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Die neue Welt · 1928-06-01 · Heft 37 (1.6.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 37 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Mr. U m NEUE WELT i r Seite 7 Russische Buchhandlung und Bibliothek Mob Persky, Wien, Vif., Meciiifarisfengasse Nr. 4 / Telephon B-31-8-56 BUcher / Zeitungen / Roten / Ansichtskarten Vergessen Sie nicht die russische Sprache, wenn Sie Ihrer kuntll'j sind, erlernen Sie sie wenn Sie diese nicht beherrschen. Leset Bücher der Leihbibliothek, die menr als 6000 Bande alter und neuer Literatur zahlt. - Monatliches Abonnement 2 Schilling Die Bibliotheksbücher können auch In die Provinz durch Kieuzband geschickt werden. Brünner Vcritas drei Delegierte entsendet. Es waren ferner die Wiener Unatas und eine ganze Anzahl der. mährischen Ferialverbindungen vertreten. Der Fest- Kommers im Lindcnhof vereinigte am Sonntag abends die Verbindung und ihre Gäste .mit der Judenschaft der Stadt, für welche die Herren Ernst Bechert und Dr. Felix Seide mann herzliche Worte des Dankes sprachen. Für das Distriktskomitieic sprach dessen Vorsitzeuder Herr Dr. Felix R c s e k. Der Keren Hajessod, der Nationalfonds gratulierten durch ihre Sprecher und dfczionistischtsche einsehe S t ude n t c n sc ha f t dankte der Barissia für das gute Vorbild. Im Namen der .Verbindung hielt Julius Löwy die Festrede. Die zweitägigen internen Beratungen leiteten der Präsident des Altc-Herrcn-Verbandes Herrn Dr. Herbert Birnbaum und der. Präses der Verbindung Herr jur. Hugo Brauner. Alle Debatten gipfelten in dem festen Entschluß, die zionistische Arbeit in dem alten bewährten Geist fortzusetzen und insbesondere den Kampf gegen die Assimilation und gegen den akademischen Antisemitismus mit aller Kraft zu führen. Die Piraten der Wohltätigkeit. Der Sammlungsschwindel in Amerika. Der Wohltätigkeitsschwindel1 hat in Amerika gigantische Formen angenommen. Nicht nur einzelne Gauner, sondern ganze, zu diesem Zwecke gegründete Gesellschaften beuten die Lcichtgläubigkkcit des Publikums systematisch unter Zuhilfenahme eines grandiosen Adressenmatcriails und eines Heeres von. Agenten aus. Der Kommissär für Wohlfahrtsangelegenheiten des Staates New York, Bird S. Co ler, ist -mit der Aufgabe betraut worden, diesen „Piraten der Wohltätigkeit" das Handwerk so weit als möglich zu legen. Er arbeitet mit Hilfe spezieller Komitees von Vertrauensmännern der verschiedenen Nationen, Konfessionen und Gescllschafts'.- gruppen. Um auf jüdischem Gebiete, wo der Wohlfahrtsischwindel am üppigsten gedeiht, wirksam arbeiten zu können, hat Herr Coler auch ein jüdisches B e r a t w n g skomitee gebildet, welches aus elf in der jüdischen Oeffcntlichkett bekannten und tätigen Personen besteht. Unter diesen elf Mitgliedern befinden sich auch führende Zionisten, wie Morris Rothenberg, S.. R o t h e n b e r g, O. Rosalsky u. a. Dieses Komitee ist jetzt hinter den „Verwaltern" einer ganzen Anzahl jüdischer Schul- und Wohlfahrts Organisationen her, die sich als großzügige Schwindler erwiesen und aus ihrem Schwindel auch ein luxuriöses Leben zu führen verstanden. Es wurde schon bisher festgestellt, daß diese Manager, wie sie sich nennen, ein ganzes Heer, von Inkassanten beschäftigen, die bis zu 60 Prozent der erzielten, Beträge für sich behalten. Die Frechheit dieser Leute geht so weit, daß sie sogar sogenannte „Drives" mit der bewährten ReMamemusik in den jüdischen und nichtjiidisoheilt Zeitungen arrangieren, angesehene Personen zu Bezirksvertrauensmäi«- nern ernennen, die in ihren Kreisen Propaganda für eine nicht existierende Talmindtihoraschulc, für einen nicht vorhandenen Krankenunterstützungsverein u. dergi. machen und die gesammelten Beträge getreulich dem Herrn Manager-Direktor abführen. Unter den Schwindlern befinden sich auch viele ausländische Juden, die nach Amerika kommen um ohne jede Vollmacht für irgend eine jüdische' Stadt, eine jüdische Anstalt oder für einen, angeblich notleidenden berühmten jüdischen Gelehrten oder Rabbiner Sammlungen veranstalten. Auch diese bedienen sich, in der Regel solcher Manager, die sich, durch ihre Geschicklichkeit einen Namen gemacht haben. Sie bc« schäftigen auch christliche Sammler. Diese geben sich überall als Juden oder als Gerim (zum Judentum übertretene ehemalige Christen) aus, um auch auf diese Weise das Opfer zu erreichen. Da entstehen oft recht komische Situationen. Eine dieser sagenhaften jüdischen Anstalten beschäftigte u. a. eine junge christliche Agentin. Sic war jung,, hübsch und äußerst geschäftstüchtig. Sie verlegte sich auf einen reichen jüdischen Kaufmann, der im Rufe stand, kein, besonderer Wohltäter zu sein. Nichtsdestoweniger gelang es der jungen Miß Kollektor, von diesem Geizhals einen Scheck auf 250 Dollar für ihr Unternehmen herauszubekommen. Nun ergab es sich, daß die Schwiegen» mutter dieses Spenders die Vizepräsidentin. der Anstalt war, für welche die schöne Agentin gearbeitet hatte. Die Frau Vizepräsidentin erzählte ihrer Tochter von der Freigebigkeit ihres Schwiegersohnes, es gab einen Skandal und die geschickte Agentin mußte sofort entlassen werden; aber noch am selben Tag wurde das erfolgreiche Fräulein Kollektor von einem anderen gleichwertigen Unternehmen gegen eine Vergütung von 60 Prozent engagiert. Daß auch mit der gegenwärtigen Patästuiakonjunktur Schwindel getrieben wird, hat den untersuchenden Kommissär nicht weiter, überrascht, denn auch früher schon ■wurde die Liebe zu Jerusalem unter den Juden von Wohltätigkeitsschwindlern in den verschiedensten Formen ausgenützt. Die New Yorker Untersuchung bracht* auch die Geschäfte eines sogenannten Jerusalemer R a bb in e r s zutage, der für ein Waisenhaus in Palästina sammelte. Bei seinem Verhör mußte der sich sehr würdig gebende Mann zugeben, daß er Präsident, Kassier und. Direktor seiner Anstalt in einer P e > son sei. und daß das von jhm gesammelte Geld auf seinen Namen in einer Bank hinterlegt ist. Er beschäftigt 12 Kassiere und Agenten und es wurd«. ermittelt, daß er während seiner zweijährigen Tätigkeit in Amerika noch nicht einen Heller nach Palästina geschickt habe. Im Kreuzverhör mußte der gar nicht ehrwürdige Herr zugeben, daß auch die schönen Bilder von Waisenkindergruppen, die seine Aufrufe schmücken, Aufnahmen aus New York sind... Die Delegation der mittel- und osteuropäischen jüdischen Kriegsinvaliden in Amerika. Aus New'York wird uns geschrieben: Zur selben Zeit, da in New York die große Konferenz des „Ort" stattfand, hat auch eine bedeutsame Konferenz zwischen den Delegierten der jüdischen Invaliden in Mittel- und Osteuropa mit den Führern des Verbandes der jüdischen Invaliden und Kriegsveteranen in Amerika stattgefunden. Der Präsident und Oberkommandant des jüdischen Veteranenverbandes in Amerika Oberst Mcndclson begrüßte die Delegierten, die unter Führung des Professors Benzion L a z a r aus Wien erschienen waren, und erklärte es sei Pflicht der jüdischen Gesellschaft sich etwas mehr für die Notlage der 600.000 jüdischen Invaliden, Kriegs,- witwen und Waisen von Mittel- und Osteuropa zu interessieren und diesem Interesse durch werktätige konstruktive Hilfe Ausdruck zu leihen. Herr Lazar referierte über die traurige Lage der Kriegsopfer, in deren Namen und Auftrag er mit seinen Kameraden gekommen sei. Der unglückliche jüdische Invalide bleibt zumeist ohne die geringste Stütze seiner Hilflosigkeit überlassen. Der Verband der jüdischen Invaliden in Osteuropa hat bisher von Amerika und im besonderen vom Joint noch nicht einen Heller erhalten, obgleich alle Samme?- aktiouen in Amerika Unter der Parole „H i I f e für die Kriegsopfer in Osteuropa" laufen. Es wurde beschlossen, daß der amerikanische Verband jüdischer Invaliden und Kriegsveteranen sich an die Spitze einer Sondert ktion zugunsten der jüdischen Invaliden in Mittel- und Osteuropa stellt und das amerikanisch-jüdische Publikum darüber aufklärt, wie ungerecht diese hilflosen Kriegsopfer bisher behandelt wurden. In die Leitung des Komitees wurden die Obersten Morris Simon und Mcndelson berufen. Fried mann's Meine Gewinnerfolge m d. abgelaufenen Lotterie S 100.000.— auf Los 54.524 S 50.000.- auf Los 70.202 S 40.000.- auf Los 55.074 S 30.000.- anf Los 19.845 und 96.9.')2 S n 10.000.- auf Los 62.025 und 7.682 und ungezählte Treffer zu S 5000.—, 4000.-, 3000.- u. s. w. V, Schilling 750.000.- Uünnen Sie ev. mit einem einzigen Los gewinnen Günstigste Lotterie der Welt I 100.000 Los« — 50.000 Gewinne I Ziehung (I. Klasse) am 14. und 15. Juni 1928 Lospicise per Klasse: V4 V» S «#.- S 32.- S 8.- S 16.— Beatellen Sie soiortl Nach ^rhali der Bestellung gehen die Orlginallose mit amtlichem Spielplan an Sie ab. Zahlung nach Emptang der Lose. Bestellungen adressieren Sic an: FRIEDHANN Wien, 8., Salzgries 12/z AUS PALÄSTINA. Plumer und die jüdischen Legionäre. Eine Abordnung früherer jüdischer Legionäre, die im Weltkriege in Palästina Seite an Seite mit den britischen Truppen gefochten haben, besuchte den Obcrkommissär Feldmarschall Lord Plumer und unterbreitete ihm die Bitte, ihnen S. t a a t s b od e u zuzuweisen, damit sie sich in dem Lande, für das sie geblutet haben, als Kolonisten niederlassen können. Führer der Abordnung war der bekannte palästinensische Arbeiterführer Ben Zwi. Lord Plitnue-r erwiderte .der Abordnung, .daß in Anbetracht der Ergebnisse ähnlicher Experimente in anderen Ländern er kein beso nd e r es Vertrauen zu einer Solidersiedlung früherer Soldaten habe. Er wolle aber jeden konkreten Vorschlag, den ihm die Exlcgionäre unterbreiten, einer Erwägung unterziehen. Bekanntlich hat Sir Alfred Mond während seines letzten Palästina-Besuches im März d. J. der, Palästina- Regierung ein Memorandum unterbreitet, in welchem er dringend die Zuweisung von Siedlungsland an frühere jüdische Legionäre fordert. Ein neuer Oberkoinmissär? Wie der „Haarnetz" meldet, hat der Kolonialminister Amcry in einem Gespräche mit Sir Alfred Mond die Gerüchte bezüglich der Demission Lord Plumcrs bestätigt. Der Nachfolger soll bereits bestimmt sein. Immer wieder Ausweisungen. Zu den zahlreichen Fällen von Ausweisungen aus Palästina gesellen sich, wie uns berichtet wird, jetzt zwei neue Fälle, die am deutlichsten den bestehenden politi'-' sehen Kurs charakterisieren. Zwei Juden, britische Unter t a n e n aus Indien, beabsichtigten, sich im Lande niederzulassen. Der eine besaß 1500 Pfund, der andere 700. Nichtsdestoweniger sollten sie am 1. Mai das Land verlassen. Erst nach energischem Einschreiten des Herrn Sa eher gelang es, den Ausweisungsbefehl aufzuschieben bis Herr Sacher Gelegenheit findet, bei dem Oberkommissär diesbezüglich einzuschreiten. Die Intervention blieb jedoch ohne Erfolg. Der Export nach England. In L o n d o n fand die Konstituierung einer Gesellschaft statt, die sich die Verbreitung der palästinensischen Erzeugnisse in England zum Ziele setzte. Unter den Grün» dem befinden sich einige führende Zionisten Englands. Die Gesellschaft beabsichtigt, ein „Haus der Produkte Palästinas" zu eröffnen, um die Waren auszustellen. Die Tote-Meer-Konzesslon. Kalou'lahrünlster Ämery erklärte auf eiiie Anfrage im Unterhause, daß die Verhandlungen zwischen der Regierung von Palästina und Trausjordauieii über die Salzkonzession des Toten Meeres noch andauern. Sobald von Novomeysky genügende finanzielle Garantien ge- . geben werden, werde der Vertrag unterzeichnet werden. Bialik in Tel-Awiw unbekannt. Der berühmte hebräische Dichter Chaim Nachman Bialik hat mit der Postverwaltung von Tel-Awiw ein eigenartiges Pech. Sie nimmt seine Existenz und seinen bereits mehrjährigen Aufenthalt in Tel-Awiw einfach nicht zur Kenntnis. Im vorigen Jahre wurde ein in Jerusalem an Bialik nach Tel-Awiw aufgegebenes Telegramm mit dem Postvermerk zurückscleltet: „Adressat, dem Postamt unbekannt.'4 Nun wiederholte sich dieser Fall vor einigen Tagen wieder. Ussisehkin sandte Bialik anläßlich der Grundsteinlegung für den „Ohel" ein herzliches Begrüßungs- und Glückwunschtelegramm. Diese Depesche wurde dem Absender .mit dem Vermerk retouruiert: „Bialik in Tel- Awiw unbekannt." Das neue Zentralspilal im Etnek. Nach langen Verhandlungen wurde, wie aus Jerusalem berichtet wird, nunmehr der Vertrag zwischen der Hau-ptsteHe der Arbeiterkrankenkasse und der Frau Szold als Vertreterin des Vereinigten Komitees der Hadassah und des Verbandes der jüdischen Aerzte in Amerika unterfertigt, laut welchem beide Stellen 'gemeinsam! den für den Bau eines Zeritralkrankenhauscs in Bmek erforderlichen Betrag von 5000 palästinensischen Pfund aufzubringen haben. Der Bau muß spätestens binnen 20 Monaten vom Talge der Vertragslinterzeichnung vollendet und das Spital dem Betrieb iibergöben .werden. Die Pläne wurden vom Architekten Bärwald entworfen und vom Architekten Chaikin überprüft und dürfte schon in allernächster Zeit die Genehmigung der kompetenten Behörde erhalten. Eine neue Thermalquelle. Auf dem Wege äiber Trausjordanien nach Damaskus befindet sich die Bahnstation Eemach. Nicht weit davon iiegt au der Bahn das Warmbad C harne al Cham ah. Diese Warmquelle, die heute zu Transjordanien gehört, soll dem palästinensischen Gebiet einverleibt werden. Aus der Autogrammsammlung der jüdischen Nationalbibüothek. Die Abteilung für Autographen und Porträts, die den Namen des Spenders der großen Autogratnmsam.mlung, Dr. Seihwadrons, führt, ist, wie aus Jerusalem berichtet wird, in der letzten Zeit durch eine Anzahl sehr interessanter und historisch wertvoller Autogramme und Porträts bereichert worden. Es seien hier besonders hervorgehoben ein von Dr. F r i s c h tn a n n (Prag) gespendetes Bild des Adolf Crcmicux mit einer Widmung an den Prager Kultuspräsidentcu Dr. R o s e n b a c Ii e r, Doktor Hugo Schachtel in Breslau widmete einen sehr interessanten Brief des Londoner Großrabbiners Nathan Adler an Hirsch- K a 1 i s c h e r in Angelegenheit des Jischuws in Ercz Israel; der Brief ist von Moses Montef i o r e mitunterzeichnet. Frau Margarete Münsterberg spendete ein Manuskript ihres Vaters, des berühmten Begründers der Psychotechnik Professor Hugo Münsterberg und seine Photographie. Fr.au Augusta Minkowski, Berlin, widmete eine Handschrift ihres Gatten, des Mathematikers Professor Hermann Minkowski. Dr. L. Z u n z, Berlin, schickte Briefe und die Photographie seines Vaters, des Physiologen Professor Nathan Zun z. Ueber Intervention des Wiener Bibliographen Dr, Michael H o 1 z m a n n sandte Frau- Sophia Meiler in Wien eine Handschrift und das Porträt i'hrcs Bruders, des Physikers Professor Gottlieb Adler. Auch Sie bekommen ein Glücks los beim Losköuig, Wien, IX., Alscrbachstraße 5! Bcstellkupou auf Seite 2 bitte sofort einsenden! E Das Schönste alier Seidenstoffe in den cutzückend neuesten Exclusiv-Dessins, infolge kleiner Regien, zu ganz außergewöhnlich ungewohnt billigen Preisen bei Kann <gt Fried, VI., Linke Wienzeile 40 (im Hofe). Provinz Mustek Versand. E

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