Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 35 (18.5.1928)
- Date
- 1928-05-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Äf * 38 DIE NEUE WELT Stfte 91 1000 Dollar sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Gaste. Ein zufriedener Öast ist die beste Empfehlung! nun OTTO KAUM* Zehn Jahre amerikanischjüdischer Kongreß. Dieser Tage beging -der amerrkanisch^üdtecne Kongreß das Jubiläum seines zehnjährigem Bestandes. Aus diesem Anlaß fand unter dem Vorsitz seines Präsidenten Dr. Stephen S. Wlse eine Feier statt, in der Advokat Aron Sc ha Piro über die Zukunftsaufgafoen des American Jewish Congreß sprach und u. a. ausführte: Wir erkennen stets die Notwendigkeit an, für die Rechte der jüdischen Minderheiten in Buropa zu kämpfen; wir dürfen aber nicht vergessen, daß wir auch in unserem eigenen Land, in Amerika, einen Kampf durchzufechten haben. Ungeachtet der mehr als hundertjährigen Fretheitstraditkm läßt Amerika es zu, daß Minderheiten von der Mehrheit unterdrückt werden, es fehlt nicht an Aenßerungen des Antisemitismus, die Taten des Ku-Klux-Klan sind noch frisch in unserer Erinnerung. Den Antisemitismus kann man hier wie anderswo nicht mit Beten und Fliehen beschwüren, sondern nur im offenen Kampf überwinden. Der Ku-fölux-Klan wurde bei uns im offenen Kampf erledigt. Das gleiche muß in Europa -getan werden: Offener Kampf und oSfener .Protest sind die besten Mittel gegen Unterdrückung. Der Sekretär des American Jewish Congreß, Bernhard Richards, erklärte, der Kongreß müsse sich entschließen, entweder sich aufzulösen oder sich zu reorganisieren und eine erneuerte Aktivität zu entfalten. Die Jufeiläumsversammlung beschloß daraufhin, eine Kommission zu wählen, die einen Reorganisierungsplan auszuarbeiten und vorzulegen haben wird. Hierauf erstattete Bernhard Richards Bericht Über jdie bisherige. Tätigkeit des Kongresses und verwies auf die erfolgreiche Arbeit mit Beziig auf die Jüdische Lage in Rumänien und in der Türkei. Die Wiedor« hersteillung" der Freizügigkeit der türkischen Juden ist nicht zuletzt auf die Bemühungen des. American jewish Congreß zurückzirftthren. Richter Julian Mack berichtete über die ersten Taten des Kongresses zur Zeit der Friedenskonferenz in Versailles, wo sich die Vertreter des Kongresses erfolgreich für die Scharling des Traktats über die dviind'erhei tsrechte eingesetzt haben. Gedächtnisfeier für gefallene Juden. Der Jahrestag der Schlacht von Carency, die am 9. Mai 1915 begann und in der besonders viele Juden, Augehörige der französischen Armee, gefallen sind, -wurde vom Verbände der ehemaligen jüdischen Kriegsfreiwilligen Frankreichs durch eine Massengedenkleier begangen. Die Feier leitete General W e i 1 e r, ein Jude; Ansprachen, hielten der Vertreter der Alliance Israelite Emile Leven, Deputierter Lambert, Henri Torres und Rabbiner Eisenstadt. Das Glück ruft Sie! Bestellen Sie sofort cm Klassenlos bei der Firma Albert Bauer, Wien, IV., Favoritenstraße 4. Füllen Sie den Bestellschein, den Sie in unserer heutigen Ausgabe finden, in Ihrem eigenen Interesse sofort aus und senden Sie ihn noch heute ab. 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Symes, der als Öouverneur nach Aden geht, ernannt worden. Die Arablsierung der Jefusalemer Polizei. Die PnlästiharcgieruMg hat Ihre HaJtiilig in der Frage der Bestellung von Juden für den Polteeldienst in keiner Weise zum Besseren geändert. Im Gegenteil, die Verhältnisse Wörden in dieser Richtung immer schlechter. So klagt „Doar Hajom" darüber, daß in der letzten Zeit wieder eine Anzahl von Juden entlassen und durch Araber ersetzt wurden. Einen Jüdischen Offizier in der Nächtpolizei gibt es überhaupt nicht mehr. Da diese SondergHlppe aufgelassen Würden soll, so besteht die Geyfäbr, daß die Polizei von Jevusäleth in absehbarer Zeit völlig araibisicrt sein wird. Hafenbau in Haifa noch in diesem Jahre. Die Stadtverwaltung von Haifa gdb zu Ehren des zu kurzem Besuch in Haifa eingetroffenen 0-berkömnilssars Lord Plumer einen Empfang. In einer Anspräche teilte Lord 'Plumer mit, daß der Bau des großen Hafens in .Haifa noch vor Endo lfiteS ih Angriff genommen Wörden wird. Die I-fafenatiiagen werden 85 Hektar groß sein, die See» tiefe wird 10 Meter «betragen. Die Elektrifizierung Jerusalems. Der Jaffäer Rechtsanwalt Richardson, der palästinensische Vertreter der Londoner Power Securlties CorjJoratbn, teilt der J. T. A. mit, daß seine Oesellschaft von dem Griechen Mavromatis die Konzession zur Versorgung Jerusalems ihit Elektrizität erworben hat. 01* Vorarbeiten zur Verwirklichung der Konzession sollen unverzüglich begonnen werden, so dali die Häuptstadt Pa» CENTRAL-KINO (SiCi U-, Tab« (e8 Tel 42 3 41 ß$>. Paul Riehtor In seiner Glanzrolle der Mittelstfirmer Großes Sportdrama in 8 Akten Ab heute bei uns zu seh an! WM!» Direktor Galawanow suspendiert. Der Direktor-Regisseur des Moskauer Großeii Staats-* theaters, Qalawanow, der an diesem Institut länge Zeit hindurch ein antisemitisches Regiment führte und einen begabten jüdischen Musiker derart schikanierte, 4atf er Selbstmord beging* ist seines Amtes enthoben worden. Außer GalawanoW werden sieben andere Theaterbeainte, die Sich eine antisemitische Hetztätigkeit zuschulden kommen ließen, ihre Aemter verlassen müssen. Antisemitische Dichter. Drei hohe Beamte der Verwaltung der Südwest^ bahnen in Kiew, Advokat Dronlkow, Ingenieur Lesnews ki und Olebo witsch, wurden zu je iy» Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie ein antisemitisches Lied mit der Schreibfnasclune vervielfältigt und es im Gebäude der Bahnverwaltung angeklebt, es später, als es sich als ein „Erfolg? erwies, durch Druck vervielfältigt und unter die Eisen bahn beamten Verteilt haben. Die Jüdische Tagespresse in Sowjetrußland erscheint in nur 30.000 ExempSaren. Der Redakteur der Moskauer jiddischen Tageszeitung „Emess", M. LltwaMw»!iat »ni Zusammenhang mit dem für den 6. Mai proklamierten allrussischen* Pressetag bedauernd festgestellt, daß die jüdische kommunisuV sene Presse, in den Ländern der Sowjetunion verhältnismäßig wenig gelesen wird. Die drei jüdischen kpmmunlstifc sehen Tageszeitungen („Emess" in Moskau, „Stern" in Charkow, „Oktiabr' in Minsk) werden zusammen in etwas mehr als ßO.000 Exemplaren verbreitet. Die Auflageziffer voji j,Emqss" ist 14.000. In den Ländern der Sowjet» unK?i) leben gegenwärtig zweieinhalb Millionen Juden. Das Jüdische Städtchen*4 geht unter. Abraham B r a g I h, der seinerzeit ajs erster mit dem Plan der landwirtschaftlichen Ansledlung von Juden hervorgetreten ist, hielt auf der Jahrewersammlung des Moskauer: Ozet, der mehr als 2000 Ozet-Mtfgiieder beigewoh,ht haiben, eine aufsehenerregende Rede, in der er, ausführte, es müsse für die Regierung eine gebieterische PHIcht'seln, das Jüdische Element In den kleineren Städtan, welches dur,ch das Sowjet syst ein voll« ständig oxtstcnzlos geworden Ist, nicht mir landwirtschaftlich anzusiedeln, «ohderu auch in erweitertem lästinas in etwa 15 Monaten genügend mit elektrischem Strom versorgt sein wird. Die hebräische Universität. London, 13. Mai (J. T. A.) Am .1. Juni d. J. wird der Akademische Rat der hebräischen Universität zu Jerusalem in London eine Tagung abhalten. Dieser Tagung schließt sich am 4. und 5. Juni eine Beratung des Dlrektoretmisschusses der hebräischen Universität an. Abermals Auswelstingen. Das Einwanderungsdepartement der Palästina» regierüng verfügte Uber die Landesverweisung von sechs Juden, die vor langer Zelt als Touristen nach Palästina kamen und sich dann dauernd niedergelassen häiöen. Es handelt sich durchwegs tun Personen, die Wirtschaftlich gilt fundiert sind und einen tadellosen Lebenswandel fuhren. Weltkonferenz des MlsracW. Die Leitung der Weltorganisation des Misrächi in Jerusalem hat beschlossen, gegen Ende des Sommers 1428 in einer europäischen Stadt eine Weltkonferenz abzuhalten. Als Konferenzorte kommen Warschau, Krakau, PreÖburg oder Danzlg In Betracht. Jerusalem sendet Thorarollen für die zerstörten Synagogen in Siebenbürgen. Die vor kurzem in Jerusalem gebildete Damtbe Palestine Society ibit vor einigen Tagen fünf fhorar o 11 e h an die in G r o ß - W a r d e 1 n zerstörten jüdischen Synagogen Transsylvanlens gesandt. Bekanntäich wurd&n in mehreren Synagogen sämtliche 'nioratollcn von den Studentenhorden zerfetzt und geschändet, so daß gegenwärtig nicht genug IThorarollen zur Abhaltung der Gottesdienste vorfanden sind. Die Abaendüng der Thorarollen aus Jerusalem erfolgte In de> Weise, daß mit ihrem Eintreffen vor dem Sfchewtiothfest sicher gerechnet wertojwnn^ Maße der Industrie zuzuführen. Das jüdische Sfädt« Chen, führ Öragin fort, ist dem endgültigen Untergang geweiht, aiieh die jüdischen HeimarbeHer und Handwerker sind iu 80 Prozent beschäf ti« gungs 1 os. Die Gesamtlage in den Städtchen ist katastrophal. Zwei Millionen Juden sind dem Untergang geweiht. Die Landwirtschaftskolonisation geht zu langsam vor sich, die Regierung müsse diirdli elfte großzügige Heränzie'hlmg der Judim zur Industrie einen Ausweg schaffen. In der Nähe der jüdischen Städtchen sollen Fabriken erbaut werden» in denen die beschäftigüng'slosen jüdischen Handwerker und Heimarbeiter Arbeit und Existenz finden sölleh. Am besten würden sich die jüdischen Arbeiter lti de/ Bekleidungsindustrie bewähren. An die Ausführungen Bragins schloß, sich eine erregte Debatte. Die Kommunisten widersprachen ihm. während die Unparteiischen ihn lebhaft ttnterstüteten. Das Judenviertel von KutaJs eingeäschert. Wie aus Kutais (Kaukasus) gemeldet wird,4 hat ein RtVseribrand das Juden viertel dieser Stadt aufs schwerste heimgesucht. 300 Häuser wurden eingeäschert. Bis jetzt wurden drei Tote und acht S^hwerveiv letzte gezählt. ..\ immummmwmmmmmmi Das und «■ Charmante Schöpfungen der Haut« cotrture flir den Sommer . wie duftige Kleider, herrlich« Miqtel, voroefettjt Tolle ien für Kuröit, Suand und Oeieltectlaft I» vorbildlicher Elegatiü Jede Dame flnoet in unseren Salons, was Ihrem Oeschmaek entspricht und sie vorteilhaft kleidet, in der gewünschten Preislage MIIPVII.Kaieeintr.115 V/ I r habe n n i r g e h d i F i 1 U l e nl