Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 36 (25.5.1928)
- Date
- 1928-05-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 3* Stirnfalten Auganfftlten (Krähenfüße), BouUl unter den Aug*h, Mundfaltan alternl Sie varschwinden in 8 Minuten nach Qebrauch von t,DIM". (Oes. gesch.) Glänzend begut* fechtet! Dtr Haut vollkommen unschädlich PI. S J.-, Miiteltttbe S Originaltube S 4.-. „DIM"-LABORATOaiUM. WIEN _... .Hm Obere DonauatraBo 17 _. Der Vertreter der ICA in Rußland teMt dein J. T. A.¬ Vertreter mit. daß die in den ICA^Kolonicn infolge-Frost und Sturm entstandenen Schäden noch nicht genau registriert worden sind; nach den vorläufigen Berichten ist anzunehmen, daß in den alten wie in den neuen Kolonien der ICA die Feldschädcn von 10 bis zu 100 Prozent der Ernte betragen. Die ICA hat Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Die Zeitung „Bmeß" appelliert an Regierung und Oef f enlü i cih k e i t, sofort an die Lösung des Problems der jüdischen Kolonien heranzugehen und für' die Kolonisten hinreichend Brot und "Fu 11 e r m i't t c i bis zur neuen Ernte zu beschaffen. Zu Panik sei kein Grund vorhanden. Den meisten Schaden erlitten die Kolonien Jkldendorf mit 4<53, Sciiolein Alcichcm mit 361 Familien, dann „Emeß", Erster Mai, Najhcfm, Kazkorcoff, 35. Jischew etc. * < .' Die Nachrichten von Mißernten kommen nicht überraschend. In diesen Gegenden sind Mißernten nichts Zufälliges, sondern etwas, was sich alle zwei oder drei Jahre wiederholt. Alle zwei oder drei Jahre wütete diie Hungersnot in diesen Gebieten. Der russischen Regierung und. den. Herren vom amerikanischen Joint war diese Tatsache bekannt. Das aber hat sie nicht davon abgehalten,. Juden doittan zu verpflanzen. Jetzt ruft man nach Hilfe und wird es immer wieder tun müssen. Man sprach von einer, „blühenden Judenrepublik", von einem „großen jüdischen Aufbauwerk", alles mit gewollter Wendung gegen den Zionismus, gegen Palästina. Nun zeigt es sich, daß man die Juden nicht gerettet, sondern aus einem Elend in größeres Elend gebracht hat. Ans Aufbauen ist nicht mehr zu denken, sondern nur daran, wie man die Armen vor dem Aergsten, vor dem Hunger tode retten soll. Auf Jahre hinaus sind jüdis-ches Geld und jüdische Kraft an die Ukraina und Krim g e bü n de n. Man wird für diese armen Kolonisten in der ganzen Welt betteln und sammeln müssen, wie man vordem für Pogromopfer gebettelt und gesammelt hat. Der. unselige Plan : wird. Millionen verschlingen,' Millionen, die ausgereicht hätten, im jüdischen. Palästina ]Unve'rgängliches' zu schaffen.' "";i* ,?';.:'*" Nun, da die Wahrheit'immer stärker vordringt, sucht man Mitverantwortli c h e und E n t- 1 a s t u n g s z eugen. In dieser Hinsicht ist eine Unterredung, welche' zwischen' dem in Rumänien weilenden Direktor des Joint Herrn Dr. Bernhard Kahn und dem Redakteur des „C.zernowitzer Morgenblattes" stattgefunden hat, sehr bezeichnend. Ueber die Möglichkeiten und die Entwickhmgsfähtgkeit des russisch-jüdischen Siedlungswerkes befragt, berief sich Herr Dr. Kahn auf da s Z.eug ni s d.es zionistischen Führers Dr. Ar tur Ruppin Er sagte, die Arbeit schreite s e h r g u t f o r t. Der zionistische Führer R u p p i n könne .dies 'bezeugen. Der „Joint" habe Dr. Ruppin Gelegenheit gegeben, die Krim zu besuchen, und Dr. Ruppin — obwohl als Z i.o n i s t gegenüber dem Ansiedlungswerke durchaus anders eingestellt — habe zugeben müssen, da;ß die se .'A r b eit ein e giit-.e. En t wie k 1 u ng nehmen wird. Jetzt werden also schon Zionisten, zionistische Führer fürdas unselige. Werk, welches a»us: antizionistischen Motiven -heraus, geschaffen wurde, mitverantwortlich gemacht und als Kronzeugen geführt. Leider mit. einer gewissen Berechtigung. Denn die Leitung,der zionistischen Organisation hat mit Bezug auf das Krimprojekt ihre primitivste Pflicht gröblich verletzt.. Statt sich gegen dieses Verbrechen am jüdischen Volke und am jüdischen Palästina mit aller Kraft aufzulehnen und das jüdische Volk zum Kampfe aufzurufen, hat die zionistische Leitung erst' geschwiegen und später durch den Mund ihres Führers Weizmann zugestimmt. Gegen besseres Wissen und nur aus der Furcht heraus, die Herren Marshai und Warburg, die Schutzherren des Krimprojektes, in Üble Laune zu versetzen. Weil man-nun schon an die fünf Jahre diese Herren umwirbt und umschmeichelt, in der kleinlichen Hoffnung, daß vom reiohgedeckten Tisch der Krim auch ein paar Brocken für Palästina herunterfallen werden. Statt das. jüdische Volk vor die Entscheidung z-u stellen „Hier Palästina — hier die Krim", ist man der Entscheidung ausgewichen und mitschuldig geworden. P0RT0R0S TRIEST PENSION RUBINSTEIN nt&ro EinzlgrltuellesHausamPlatze. Neben Kuranstalt u. Strand. Bekannt erstkl. Verpflegung u.ueundl. Bedienung. Maßige Preise. Prospekte Wofür Juden Geld geben. In Palästina müssen. 600 jüdische Kinder christliche Missionsschulen besuchen. —y. Der verstorbene Wiener Schriftsteller Adolf Gelber erzählt in seinem Buch „Auf griechischer Erde" einiges über die finanziellen Opfer, die das Auslandsgriechentum für den Aufbau des Staates Griechenland gebracht hat. Noch bis in die letzte Zeit tragen Privatpersonen ganze Teile des Staatsbudgets. Nun ist ja vielfach zwischen der griechischen und der jüdischen Renaissance eine Parallele gezogen worden. Ob mit Recht oder mit Unrecht kann hier beiseite bleiben. In dem Geldpunkt besteht sie sicherlich nicht, da das jüdische Mäzenatentum für die Aufrichtung der jüdischen Unabhängigkeit .kaum in Frage-kommt, weil es sich selbst .in die nationale Energie nicht einschaltet. Im Judentum hat der Wohltätigkeitssinn, einmal zu den Zeiten, des Ghettos politischen positiven Charakter gehabt. Es hat in jenen Tagen die Funktionen einer organischen sozialen Fürsorge erfüllt, die einem klar erkannten nationalen Gesamtzweck diente. In dem Maße nun, als die Politisierung des Judentums fortschreitet und sieli immer mehr mit dem Gedanken der H e i m s t ä 11 e i n P a 1 ä s t i n a zu beschäftigen hat,-schwächt sich der nationale Sinn des besitzenden Judentums ab. Es geht Wege,, die von dem Gesanitinteresse abweichen oder ihm sogar zuwiderlaufen. Die Großen in Israel dienten einmal dem Judentum, heute sterhen sie ihm in kühler Unbefangenheit gegenüber, ja sie lehnen es vielfach ab, und am stärksten bekommt dies.das große nationale Werk in Palästinazu verspüren. ' . . . ' •. : ■ ■ -\\ ■ - ■ < '. Das reiche Judentum spendet sehr viel, sehr: großherzig, sehr human. Aber nicht für jüdische n a t i o n a l.e -Zwei c.k ev In - Aiherika / werden; ganz unglaubliche ''Summeil von Juden für Bildung; und Wissenschaft gestiftet und die 'jüdische ' Jugend wächst, immer tiefer in die hemmungslose Assimiläy tion hinein, geht immer weiter von ihrem Volkstum fort. Amerikanische Juden haben der deutschen Forschung riesige Beträge zur Verfügung gestellt, die Universitäten in Heidelberg, in Bonn, in' Tübingen konnten den Inflationszustand' mit Hilfe jüdischer Unterstützung überwinden. Der „deutschen For-r schiingsanstalt für Psychiatrie" in München — ausgerechnet ah München! — haben die Herren James, Loeb und Alfred Henisheimer in San Francisco Millionen Mark gespendet. Der Dank ist nicht ausgeblieben und die beiden mußten sieh von Hitlers „V ö 1 ki s e h e m Be-o'b a c h t e r"" änrüppeln lassen. Aber nian könnte diese' Akte hoch aus dem in jedem Juden' lebenden Respekt vor Bildung und Humanismus rechtfertigeh, wenngleich auch innerhalb des Judentums Raum und Gelegenheit genug wäre, dieses Empfinden zu rechtfertigeh. Die J e r u s a 1 e m er Universität, das Schulwesen in Palästina überhaupt, ja das jüdische Schulwesen in der ganzen Welt muß auf die Unterstützung der Besitzenden verzichten. Dieser Mangel zeigt es, daß der jüdische Gemeinschaftsgeist sehr eingeschränkt worden ist. Die Spendenfreiudigkeit hat wiedereinen politischen Inhalt bekommen, aber einen, der sich gegen das Judentum wendet, dessen Zwecke verdorren. In dem allgemeinen Wetteifer steht die so opferwillige jüdische Masse allein und was die Großen zugegeben haben, kommt anderen, nichtjüdischen Zwecken '"zugute, . es fehlt uns und.-damit, entsteht auch für die jüdischen .Ziele ein. Sehr, realer; Schaden. Während deutsche, amerikanische».''palnK sehe und sogar ungarische Institute von:Juden.reichlich, alimentiert werden, ist" das j ü di Sc h e - K i nd arm und es kommt sogar:in P ai ä s t i n a vor-, daß, j-üdisch e Eltern ihre Kinder christlichen Mi ss i o.n s s c h u 1 e n anvertrauen, weil das jüdische Erziehungswesen die allgemeine Krise bis zur Erschöpfung-mitmachen muß.. , Die Haltung der jüdischen Reichen ist eine ausgesprochen a n t i n a t i o n a 1 e und nirgends zeigt sich dies so deutlich wie in Amerika,' auf . .dessen reiches Judentum' gerade zionistische Kreise ein durchaus unfundiertesy aber nicht zu erschütterndes Vertrauen setzen. Die Zionistische Organisation, wird von diesen Reichen, denen sie nachläuft, vertröstet oder mit demütigenden Almosen abgespeist; Dagegen fliegen di^ Brieftaschen für Sowjetrußland' auf, weil es in der Krimkolon.lsation eine K o n k u r r e n z für das nationale Palästinäwerk aufgetan hat. Dieselben Leute,' die für dte. europäischen Numerusrclauses- A^stal-ten mit vollen Händen spenden,, werfen Ihr Geld einem unkontrollierten bolsehewi'kischen Unternehmen hin und verweigern; es de;m jüdisehen Kind in, Palästina, dem politisch-nationalen Zweck, zu dessen Leitung und Bestimmung man sie heranziehen will. Das ist, von der jüdisch-politischen Seite gesehen, ein. Widerspruch in sich seihst, aber diese Anomalie besteht und sie trägf die Hauptschuld an dem Zustand, in deni sich das jüdische Volk befindet. Unsere Umwelt, die diese inneren Prozesse nicht versteht, schließt aus dorn Verhalten der Begüterten auf das Werk, das sie ablehnen,; sie mißachtet ein politisches Beginnen, das scheinbar nicht IIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIHH I Verband radikaler Zionisten j Mittwoch, ' den 30. Mai 1928 am halb 9 Uhr S abends findet, im Klublokale Cafe Atlashof, Wien, I., || Aspernplatz, eine Klubversammlung statt H Gegenstand: | Assimilation |im Zionismus H Referent: | H. K a n d l ES Ss Freie Aussprache IlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllülllilllllillHIIIIIIIIII dem Willen aller entspricht, und dies* führt dann zu immer neuen Schwierigkeiten, unter denen die zionistische Arbeit leidet. Sie hat sich von den Massen der Armen, Hoffenden, Vertrauenden getrennt und sie hat die Reichen trotz oder wegen , alles Werbens nicht überzeugen können. Sie geben für M ü n c h e n oder für die K r i «m. Mitteilungen des Verbandes radikaler Zionisten. Gemäß den Beschlüssen des Verbandes sind die Mitglieder verhalten, ihre Verpflichtungen gegenüber dem Palästina-Aufbaufonds (Keren Hajessod) und dem Nationalfonds (Keren Kajemeth) restlos zu erfüllen. Der Verband hat zum Zwecke der Arbeit für die Fonds eigene Referate geschaffen und die Mitglieder werden ersucht» sich in allen Angelegenheiten, welche K. H. und J. N. F. betreffen, an die Referenten des Verbandes zu wenden. Keren Hajessod. Referent: Frau Dr. Perle Wechs- I e r. Sprechstunden jeden Mittwoch ab halb 9 Uhr abends im,. Klublokal Cafe Atlashof, I., Aspernplatz. Die Mitglieder, welche ihre Zeichnungen noch nicht geleistet haben, werden ersucht, dies unverzüglich zu besorgen. Keren Kajemeth. Referent: Herr S t e i n k i e i n. Sprechstunden jeden Mittwoch ab halb 9 Uhr abends im Klublokal Cafe\ Atlashof, I., Aspernplatz. Ausfolgung und Ablieferung der ,JunifSTäschcheh; - - Schekel.. .Referent:., Herr P.. W ft hj. .Die .radikalen Zionisten werden-daran erinnert,, daß sie sich ausschließlich der ' vom Verbände ausgegebenen Schekelblocks bedienen sollen. Ausfolgung und Auslieferung der Schekelblocks jeden Mittwoch ab lHilb;9 ühr abds.im Klublokal (wie ob^ti).. Die Mitglieder werden ersucht, unverzüglich Blocks .. zw beheben und mit der Arbeit zu beginnen. Palästinareise. Das Programm der vom V e r b a u d e r a d ika 1 er Zi.o n i.s t e,n und. der Verein i,gung d em o k r a t i seh e r. Z ,i o n i s t i n n e n. veranstalteten Palästinareise im Frühjahr 1929 ist'nunmehr definitiv festgelegt. Abfahrt von Wien am 13. März 1929. — Gesanitdauer der Reise 29 Tage. — Aufenthalt in Palastina 14 Tage. — Purim (26. III. 1929) in Tel- Awiw. — Seereise mit dem Luxusdampfer „Ausonia" von Genua nach Alexandrien und retour. •Den Prospekt, welcher die Preise und alle Details enthält, erhalten ,die bereits a n g e m e .l.d et.e.u Interessenten , ifi., den,.... nächsten Tagen, zugeschickt. Da die Teilnehmerzahi eine beschränkte" ist und die Reihe der Vormerkungen strikte eingehalten werden wird, mögen'Sich 'neue Interessenten'' unverzüglich nu r--an- Frau wPaula. S.t rick e:r,, Wieti^ IL, Hollandstraße ' 10, Telephon R-45-6-89 und an Frau Berta T a u b & s,:Wien, II., Böcklinstraße 92, Telephon R-43-9-19, schriftlich oder telephonisch um Auskunft wenden. Reiseteilnehmer aus dem Auslande sind sehr willkommen. m£fää§fi%,m