -Zypressen, die hier am schönsten gedeihen, die Omar-Moschee, die an Stelle des zerstörten großen Tempels erbaut wurde, auf dem Wege nach Jeru>- salem Karawanen schwer beladener Kamele, die verwun>- dert den vorbeisausenden Touristenautos nachblicken. Em seltsamer Kontrast! In Jaffa der Hafen. Das Gewirre von Schiffen und Booten zeigt, wie wichtig der geplante Ausbau für die Entwicklung Palästinas ist. Dann Te'l- Awiw mit seinen weißen Häusern, der wunderbar angelegten Herzlstraße, in deren Mitte sich das jüdische Gymnasium erhebt. Weiter geht die Fahrt nach A k k o, von dort nach Haifa am Fuße des Karmel, an dessen Hängen der köstlichste Wein gedeiht, den jüdischen Siedlungen am Tiberiassee zu. Wir grüßen die Chaluzim. Während in der fruchtbaren Umgebung Jaffas die großen Siedlungen Rothschilds liegen, sehen wir im Emek die Siedlungen der jüdischen Arbeiter. Eine Reihe wunderschöner Lartdschaftsbiider zeigen die Herrlichkeiten, welche die Palästinareisenden erwarten. Die wundersame Fahrt ist aber nicht nur für den Teilnehmer ein einzigartige«! Erlebnis, die Erfüllung seines schönsten Traumes, auch Palästina braucht die Touristen, denn jeder einzelne, der heimkehrt, ist — wie der Vortragende bemerkte — ein neue r wertvoller Verkünderund Herold der zionistischen Idee. Reicher Beifall dankte Herrn Sektionsrat Dr. Veidl für seinen bewundernswert sachlichen und von reicher Kenntnis des Landes zeugenden Vortrag, der als bester Auftakt zu der vom „Palestin« Tourmg Club" vorbereiteten I. Palästinareise des Verbandes Radikaler Zionisten bezeichnet werden kann« Ella Kraus. * I. Palästinareise 5689. Veranstaltet vom Verband Radikaler Zionisten — Vereinigung demokratischer Zionistinnen — Palästina Touring Club. Dauer: vom 13. März bis 9. April 1929. P u r i m . (26. März) in Tel-Awiw. Im ErezIsraeIH Tage Aufenthalt. In Aegypten 3 Tage Aufenthalt. Seereise auf dem neuen Luxus-Eijdampfer der Sitmar: „Ausonia". Prospekte mit genauer Uebersicht der Reise vom Tage der Abfahrt aus Wien bis zur Rückkehr nach Wien, ferner, der Preise und ZahlungsmOdalitäten und Anmeldungsformulare Werden an Interessenten über Verlangen gratis zugeschickt. Auskünfte und Anmeldungen bei Frau Paula Stricker, Wien, 11-, Hollandstraße 10 (Telephon Nr. R-45-6-S9) und Frau Berta Taubes, Wien, II., Böcklinetraße 92 (Telephon Nr. R-43«9-19). SJe sind elegant — wenn Sie Ihre Seidenstoffe für den Sommer im Speziälha'us ,',Tuchhaus zum Hirschen", II, Taborstraße 17 b, kaufen. Reiche Auswahl, bUUfiite &&m, Bcaufth totomdl