Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1928-06-15 · Heft 39 (15.6.1928) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 39 (15.6.1928)
Date
1928-06-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2711613-2711630-2711654--0518-2713666
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 39 DIE NEUE WELT Seite 9 ia'Frolei ejBWüflllM billige Pauschalpreise fllllllllfmilllllllllllllllllllllllllllllltlllllltlllllirtllHIII Chefarzt: Dr. S. Weiss Die jüdischen Stickerinnen von Hoskoya. Groß ist die Not und das Elend unter der vom jüngsten Erdbeben betroffenen bulgarischen Bevölkerung. Viel größer noch jedoch ist die Not und das Elend in den spaniolischen Judengemeinden von P h i Ii p p 0 p e 1 und Hoskow a, die von der Katastrophe am meisten gelitten haben In Hoskowa wieder sind es jene spaniolischen Judenfamilien, die bisher in emsiger Arbeit ein im nahen Orient und auch in den westlichen Ländern stark begehrtes Kunstgewerbe in Heimarbeit pflegten und jetzt hcirnlos und arbeitslos geworden sind. Die jüdischen Stickerinnen von Hoskowa saßen schon seit vielen Generationen den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein bei ihren Stickarbeiten, die in den, meisten Fällen Kunstwerke in Seide, Gold und Silber waren. Die teuren Stirnbinden der reichen spaniolischen Frauen, Brokattücher, Scidenschals, Trauhimimel, „Bedecktücher" für Bräute, Thoramäntcl, und Vorhänge für die Buudcsiaden in den Synagogen, das. alles lieferten diese spaniolischen Mädchen und Frauen von Hos'kowa. Was ist jetzt aus diesen Heimarbeiterinnen geworden! Wie wäre es, wenn die jüdischen Hilfskomitees eine Ausstellung der Arbeiten dieser als Künstlerinnen berühmten Heimarbeiterinnen von Hoskowa veranstalteten? Oer Ertrag wäre sicherlich ein ganz bedeutender. Noch größer der moralische Erfolg, der vielleicht diese Kunsttalente in die richtigen Bahnen denkte, und den Heimarbeiterinnen ständige Johnende Arbeit sicherte. niiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiii Stipendien der Gemeinde Wien* Im Studienjahre 1928-29 gelangen für Schüler der Wiener Obermittelschulen (Obergymnasien, Oberrealischulen und sonstige Obermittelscmilen, die die gleichen Berechtigungen zum Besuchevon. Hochschulen gewähren), der Akademie für Musik und' darstellende Kluist in Wien* der Wiener Stäatsgewerbeschulen,: des Wiener Technologischen Gewerbemuseums, der Wieher.Handelsakademien mit Ocffentlichkeitsrecht, der Kunstgcwerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und . Industrie, der Bundeslehranstalt für- Textilindustrie und der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien lingefähr 18Ö von der Gemeinde.-Wien: errichtete Stipendien vorige 30 Shcilling Gemeinde Wich errichtete Stipendien von je. 300 Schilling jährlich . .und für Hörer der. v Wiener Universität, der , Wiener Technjk, der' Wiener. Tier<- ärztlichen Hochschule, der, Hochschule für' Welthandel, der Hochschule für Bodenkultur, der Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst, der Aka,- demie der bildenden Künste und der akademischen Spezialschule für Medaillcurkunst in Wien 150 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je 420 Schilling jährlich zur Verleihung. Zum Genüsse dieser Stipendien sind .nur unbemittelte öffentliche Schüler und Schülerinnen» und ordentliche Hörer und Hörerinnen der genannten Lehranstalten berufen. Die mit der Wiirdigkcitsbestätigung der 'Schulleitunf und dem Nachweis der österreichischen Bundesbürgerschaf versehenen Gesuche sind bis 21. Juni d. J. unmittelbar beimf Wiener Magistrate, Abteilung 8 (I., Neues Rathaus)* einzubringen. GEB.BAND & €9, WIEN, BX. GRUNDLSTR. 5 % Telephon 19-0-69 [♦ beliefert alle führenden jüdischen Firmen mit IIIIIIIIIillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHID Ein erzwungenes Minjan. ' . ■' . Vor einiger Zeit gab das Hamburger „Isr. Fam>Bt."-' eme hübsche Episode aus dem Weltkrieg wieder: ein französischer jüdischer Knabe, der sich weigerte, mit den „Boches" zusammen zu beten, wurde zwangsweise von (deutschen Soldaten in die Synagoge eskortiert, weil er als „Minjanmann" bei einer Jahreszeit unentbehrlich war. Ein Parallelfall wird dem Blatt jetzt aus Rulland berichtet: In einem Städtchen der Sowjetunion schlössen sich einige Juden zu einer landwirtschaftlichen Kollektive zusammen, die gute Erfolge erzielte. Aber die kleine Kolonie zählt nur neun erwachsene Männer; sie hat kein „Minjan"'. Emes Tages hatte einer der. Kolonisten Jahrzeit nach seinem verstorbenen Vater und es war kein „Minjan" da. An diesem Tage nun geschah es, daß ein jüdischer komniu1rassischer Beamter aus der Stadt in die Kolonie kam. Es war einer von den wildesten Fanatikern, ein M.itglied der berüchtigten jüdischen Sektion der kommunistischen Partei^ die bekanntlich gegen die jüdische Religion einen Vernichltungsfeldzug führt. , Als der Kommunist den Versammlungsraum betrat,, fand |er dort neun Erwachsene traurig um einen Tisch herumsitzen- Sie blickten sieh einander verstohlen an — keiner sprach ein Wort; doch sie hatten sich verstanden- Einer von ihnen schlich zur Tür, schloß sie ab und nahm dem Schlüssel an sich, worauf der Mann, der Jahrzeit hatte, rasch den Tisch mit einem Tuch bedeckte und laut begann, das Abendgebet vorzubeten: *„Wehu Rachum . . Der gefangene „Zehnte" war so überrascht, daß er gar nicht zu einem Protest kam. Das Abendgebet wurde mit einiger Beschleunigung zu Ende geführt; der Jahrzeitmanin sagte seinen Kaddisch — und erst dann wurde der „wilde Mann" der Jewskzie in Freiheit gesetzt. Ob die neun jüdischen Kollektivisten diese Einr schränkung der persönlichen Freiheit!des religionsfeindlichen Kommunistenführers nicht zu teuer bezahlt haben, wird nicht berichtet. eueste fchönste Charmante Schöpfungen der Haute couture für den Sommer wie daftlge Kleider, herrliche Mäntel, vornehme Tollcten für Kurort, Suand und Oesellschaft in vorbildlicher Eleganz Jede Dame findet in unseren Salons, was Ihrem Geschmack entspricht und sie vorteilhaft kleidet, in der gewünschten Preislage Wir haben Kaiserstr.115 m nirgends Filialen] die\guie Suppenwürze ■ .* Wir haben das Richtige getroffen! Unser System der Kundenwerbung wird nach dem Grundsatz geführt: „Alles für den Kunden." Alle Vorteile,, die wir durch Kassaeinkauf in großen Mengen an den besten ersten Quellen erzielen, lassen wir ausschließlich unseren Kunden zugute kommen. Wir kalkulieren prinzipiell den denkbar kleinsten Nutzen,' da wir nur auf großen . Umsatz Wert legen und überzeugt sind,; unseren Kunden)- ( kreis nur durch besondere Leistungsfähigkeit, durch Lieferung erstklassiger Qualitätsware zu Dilligsten Preisen, in dem gewünschten Maße vergrößern zu können- Der Erfolg hat uns recht gegeben- Jedes Jahr bringt uns Tausende neuer Kunden zu den treuen, alten Stammkunden und es freut tuns, feststellen zu können, daß unser Ruf als „gute, und billige Einkaufsquelle" in immer weitere Kreise dringt. Der ungemein starke Zuspruch unserer „s e ijs ation e II en S eid e n - Wo c h e" Veranlaßt uns, den ' Sonderverkauf in unserer Seidenabteilung zu. prolongieren. Decken Sie Ihren Bedarf an Seidenwaren nicht, bevor Sie unsere Riesenauswahl in Seideriwaren jeder Art besichtigt haben. Schon ein Blick in unsere Schaufenster und ein/ Vergleich des Preises und der Qualität der dort ausgestellten Seidenwaren wird Sie von unserem ungewöhnlich günstigen Angebot überzeugen^ Unser Verkaufspersonale wird Ihnen gerne unsere reichhaltige Auswahl in allen Seidenwaren, die herrlichsten Mode-Dessins, zeigen und Sie können frei und unbeeinflußt wählen- Wir bringen unter anderem: Diagonaft-Seide,;für Kleider, per Meter 9 1j9%'Satin de Chfne, alle Farben, zu S 2.50, Seiden- Brokate, für Futterzwecke/85 breit, zu S 2.50, Waschseide;, herrliche Dessins, zu S 2.90,L Rejahe, reine Kleiderseide, 90 breit, zu S 2.90, Crepe Marocaine, reine Seide, alle 'Farben, 100 breit, zu S 3.90, Mantelseide, schwarz und färbig, 95 breit, zu S 4.90, Crepe de Chine'-Imprime, 100 breit, au S 7-90, usw. In upserer Resten-Scriwemme (im Tiefparterre) kaufen Sie: Modernste Kleiden De laine, per Meter 89 Groschen, K«-Seide, per Meter 98 Groschen, Orig. Schweizer Voll-Etamine, fabelhafte Pessins, 110 Zentimeter breit, zfu S 1.98, Dirndlstoffe, Crepe, Frenche, per Meter S 1.25, Regenmäntel, prima, per Stück nur S 10 u. a. m. Vor Deckung. Ihres Bedarfes an 'Badeartikeln sehen Sie sich in unserem großen Schaufenster unsere reiche Auswählt in Bademänteln, Capes, Badetrikots, Badehauben usw. an. Warenhaus Brüder Schiffmann II. Tabof strafie 48 (Entgeltlich.) Zu Spottpreisen — für den Urlaub erhalten Sie die Restbestände meines aufgelassenen Detail-Lederwaren-Geschäftes, und zwar Reisekoffer, Coupe-Schrankkoffer usw., Krokodil-Necessaires und alle sonstigen Lederwaren! Erzeuger L. Storch, VIII., Lederergasse 2, Tür 2, und VIII., Albertgasse 19. E Elegant — für wenig Geld kleidet sich jede Dame bei Ankauf von prima, englischer und französischer Waschseide im Spezlalhaus „Tuchhaiis zum Hirschen", II., Taborstrafie 17 b. Besuch lohnend! E .Gefesselt... sind sie, meine verehrten Damen bei ^Besichtigung der Schaufenster der bekannten Firma Seiden- FeiMx Weiß, I., Goldschmledgasse 5, beim Stephansplatz. Die Preisreduiktlon beträgt bis zu 50.Prozent, da Seiden- , Felix-Weiß noch vor Saisonschluß seih Riesenlager gänzlich räumen will. Beachten Sie d'ic Ankündigung auf Seite 3. E Jüdisches Gartenfest am Koiistautlnhiigel. Donnerstag, den 21. ü. findet zu Gunsten des Vereines zur Erhaltung und Förderung der Mensa acadeinica judaica und der „Zukunft", Vereiu zur Erziehung und Erhaltung Jüdischer Lehrlinge (Isr. Handwerkerverein) am Konstautinhilgel (Prater, Hauptallee) ein Gartenfest statt. Karten ä S 3.50 erhältlich: Mensa academica judaica. IX., Zlmmermannplatz 8, Tel. A-25-2-28; Lehr- Hngshelm „Zukunft", IX., Grüne Torgasse 26, Tel. A-lö-3-23: Israel. Hiimaiiitütsvereine B'nai B'rith, IX., UniversitütsstraÖe 4, Tel. A-2Q-5-42. Kennen Sie schon das viel bändige iii'" Ii UtllUlH'IHIIMUjllliL SIEGM. KORNMEHL 11 i GROSSFLEISCHHAUEREI ff Zentrale IX, Berggasse 19, Telephon 17*3-99 u. 16-9-34 1| ^■■••■^mmmm^^mammmm^^mmi^i^mmt^mt^mmm^|| Lieferant für Heilanstalten j| Abteilungen ffttr ^ty^Fleisch ff unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kul- |l tusgemeinde Wien ii IX., Berflg. 15 / XVIII., Währinaerstr. 97 ff mwiimuwuuiuuwuiuuiuitMiiiuuuiuwuiii^ imim immi ni wtllllllimMliilii.....iimjMiiiBiinrMmiiH.....imiii.iini,iii^........^M'MlV11VVIM"MailM>ll1lm^m'WWWVI1nHl"VgHHOTIII JmililllB Dieses Standardwerk des Judentums ist: Das erste jüdische Konversationslexikon in deutscher Sprache über alle wichtigen Gegenstände, Personen und Probleme der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein enzyklopädisches Nachschlagewerk mit über 15.000 sorgfältig ausgewählten Stichwörtern aus sämtlichen Gebieten des jüdischen Lebens. Eine Fundgrube jüdischen Wissens für die Gebildeten, Akademiker, Kaufleute, Beamten und Lehrer. Eine jüdische Bibliothek in sich ist es der tägliche Bedarfsgegenstand jeder öffentlichen und privaten, wissenschaftlichen und Volksbibliothek, jedes Gemeinde- und Vereinsbureaus. > Unentbehrlich auf dem Schreibtisch des . Historikers, . des-vTheologen, des Philologen, desf Politikers,- des/ Redakteurs, des Verwaltungs- und .Sozialbeamten. Einzigartiger Bilder- und Beilagenreichtiim: An( 1000 Porträts und Autogramme, 35 farbige und* Kupfertiefdrucktafeln, über 150 Doppeltondruckfäfeln». rhistorische Briefe und Faksimile,, über 1000 Textbilder, 30 mehrfarbige Karten, 30 Notenbeilagen, Notenbeispiele . usw. usw. «. - Herausgegeben von Dr. Herlitz und Dr. Kirschner unter Mitarbeit von über 230 jüdischen Gelehrten und Schriftstellern. Umfang: ca. 180 Bogen Lexikonformat, Druck in Bo" doni-Antiqua, auf bestem holzfreien Naturkunstdruck- und Kunstdruckpapier. SUBSKRIPTIONSPREIS pro Band in Ganzleinen M. 35.— in Halbleder M. 44.— in Ganzleder M. 58.— Subskriptionsschluß bevorstehend t Nach Schluß der Subskription tritt der erhöhte Ladenpreis in Kraft. Verlangen Sie Prospekt, Probeheft oder unverbindlichen Besuch unseres Vertreters (auch außerhalb Wiens und in den Sukzessionsstaaten). mal Bestellzettel. An die Verlagsvertretung der „Jüdischer Verlag G. m. b. H." Buchhandlung Josef Brenner WIEN II. Praterstraße 23. Ich bestelle hiemit unwiderruflich .... Exemplare des1 4bändigen Jüdischen Lexikons, herausgegeben von Doktor HERLITZ und Dr. KIRSCHNER: in Ganzleinen zum Subskriptionspreis von je M. 35.— p. Bd. in Halbleder zum Subskriptionspreis von je M. 44.— p. Bd» in Ganzleder zum Subskriptionspreis von je M. 58.— p. Bd- und verpflichte mich, alle 4 Bände fallweise nach Er-i scheinen zu dem festgesetzten Subskriptionspreis zu übernehmen und bandweise — per Nachnahme — gegen Teilzahlung von.......... monatlich zu bezahlen, Unterschrift: Datum, Adresse; Bestellen Sie sofort!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.