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Die neue Welt · 1928-05-25 · Heft 36 (25.5.1928) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 36 (25.5.1928)
Date
1928-05-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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mm Softe 8 DIE NEUE WELT Nr. 36 AUS PALÄSTINA. UnwandfaflS <fer hebräischen Universität in eine Lehrhochschule. Wie die Jüdische Telegraphenaigentur erfährt, hat das Professorenkollegium der hebräischen Universität einen Entwarf betreffend die Umwandlung der hebräischen Universität zu Jerusalem in eine Leb r h o cfo s ch u I e, die den Studierenden akademische Grade und Diplome verleiht, bereits fertiggestellt. Der Entwurf wird höchstwahrscheinlich der dm Juni d. J. in London stattfindenden Sitzung des Direktionsrates der Universität zur Entscheidung vorliegen. Schicksale jüdischer Kinder. Der Vorfall, daß ein Jude seine 10jährige Tochter an einen Mosdermiten verkauft foa-t, der das Kind seinem 14jä)hrigen Sohn zur Frau bestimmt, hat in Palästina große Erregung verursacht. Der 1898 aus Damaskus eingewanderte, in Acco wohnende Schmied Aaron Na t ah hat seine seine 10 Jahre alte Tochter an den arabischen Ladeninhaber Assadi um den Preis von 30 Pfund verkauft; Assadi hart da« Kind zur Frau seines 14jährigen Sohnes bestimmt; die -Hochzeit sollte in den nächsten Tagen stattfinden. Die Söhne des Juden Natah intervenierten bei der Regierung, dem Oberrabbinat, dem Wiaad Leuimi, der Zionistischen Exekutive Palästinas, dem arabischen Mufti gegen diese Verschacherung ihrer kleinen Schwester. Das Rabbinat erklärte den 90jährigen Nateln für unzurechnungsfähig und beauftragte seinen ältesten Sohn, die Schwester vom Araber zurückzufordern. Eine des Lesens, und Schreibens unikundigc Jüdin namens L a n d a u, die Frau eines früher in Palästina stationierten, jetzt in England leibenden jüdischen Soldaten, •hat vor vier Jahren ihre kleine Tochter dem St. Joseph Catholic Convent ziur Erziehung übergeben. Im Konvent wurde das Kind ohne Wissen der Eltern kathodisch getauft. Nunmehr klagte Frau Landau vor Gericht aaif Rückgabe des Kindes. Das Gericht entschied, daß das Kind der Mutter zurückgegeben werde. Arabische Mädchenränber. Das Urteil gegen drei Araber, die am 4. Mai d. J. ein amerikanisches jüdisches Mädchen gewaltsam entführt und ■vergewaltigt hatten, ist soeben gesprochen worden. Iizat Ibn Rastoia und Abrahim Ibn Ali wurden zu je 15 Jahren, David Abdul m, siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ein- und Auswanderung im Monat März. Wie vom Einwanderungsdepartement mitgeteilt wird, sind im Verlaufe des Monats März d. J. in Palästina 299. Personen, unter ihnen 200 Juden, eingewandert und 289 Personen, unter ihnen 261 Juden, ausgewandert. Warum tragen die palästinensischen Poststempel keine hebräische Inschrift? V ' Im Sinne der geltenden palästinensischen Gesetze und. der Bestimmungen des Mandats gehört die hebräische Sprache zu den drei anerkannten Amtssprachen. Während nun die, Briefmarken tatsächlich Aufschriften in englischer, arabischer-und hebräischer Sprache haben, setzt sich die Postverwaltung bei Anfertigung der Poststempel' . über diese Bestimmung hinweg und gebraucht nur : die englische und arabische Sprache. Vor kurzem nun richtete Herr M. Arie.li an die Postdirektion in Jerusalem ein Schreiben, in welchem er unter Vorlage einer Briefmarke aus der Zeit der türkischen Herrschaft nachwies, daß sogar schon damals die Poststempel das Wort „Jerusalem" in hebräischen Schriftzeiche naurwiesen, wahrend heute zur Zeit der englischen Regierung, die unter, der Garantie von 52 Staaten die Pflicht auf sich nahm, die j ü d is ch e Nationalheimstätte aufzurichten, die zentrale Postverwaltung die hebräische Sprache zurücksetzt. „Sollte vielleicht dieser Vorgang nicht über Auftrag der Regierung, sondern aus der Mißachtung eines einzelnen Beamten erfolgt sein, so ersuche ich um Abstellung." Herr A r i e 1 i erhielt hierauf von der Postdireklion eine Antwort die, als sie im, Haaretz" veröffentlicht .wurde, mit Recht Staunen hervorgerufen hat. Die Postdirektion erklärt kurz und bündig, daß in den meiste» Fäjlen die Namen der Aufgabspost nicht gut in allen drei Sprachen auf dem Poststempel gebracht werden können urid es s..ei untunlich die Poststempel noch zu vergrößern. Eine Verpflichtung zur Benützung aller drei Spj-achen im Poststempel bestehe nach dem Reglem;ent der Postverwaltung nicht. Herr Arieli Ijeß sich mit diesem sonderbaren Motiv der Untunlichkeit nicht abspeisen, und wies in seiner Antwort darauf hin, daß selbst auf. den palästinensischen Münzen, die doch gewiß klein genug sind, und auf den Fahrkarten der Eisenbahn und anderen mehr, die gesetzlichen Bestimmungen d£r Dreisprachigkeit genau eingehalten werden. Die Angögelegenheil: dürfte, da es sich um ein wichtiges Prinzip Handelt, von den zionistischen leitenden Stellen weite/ verfolgt werden. Neue moderne Hotels in Jerusalem. Die Bauarbeiten für das neue große Hotel in Jerusalem schreiten rüstig fort und gehen der Beendigung' entgegen. Der monumentale Bau befindet sich auf mohammedanischem Wakuf-Boden, das Hotel wird durch die Firma G, Barski, welche die bedeutendsten jüdischen Hotels im Lande., wie Hotel AHenby in Jerusalem» Palatin in Tel-Awiw und Har Hakarmel in Haifa, betreibt; geführt werden. Das neue Hotel, das den Namen Palasthotel führt, wird 200 Schlafzimmer mit Kalt- und Warmwasser in jedem' Zimmer, überdies 60 Zimmer mit eigenen Badevorrichtungen besitzen. Eine besondere Sehendswürdigkeit soll der Festsaal werden, der, in arabischem, Stil gebaut, einer Halle in einem arabischen Palast aus dem Mittelalter nachgebildet und 1200 Personen fassen wird. Der Speisesaal wird Platz für 800 Personen haben. Im Palasthotel, das am ersten Dezember 192& eröffnet werden soll, wird es auch einen Grill-Room, einen großen Lese* und Speisesaal, sowie eine American; Bar geben. Interessanter noch als dieses Projekt ist ein zweir tes, das gleichfalls in kurzer Zeit zur Durchführung ge* langen soll. Der Londoner Wirtschaftsrat, an dessen Spitze Sir Alfred Mond steht, bereitet das Projekt für den Bau eines großen, nach europäischen Begriffen erstklas sigen Hotels in Jerusalem vor. An der Durchführung die ses Bauprojektes seien Sir Alfred Mond selbst sowie Sir Robert Waley-Cohen und James de Rothschild interessiert. Der Wirtschaftsrat hat bereits den Baugrund erworben. Das neue Hotel soll sich auf dem großen freien Grund am Anfang der Vorstadt Rechavia in der Nähe der König-Georg-Straße gegenüber dem Kardinal-Ferrari- Stiftungshause erheben. Gegenwärtig befinden sich dort bloß die Ruinen einer alten, aufgelassenen Windmühle. Palästina im Jahresbericht des Internationalen Ar beitsamtes. Der Leiter des Internationalen Arbeitsamtes des Völkerbundes, Albert Thomas, hat für die am 30. Mai in Genf beginnende XI. internationale Arbeiterkonferez einen Bericht hergestellt, in welchem es mit Bezug auf Palästina unter anderem heißt: Im Jahre 1927 (kamen zu viele Einwanderer nach Palästina, als daß sie sofort vom Lande hätten ab sorbiert werden 'können. Dies mußte Arbeits losig' k e i t im Gefolge haben. Die Regierung und die Zionistl sehe Organisation waren sehr bemüht, die Arbeitslosigkeit zu lindern. Einer Besserung der Arbeitsbedingungen steht der Umstand entgegen, daß die Lebensbedürfnisse und d i e K u 11 u r s t u f e der arabischen A r b e i t e r ganz andere sind als die der jüdischen Arbeiter. Eine Sonderkommission beschäftigt sich mit Der elegante, moderne Regen- und Sonnenschirm staunend billig nur beim Erzeuger S. B. KORKES, II., Glockengasse 22 Eigene Reparaturwerkstätte // Tel. R-43-9-48 der Frage der. Einführung eines Mindestlohnes, der höher sein soll als .der Lohn des arabischen,, aber niedriger als der des ■ jüdischen1 Arbeiters. Den Resultaten der Arbeiten dieser Kommission wird mit. Interesse entgegengesehen. Untr ügbare Anzeichen einer Annäherung zwischen den beiden' B e v ö 1 k e r u n g s s c >h i c h t e n in Palästina sind vorhanden. Vom wirtschaftlichen,- wie vom,.politischen Standpunkt ist es sehr wichtig, daß die jüdischen Arbeiter auch solche Arbeit tun, die früher ausschließlich von Arabern geleistet worden ist. Der Bericht weist auf die von der Palästinaregierung im Jahre 1927 herausgegebenen Arbeitsschutzgesetze hin und stellt fest: „Ungeachtet aller Schwierigkeiten, mit denen die Arbeiterorganisationen in Palästina zu kämpfen haben, entwickeln sie eine mutige und umfangreiche Tätigr» keit und unternehmen allerlei Versuche, die Erfolg haben und das Land zu einem ausgezeichneten Beobachtungsfeld machen. Der aMgemedne jüdische Arbeiterverband (Histadruth Haowdim), der rund 25.000 Mitglieder zählt, hat verschiedene technische und soziale Institutionen geschaffen, die nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit verwaltet wurden, wie eine Kranken- und Unfallversicherung ('Kupat'h Cholirn) usw. Im allgemeinen ist festzustellen, daß die Lebens- und Arbeitsbedingungen der jüdischen Arbeiter in Palästina sich den Bedingungen in Europa nähern. Die Araber besitzen noch keinerlei eigene Arbeiterorganisation, aber eine große Zahl von ihnen ist den jüdischen Organisationen beigetreten." Mawromatis in Jerusalem. Mawromatis,- der Konzessionär für die Beleuchtungs- und Wasseranlagen von Jerusalem, ist vor einigen Tagen in Jerusalem'angekommen. Man erinnert sich noch der ver- ^jtl iiiiiuitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiirtiiiiiiiiiiiriiiiiitiiiiiiiiMifi |^ für die ehrw. 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Dl« Bibliotheksbücher können auch in die Provinz durch Kreuzband geschickt werden. schledenen Wechselfälle, welche diese Konzession in den letzten Jahren durchzumachen hatte, bis die englische Regierung die Anerkennung der Konzession Mawromatis unter der Bedingung aussprach, daß der Konzessionär die Arbeiten in nächster Zeit beginne und durchführe. In einem Gespräch des Vertreters des „Doar Hajom"' mit Herrn Mawromatis erpklärte dieser, daß nunmehr alle Hindernisse, die die Realisierung der Anlage bisher verzögerten, aus dem Wege geräumt sind und nunmehr an die Ausarbeitung der endgültigen Arbeitspläne geschritten werden kann. Auch die arabischen Blätter berichten in gleichem Sinne, fügen jedoch hinzu, daß Mawromatis auch eine auf zehn Jahre laufende Vorkonzession für den Bau einer elektrischen Straßenbahn in Jerusalem besitze. Ministerpräsident Baldwiu über die Bibel. Vor einigen Tagen hielt die englische und ausländische Bibelgesellschaft in London ihre Jahresversammlung ab, in welcher der Ministerpräsident Baldwin der Hauptredner war. Er sprach über den Einfluß der Bibel auf das englische Leben und den englischen Gedanken. Er verglich die Bibel mit einem Explosivstoff, sie wirkt geheim, auf wunderliche Weise, indem sie da und dort auf ihren Wanderungen durch die Welt neue Lebensweisen, neue Glaubensauffassungen und neue Gedanken über das Leben im allgemeinen erzeugt. Diese Wirkungen bleiben solange verborgen, bis ein Mensch oder ein Volk durch einen göttlichen Funken entzündet wird. Dann kommt die Explosion, die große religiöse Bewegung, die in verschiedenen Zeiten die Menschheit erfaßt hat, und wie Redner fest überzeugt sei, nochmals erfassen wird. Die Bibel, führte Baldwin weiter aus, hat in den letzten 300 Jahren seit der Fertigstellung der autorisierten englischen Bibelübersetzung im Jahre 1611 alle Gebiete des englischen Volkswesens ergriffen, die Lebensart geformt, die Traditionen verschönert und die Literatur, veredelt. „Der Einfluß der Bibel auf die Literatur ging so» weit, daß man bei der Lektüre der Werke unserer besten Schriftsteller mitunter glaubt, die Bibel zu lesen. Jeder, von uns führt, soange er ebt, einen Lebenkampf wie in der Finsternis oder im Nebel. Nur das Licht der Bibel bricht von Zeit zu Zeit durch die Finsternis und zerreißt den Nebel und bringt uns klar zum Bewußtsein, daß wir unsere eigenen Brüder stoßen und blutigschlagen." Fünfzigste Semesterfeier der Budapester Makkabäa. Die Budapester Makkabäa, eine der ältesten zionistischen Studentenverbindungen, begeht demnächst das fünfzigste Semester. Das Fest wtird, vorausgesetzt, daß die ungarische - Regierun>g keine Visumsohwierigkei'ten machen wird, "ein imposantes Fest des Zionismus k Ungarn werden, da sehr viele alte Herren der Makkabäa jetzt in den Nachfolgestaaten leben und dort se<hr wertvolle zionistische Arbeit leisten. Die Orthodoxen wollen ihre eigene Jüdische Geschichte haben. Aus New York wird uns geschrieben: So unwahrscheinlich es klingen mag, ist es dennoch wahr, daß die Trennungsorthodoxie auch in Amerika, wo es ja eigentlich keine einheitlichen Judengemeinden gibt, unter dem Einfluß von aus Ungarn eingewanderten Rabbinern Platz zu greifen beginnt. Aber die amerikanischen Orthodoxen sind auch in ihrem Separatismus großzügig, sie wollen ihre eigene Geschichte der Juden haben. In einer jüngst abgehaltenen Sitzung des Exekutivkomitees des Verbandes der orthodox-jüdischen Gemeinden von Amerika erklärte der Obmann der Unterrichtskornmission des Verbandes Dr. Moses Seidel, daß die in den Talmud-Thora- Schulen und hebräischen Lehranstalten verwendeten Lehrbücher für die jüdische Geschichte der orthodoxen Auffassung und Ueberlieferung vom Judentum nicht entsprechen. Es sei daher zu beschließen, daß unter der Aegide und Kontrolle des Verbandes der orthodoxen jüdischen Gemeinden von einem Redaktionskomitee eine neue Geschichte der Juden geschaffen und in hebräischer und englischer Sprache herausgegeben werden soll. Wollen Sie sich, verehrte gnädige Frau, der kleinen Mühe unterziehen und die wenigen Stufen zu unseren Tiefparterrq-Lokalitäteji hinabsteigen? Ihrer wartet dort eine angenehme Ueberraschung. Sie ihafben sicherlich schon von unserer außerordentlichen Leistungsfähigkeit und der fast. sprichwörtlichen Billigkeit unserer Preise gehört! Ueberzeugen Sie sich einmal aus eigener Wahrnehmung, daß unser Ruf woMbegründet ist, daß wir nicht bluffen, sondern' reelle und wesentliche Vorteile bieten. Unsere erstklassigen Verbindungen mit den renommiertesten Fabriken, denen wir stets große Warenmengen gegen Barzahlung abnehmen und der geringe Nutzen, den wir zur Erzielung großer Umsätze kalkulieren, ermöglichen es uns, erstklassige Qualitätswaren zu unerhört niedrigen Preisen abzugeben. In unserer neugegründeten Restenschwemme (im Tieiparterre) finden Sie alle Waren, die Sie brauchen, in reichhaltigster Auswahl zu unglaublich niedrigen Preisen! Ein kleiner Auszug aus unserer Preisliste zu Ihrer Information: Cos« manos-Wasch de laine, per Meter S 0,98, Wasch-K.-Seide, per Meter S 0.98, Dirndlstoffe, Crepe, Frenche, per Meter S 1.35, Cosmanos-Marocaine, per Meter S 1,50, Kleiderstoffe, 100 breit, S 1.98, Kostiimstoffe, 140 cm breit, per Meter S 2.90, Regenmäntel, prima per Stück nur S 10.—. usw. usw. Warenhaus Brüder Schümann II. Taborstraße 48

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