Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 36 (25.5.1928)
- Date
- 1928-05-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X Preis 30 <ji Zeitung vom Verleger versendet, Journal exp6d!6 par Tedtteur. V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien* monatli ch Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweiber Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. 'Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2'82 — Erseheint jeden Freitag " imm^mmmmmmmmmKmmmmaammmm Nr. 36 Jahrgang 2 Freitag, den 25. Mai 1928 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen' Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. wm^mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmtmmmmmmmäjmm v.. i1 ..."'* '" " ■; Aus dem Inhalte: —y: Wofür Juden Geld geben. I. Schur, Helsingfors: Der wandernde Jude. Jakob Krausz: Selbstmordepidemie. Dn Fritz Löwenstein, Jerusalem: Parlamentarismus im Nahen Osten. Betblens Heloten. Josef Lewit, Königsberg: Unter dem weißen Schrecken. Aus Palästina. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung: Zur Tagung des Makkabi-Weltverbandes. — Die Fußballspiele der Hakoah. — Die Meisterschaft der jüdischen Amäteurvereine, Austritte aus dem Judentum. Scholetö'Ä Schalom As c hi DieMutter.^ ^M^^^^^MHHaHBBMHMMHBBHaBMHMMHDBnMnaV Die 3-Millionen - Dollar -Anleihe für Palästina beschlossen? Jerusalem. (J. T. A.) Die von Louis Lipsky kürzlich/ in New York angekündigte Anleihe amerikanischer Bankiers für Palästina ist bereits im Stadium der Realisierung. Die Bedingungen der Anleihe sind soeben zwischen den Dir e k t ~o r e n des Jüdischen Nationalf o n-d-s; und. dem zur Führung der Verhandlungen eigens nach Jerusalem gekommenen Herrn Marec Schwartz festgelegt 'worden. Das Anleihekapital ist drei Millionen p.Qria;r und in 20 Jahren mit 6,5 Prozent Zinsen rückzahlbar.1, Die' Hälfte der Summe erhält' der Nationlfonds für Bb^enerwerb. die andere Hälfte die Zionistische Exekutive Palästinas zur Weiterführung ihrer Konsolidierungsarbeit. Wenn die Meldung auf Richtigkeit beruht, dann ist ein Schritt erfolgt, der schwere Bedenken .auslösen muß.- Der Ziöhistenkongreß hat eine A n 1 e i h e k o mmiss"'i'0n gewählt, welche einen einheitlichen Plan für die^Äufnahme von Kapitalien für den Aufbau Palästinas auszuarbeiten hat. Der vorliegende Prospekt wurde dieser Kommission nicht zur Prüfung unterbreitet. Der Kongreß-hat die-Kommission in der richtigen Erwägung eingesetzt, [daß die Kreditwürdigkeit der Z i o n i s t is ch e n^ .O r g a n i s a t i o n und P.a 1 ä s t i n a s nur dann gewährt/ bleibt, wenn alle Anleiheaktionen erst'nach reiflicher Prüfung durch die berufenen Stellen und unter yto.l'l er Vera n t w o r t u n g der Ge,s amtorganisati o-ji unternommen werden. Diese Bedingung ist im vorliegeridep Falle nicht erfüllt worden. Wenn einzelne Landesorgaiiis£ijtionen und Institutionen in der Anleihefrage eigene Wgge gehen-dürfen, führt das. zur Zersplitterung und Ersphöpf'U;ife "der Kreditfähigkeit. Die Verpfändung von, küqlt-igftn, Erträgen der Sammlungen der Fonds ist eine folgenschwere'Angelegenheit. Es wäre Pflicht der Leitung gjpwesem die1 Entscheidung in dieser. Sache der in sechs ^p'cften^stattfjrjdenden Sitzung des Aktionskomitees, der Höchsten! zionistischen Kontrolle, zu überlassen. Hunger in den russischen Judenkolonien. Mißernten und Verzweiflung. — Kein Aufbauwerk, nur Rettung Hungernder. — Der zionistische Führer Dr. A. Ruppin wird als Kronzeuge gerührt« Durch die mit vielem Gelde und großem Reklamegeschrei geschaffenen jüdischen Kolon i e n in der Krim und der Uk r a i n a schleichen die Gespenster Hunger und Verzweiflung. Die Meldungen aus den Kolonien werden immer trauriger und ihr Wortlaut verrät, daß hinter dem geschilderten Elend noch größeres Elend verborgen wird. Wenn man weiß, wie ängstlich die russische Regierung und ihre Gesellschaften, die unter Führung M a r s h a 1 s und W a r.burgs stehenden reichen Juden Amerikas, bemüht sind, die Kunde vom Mißlingen ihres gewissenlosen Planes zu unterdrücken, dann kann man die. vorliegenden Meldungen nach ihrem wahren Werte einschätzen,. dann kann man erkennen, daß hinter den gewundenen Worten der Bankrott lauert. 1 U 108/28 '.. 20. . . ...Jiiv, Namen? der::,Repi|blllc|'- * Das StrafÖezirksgerichl^ gericht hat heute in Gegenwart des Privatarikläg.ers Ottokar Czernin, des Privatanklagevertreters Doktor Leopold Katz, des Beschuldigten. Julius Löwy und des Verteidigers Dr. Leopold Plaschkes über die Anklage verhandelt, die der Privatankläger Ottokar Czernin gegen Julius Löwy, verantwortlicher Schriftleiter der Zeitung „Die Neue Welt", wegen der Uebertretung nach § 30 Preßgesetz erhoben hatte und über den vom Ankläger gestellten Antrag auf Bestrafung des Beschuldigten, Verpflichtung zur Veröffentlichung des Urteils in den Zeitungen „Die Neue Welt", „Neue Freie Presse" und „Der Abend" und Verfall der Nummer 16 der obgenannten Zeitung vom 6. Jänner 1928 zu Recht erkannt: Julius Löwy ist schuldig, er habe im Jahre 1928 in Wien als verantwortlicher Schriftleiter der Zeitung „Die Neue Welt" bei der Aufnahme der Stelle ...„Als österreichischer Gesandter in Bukarest... im Kampfgewühl die Taschen leerte"..., in dem Aufsatze „Ottokar Czernin als antisemitischen Hetzer" in Nummer 16 der genannten Zeitung vom 6. Jänner 1928, deren Inhalt das Vergehen gegen die Sicherheit der Ehre und nach § 487 St.-G. begründet, jene Aufmerksamkeit vernachlässigt, bei deren pflichtgemäßer Anwendung die Aufnahme des strafbaren Inhaltes unterblieben wäre. Er hat hiedurch die Uebertretung, nach § 30 Preßgesetz begangen, und wird hiefür nach dieser Gesetzesstelle zu einer Geldstrafe im Betrage von S 30.—,.im Nichteinbringungsfall zu 24 Stunden Arrest und gemäß § 389 St.-P.-O. zum Ersätze der Kosten des Strafverfahrens verurteilt. Julius Löwy wird ferner gemäß § 43 (1) Preßgesetz verpflichtet, dieses Urteil in der ersten oder zweiten Nummer der Zeitung „Die Neue Welt", die nach Rechtskraft dieses Urteils erscheinen wird, in der in § 23 Preßgesetz vorgeschriebenen Weise zu veröffentlichen, widrigenfalls die genannte Zeitung nicht mehr erscheinen dürfte; Er wird ferner , gemäß § 43' (2) Preßgesetz verpflichtet, dieses Urteil binnen 14 Tagen nach' Rechtskraft in der Zeitung „Der Abend" zu veröffentlichen. Gemäß § -41(1), Pr.-G. wird die Nummer 16 der Zeitung „Die Neue Welt" vom 6. Jänner'1928 für verfallen erklärt Wien, am 3. Mai 1928. Dr. Christoph Höfhrrayer. M o s k a u. (J. T. A.) Infolge des Mißwachses und der Wetterschäden wird die Lage in den i üdisehen Kolonien Rußlands immer kritischer. Bs fehlt in den Kolonien an dem Notwendigsten. Die jüdischen Kolonisten wandern täglich 30 und 40 Meilen weit in die1 ihnen erreichbaren kleinen Städte, um sich dort Brot zu beschaff e n. Die Regierung hat 300.000 Rubel zur Beschaffung von Nahrungs- und Futtermitteln fi}r die jüdischen' Kolonisten zur Verfügung gestellt. Die Regierung beschloß ferner, aus staatlichem Bestände monatlich 60 Waggons Brot und 30 Waggons Kartoffeln in die jüdischen Kolonien rzu senden und diese Sendungen so lange fortzusetzen,, bis sich die Lage gebessert hat. Dem J. T. A.-Vertreter erklärte der Generaldirektor von „Ort", Agronom Zegelni.cki, daß die jetzige Mißernte eine doppelte Ursache halbe. Der sehr regenarme Herbst des Jahres 1927 hat es' vielen Kolonisten unmöglich gemacht, die Wintersaat durchzuführen; . Wo ' Wintersaat/angebautwurde; ist;ste zii' 50vProzent ' durch ■Frost, zu,40 Prozent durch.Unwetter vernichtet, worden; ';nur 10 -Prozent dieser Ernte:;konnten erhalten bleiben. Unter den Ko 1 on ist e'-n her rseht eine t'i ef e Depression. Um die Not so weit als möglich zu lindern, hat „Ort" in einem gewissen Maße helfend * eingegriffen. Um das lebende Inventar in den Kolonien zu erhalten, sandte „Ort" in die Kolonien 12 Waggons Mais und andere Futtermittel. " Moskau. (J. T. A.) Der Volkskommissär Smfd owätsch, der die jüdischen Kolonien in Rußland zwecks Feststellung der Unwetter- und Mißernteschäden besucht hat, ist soeben nach Moskau zurückgekehrt und empfing in Gegenwart des Präsidenten Kalinin den Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur, dem er in folgenden Worten seine Eindrücke schilderte: Unter den jüdischen Kolonisten herrscht eine starke D e p. r e s s i o n, abep noch lange keine Panik;'die Kolonisten sind zum Ausharren entschlossen. In den jüdischen Kolonien der Distrikte Simforopol,, Dzankoj und in anderen Distrikten, wo Agrojoint die Kolonisationsarbeit' leitet, ist die Wintersaat zu 5 0 Pr ozent, in einigen Kolonien sogar zu mehr als 50 Prozent vernichtet. Von einer Krise der Kolonisation kann aber nicht die Rede sein.. In diesem kalten Frühjahr 1iatten.es die Kolonisten, die noph keine festgebauten rjäuser haben, sehr schwer; sie hatten kein Brot, keine Futtermittel und froren sehr. Sogar den 1. Mai mußten sie in ihren Häusern zubringen. Die Kolonisten, die'noch in den Jahren 1925 und 1926 angesiedelt worden sind, verlieren dennoch nicht den Mut und betrachten die schwere Zeit als vorübergehend. Sie besäen ihre Felder, in denen die Wintersaat nicht aufging,, meist mit Mais, um Futter für das Vieh bis " zum kommenden Jahre zu erhalten.'Die Aussichten für die Ernte des Frühlingsanbaus sind gut, well in den letzten Wochen reichlich Regen niedergegangen war. Die jüdischen,Kredit- Kooperativen greifen helfend ein und verschaffen den jüdischen Kolonisten Brot und Kartoffel. Vom Bureau des Agrojoint wird dem J. T, A.-Vertreter mitgeteilt, daß die jüdischen Kolonien in den Distrikten Krivojrog und Cherson besonders unter den unglücklichen ' klimatischen Verhältnissen . gelitten haben. Die W i nt e r s a a t e n e r f r o r e m f a s t g änz l ilc h;: Dagegen : ist die Lage der Agrojolnt-Kolonjen in der Kripi eine gute;! der Winterweizen, gedeiht: zufriedenstellend.*'In den letzten Wochen fiel reichlich Regen nieder, ';.: oavHERZiede;Kflche ist ein * mm* <* Fabrikat der General Motors Verlangen Sie Prospekt besuchen sie £ 0aä'ä1 Warchalowski, Finsterie & C9 Tste £Ä