Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1928-05-11 · Heft 34 (11.5.1928) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 34 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2711613-2711630-2711649--0451-2713594
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

|||ci|C^:_ £ Rindsuppen V Würfel Nr. 34 die mm WELT Die Gattin Direktor Epfers gestorben, Frau Epler, die Gattin des im Jänner verstorbenen Direktors Siegmund Epler, wurde am Montag zu Grabe getragen. Das Schicksal hat eine der besten jüdischen Familien Wiens grausam heimgesucht. Vor wenigen Wochen folgte Dr. Egon Epler dem. Vater; sein jähes Ableben war der schwerkranken Frau verheimlicht worden und nun mußte auch sie der Erde übergeben werden. Eine echte jüdische Frau und Mutter, eine stets opferbereite und von warmem Patriotismus beseelte Zionistin ist den letzten Weg gegangen. Sie ist der ganzen jüdischen Gemeinschaft gestorben, die in tiefer Trauer den leidgeprüften Kindern zur Seite steht. Dr. Siegtnund Werner gestorben. Wieder hat die zionistische Bewegung einen schweren Verlust zu beklagen. Aim Sonntag ist in einem Sanatorimm in Zuckmantel Dr. Stegrmmd Werner, Zahnarzt in, I«glau, im 60. Lebensjahre an einer Nierenerkraivkung gestorben. Er war einer der ersten Mitarbeiter H e r z 1 s, der ihm die Chef redaktlon der „Welt" anvertraute. Kurz «ach dem Tode Herals, als die „Welt" nach Köln übersiedelte, zog Dr. Wer n e r nach Iglau, wo er sich als Zahnarzt niederließ. Er wkfanete sich auch dort der Verbreitung der zionistischen Idee und gehörte nach dem Umsturz durch längere Zeit dem Gomeinderat der Stadt an. Ein liebenswürdiger Mensch von, sonnigem Wesen ist in ihm dahingegangen. Vor kämm drei Wochen verlor er seine Gattin Fa<nny, geborene Reich, der er nun gefolgt ist, betrauert von allen, die den hohen Wert seiner Persönlichkeit zu schätzen wußten. Die Beerdigung hat gestern auf dem jüdischen Friedhof in Iglau stattgefunden. Die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden, die jüdische Bevölkerung und Vertreter des jüdischen Nationalrates folgten dem. Sarg. Hinter dem Trauerwagen schritt nebst den Kindern des Verstorbenen sein Prüder Hofrat Dr. Ludwig Werner, bekanntlich einer der ersten Organisatoren des jüdischen 'Filmwesens in Oesterreich. Die Mai-Unruhen in Warschau. Ein Polizei-Pogrom. — Jüdische Todesopfer. Wie die Tagesblätter berichteten, hat es in Warschau, am l,.Mai blutige Unruhen gegeben,, in deren Verlauf ein förmlicher Revolverkämpf zwischen Sozialdemokraten, und Kommunisten / 'stattgefunden, haben soll. Die Sache schien vom ersten. Augehflbliok an stark verdächtig, zumal das. B e rline.r Wo l f f- Bureau in verständlicher Absicht auf den hohen.' Prozentsatz der jüdischen.Komamjniisten hinwies-. Die Aufklärung ist nun da..Die Wa r.£qX$'u<€ r Poll zei; hat d.ie Gelegenheit/4«.r' «Toßen D emonstratio n zü eine,m, ausgiebi gen a n 11 s e m i t i s c h en St u r m b e'n'ii t z t. Ueber 500 Personen wurden verwundet, drei, namens .Leib G li t f e d e r, Isaak M ü'h 1 s te i n und Samuel G o 1 dber g,. werden erschossen. Ihre Beerdigung mußte auf Befehl der Polizei in der Nacht auf den 6. Mal in aljpr Stili^ stattfinden. Unter ,de'n Verwundeten, die mit Gummiknüppeln niedergeschlagen wurden, befinden sich zahlreiche jüdische Mädchen, die aus einem geschlossenen Lokal-herausgetrieben worden waren. Der ReglerunKskommis'Sär von Warschau hat einer Abordnung' jüdischer Arbeiter gegenüber zugegeben, daß der Angriff „auf ein Mißverständnis" zurückzuführen ist. Abg. G r ü n b a d m wird die Exzesse im Sejm zur Sprache bringen; Seit Jahrzehnten hat es sich bei den Damen der. vornehmen jüdischen Kreise eingebürgert, ihre Perücken und Scheitet .vom Hause S. 1? e Ö1 zu beziehen, dessen altes Renommee schon allein dieQewähr für Qualitätsarbeit von unerreichtem Niveau bietet. Nach dem Prlnzipe: »Für unsere, Kunden, ist das Beste gerade gut genug*, hat essich die Firma Peßl seit jeher zur Aufgabe gemacht» wirklich zweckentsprechende, künstlerisch durchdachte Modelle zu kreieren — die tatsächlich das Erlesenste auf diesem Gebiete darstellen; Seit mehr als 30 Jahren befaßt sich eine eigene Abteilung, unter der. Leitung hervorragender Fachleute, mit der Herstellung künstlichen Haarersatzes jeglichen Genres,, wobei Perücken für rituelle Zwecke an erster. Stelle stehen. Besonderes Augenmerk wird natürlich auf tadellosen Sitz und vollkommen naturgetreues Aussehen gelegt, und sind daher Peßls Perücken nicht umsonst in der ganzen Welt beliebt und begehrt. Es braucht wohl nicht ausdrücklich erwähnt zu werden, daß in allen Fällen nur ganz erstklassiges Material zur Verwendung gelängt, auch' dann, wenn es sich um Modelle in billigeren Preislagen handelt. Im übrigen sind sämtliche! Preise derart mäßig erstellt, daß sie mit Rücksicht auf die Qualität dieser Spezialerzeugnisse jeder Konkurrena standhalten können. Zur Kostenlosen Anprobe und Beratung stehen den geschätzten Damen jederzeit bestens geschulte Fachkräfte zur, Verfügung und wird jeder, auch der kleinste Auftrag, auf das sorgfältigste und gewissenhafteste ausgeführt. mtmmmmmwmmmmmwmmk LLOYD SAB AU DO GENUA Gxpreßverkehr nach fNordu. Südamerika R6Pft8$»t |w KOtOWRftTRINO 4-TCL.73*9*87 m mm Peine Stoffe müssen nicht teuer sein, den Beweis dessen liefert in Herren- und Damenstoffen die Reste n* verkaufsgösellschaft, Vi., Mariahiiferstraße 3. Für die Urlaubsreise kaufen Sie zu Spottpreisen Reisekoffer, Kupee-Schrankkoffer und sonstig Relserequisiten wegen Auflassung -des Detail-Geschäftes bei L Storch, VIII., AtbertgaSsc 19, und VIII., Lederergasse 2-2, Wir foppen Sie nicht, wenn wir behaupten, daß Sie nur im Spezialhaus gut und billig kaufen. Kaufen Sie englische Herrenstoffe .für Anzüge und Ueiberzleher nur im Spezialhaus „Tuchhäus 2um Hirschen", H., Taborstraße 17b. AUS PALÄSTINA. : Eröffnung einer Industriobank. Der „Haaret«" erfährt aus Kreisen, die der Vereinigung der palästinensischen Industriellen nahestehen, daß jetzt die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung einer I u d u s t r i e b a n k als Gründung der erwähnten Vereinigung bei Beteiligung amerikanischer Kapitalisten getroffen werden. In New York hat sich vor einigen Monaten zur Förderung dieser ßankgründung und Aufbringung des nötigen Kapitals* das mit einer Million Dollar festgesetzt wurde, ein besonderes Komitee gebildet, unter Vorsitz de£ Industriellen Jaköb Segal und unter Beteiligung der Herren A. Sachs, Bernard S c in m o 1, Harry Schiff, Rechtsanwalt M a s 1 i a n s k i u. a. m. Die vorerst nötigen 250.000 Dollar sind nach den letzten eingetroffenen Meldungen bereits gesichert, so daß nach Erledigung noch einiger technischer Fragon die Bank schön im Monat Mai ihre Tätigkeit wird aufnehmen können. Es Ist wahrscheinlich, daß außer diesen amerikanischen Geldern der Bank gleich nach Eröffnung amch aus anderen Quellen bedeutende Beträge zur Verfügung stehen werden, so daß sie schon am Anfang (ibqr L. 75.P00 wird disponieren kölinen. Während der Pessachtage fanden mehrere Besprechungen zwischen den führenden palästinensischen Industriellen und den amerikanischen Kapitalisten, die im Lande wellten, statt. Herr Schenkar wies dabei u. a. auch auf die Bedeutung der nationalen Fonds, Kcrcn Hajessod und Kcren Kajemeth hin, deren Wert von den Nichtjuden rascher begriffen und höher eingeschätzt würde als von lins selbst. Keine anderen Führer hätten wohl solch günstige Resultate.erzielt, Die Industriellen vertreten bei dieser Bankgründung nicht ihre Privatinteressen, sondern haben stets nur den gesamten Aufbau des Landes ""d die Entwicklung einer nationalen Industrie im Auge. Wie Moskau arbeitet. Der Korrespondent des „Alif Ba" in Jaffa teilt seinem Blatte mit, daß die palästinensische Regierung den jüdischen Kommunisten L a s s a r, der unter diesem Namen in der Redaktion des Jaffaer Blattes „Sut ei Chak" gearbeitet habe, verhaftet habe und aus dem Lande ausweisen werde. Dje Maifeiern. Das „Berliner Tageblatt" meldet: In Jerusalem war die kommunistische Maidemonstration verboten worden. Sie wurde trotzdem von etwa hundert Kommunisten besucht. Sechs Teilnehmer wurden verhaftet. In T c 1- A w i w griff die Polizei ein. Doch verlief der Tag unblutig. Osnian ßey freigesprochen. Der Mörder der Elisa Ntego. ' Der ehemalige türkische Offizier Osman Bey, der das jüdische Mädchen Elsa Niego, die seine Liebeswerbungen zurückwies, auf der Straße erschoß, ist auf Grund eines medizinischen Gutachtens vom Gericht als für seine Tat nicht verantwortlich erklärt und freigesprochen worden. Der Vertreter der Zivilpartei legte beim Kassätibhshof Berufung gegen das freisprechende Urteil ei»i. Der Fall hatte seinerzeit' die öffentliche Meinung in der Türkei ungeheuer erregt. Die Judenschaft Kotistaa-. tlnopels protestierte am öfferich Qrabe des Opfers gegen die Nichtverfolgung de£ Mörders; diese Kundgebung gab Anlaß £it einer hemmungsfösen ant{jüdischen Hetze, die von der presse un4 den nationalistischen Parteien ge»« schürt wurde?in.d_ ...y^^;V.Aft<^jn;at.c<;- hlpdiirch die Judensphaft IndeV'fürkei'lb^ '' : Ein Schlag gegen die B'nei-B'rlth-Logen in der Tjirfcel? L: Dem türkisch en t Parlament in Angora ist ein Qey setzeutwurf zugegangen, wonach jene Wohltätigkeltsgesel^ schaffen, die Verbindungen mit dem Auslände unterhalten, verboten werden sollen. Man befürchtet, daß durch diesen Entwurf< wenn e> Oesetz werden sollte, die E x i $ t e n % d ef :B'n pi_ B'r i t h-Logf n, die soviel für. die £rhaltu«i<f der . jüdischen Gemeinden des Orients getan haben, bedroht Werden könnte. Hündfeld tiekennt slph zu seinen jüdisphen Ahnen, Baron von Hünefeld, der Besitzer des Flugzeug ges Bremen", der mit Köhl und Fitzmaurice den ersten gelungenen Ost-V&'esMrlug von Europa nach Amerika Unternommen hat, empfing nach seiner Ankunft in New York, wo Ihm und seinen Flugkollegen ein begeisterter Empfang bereitet worden »st, den Vertreter der Jücjischen felegraphfcn-Agentür, der ihm mitteilte^ daß die deutschen antisemitischen Verbände den grandiosen Flugerfolg der „Bremen'' zu eitler rassenantisemitischen Propaganda aus* nutzen. Hünefeld sagte, er'mißbillige es durchaus, daß mau versuche, den Flug der „Bremen'* zu ra&senantisemi' tischen parteipolitischen ^wecken auszubeuten; der von riet» antisemiiisihen Gruppen verbreitete Bericht, daß er auf der Liste der deutscrinationalen Volkspartei, die ja SB ER RI SSEN mpU bcikctit ti rtneht Ilir« Qardirdbi» nicht ««Iii I Reparaturen t«tf«r Art« Umvtx, hing" , Wenden. Kuiolutop cn, «tieni, Ini ., ' rb, U bfinahmc: wild, b Ulf;, schnell, da anczlatlslert. tlnala In Wl«n. Aihtrlk. ReanrM»r\verl«»tJUite »Eapr«ß «, Vi., mMhilferatiaße 78. T« .«?B- 0-8-«', Schntideanelitcr f. Uitic Separ BOßelMion mit waittkab n«n »WWIIUI»WIWWIII»IIMIIIIMM|IW»Miai«WIIII^WMIWIII|^ Wy»IIIIIWIIW>WI»l»ltMWIIlW»MHHlWIIIIII11IWIMIHIIIIIMIIIMW« SIEQM« KOR|NI^4SHL OROSSPLUSCHHAUIRII Zentral» IX., B«rgg«»ac 19, Telephon 17^3-99 u. 16-9 34 Lief er»nt f ü i H «i I * n st alten JmSSSSSSS^ anter Auitieht d»» Ehrwürdigen Rabbinnt« der hr Kul* tttggemeinde Wien IX, B«rt0. II s XVIII., Whrlnguralr, §7 iSiKTMnSrafTO veranstaltctea Vertreter der ein antisemitisches Programm hat, zum Reichstag kandidiere, stimme in keiner Weise mit den Tatsachen überein; er crUlüre sich gegen jegliche Ausnutzung des Flugerfolges' zu politischen Zwecken. Im weiteren Verlauf des Gespräches .bestätigt e Baron v. Hünefeld, daß seine Mutter eine geborene Lac I*- mann, Tochter des Eiseuacher jüdischen Bürgers Marcus Lachmann, sei, An dem von der Stadt New-York Empfang zu Ehren der Flieger nahm als Judenschaft Rabbiner Stephen' Wise teil. 17 Juden im französischen Parlament. Während beim ersten Wahlgang nur zwei Juden, der Handelsminister Bökanowski und Baron Maurice de R o t s c h i 1 d, Sohn des Barons Edmond de Roth> schild, ih das französische Parlament gewählt worden sind, haben die Stichwahlen den Sieg mehrerer jüdischer Kw didaten gebracht. Gewählt wurden 17 Juden, und zwar: der Radikalsozialiat Baron, der Radikalsozialist und frühere Minister Andre" Hesse, der Sozialisten Spinae, Morel, Bedpuce, Groc, .Ury, Grumbach, die Radikalsozialisten Berger, Levy Alfanderi, Lerman, Linker, der frühere Minister Leon Mayer, der Demokrat George Mandel und S t h u im a n (radikale Union) u. a. m. Unterlegen sind der sozialistische Führer* Man muß nicht übet den Ozean fliegen, wenn man einen modernen Warenhausbetrieb besichtigen so\yle Ursache und Wirkuus des Aufstieges kleiner Betriebe zu RiesenunternchmunKen — in awerikaniischen Großstädteh kein seltenes Ereisnäs — an Ort und Stelle studieren will. Das populäre Leopoldstitdter Warenhaus der Brüder SchlKmanti, Taborstraße 48, ist ©in Musterbeispiel dafür, daß auch Iii WJen, trotz der schlechten Wirtschaftslage, für den modern denkenden, die Anforderungen seiner Zeit rtlohtfi«. erfassenden Kaufmann außerordentliche Eritwicklungsmöjfliohkeitcu st-igcben sind. Ziejhowußte Tatkraft und großzügiger UnternehmuiiKSgelst haben auf dem Wiener Platz eine bewundernswerte Leistung vollbracht. Das Warenhaus, Brüder SchWfmänu, noch vor wenigen Jahren eine Modewarenhandlun« mittlerer prößc, iiat sich, in den letzten Jahren, dank selricr sprichwörtlichen L'eistungsflihig'keit, zu einem hiaßgeibenden Großbetrieb ersten Ranges emporentwlckelt. Dieser Autschwung, an amerikanische Vorbilder erinnernd, ist voi allem dem Arbeitseifer und der immensen kaufmännischen Begabung des Senlorclicfs, Herrn Max Schilffmann, zu danken. Von dem Gedanken ausgehend, daß man nur durch besondere Leistungen wirklich großen Kundcnzuwachs erzielen könne, hat er seine Beziehungen zu leistungsfähigen Erzeugern, sein Kapital, seine Erfahrung ausschließlich in den Dienst seiner Kunden gestellt und sich das bewährte Prinzip: Geringer Nutzen zur Erzlelung. großer Umsätze, zum leitenden Geschäftsgrundsatz gemacht. ' Heute ist das Warenhaus Brüder Schiffmann in gany Wien und In der Provinz als verläßliche und billige Eiukaufsquelle längst bekannt. Das Unternehmen nimmt eine führende Position im Geschäftsleben Wiens ein und züihlt viele Zehnt'ausende Stammkunden aus allen Wiener Gcmelndebezirken, deren Za<hl ständig Im Anwachsen Ist.; (Entgeltlich.) MELUNGER 'S WIENER HEILTEEMI8CHUNQEN BEI ZUCKERKRANKHEIT. GAUEN-, NiEREN-, BLA8EN8TEINE und MAGENLEIDEN sind votiUgilohi Prq Pakit $ 8 50 Postversand! Wien, XVII. Bez., Lacknergasse Nr. 37/4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.