Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 40 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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V Srife 2 DIE NEUE WELT Nr.4Ö SANITAS" COMPRI-VENA der neue Krampfadernstrumpf u. Schlankformer ohne Gummi Institut i Futtti*tißl!ß Qnd Bandagen Anton Bständis I., Teinfaltflfraße nur 7!ür die Absorbierung einer großen Einwanderung vorzubereiten. Sie ist verpflichtet, zu diesem Zwecke ein raodernes Verwaltungssystem zu schaffen; sie muß b e d e oi t e n,d e Summ e n für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ausgeben. Zur Aufbringung der notwendigen Summen War es notwendig, ein System i n d i r e k t er Steuern und Zolltarife einzuführen, die die Lebenshaltung im Lande verteuert haben. Gegenwärtig ist man im Interesse der Produzenten in .der Industrie wie in der Landwirtschaft bemüht, Maßnahmen zur Verbilligung der Lebenshaltung zu treffen. Die Regierung bereitet Reformen vor, die der Landwirtschaft und der Industrie eine sichere Basis schaffen sollen. Mit Bezug auf Transjordanien erklärte Colonel Symes, daß das am 20. Februar in Jerusalem unterzeichnete Abkommen noch n,icht' ratifiziert worden und also noch nicht in Kraft ist. Dieses Abkommen, das die Existenz einer unabhängigen Regierung in Transjordanien unter der Garantie und der Verantwortlichkeit Großbritanniens anerkennt, steht in keinerlei Widerspruch zum Mandat. - Colonel Symes erinnerte daran, daß der Völkeriwn'drat am 16. September 1922 das ihm von der britischen Regierung, unterbreitete Memorandum hinsichtlich der Auslegung von Artikel 25 des Palästina- Mandats bestätigt hat. Auf Grund dieses Artikels wurde damals beschlossen, daß Bestimmungen des Palästina-Mandats hinsichtlich der Gründung eines jüdischen Na;1tionalhei-ms auf Transjordanien keine Anwendung finden. Colonel Symes beantwortete zum Schluß mehrere von den Kommissionsmitgliedern an ihn gerichtete Fragen und erklärte tinter anderem, daß die Beziehungen zwischen, Juden und Arabern in Palästina sich, ständig bessern, wenn sie auch heute noch nicht als glänzend>bezeichnet^werden 'können. Die jüdische Einwanderiyig in Palästina, erklärte er weiter, hat sich in .den letzten Jahrenvermindert; die Regierung begrenzt diese Einwanderung r nach dem Maßstäb der Aufnahmefähigkeit des Landes; auch dies in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen der Mandatskommission. Es wird gegenwärtig ein Bodenkataster angelegt. Mit dieser Bodenaufnafrme hängt die Frage der Bereitstellung von Siedlungsland aus den S t a a t s 1 ä n, d e r e i e n an die Juden zusammen. Colonel Symes beantwortete auch Fragen hinsichtlich der Totes-Meer-Konzession, der Einbürgerung, der Gerichte usw. Am 16. Juni hat die Mandatskommission die Behandlung des Berichtes der Palästina-Regierung über die Administration in Palästina und in Transjordanien beendet. Auch am Samstag hatte Golonel Symes verschiedene Fragen über Verwaltung, Finanzen, Regierungsanleihe für Palästina usw. zu beantworten. Die Beschlüsse der Mandatskommission zu diesem Bericht werden erst itn September dieses Jahres während der Plenarsitzung des Völkerbundes veröffentlicht werden. In dem offiziellen englischen Text des Kommuniques der Mandatskommission heißt es mit Bezug auf die Palästina-Einwanderung, daß diese „im Verlauf der letzten Jahre sich verringert hat". In diesem authentischen Text heißt es ferner, daß die Regierung zugunsten der Landwirtschaft und der Indusrtie verschiedene Reformen durchführen wolle; unter anderem sei auch eine geeignete Landbesiedelung (a proper land settlement) vorgesehen. Es bestätigt sich, daß die A g u d a um die Vertagung der B eh a n d 1 u n g ihrer Petition gegen das palästinensische Gemeindegesetz auf die nächste Session ersucht hat. Die Kommission hat diesem Ersuchen stattgegeben. Von der Wiener Universität. Der antisemitische Anschlag verschwunden. Wie wir letzthin mitteilten, war in einem Ahschlagskasten der „Deutschen Gesellschaft für Rassenpflege4' in der Wiener Universität ein antisemitischer Werbeaufruf für das Wiener Hakenkreuzblatt ausgehängt worden. Dieser Anschlag ist inzwischen still und geräuschlos abgenommen worden. Wir stellen mit Befriedigung fest, daß unsere Veröffentlichung Erfolg gehabt hat. Für alle Fälle jedoch bleibt es bedauerlich, daß ein solches Aergernis möglich ist. RUNDSCHAU Koroschetz läßt auch schon hetzen. Das in Laibach erscheinende klerikale Blatt „Slovenec", Organ des jugoslawischen Innenministers Pater Anton Korosch etz, veröffentlicht einen Artikel, in welchem u. a. folgende Stellen vorkommen: ,,. . . Die Aktion des englischen Juden R o t h e r m e re . . ." „Rothermercs große jüdische Aktion . . ." „Jüdische und ungarische Politik im Interesse der Juden und ihres Kapitals . . Da hat sich also Pater Koroschetz mit dem Kroaten Raditsch endlich auf einer Linie gefunden. Der Judenhaß überbrückt viele Gegensätze ... Ungarische Gesetzgebung. Die Regierung des Grafen B e t h 1 e n bereitetein Gesetz vor?- das-mach Ansicht eingeweihter Kreise das nicht offen ausgesprochene Ziel verfolgt, die jüdischen Gutsbesitzer und Bauern Ungarns, die bei der durchgeführten ziemlich antisemitisch betonten Agrarreform sehr vielvon ihrem Bodenbesitz abgeben mußten, nunmehr gan z aus der «ungar isehen L a n d. w i r t s c h a f t a u s z u s c h 1 i e ß e n. Das neue Gesetz verfügt, -daß bei Bödenverkäufen dem Staat das Vorkaufsrecht zusteht und daß Bodenbesitzänderungen nur mit spezieller Bewilligung des Landwirtschaftsministeriilms stattfinden dürfen. Wie der Landwirtschaftsminister Mayer schon jetzt erklärte, wird nur „verläßlichen" Elementen die Bewilligung zum Erwerb von Boden erteilt werden. Sogar Abgeordnete der Regierungspartei erklärten, daß das neue Gesetz ausgesprochen antijüdische Ziele verfolgt. VVoiui Henna scliiin ist, junK und lieb, Bin «cm ich ihres Herzens Dieb. Ist sie so gut wie Hubors Henna, Laß ich für sie die Epidcrinn. „Herina" ist Saft von HERba MAt6, alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Beim Kaufmann erhältlich. Die Erweiterung der Agency. Die Verhandlungen in Southampton. Die Verhandlungen über die Erweiterung der Jewish Agency, die am 9. Juni in der Villa des Lords Mond in Southampton begonnen haben, sind noch nicht'beencligt. Demgemäß kann auch kein Resultat mitgeteilt werden, so daß alle Angaben über den Verlauf der Besprechungen als unrichtig gelten können. Ein außerordentlicher zionistischer Kongreß. Ende August in Zürich. In. zionistischen Kreisen ist das. Gerücht verbreitet, daß Ende August in Z ü r i c h ein außerordentlicher zionistischer Kongreß zusammentreten soll. Es sollen auch bereits Beamte der Exekutive sich in der Schweiz befinden, um die Vorbereitungen zu beginnen. Wir halten diese mit großer Bestimmtheit auftretende Meldung für wichtig genug, um sie mitzuteilen. Solche Gerüchte flattern immer wieder auf, was bei der in London beliebten undemokratischen Geheimtuerei nicht verwunderlich ist, was aber auch die Wirkung hat, daß die Stimmung in der Zionistischen Organisation immer wieder beunruhigt wird. Das ist um so schwerwiegender, als es sich das einemal um eine Anleihe, das anderemal um einen Kongreß handelt. Man kann eine politische Bewegung nicht so behandeln wie ein Kind, dem man etwas befiehlt. OTEL CONTINENTAL WBEN, II., PRATEftSTRASSE 7 (neben Schwedenbriicke) 200 Zimmer, modernst eingerichtet Erstklassige Küche Mäßige Preis« Der Palästina-Aufbaufonds. Die Mai-Eingänge 58.541 Pfund. Die Eingänge des Keren Hajessod im Monat Ma» betrugen 58.541 Pfund. Zu dieser Gesamtsumme steuerten u. a. bei: Amerika 30.651 Pfund, Südafrika (Kampagne Kol. Kisch) 10.000 Pfund, England (inkl. 5000 Pfund von Bernhard Baron) 5650 Pfund, Großrumänien 3099 Pfund, Argentinien 2000 Pfund, Deutschland 1551 Pfund. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß. Stephen Wise gegen die Londoner Jewish-Agency- Beratungen. Im Hotel Pennsylvania zu New York fand am 12. Juni eine Beratung von führenden Persönlichkeiten des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses statt, in der über Maßnahmen zur Verhütung der Auflösung des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses beraten worden ist. Alle, dem Kongreß angeschlossenen Organisationen waren vertreten. Es wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß der Kongreß als ständige Institution erhalten bleiben müsse. Eine aus 25 Personen bestehende Kommission wurde eingesetzt, die Programm und Ziele des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses neu formulieren und eine Kongreßtagung für spätestens Dezember d. J. einberufen solle. Der Präsident des Kongresses, Dr, Stephen S. W i s e, hatte erklärt, daß er sein Amt niederlegen werde, wenn nicht Maßnahmen getroffen werden, die eine weitere große Tätigkeit des Kongresses verbürgen. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sich Dr. Stephen S. Wise gegen jene reichen Juden, die nach seiner Meinung eine d l k t a t o r i s c h e H e r r s c h a f t im jüdischen Leben ausüben wollen. Er kritisierte scharf die! gegenwärtige Zusammensetzung der Jewish Agency-Kommission und sagte, die gegenwärtig in London stattfindende Konferenz sei eine Konferenz von Notabein (Gedolim), die nicht das Judentum, sondern nur drei, reiche J u* den vertreten-?agen im ....... englischen Unterhaus. Die Prügelstrafe. — Die Tote-Meer-Konzession. Aus London wird uns gemeldet: Im Unterhaus fragte Commander K enworthy den iKolonienmihister, ob ihm bekannt sei, daß ,vor kurzerm mehrere. Personen der Mitgliedschaft einer illegalen Organisation beschuldigt und zu Landesverweisung verurteilt worder seien, ob ihm ferner bekannt sei, daß die Verhafteten^ weil sie als gemeine Verbrecher behandelt worden sind, in den Hungerstreik traten, in dem sie noch heute verharren, und daß drei von ihnen m i t R u t c n s t r e i c h c r. bestraft worden sind. Sind Prügel und Ausweisung politischer Verbrecher Formen der Bestrafung, die vom Gericht Palästinas verhängt werden? — Minister Amery erwiderte: »Ich habe keine derartigen Informationen erhalten und werde Nachforschungen anstellen." — Ken* worthy: „Ist Prügelstrafe im Kriminalgesetzbuch Palästinas vorgesehen?" — Amery: „Auch wenn dies der Fall sein sollte, weiß ich nicht, ob die Strafe auch betreffs politischer Verbrechen gilt." — Ken worthy: „Wird der Herr Minister sofort eine Aktion einleiten.?" — Amery: „Ich werde nachforschen." In der nächsten Sitzung fragte der bekannte Antizionist Colonel Howard Bury den Kolonienminister, ob die Inhaber der Tote-Meer-Konzession das Recht haben: nur Arbeiter einer' bestimmten Nationalität anzustellen. Ist der Minister in der Lage, den weit verbreiteten Gerüchten entgegenzutreten, daß die Kon* Zessionare nur jüdische Arbeiter anstellen wollen, ungeachtet der Tatsache, daß die Mehrzahl der Bevölkerung Palästinas aus Arabern besteht? — Minister Amery erwiderte: „Mir ist von einem solchen Gerücht nichts bekannt, ich glaube nicht, daß so etwas in Erwägung gezogen wird." — Auf eine Frage von M a c l e a n erwiderte Amery, daß, wenn die Bestimmungen der Konzession endgültig festgelegt sein werden, das Parlament vor dem endgültigen Abschluß noch befragt werden wird. Eine Tagung zionistischer Gemcindeiunktionäre in Deutschland. Die zionistische Vefam 24. Juni eine stehenden Zionisten Aus Berlin meldet die J. T. A.: einigling für Deutschland beschloß, Tagung der in der Gemeindearbeit abzuhalten. Diese Tagung wird zunächst zu den Beschlüssen der Gemeindekommission des Delegiertentages Stellung zu nehmen haben. Nach diesen Beschlüssen soll die gesamt e Gemeindepolitik einer gründlichen Nachprüfung unterzogen werden.