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Die neue Welt · 1928-05-25 · Heft 36 (25.5.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 36 (25.5.1928)
Date
1928-05-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr . 36 DIE NEUE WELT Seite BADVÖSLAU OBSTCRRCICH Das führende Haus ~~ I2Q Limmer — Appartement* mir 5ad/ * Anerkannt cr*tRlasslfle Köche Grand Hotel Beilevuß Pension S12. bes.: r. PÄLOUDa Bürger geplündert und jüdische Frauen geschändet wurden? Wir wissen es nicht. Aber dafür wissen wir, daß Genera)! Denikin Vertretern der jüdischen Gemeinde von Ekaterinoslaw, Charkow ttnd Rosto-w, die ihn baten, den Pogromen Einhalt zu tun, folgendermaßen antwortete: „Ich danke Gott, daß meine militärischen Befehle erfüllt werden. Bei der. gegenwärtigen Zusammen* setzung und dem moralischen Niveau der Armee mehr zu wünschen, wäre unmöglich." (Deutsch von Valentin S k t d e 1 s k y.) Die Generalversammlung der zionistischen Studentenschaft. Samstag, den 12. Mai abends wurde im Festsaal des, österreichischen Handelsmuseums in Anwesenheit der Vertreter des Zionistischen Landcskomltces, der Fonds und der Vertreter verschiedener zionistischer Parteirichtungen die Tagunx der geeigneten zJouistischen Studentenschaft eröffnet. In das Präsidium wurden die Herren Dr. Pacht mann, Josef Hecht und Adolf Engel gewählt. Dr. .Pachtmann gedachte in seiner Eröffnungsrede niit bewegten Worten des so plötzlich dahingeschiedenen geistigen Führers und Freundes der zionistischen Studentenschaft, des Oberrabbiners Dr. C h a j e s und der verstorbenen Mitglieder der einzelnen Korporationen. Namens der zionistischen Landesorganisation begrüßte dessen Kulturreferent Doktor Herren, die Ueberbrückung der Gegensätze und damit die Hebung der Organisation bewirkt werden wird, wählen fordert die zionistische Studentenschaft die Angesichts der kommenden Kultusgemcinde- Ösftfreidilsclie Landesorgahisätton auf, den Wahlkampf mit vollem, ungekürztem, zionistischen Programm, insbesondere unter Betonung der Forde, rung nach allgemeinem Wahlrecht zu führen und stellt sich geschlossen der LandesorganisaMon für (Hescn Kampf zur Verfügung. Die zionistisch-akademischen Verbindungen und* Vereine Oesterreichs protestieren feierlich gegen die bekannten ä n t i s c in i tischen Einstellungen und Tendenzen der akademischen Behörden, gegen.die unerhörten Uebcr griffe'def völkischen und nationalsozialistischen Sudcntons c h a < t und fordern kraft der ihnen zustehenden akademischen Gleichberechtigung die Abschaffung dieser antisemitischen Methoden, durch welche die jüdische Studentenschaft einer unerhörten Bedrückung ausgesetzt ist. Die zionistische Studentenschaft wird den Kampf gegen diese, die Ehre und Freiheit des jüdischen Volkes tief verletzenden Rechtsbrüchc mit allen erdenklichen Mitteln intensivierend fortsetzen und bis zum siegreichen Ende durchkämpfen. Die zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs beschließen in ihrör Generalversammlung Vom 13. Mal 1928, alle die-Verwirklichung des zionistischen Ideals hindernden Bestrebungen innerhalb des Judentums, insbesondere d »e Assimilation jeder Art, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen. In die Exekutive würden die Herren Dr. Ma* K i w e, Dr. S. Hirschhorn und cand. rtiöre. Alfred Seelenfreund gewählt, denen als Referenten abs. jür. David Bükspan (Organisation), stüd. jur. Josef Fräukel (Keren Häjessod und Keren Kajemeth PIsrael) und. als Schriftführer des Send ürve rundes slud. med. Viktor K 0 r n m e h 1 beigegeben wurden. um Friedmann's GlOck ist kolossaSI Meine Ctowlnnerfoige In d. abgelaufenen Lotterie S 100.000.— auf Los 54.524 S 50.000.- auf Los 79.202 S 40.000." auf Los 55.074 S 30.000.- anf Los 19.845 und 96.952 . S 10.000.- auf Los 62.025 und 7.682 und ungezählte Treffer zu S 5000.—1 4000.—, 3000.- 11. S. w. «/, S 4.- mmmmmmmmmmmmmMmmaMum Schilling 730.000.- könrien Sie ev. mit einem einzigen Los gewinnen! 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Der Präsident der Zionistischen Landesorganisation Oesterreichs Herr Leo Goldhammer referierte über die• gegenwärtige Lage im Zionismus. Am Sonntag wurde die Tagung mit dem Referat des cand. jur.. David Bukspan wieder eröffnet. Bukspan setzte sich mit den verschiedenen Problemen der zionistischen Bewegung auseinander und zeichnete die Stellungnahme der Studentenschaft innerhalb do.r Judüa und des Zionistischen Landesverbandes aus. An beide Referate schloß sich eine lebhafte Debatte, an der sich die Vertreter fast aller Korporationen beteiligten. Als Ergebnis dieser Debatte wurden nachstehende Resolutionen gefaßt: 1. Die Generalversammlung der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs nimmt die Bereitwilligkeit des Kanzlers der hebräischen Universität in Jerusalem, Dr. Magnes, den Ausbau dieser Anstalt zu einem ordentlichen Lehrin st ittt t zu unterstützen, zur Kenntnis und fordert das im Sommer zusammentretende Kuratorium der Universität auf, d i e Eröffnung des normalen Lehr* und Lernbetrieben in absehbarer Zeit vorzunehmen. Die Versammlung erhobt einmütig schärfsten Protest segen die Verfolgungen der zionistischen Bewegung, insbesondere derStudentenschaft Sowjetrtißlänäs und drückt diesen ihre wärmsten Sympathien im Kampfe für das gemeinsame Ziel aus. Die Versammlung bedauert die Uneinigkeit innerhalb der zionistischen Organisation Oesterreichs und hofft, daß durch die aktive Tätigkeit sämtlicher Mitglieder der »ionistischea Korporationen, insbesondere der Alten Schalom Asch in Rußland. Skandal beim Asch-Bankott. Bei.dem am 17. Mai in Mos-kau zu Euren des hier weilenden Dichters Sclialom Asch von der Gesellschaft Ozet 'gegebenen Bankett kam es zu einem großen Skandal, als der Führer der jüdischen Kommunisten und Redakteur des. „Erließ", L11 w a k 0 w, von Asch sagte, er sei ein großer Erzähler, halte aber mehr von sich als die Masseh von Ihm 'halten; charakteristisch für ihn sei sein letztet Brief an den polnischen Ministerpräsidenten Marschall Pilsudsk«. Schalom Asch erhob sich bei diesen Werten; schlug beitig auf den Tisch und rietf aus: „Entweder Litwakow hört zu sprechen autf oder ich verlasse den Saal; ich pfeife auf 15m 1" Es entstand ein Tumuät. Man rief Schalom Asoh zu: „Pfeifen Sie in Paris, 'hier ist nicht der Ort, wo man pfeift!'* LitwakoW wurde aufgefordert, weiter zu sprechen, er weigerte sich aber, dies zu tun. Der Schriftsteller Rachmiei Weinstein rannte an die Spitze der Tafel, übernam den Vorsitz, den bisher D l m a n s t e l n inne hatte, und versuchte In einer halbstündigen Rede, die erregten Gemüter zu beruhigen. Litwakow wurde abermals gebeten, In seiner Rede fortzufahren, er erwiderte aber nur, er wolle nicht das Ozet-Bankett sprengen, er werde seine Ansicht über Asch in der Presse vertreten. Asch entschuldigte sich dann, vor Litwakow in einer Rede voll Pathos und Ergriffenheit und sagte, RußUndsci ihm teuerund er setze große Hoffnungen auf die jüdische Kolonisation, aber or «ei weit entfernt davon, sich zur Klassentheorie zu bekennen, er beikenne sich zu einer einheitlichen jüdischen Nation, Man schied In gedrückter Stimmung vom Bankett. Der VI. Deteglertentag des Hechaluz, österreichischer Landesverband, Die Konferenz wurde mit einem Referat des Ch, M a n 0 a c h (Dagianlah) Über „Chaluzwesen" eröffnet. Hierauf erstattete , der Merkas seinen Bericht, aus dem zu entnehmen war, daß die ganze Arbeit unter dem Mangel an materiellen Mitteln gelitten toat. (Eine Reihe von Subventionen — Alliance, Joint und „Wahrheit" sind während dieser Berichtsperiode eingestellt worden,) Die Organisation, die gegenwärtig 23Q Mitglieder zählt, legte angesichts der. Situation In Erez Israel und in der Ailjah Ihr Hauptaugenmerk auf die Heranbildung von Handwerkern und auf ©ine intensive Tarbutharbeit. (Fast die Hälfte der Angedir ^ute Rindsuppen Würfet •hörigen sind Handwerker.) Die Mädchen sind in der Hauswirtschaft, Kilchengraßbe|trieben, in der Gärtnerei und Säuglingspflege beschäftigt. Auf dem Gebiete der Tarbhtharbeit sind in erster Linie die sechs Hebräischkufsc zu erwähnen. Die Organisation, hatte auch gemeinsam mit einigen Jugondbünden zwei Semitiarien eingerichtet, die von Direktor Kellner und Dr. Knöpfmach er geführt wurden. Das Mittelilungsbliatt („Choser") 'konnte aus Geldmangel nur einmal erscheinen. Aus dem Berichte war Welter zu ersehen, daß es der Leitung mit Hilfe von Frau Dr. Marta Holmann gelungen war, einen „Waad Ohowewcl Hechaluz" zu gründen, dem prominente Persönlichkeiten angehören und der eine tatkräftige Stütze der Organisation werden soll. In der Debatte hoben sämtliche Redner die Wichtigkeit einer Chaluzfarrn hervor. Bei der schlechten wirtschaftlichen Lage in Oesterreich sind viele ausgebildete Ohaluzim gezwungen, einem — für Palästinn — unproduktiven Beruf nachzugehen. Da in abseihbarer Zeit eine größere Einwanderung von Ohaluzim nach Palästina nicht möglich sein wird, werden viele dieser Menschen unserer Bewegung verloren gehen, wenn die Ohaluzorganisation ihnen nicht die Möglichkeit geben kann, auf einer eigenen Chaluzsicdilung in arbeiten. Es ist zu hoffen, ,daß der Waad Chowewei Hechaluz sich dieser wichtig^ Sache wärinstens annehmen wird. Aufgabe der kün" Leitung wird es sein, gemeinsam mit dem Waad das jekt eines eigenen Gartens der Organisation, für Wj der Boden bereits zur Verfügung steht, der Verwirk! zuzuführen. Dieser Garten könnte die Grundlage eigenen Farm bilden. Anträge u nd R e s oi u t i 0 n e n: 1. Die Weidaf? des österreichischen Hechaluz sendet Grüße der Solidarität an die palästinensische Arbeiterschaft und schließt sich ihrem Kampf um die Ueberwindung der Krise In Palästina und in der zionistischen/Bewegung an und wird zusammen mit ihr alle Kräfte und Mittel einsetzen, u,m die weiten Schichten der Judenheit und ihrer Jugend zu aktiver Beteiiliigun.g an der Schaffung eines Jüdischen arbeitenden Palästina heranzuziehen. 2. Die Weidah erachtet als Lebensnotwendigkeit für den Weiterbestand der Chaluzbewcgung, daß eine Alijah wieder ermöglicht werde, und fordert den Merkas Claml auf, alle .möglichen Schritte in dieser Richtung zu unternehmen. 3. Der Hechaluz betrachtet'sich als einen Teil der zionistischen Bewegung und verpflichtet «eine Mitglieder zur Mitarbeit an den nationalen Fonds und zur Leistung eines Schekels. 4. Jedes Mitglied der Organisation ist Verpflichtet, mit aller Energie für den palästinensischen Arbeiterforais zu sammeln und selbst alle zwei Monate mindestens einen Tagjohn abzuführen. 8. Die Weidah des Hechalutz legt energische Verwahrung ein gegen die Auflösung des Hechaluz In S o w j e t r u ß 1 a n d .und protestiert gc«en die planmäßige Verfolgung jeder zionistischen Bewegung in Rußland. Sie hält diese Unterdrückung für um so ungerechter, als die zionistische Bewegung — vor. allem die zionistische Arbeiterschaft — keineswegs mit autisowjetistischen reaktionären Machenschaften irgend etwas zu tun hat. Die, von der Konferenz neuge'wäililte Leitung setzt sich aus den Cbaw. B1 u m U., F r e i e r S., L ö w e n s 0 h n S., Schnabl R. und Zimmer A. züsammeh. Wiener Grundbücher aus den Jahren 1350 bis 1421. In der jüngst stattgehabten Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener jüdischen Kultusgemeinde berichtete der Vizepräsident Dr. Orhstein, daß Oberrabbiner Doktor C h a j e s unmittelbar vor seinem Ableben mit dem Direktor des Archivs der Stadt Wien, Professor Dr. Stowasser, über die in den Wiener Grundbüchern aus den Jahren 1350 bis 1421 vorhandenen, auf Juden bezüglichen Eintragungen Rücksprache genommen habe und der Ansicht Professor Stowassers beipflichtete, daß eine Kopiatur dieser Eintragungen überaus wünschenswert sei, weil dadurch historisch wertvolles Material für die wissenschaftliche Bearbeitung gewonnen werden könne. ■ EmV sprechend dem Antrag der. „Historischen Kommission der israelitischen Kultusgemeinde" hat das Vertreterköllegium beschlossen, Herrn Professor Dr. Stowasser für sehte Anregung zu danken und ihn zu bitten, die Leitung und Beaufsichtigung der Herstellung dieser Kopiaturen zu übernehmen. Das Plenum trat diesem Antrag bei und bewilligte die zur Kopiatur nötwendigen Beträge. Der Aiiibaufonds im April. Nach einer Mitteilung des Hauplbureaus des Keren Häjessod sind Im Verlauf des Monats April d. J. 46.625 Pfund an Spenden für den Keren Hajesosd eingegangen. SOjShriges Amtsjtiblläutn des Oberrabbiners Doktor Immanuel Low. Das Mitglied des ungarischen Oberhauses, Dr. Immanuel L ö w, ist seit 50 Jahren Oberrabbiner in Szegedin» der zweitgrößten Stadt Ungarns, wo er als Nachfolger seines Vaters tätig ist. In Szegedin ha* sich ein großes Festkomitee gebildet, welches die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier zu treffen hat. Auch von nichtjüdischer Seite ist man bemüht, Oberrabb. Dr. Immanuel Löw durch Liebesbezeigungen anläßlich des seltenen Amtsjubiläums all die schwere Unbill vergessen zu machen, die dem Oberrabbiner nach dem Zusammenbruch zur Zeit der Hen> schaft des weißen Terrors auf Grund der verleumderischen Denunziation des Renegaten Ii o 110 s s i - H o 11 ä nd er zugefügt wurde. OkkaslonI OkkaslonE Zu f poftf prellen verkauf« Ich die Re»tbealSncle meines aufgelassenen DetaiMederwaren-Geachäftes R6is8kofterVo„j87-?«?.Coup^-Sciirankkofferv0aS35.— 'Utt-Iiri^«cnilm :!^s^uRÄÄS?a.«'-ii.,^iK LfiÄ _^ VMI»« I.««l«r«r9»»*f 2, fUr 2 MClrCffl Werkstatt.: ■ m§m^&ßm %p ■ Vll«., AIfcertga»«« 19 Samataq fl«sciilo«««n

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