Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 39 (15.6.1928)
- Date
- 1928-06-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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r Kr. 39 DIE NEUE WELT Seite 1 1000 Dollar BD sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Oäste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! OTTO KAMMft tionsrat Dr. Erich Veidf an der Hand der von ihm auf seinen wiederholten Orientreisenhergestellten künsHcrischen Photographien die Reise durch Palästina und Aegypten veranschaulichte Herr Nähum Samonski hielt hierauf einen sehr 'instruktiven Vortrag über die Kolonien in Erez Israel, wobei die neuesten Aufnahmen der jüdischen Siedlungen in Lichtbildern, vorgeführt wurden. * I. Palästinareise. Das Sekretariat des Klubs hat den für die 1. Paläst'lnareise bereits angemeldeten Interessenten den Prospekt zugesendet. Der Prospekt enthält eine genaue Uebersicht der Reise vom Tage der Abfahrt aus Wien am 13. März 1929 bis zum Tage der Rückkehr nach Wien am 29. Aprj! 1929, ferner die . Preise und die Zalvlungsmadalitäten. Auskünfte erteilen über die Reise nur die Mitglieder des Reisekomitecs, Frau Paula S t r i c.k e r, Wien, II., HoMandstraße 10, Telephon R 45-6-89 und Frau Berta Taubes, Wiciij II., Böcklinstraßc 92, Telephon* R 43-9-19. —- Prospekte werden an Interessenten über Verlangen zugeschickt. Don Fuchs gestorben. Aus Amerika ist die Nachricht eingetroffen, dafil dort Don Fuchs, der frühere Wiener Oberkantor, dessen Gesangskunst ein Wahrzeichen des jüdischen Wien war» als ein Unglücklicher, Gebrochener gestorben ist. Don Fuchs . würde in Mohilew (Ukraine) im Jahre 1868 geboren. Seine ersten musikalischen Studien absolvierte er in O d e s s a und erregte dort durch die Schönheit seiner Stimme solches Aufsehen, daß er im jugendlichen Alter von 19 Jahren am großen Tempel in Odessa als Oberkantor engagiert wurde. Dann ging er zur Oper über. Er kam nach Wien, sang vor dem damaligen Opcrndircktor J a h u Probe. Jahn erklärte den Wiener Pressevertretern, er habe einen neuen Stern am Gesangshimmel entdeckt. Nach seiner vollständigen musikalischen Ausbildung am Wiener Kon' servatorium als Schüler der Professoren Gänsbacher, Reft und Grün wurde Don Fuchs von/der Budapester kg!'.' Oper engagiert. Da er aber die Magyarisierung der Oper nicht'mitmachen wollte, trat er wieder zur deutschen Bühne über. Nach erfolgreichem Probesingen an der Wiener Staatsoper wollte Direktor M a h l e r ihn engagieren, forderte aber die Vorlage eines Taufscheines, welchem' Verlangen Fuchs als national gesinnter Jude selbstver-' ständ.lich nicht . nachkam. (Bekanntlich war an Mahler dasselbe Ansinnen gestellt worden und der Künstler hafte keine Widerstandskraft aufgebracht.) Von diesem Vorfalle; erhielt Herr David Ritter von Gutmann Kenntnis und; gab ihm den Rat, sich, bei der Wiener Kuitusge-; meinde um die Stelle eines Oberkantors, zu bewerben* Von der Wiener Kultusgemeinde wurde er darauf zum Kantor am Ottakringer Gemeindetempel und später zum, Oberkantor im Stadttem pel ernannt. Waren ihm schon als Kind eines eminent frommen; Hauses in Rußland alle jüdischen traditionellen Gesänge ins Blut übergegangen, so war er dann, .nachdem er die weltliche Musik kennengelernt hatte, der einzige berufene Nachfolger des Professors Salomon S u 1 z e r. Er machte, durch Originalität und Vornehmheit des Vortrages Schule weit über Wien hinaus. . , \ Nach Ausbruch des Krieges entstanden Differenzen zwischen ihm und dem Präsidium der Wiener Kultusgemeinde, die schließlich dazu führten, daß er zur VeH besserung seiner materiellen Lage nach Amerika zu reisen beschloß. Doch seine Hoffnungen gingen dort leider nicht in Erfüllung. Durch widrige Vorfälle niederge^ druckt, starb seine Frau in New York. Er selbst begann zu kränkeln und, wiewohl er bei seinen Kollegen in! New York in allerhöchstem Ansehen stand, mußte er hart um seine Existenz ringen. Nach langwieriger Krankheit starb er vor einigen Wochen in einem Spitale in Philadelphia. Ein großer Künstler und guter Mensch, ein überzeugter Zionjst, der seine Kunst jederzeit selbstlos in den Dienst der jüdischen Sache stellte, ist in ihm dahingegangen, ' Die älteste und bestrenommjerte Auto-Fahrschule Rwtwpler, Wien, Iii., Maxxergasse 30-32, wäTd von erstklassigen Fachleuten geführt und kann jedermann dortselfost gegen geringes Entgelt voräugillch chaiiffleren Jemen. E Verband radikaler Zionisten 1 Mittwoch, den 20. Juni 1928 um' halb 9 Uhr abends findet im Ktublokale Cafe Atlashbf, Wien, I., Aspernplatz, eine öffentliche statt Die ho m m e n den K u i tu s S e m e I n de - wählen u. ihre Bedeutung «Juden Referenten; Oberbaurat R. Stricker* D, Nebenzahl AUS PALÄSTINA. Sir Gilbert Clayton In Jerusalem. Sir Gilbert Clayton, der einstige Chefsekrctär der Palästinarejrierung, der zuletzt in Dschiddah als Chef der britischen Mission Verhandlungen mit dem König Ibn Saud geführt hat, ist soeben In Jerusalem eingetroffen und erklärte gegenüber dem J. T. A.-Vertroter, er sei über die in Jerusalem zirkulierenden Gerüchte, daß er zum Nachfolger Lord Plumers ausersohen sei, verwundert, ihm selbst sei darüber nichts bekannt. Sir Gilbert Clayton wohnte cfiier Sitzung des Waad Lcumi bei. Er wurde sehr warm begrüßt und gebeten, sein Interesse auch weiterhin den wichtigsten Palästinafragen 7.U /. wenden. Sir Gilbert besprach mit dem Obcrkommissär für Aegypten Lord Lloyd und dem Oberkommissär für Palästina Lord P1 u m e r die verschiedenen Fragen, die Gegenstand seiner Verhandlungen mit Ibn Saud sind. Nachher teilte er der Jüdischen Telegraphen^Agentur mit, daß die Verhandlungen'mit Ihn Saud hauptsächlich die Beziehungen zwischon den Ländern Nescbd und Irak, sowie die Liquidierung der Folgen der Aufstände in den Gebieten von TransJordanien und Ncschd betroffen. Ucber die Hedfcchas-Eisenbahn wurde ■ liicht : verhandelt. Die Verhandlungen wurden bis Juli u n t c r b r o c Ii e n, well sich König Ibn Saud nach Mekka begeben mußte, um Anordnungen bezüglich der Abreise der gegenwärtig dort weilenden 200.000 Pilger zu treffen. Köni.g Ibn Saud, fügto Sir Gilbert hinten, ist ein Iduger und freimütiger Manu. Sir Gilbert Clayton hat die Rückreise nach London angetreten. Wie übrigens der Londoner J. T. A. vom Kolonialamt mitgeteilt wurde, komme gegenwärtig ein Rücktritt Lord Plumers von dem Posten eines Obcrkommissärs von Palästina nicht in Frage. Die Verwaltung Jerusalems. Der Rat der jüdischen Gemeinde von Jerusalem hat soeben ein Projekt' ausgearbeitet, nach welchem der Teil Jerusalems, der u u r v o n J u d.q n bi.c w o h n t ist, einen eigenen," jüdisch geleiteten Magistrat erhalten soll. Das Projekt wird in diesen Tagen der Regierung mit der dringenden /AÄrderiung . zu dessen Durchführung unterbreitet werden. Das Projekt ist ein gefährliches .Präjudiz. Es ist der •'•yer^lcht, 'jört^äIis' Utirph*;:M^jör^ftts&itc^ Vr. Stadt zu glnir jüdischen ^u;hiaäieft. Esifet ühbe^a^ht^ob;dorr• Waad leumi dem Plan zustimmt, /v. . v.,..... . "'" "f II., Toborstrasse 8 Tel, 42-3-41 Ab heute Doppeiprogramm '■';/..■ * -6 Der arofle 1 cm ExpedltiQRs-Film und Heany Porfen Ab Montag den 18. Juni Das gigantische Fl Em werk; PER WELTKRIEG . . 9ej den. April 1927 stattgofundeuen Jerusalemer Stadtratwahlen war das jüdische Votum von ausschlaggebender Bedeutung. Die jüdischen Wähler hatten einen .Wahlblock gebildet, der alle jtklischen .Richtungen, dio der Agudas Jisroel inbegriffen, umfaßte. Dadurch wurde, es ermöglicht, vier Juden in den Stadtrat hineinziUWiUiJen. Es sind dies Isaac Ben Zwi, Isaac Eliashar, Halm Solomon und Eliah Shamah. Haim Solomon wurde dann zum Vteebürgenneister von Jerusalem gewählt. Die erste Anregung zur' Bildung einer eigenen Stadtverwaltung im jüdischen Teil Jerusalems ging von der Londoner Wochenschrift „Jewlsh Chranicle" aus, die darlegte, daß der jüdische Teil -Jerusalems die Spitze des jüdischen Nationalheims zu bilden habe. Ausgewiesen! Aus Jerusalem meldet die J.T.A.: Der lüde Moses K3faUow wurde unter der Beschuldigun g, ohne behördliche Erlaubnis nach Palästina gekommen zu sein» verhaftet. Er so|l des Landes verwiesen werden.; Das Erstlingsfest. Die ura-lte schöne Sitte der Hebräer, die Erstlinge der Frucht und der Haustiere als Opfer daraubringen, lebt uns aus Tel-Awiw «eschrieben wird, in ihrer schönsten Form wieder auf. Alljährlich soll nun das Erstlingsfest zugunsten des Natioua>Konds, das heißt zugunsten der Erlösung des F3odens der Urheimat geielert werden. BrstUinrsfrUchte wurden schon in diesem Jahre gebracht aus Mikwch-Israel, der Siedlung Borochow, Ramath-Gan, Rischon 1c Zion, Petach-Tikwali, En Chaj, Hcizliah, Bon Schemen und von zahlreichen Schülern aus Tcl-Awiw selbst. Unter Führung ihrer Lehrer versammelten sich die Schüler aus den Kolonien sowie die Schüler sämtlicher Anstalten vqu Tcl-.Awiw, die mit der Musikkapelle des Gymnasiums ihren Kollegen aus den Kolonien zur Bewillkomminiiig entgegengefahren waren. Hier ordnete sich dann ein langer Zug von Automobilen und Wagen, alle schwerbeladen mit Körben, die mit dem Besten, was palästinensischer Boden hervorzubringen und die landwirtschaftliche Produktion zu erzeugen vermag, angefüllt waren. Es wurden Grünwaren, Früchte, Hühner, Gänse, Tauben, Zicklein, Schafe, Eier, Blumen, Traiuben, Wciiti, Honig u. a. m. dargebracht. Der Zug bewegte sich durch die Hauptstraßen zum Bureau des Landeskomitees für den Nationalfonds. Hier wurden sie vom Leiter des Landesburcaus, Ben Jako<b, begrüßt. «a wurden noch mehrere Reden gehalten, in denen die Jugend als die Erstlinge der jüdischen Renaissancearbcit gefeiert und zu weiterer Arbeitfür den eigenen Boden aufgemuntert wurde. Mit der Absingung der Tikwah wurde das F&st beschlossen und unter Gesang und den Klängen der MuiSik zog die frohe Schar wieder ab. Die Kommunisten, Zwischen der Polizei in Jerusalem und einer Gruppe Demonstranten, die gegen die Ausweisungen von Kommunisten aus Palästina protestierten, kam es hier zu einem Z u sa fluni e n s t o ß. Mehrere Demonstranten wurden verhaftet. Eisenbahnverbindung zwischen Haifa und Beirut. Wie die arabische- Presse mitteilt, befaßt sich der1 bekannte arabische n a t i o n a l i s t is c h c F ü h r e r Emir Michel Lutfallah mit der Gründung einer Aktiengesellschaft, die den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Akko> dem nördlichsten Punkt"der Haifabucht, und der großen syrischen Hafenstadt Beirut beabsichtgit. Die Presse teilt weiter mit, daß der Emir Lutfallah'auch Hypothekenbanken in Palästina und Syrien zwecks Förderung arabischer Unternehmungen gründen wird, / Ein eigentümlicher Fall. Palästinenser Blätter melden von Tel-Awiw folgenden Vorfall. In der Schabzi-Straße (benannt nach einem bekannte« jemenitischen Kabalisten) wohnte ein vermögender Jude mamens Brombcrger. Er hatte ein eigenes Haus, worin in einem der Zimmer ein Bethf-Hamidrasch (Lernhaus) eingeordnet war. In diesem Beth-Hamidrasch wurde täglich Gottesdienst abgehalten. Vor fünf Monaten starb seine Frau, die ihrem Manne vor dem Tode den Wunsch aussprach^ das Betlv-Hamidrasch im Hause weiter zu unterhalten. Der Mann versprach seiner sterbenden Frau, ihrem letzten Wunsche nachzukommen. Die Frau starb und das Beth'- Hamidrasch blieb weiter, in diesem Hause. Vor ungefähr .zwei Monaten hatte sieh Bronwerger wieder verheiratet; Die zweite Frau aber überredete ihren Mann, die Sifrei- Thoras (horarollen) vom Beth-Hamidrasch nach der großen Tel'Awiwer Synagoge zu schicken und das Beth-Hamidrasch in einen Laden umzubauen. Bromberg gehorchte. Vor einigen Tagen saß Bromberger mit seinem Freunde zusammen, mit dem er vertrauliche Gespräche führte. Unter anderem erzählte er ihm von einem eigentümlishen Traum» den er hatte;- Seine Verstorbene Frau erschien ihm im Traume, und forderte ihm auf; „Die Thora" mit ihr zu. holeU, dafür, daß er sein Wort gebrochen hatte. Der Freund fragte ihn, was er seiner Frau geantwortet habe. Darauf erwiderte Brombcrger ironisch: „Ich habe sie zu der ,lrijah' (Bürgermeisteramt in Tel-Awiw) geschickt." Kurz nachdem Bromberger seinen. Witz ausgesprochen hatte» wurde er von einem Herzschlag befallen und nach kaum fünf Minuten war er tot. Der Verstorbene war als gesunder und sehr kräftiger Mann bekannt, der niemals herzkrank war. Der Eindruck, den dieser Fall in allen Kreisen Tel- Äwiws hervorgerufen hat, ist gewaltig. Die Friedhofsververlangte von den Erben dieses reichen Wortbrüchigen. 200 Pfund für die Beerdigung. Es kam zu einem Vergleich beim Rabbinat, das die Erben verpflichtete, 100 Pfund an. die Friedhofsverwaltung zu zahlen und das Bethj-Hamidrasch noch auf mindestens ein Jahr im Hause zu belassen- Das Schönste aller Seidenstoffe in den entzückend neuesten Exklusiv-Desslns, infolge kleiner Regien, zu ganz außergewöhnlich ungewohnt billigen Preisen bei Kann & Fried, VI., Linke Wienzeile 40 (im Hofe). Provinz Musterversan.d. F- Korpulenü läßt sich nicht in wenigen Tagen beseitigen, auch sind die Wirkungen von Entfettungsmitteln auf den menschlichen Körper sehr verschieden- Mancher hat alle möglichen Entfettungskuren durchgeführt, ohne nennens:- werten Erfolg zu erzielen- Versuchen Sie genau nach Kurtabelle die pflanzlichen, gutwirkenden FUCABOHNEN, die in jeder Apotheke in Original-Schachteln zu 4 Dekagramm erhältlich sind, der Erfolg ist frappant. E ChaieS'Realgymnasium des Vereines „Jüdisches Realgymnasium**, )I„ CasteHezgasse 35, mit Latein, Hebräisch, Engtisch (Oeffentlichkeitsrecht). 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