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Die neue Welt · 1928-06-01 · Heft 37 (1.6.1928) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 37 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 37 Okkasion! Okkaslon I Zu Spottpreisen verkaufe Ich die Restbestande meines aufgelassenen Detail-Lederwaren-GeschSftos BeMoffwvon S 8.-;ti toupfi-Schrankkoffer von J 35.— Echt Krokodil-Hecessaires ^^$SS^m'rtl?& LSF& -._ILt vm»» «••«••^•rflas«« 2, TUr 2 m jlKjrLn Werkstätte: ■ SS?«)%FI vi I Vllr., Albertgaiae 19 Samstag geschlossen. sagt werden, daß der Abschluß dieser Anleihe eine gewaltige Erleichterung auch für die Finanzen der Zionistischen Exekutive bringen würde, zwar nicht durch Entlastung vom ordentlichen Budget, aber doch durch ihre indirekten Wirkungen. Ein Pro Palästina-Komitee in Südafrika.. Dank den Bemühungen des Colonel K i s c h der gegenwärtig in Südafrika weilt, schreitet nun die zionistische Organisation Südafrikas zur Gründung eines Pro Palästma,-Komitees, das die einflußreichsten Kreise des Landes umfassen soll. Vertagung der Djiddah-Verhandlungen. Laut Mitteilung des Colonial Office mußton die Verhandlungen zwischen Jbn Saud und Sir Gilbert Clayto'n in Djiddah über die Greiizrcgelurtg zwischen dem Hedschas, Transjordanien und dem Ira;k, die mit Erfolg verlaufen seien, frühzeitig abgebrochen werden, da die Pilgerzeit in Hedschas herangerückt war. Die Verhandlungen werden später fortgesetzt werden. Ein Edeljournalist. Die Berichterstattung über den Prozeß des Anti« semitengrafen Cz ernin gegen die „N eue We 1 t" hat reichlich' Gelegenheit geboten, die' Charakterlosigkeit und Feigheit mancher jüdischer Zeitungen und Zeitungsschreiber zu studieren. Einige haben aus Ehrfurcht vor dem auf die Juden schimpfenden und mit den Juden/ Geschäfte machenden Grafen geschwiegen, andere wieder haben sich darin gefallen, die „Neue Welt" von hinten, her anzügreifen. Einen Bericht solcher Art leistet sieht der Wiener Berichterstatter des Hamburger „Israelitischen Familienblattes", Herr Regierungsrat Jonas) Kreppel. Wer ist Herr Regierungsrat, Jonas Kreppel? Im Jahre 1911 wurde sein Name zum ersten Male öffentlich genannt, anläßlich der schändlichen Drohobyczer M o r d a f f ä r e. Damals wurden . in, Drohobycz zwölf Z io n i s t e n erschossen, weil sie nicht den Knecht des allmächtigen Polenklubs, Nathan Löwenstein, sondern den ehrlichen Jüdischnationalen Z i p p e r ins Wiener Parlament wählen wollten. Sie haben mit dem Stimmzettel in der Hand für die jüdische Ehre und gegen jene, polnische Herrenpolitik gekämpft, welche den Ruin Oesterreichs herbeiführte. Durch die Hetze der ehrvergessenen, käuflichen Löwenstein-Bande kam es dahin, daß das) von den Wahlschwindlern herbeigerufene Militär in die Wähler feuerte. Zwölf Zionisten blieben tot auf dem Platze und Löwenstein war gewählt. Damals waren zwöil? Menschenleben noch etwas wert und ein Schrei gingdijrch die ganze, zivilisierte Welt. Diesem Herrn Jonas Kreppel, welcher ein von Löwenstein bezahltes Krakauer jüdisches* Tagblatt leitete, blieb es vorbehalten, für die Mörder» eine Lanze einzulegen und die unschuldigen Toten zui verbellen. Damals war der Name Kreppel Gegenstand tiefster Verachtung. Im Kriege brachte der Ehrenmann Löwenstein seinen würdigen Freund Kreppel im österreichischen Außen.-, ministerium unter. Eine, wertvolle Bereicherung dieses Amtes. Im Nebengeschäft gab Herr Kreppel dann noch1 eine Zeitung heraus, welche der schärfsten Trennungs^ Orthodoxie , und der Bekämpf ung des Z i o n i s m u,si diente. In dieser Zeitung wurde neben den Arabern auch der Papst zum Beistand gegen den Zionismus aufgerufen. Durch dieses Vorgehen glaubte Herr Jonas Kreppel die Berechtigung, erworben zu haben, sich vor zirka zwei Jahren um das österreichische Konsulat in Palästina zu bewerben. Diese Kühnheit bekam ihm aber schlecht. Das Wiener zionistische Blatt, die „Wiener Morgenzeitung" brachte die Lebensgeschichte des Herrn Jonas Kreppel, ynd Palästina blieb von ihm verschont. Jetzt taucht er wieder auf. Beschimpft die gegen Czernin kämpfenden Nationaljuden und freut sich anscheinend herzlich darüber, daß Dr. Leopold Plaschkes, der mutige Verteidiger der „Neuen Welt", von einem Hakenkreuzler nach dem Prozesse überfallen wurde. Mit behaglichem Schmunzeln betitelt er seinen Bericht: „CzerninLProzeß und Ohrfeigen l" Es liegt uns nichts daran, mit diesem Kreppel abv zurechnen. Wir erachten es nur für notwendig, festzustellen, daß ein geachtetes jüdisches Blatt, und das ist das Hamburger „Familienblatt", sich zu einer solchen Berichterstattung hergibt. Die jüdische Gesellschaft und die jüdischen Zeitungen sollten doch etwas strenger auf Rein* lichkei* sehen. Jugendgottesdienst: Samstag 2. Juni, 3 Uhr nachm., in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Eine Adresse gesucht. Die Mutter des Jonas Leopold Silber mann, der sich auf der Durchreise noch! in Wien aufhalten dürfte, Frau Liba HoroWitz in Radautz, Bukowina, Kirchengasse 67, bittet um Bekanntgab« der gegenwärtigen Adresse ihres Sohnes. Eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt in Jebata» Errichtet aus einer Spende des Barons Louis v. Rothschild in Wien. Der Palästina-Aufbaufonds, ' in dessen Tätigkeitsgebiet auch die Erhaltung von landwirtschaftlichen Instituten gehört, die zur Forschung und Instruktion der Landwirtschaft Palästinas dienen, hat vor einigen Tagen eine neue Abteilung der landwirtschaftlichen Versuchsstation, die unter Leitung des bekannten Berliner Botanikers Prof. Dr. Otto Warbiirs steht, in Jebata auf dem Boden der neuen jüdischen Siedlungen im Etnek Jesreei eröffnet. Diese Abteilung der Versuchsstation kam hauptsächlich d'ank einer Spende des Barons Louis v. Rothschild in Wien zustande. Die neugeschaffene Abteilung beschäftigt sich vorwiegend mit landwirtschaftlichen Forschungen, die die Kolonisation im Emek betreffen. Als Zentralstelle für die Versuche dieser Abteilung dient das Versuchsgut der jüdischen Kolonie in R c c h ob o t h. Ein besonderes Augenmerk wird den einheimischen ' Pflanzen (Olive, Wiein, Feigen, Johannisbrot, Granatäpfel) zugewendet werden. Die Abteilung wird sich auch mit Untersuchungen der verschiedenen Weizensorten in Palästina und den Nachbar- CENT II., Taborstrasse 8. Tel. 42-3-41 Ab 1. Juni 1928 Ur- und AtlelnaulfUhrung des großen Meisterwerkes (Beilii?).. Regie: Waltet Ruttniann — Sinfonische Begleitmusik Von Edm. Meisei. Ein Film, der völlig neue Wege geht. Er bringt keine Handlung, <is spielen k/fne Schauspieler, es gibt keine Kulissen, keine Ausstattung. ländern 'beschäftigen sowie Forschungen über Sorten von Hafer, Tiras, Durrah, Hülsenfrüchten, Futterbau und Hackfrucht sowie Futter- und Zuckerrüben anstellen. Das Budget der Abteilung, die unter Leitung des bewährten Agronomen Rubinstein steht, benötigt jährlich die Summe von 3400 Pfund, die vom Keren Hajessod (2200 Pfund) und vom Ertrag der Felder sowie aus Außenarbeiten gedeckt werden. Die Zahl der angestellten Mitarbeiter beträgt 16; zu bestimmten Jahreszeiten werden vorübergehend -bis zu 20 Arbeiter beschäftigt. Die Nqvemfoerkrawalle an der Brünner Technik. Die tschechische Regierung stellt fest, daß die deutschen Professoren die Vorfälle nicht untersucht haben. Im November des vorigen Jahres war es in der Brünner deutschen Technik zu Zusammenstößen zwischen jüdischnationalen Studenten •und Hakenkreuzlem gekommen, deren Ursache eine offenkundige antisemitische Verfügung des Rektors «gebildet harte. Die Konflikte verpflanzten sich auf'die Straße. Hier verschwand das Uebergewicht, das die Hakenkreuzler in den geschlossenen Räumen der Anstalt besaßen und es geschah ihnen das schwere Unglück, daß sie gründlich verhauen wurden. Das ist ein Verbrechen am deutschen Volke und ein deutschnationaler Abgeordneter mit dem deutscbnationalen Namen Horpynka richtete eine zornige Anfrage an den Schulminister, in der er mitteilte, daß die zionistischen Studenten Ursache zw den bedauernswerten Zwischenfällen gegeben hätten. Das ist nicht gut deutsch, aber auch nicht wahr. Insoweit freilich ist es richtig, daß die Juden studieren wollen, und daß dies den Deutschnationalen nicht paßt. Die bloße Existenz der jüdischen Studenten ist'ihnen Ursache zu •„Zwischenfällen". Das ist in Brünn nicht anders wie in Prag oder in Wien oder an allen Hoch- PORTOROSE BEI TRIEST VILLA PENSION RUBINSTEIN Sttro elnzigritucllesHausamPlatze. Neben Kuranstalt u. Strand. Bekannt Erstkl. Verpflegung u.freundl. Bedienung. Mäßige Preise. Prospekte schulen, die unter der Ausstrahlung des deutsebnationalen, Geistes stehen. Der tschechische Minister für Schulwesen hat nun dieser Tage dem Herrn. Horpynka die Antwort auf die Interpellation zustellen lassen. Er teilt mit, daß zur AufrechterhaltUing der Ordnung an der Hochschule das P r o f e s s o r e n k o M e 'g i >ti m berufen ist, daß dieses es aber nicht für zweckmäßig und notwen dig gehalten hat, die Vo rf ä 11 e disziplinar z u untersuchen. Die Feststellung des Ministers ist also eine nicht ganz deutliche, aber doch erkennbare Rüge für die Professoren, die ihre Pflicht nicht getan haben. Sie hatten wahrscheinlich gut gewußt, weshalb sie die Untersuchung 'unterlassen. Sie sind nicht geneigt, die Schuld ihrer rauflustigen Schützlinge zu konstatieren, weil sich' sehr leicht die innneren Zusammenhänge zwischen Professoren un;d Radaustudenten ergeben könnten. Das müßte der tschechischen Aufsichtsbehörde mitgeteilt werden und dazu wollen sich die Herren nicht verstehen. Es ist sehr schade, daß die tschechische Regierung keine Neugierde nach diesen Dingen zeigt und daß sie sich nicht danach erkundigt, weshalb die deutschen Professoren keine Untersuchung vorgenommen haben und weshalb sich Horpynka so beeilte,' die Zionisten anzuklagen. Für die Umgestaltung der Jerusalemer Universität. In Prag hat Mitte Mai eine Versammlung der jüdischen Studenten stattgefunden, welche die Forderung nach Umgestaltung der Jerusalemer Universität in ein Lenriustitirt forderte. Herr Abraham H a s c h i 1 o n i aus Jerusalem erklärte, daß an der Universität keine systematische Lehrordnung besteht. Herr Hans Low bezeichnete es als unerträglich, daß% die leitenden Instanzen der Universität sich gegen die Zeit des akademischen Antisemitismus und des Numerus clausus verschließen. Dieser Zustand muß zu einem moralischen Verfall der jüdischen Studentenschaft, der Kerntruppe des Zionismus führen. Die Versammlung nahm mit allen gegen vier Stimmen eine Resolution an, welche den Ausbau der Jcrusalcmer Hochschule fordert und dem Präsidenten Masaryk sowie dem t s c h e c h i s c h e n V o 1 k den Dank für die Gastfreundschaft ausspricht, welche den.-ausausländischen jüdischen Studenten zuteil wird. U Die Prager „Bswissia Das 50-Semester-Fest in Töplitz. Die Prager jüdischnationale wehrhafte Verbindung „Barissia" hat, wie schon kurz berichtet, am 27. und 28. Mai in T e p 1 i t z - S c h önau das Fest ihres 50. Semesters begangen. Die Verbindung war im Jahre- 1903 begründet worden und ihre Aufgabe war es vornehmlich, in den deutschen Gebieten Böhmens und Mährens die studierende Jugend dem damals überstarken Einfluß der de u tsclil ibe ra'len Verbindungen zu entziehen und sie der zionistischen Organisation .zuzuführen. In den zionistischen Kreisen fand der Plan geteilte Aufnahme. Die Prager Organisationen leisteten heftigen Widerstand, da sie aus der Organisationsform der Verbindung,- wie Kappe, Band und Säbclschlagen, Feindseligkeiten der tschechischen Oeffentlichkcit befürchtete. Die Vereine in den deutschen Gegenden dagegen nahmen den Gedanken freundlich auf und •insbesondere in T e p 1 i t z, Komotau und Karlsbad wurde die Verbindung mit Freuden begrüßt. Im Laufe der Jahre ergab es sich, daß alle Befürchtungen-grundlos gewesen waren. Die Verbindung, der Zionisten, wie Rabbiner Dr. Rcach, Dr. Mahl er, Dr. Welleminsky, Doktor Med sei, Julius Löwy, Rictoandi Steiner u. a., angehörten, betrieb energischeste nationale Arbeit und eroberte sich sehr bald die führende Stelle in der Studentenschaft. Die deutschlibcrale Assimilation kämpfte in Prag nicht anders als in Wien gegen die jüdischnationale Idee, deren Sieg sie durch die Mittel der Gewalt, durch Denunziationen und Verleumdungen aufzuhalten glaubte. Das half in Prag so wenig wie anderwärts. Die Barissia entwickelte sich immer weiter und sie erzog eine ganze große Schar von glänzend ausgebildeten alten Herren, die bis zum heutigen Tag überall auf wichtigen Posten der zionistischen Organisation stehen. Die tiefgehenden geistigen und politischen Wirkungen des Weltkrieges, in dem auch diese Verbindung eine große Anzahl Mitglieder durch den Tod verlor, konnten den Fortschritt der Barissia nur durch kurze Zeit hemmen. Sie überwand die Krise und sie ist heute eino prachtvolle, vom stärksten zionistischen Willen beseelte Organisation. Die Anerkennung ihrer Tätigkeit brachte ihr die glänizend verlaufene Feier in Terpitz. Neben der A'ktdvitas waren an hundert alte Herren aus allen Teilen der tschechischen Republik und aus den Nachbarländern erschienen, die alle über ihr zionistisches Wirken berichteten. Zum Fest hatte die Wiener K ad im ah eine fünf Mann starke Abordnung unter Führung der Herren I'ngeuieur Buchbinder und Dr. We'ldeafeld, die

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