Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 34 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 34 Gesellschaftsreise nach Palästina Veranstalter: Verband radikaler Zionisten und die Vereinigung demokratischer Zionistinnen. Weg: Von Wien über Italien, Aegypten nach Palästina und zurück nach Wien. Dauer der Reise: 28 Tage. Preis: Genauesten Aufschluß enthält der Prdf spekt, welcher den angemeMeteh Reiseteilnehrhern eingesendet werden wird. Zahluftgserleichterungen: Die Reiseteilnebmer können in monatlichen oder wöchentlichen Zahlungen den Reisebetrag erlegen. Tellnehinerzahl: begrenzt! Ausländische Teilnehmer: Mit Bezug auf viele Anfragen wird mitgeteilt, daß Interessenten aus dem Auslande sfehr willkommen sind. Auskünfte erteilen nur Frau Paula Stricker, Wien, II., Hollandsträße 10, Telephon R 45-6-89, und Frau Berta Ta u b es, Wien, II., Böcklinstraße 92, Telephon R 43-9-19. Palestine Touring Club Wien. In Wien wurde unter dem Titel Palestine Touring Club ein Verein gegründet als Zweigverein des Touringklubs in Palästina, welcher laut Statut bezweckt: 1. Die Pflege und Hebung des Touristenverkehrs nach Palästina und Verschönerung dieses Landes. 2. Die Propaganda für Palästina durch Herausgabe von Zeitschriften, Broschüren, Flugblättern und Handbüchern. v , 3. Die Organisierung von Gesellschaftsreisen zu billigen Preisen, Einflußnahme auf Hotels, Pensionen, Gesellschaften unter Zuziehung von in Oesterreich konzessionierten Unternehmungen. 4. Auskunftserteilung in allen das Land selbst und den Touristenverkehr Palästinas betreffenden Angelegenheiten. ,; D,ie formeile Konstituierung. wird .in. den, nächsten Tagen erfolgen. Alles freut sich! Bei dem Film Alles lacht! Sami Weinsteins Erbschaft Der Film der ununterbrochenen Lachsalven Ab heute: Kruger-Kino, I. Zentral-Kirio, II. Maria-Therösien-Kino, V»l. Palast-Kino, VIII. Schäffer-Kino, VI. Ab Dienstag, den 15. Mai: Kino Lustspieltheater, IL State-Kino, VII. Flieger-Kino, IX. Votivpark-Kino, IX Theater-Kino, XVII. Monopol: Panfilm, Wien VDL Eine interessante Entwicklungsform in der Lebensversicherung. u JnAfn Anfänffen der Lebensversicherung war für »nre. Qestaltnnr einzig und allein die Gründidee der Vo»- sorge fui; das Todesfallrisiko ausschlaggebend. Auch dann, als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die reine Ablebensverstcherung an Zahl abnahm und immer mehr die Ab- und^Erlebensversicherung in den Vordergrund trat, bildete doch das einzige. Risiko, welches die. Versicherung zu decken hatte, das Todesfallrisiko. . .. Bald darauf übernahm die Lebensversicherung ein neues Risikoelement, nämlich den Fall der Invalidität und d»e Lebensversicherung übernahm es auch, den Invaliditätsiall ajs Versicherung zu betrachten und gewisse Leistungen bei Eintritt des Verskheruhgsf alles zu vollbringen, v+ai jBeide. Eälle, der Todesfall, sowohl auch der Invalid aitütsfall, haben insoferne ein gemeinsames Charakteristikum, als sie, beide das . Ende der Lebenskraft des Menschen bedeuten; 3m Todesfall tritt das physische Ende des, Versicherten .und - damit seiner - Lebenskraftein, im InvaÜditatSJall ist „wohl die Lebensdauer des Menschen nicht zu Ende, wohl aber ist seine Lebenskraft so weit 'vernichtet^, daß er kein aktives Element mehr abgeben kann. Die moderne Entwicklung der Lebensversicherung hat nun den ganz neuartigen Gesichtspunkt gezeitigt, nicht hur dann yorsorgend einzugreifen, wenn eine Vernichtung oder Lahmlegung des Menschen bereits eingetreten ist, sondern dann« wenn es sich dar,um handelt, die, Lebenskraft des Menschen zu erhalten und seine Lebensdauer daher zu verlängern. In Amerika, wo das Versicherungswesen ja infolge, der besonderen Verhältnisse, die dort herrschen, sich, zu ganz anderen Dimensionen entwickeln konnte, njtf dieser Gedanke1 zuerst Verwirklichung gefunden und ha,t dann in verschiedenen Formen auch in anderen Ländern des Kontinents Emgantr gefunden. Nun tritt eines der ältesten /Versicherungsanstalten. des Kontinents, die Assi* curaziont Generali in Triest, nach der hier angedeuteten Richtung mit einer neuen Idee hervor, welche uns ein bedeutendes Entwicklungssvmptom zu sein scheint, weil durch , diese neue Einrichtung das erstemal eine Versiqherungslei^ung zu dem Zwecke geboten wird, die Er.- 3 ufc'0*8.1 Lebens des Versicherten zu ermöglichen und damit für eine; Verlängerung der Lebensdauer vorzusorgen. Die Assicurazioni Generali hat, wie wir erfahren, eme sogenannte. Operationskostenbegünstigung eingeführt, welche jedem Versicherten ohne Kesten zugebilligt wird. Auf Grund dieser Begünstigung hat der " Versicherte das Recht, zum. Zwecke der Bestreitung der Kosten eines etwa notwendigen chirurgischen Eingriffes eine Voraus* zaulung auf die versicherte Summe zu verlangen. Es wird, ausdrücklich betont, daß es sich hiebei nicht um ein Darlehen #handelt, für welches der Versicherte Zinsen zu zahjen hätte, sondern um eine vollkommen Zinsen- und spesenfreie Vorauszahlung, somit um eine Teilliquidierung der Versicherungssumme. Damit tritt eben jener Fall ein, den wir als interessantes Entwicklungssymptom bezeichnethaben: Einbeziehung eines neuen Risikoelemerites in die Lebensversicherung und damit die Schaffung eines neuartige^ Versicherur^^ Besonders wertvoll für das Publikum ist die Tatsache; daß die Assieurazioni Generali, wie .bereite bemerkt, diese neue. Begünstigung kostenlos gewährt. Die Anstalt hofft für die entstehenden Mehr*, leistungen dadurch Deckung zu finden, daß die Sterblich" Ke'taer Versicherten eine entsprechende Verminderung erfahre^ wird.. Diese Annahme hat gewiß volle, Berechi- V?! denn es ist, zu erwarten, daß ein Versicherter, den pperatipnsbedurftig ist, sich rascher zur Vornahme der Uperation entschließen wird, wenn ihm die Sorge um die Aufbringung der erforderlichen Mittel für die Deckung der Kosten der Operation abgenommen ist, Gegenüber den Kasseneinrichtungeji ha,t die hier vor*' Hegende Begünstigung den großen Vorteil, daß der Ven-„ W TRIEST PENJION RUBINJTEIN So EtozigrltuellesHausam Platze. Neben Kuranstalt «.Strand. Bekannt erttki.Veipf legung u. ueundl. Bedienung. MAfiige Preise. Prospekte sicherte vollkommen frei in der Wahl des Arztes und der Heilstätte ist, was speziell bei Vornahme von Opera* tionen ein nicht zu unterschätzendes Moment darstellt Es ist bekannt, daß viele Leute sich viel leichter zu einer Operation entSchießen, wenn sie die Mögichkeit haben, sich von einem berühmten Chirurgen operieren zu lassen, zu dessen Ktui9t allgemeines Vertrauen herrseht. So hat die Assicurazteme Generali mit dieser Neu* einführung eine Entwicklungsform geschaffen, welche auch eine glückliche Vereinigung der Interessen der Yersichejrungsanstalt mit den allgemeinen sozialen Interessen (Verminderung der Sterblichkeit) darstellt und so geeignet ist, einen weiteren Beweis für die soziale Bedeutsamkeit der Lebensversicherung zu liefern. Der Kampf in der amerikanischen Zionistenorganisatiori Per Kampf der Opposition gegen Welz mann und den Präsidenten der amerikanischen Organisation Lipsky nimmt.immer schärfere Formen an..Nachdem der Oppositionsführer Dr. Stephen Wise m|t; einer grundsätzlichen Erklärung gegen die von, Weizmann betriebene Politik, welche in der letzten Nummer der ^Neuen Welt" wieder gegeben wurde, hervorgetreten . ist, richtet sich nunmehr die. Aktion 'der Opposition haußfeächlich gegen , die Fuhren» schaft Llpskys. Die J. Tv ^.v: ^ejdet h»e?ü; . Washington (J, T. A?)> Die in Washington abgehaltene Ko n f e r $n\t der ,Qp^|tipn, , inn(örhalb der zionistischen Organisation Ame^ikaa.,ha,t dem zur Führung des EIILERMDEALBETT in iyi«$ s |n.g ■ w;n. a stahl BET7FEDERN - MYQ. MATRATZEN PAT.-SCHLAFMÖBEL KaNPERtt/AQ£N ' P I 1.1.10 ÜT » ' 9 AP W I K SfBBI » g SB Q M.EISLER NACH Wl IN II., Praterafr. 45. Tel. 46-140 /'% Dlehlg.19, Tel, #108 Oeg» Urittot 1870! ProWlB*w«r»«n«l, Kampfes gegen den Präsidenten Louis L l p s k y eings» setzten Komitee einen Betrag von 25.000 Dollar zur Vet> fugüng gestellt, Die Redner der Konferenz wären Richter Julian Mack, Zeldin, Rosen so n, Beren8onu.ai.rn. Eine besondere Abordnung würde zum Qberrichter Louis Brand.eis entsandt, um ihm die Grüße der Konferenz zu übermitteln. Die Konferenz war sich einig darin, daß Oberrichter Brandeis keinerlei Amt in der zionistischen Organisation Amerikas und in der zionistischen Weltorga* nisatton annehmen solle, ":" New York (J. T. A). Die Ausemandersetrürigeh zwischen den Führern des amerikanischen Zionismus und den Führern der offiziellen Opposition nimmt immer schärfere Formen. an. In beiden, Lagern bedient man sich der schärfsten, Waffen, auf beiden Seiten herrscht Entschlossen? heit, im Hlnbick auf die im Juni d. J. zusammentretende Konvention der amerikanischen Zionisten den Kampf durchzufechten und die Entscheidung zugunsten der eigenen Partei herbeizuführen. Die Auseinandersetzungen., finden, auch ihren Niederschlag in der Presse New Yorks und der übrigen Zentren der Vereinigten Staaten, Die letzte Sensation. ist die scharfe Pressefehde, die zwischen dem. Präsidenten der amerikanischen zionistischen Organisation Louis L i p s k > und dem oppositionellen Führer R o sc n-> sbn ausgebrochen ist. Rosenson veröffentlichte einen Auf* satz in der Presse, in welchem er von einer großen Miß* Wirtschaft in der Verwaltung der Bodenkauf* und Kolprii*» satlpnsgesellschaft American Zion Commonwealth spricht, die drei Millionen Dollar SchuU den hat. Aus den bei dem United Palestine Appeal einfließenden Geldern mußte eine halbe Million Dollar für die „Commonwealth" vorgestreckt werden. Rosenson richtet scharfe persönliche Angriffe gegen Lipsky, dgn er fftr die Mißerfolge \n der American Zion Common* wealth verantwortlich macht. Upsky habe Ohne Zustint^ oiung des Administrativkomitees und ohne dieses Komitee htervon offiziell in Kenntnis gesetzt zu nahen 285 Q00 Dollar der American Zion Commonwealth überwiesen. Lipsky habe hinreichend derf Beweis erbracht, daß er zu einer verantwortungsvollen Führerschaft nicht taugt. Auf den Angriff Rosensons antwortete Lipsky in einem. Artikel, in welchen* er feststellt, daß die ztonistüsche Organisation Amerikas die moralische Verantwortung für die American Zion Commonwealth schon im Jahre 1915 übernommen hatte. Lipsky behauptet, er habe niemals» Wie ihn Rosenson beschuldigt» die Ueberweisungsordre über 285.000 Dollar an die Commonwealth ohne Befragung des Administrativkomitees unterzeichnet und erhebt die Anschuldigung gegen Rosenson, daß dieser, als der Anwalt der American Zion Commonwealth, sich eine Oebühr von 6000 Dollar habe auszahlen lassen, obwohl er sich nach außen hin den Atjschein gab, als ob er freiwillige Dienste tue. Zum Schhiß teilt Lipsky die Tatsache mit, daß die American Zion Commonwealth endlich über alle Schwi^rigfceiten hinausgekommen sei, indem eine kleine GrMppe New Yorker Zionisten es übernommen hat, die Angelegenheiten der Commonwealth aus eigenen Mitteln restlos zu ortinen. Die Konvention nach pittsburg einberufen. Vom Hauptbureau der zionistischen Organisation Amerikas wird mitgeteilt, daß die diesjährige Konvention der amerikanischen ZidniSten am 1. Juli in Pittsbwrg -eröffnet werden wird. Diese Konvention wird wohl eine der bewegtesten Konferenzen der afflertkanlscheit Zionisten sein; sie wird -die tntscheklyrw über die künftige Führerschaft im amerikanischen Zionismus bringen. President Weizfosnn hielt in einer Beratung der Vorsitzenden des tfttited palestine Appeal In Amerika eine Rede, in d,ßr er sich entschieden gegen dje Opposition im amerikanischen Z|Önisjrniis und ihre Kamptfmethoden Wandte. Er nannte den Kampf der Opposition ein „1 eeres ^eläriii" (i.ah ijdje letting steani") und sa«te, die Opiosirionsh^liinhör hätten mm mindesten den Bericht der ^Äflncykotnhiisslon abw^te." sollen, bevor sie die so rücksichtslose Kontroverse begknnen. Warburg un4 Ro^enwald — Ehrenvorsitzende der KrlntkölonlsatldnsgeseUschaft. Zur Erweitetiing der russischen Arbeit des Joint hat sieh in New York eine neue jüdische KolonisatlOiisgeseilschäft gebildet. Zu Ehrenvorsitzenden wurden Julins Rosen wajd' «n<| Felix Warbnrg :nominiert. Beide h$)en die Wiirde abgenommen, J3s ist also möglich, daß dje kidis^hpalitisch.e Arbeit In Palästina und die Sow- Jetkolönisatlon durch Personalunion Verbunden werden. Es wird immer interessanter um die Jewish Agency. Ml> MM» ll.i.ill.l«!»I Die J^wish^Ageflcy^Cömmission. AiH 9, Jiini Sitzung in London. Dr. Lee Frankel, Mitglied der Jewish Agency- Commission, teilte der'Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß atn 9. Juni in London eine f ür laingere Dauea berechnete Tagung der europäischen und amerika* nischen Mitglieder der Jewish Agency-Commission beginnen wird. Felix Warburg und Weizmann treten am 23.Ma an Bordder „Mäutetartia" die Reise nach London an; Lonis Marschall^ Frankel und Hext er folgen am 2..Juni an Bord der „Maje8tic<f. Dn Frankel erklärte, daß die Kommission so lange zusamen bleiben wird, bis das gesamte Arbeitsmaterial erledigt sein wird. Chaies^Realgyninasluin, Wien, nN Castellezgasse 35. Einschreibungen in die erste bis acht« Klasse tag* lieh zwischen 12 und 1 Uhr in der Direktionstanzlei. Strwg orfoQltox HQtewooront HTiiereslenhor Schone eia-und «welbettlße Z mraer, , Voradjillcii» tind billige P*n*lep. ■' Rejtöuratcur Goldmonn «»• f}«4«|i«st.