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Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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■ Nr. 33 die neüe mir Seite 9 1000 Dollar sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Gaste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! KASUtftR Einigung in der zionistischen Studentenschaft. Wie wir erfahren, hat sich die zionistisch organisierte Studentenschaft, die seit einigen Jahren im losen Kontakt zionistisch arbeitete, zu einem einheitlichen Verband der „Z i o n d s t i s c h - a tk a d e m i s c h c ri Verbindungen und Vereine Oesterreichs" zusammengeschlossen, welche Organisation auch von der zionistischen Landesofganisation Oesterreichs als studentischer Sonderverband anerkannt wurde. — Die 1. ordentliche Generalversammlung dieses Sonderverbandes, der auch dem Gesamtverband Jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa" untersteht, findet Samstag, den 12. d. abends und Sonntag, den 13. d. vormittags im Festsaalc des österr. Handelsmuseums, JX., Berggasse, statt. Jüdischer HocliscltnlausschuÖ. Führung durch den alten jüdischen Friedhof in der Seegasse. Sonntag, den 6. Mai 1. J, findet um halb 4 Uhr nachmittags eine Führung durch den alten' jüdischen Friedhof statt. Führer: Regierungsrat Dr. Wach st ein. Treffpunkt: Viertel 4 Uhr nachmittags vor dem Eingang, IX., Seegasse 9. Gäste willkommen. Jugendwerbewoche. Das Zionistische Landeskomitee (Jugendamt) veranstaltet gemeinsam, mit dem „Verband der zionistischen Jugendgruppen" irr der Woche vom 5. bis zum 13. Mai eine; Jugendwerbewoche. Sinn dieser Veranstaltung ist, durch eine von allen Jugendgruppen auf diese Aktion konzentrierte Werbe-; anbei* neue Kräfte dem Zionismus zuzuführen. Das Programm dieser Aktion enthält folgendes: Samstag, den 5. Mai, 5 Uhr nachmittags, VIII., Bennoplatz -1, Jugendführertagung: 1. Jugend und Organisation. Referent Jo"sef Mahrer. 2. Erziehungsauifgaben und Möglichkeiten in Jugendbünden: Zwi Huber. 3. Sinn einer Aelterenerziehung: Montag, den 7. Mai, 8 Uhr abends, HJ., Sophiensall ('Blauer Saal): Jugend-Meeting. Dr. S. Kanowitz, Berlinr „Die jüdische Jugend und die jüdische Wirklichkeit." Die ganze Woche über Veranstaltungen der verschiedenen Jugendgruppen. Sonntag, den 13. Mai: Lag B'Omer Zentralwanderung sämtlicher jüdischer Jugendgruppen: Gießhübler Heide. ........ ü: Im Rafoimen der Jugendwerbewoche veranstaltet die: Zionistische Jugendgruppe Brigitten.au Samstag, den 12. Mai, halb 8 Uihr aibends, in den Kunstspielen, I., Riemer-:. gasse 11, eine Lag-b'Omer-Feier. Aus dem Programm:! Sehalom Alejchem: „Der Doktor", I. L. Perez: „Die gol-' dene Kette". Karten im Vereinslakai, XX., Jägerstraße 30, und im Zionistischen Landeskomi.tee, Jugendsekretariat. . Im Rahmen der Jugendwerbewoche veranstalten ferner .die Jugendgruppen des, I. W. J. T. V. JMafWkabi (IMaikk:aiKi Hazalr) in -den' Kuns'tspielefi"'Pärfj %iW&aet^usse IV am Sonntag, den 6. Mai, halb 8 Uhr aibends, eine Akademie mit reichhaltigen turnerischen und szenischen Darbietungen unter Mitwirkung von Leo Lederer, Brünn (Rezitationen). Restliche Karten im Sekretariate des Vereines, IX., Liechtensteinstraße 20. Gäste herzlich willkommen. Wander b u nd Blau- W eiß. Der jüdische Wanderbund Blau-Weiß veranstaltet im Rahmen der Werbewoche am Donnerstag, den 10. Mai, halb 8 Uhr abends, im Lokale, VHL, Bennoplatz 1, ein Werbemeeting: »Der Zionismus und die intellektuelle jüdische Jugend". Am Samstag, den 12. .Mai,. halb 3 Uhr nachmittags im Votivpank-iKino, IX., Währingerstraße 12, Lichtbildervortrag: „Ein jüdisches Sommerlager". Zur Geschichte der Juden in Brasilieu. Im „Jewish Ohronicle" gibt J. R a ffalovich einige sehr interessante Daten zur Geschichte der J u d e n. in Brasilien, bekannt. In der Geschichte der Juden spielt Brasilien eine unbedeutende Rolle. Verschiedene brasilianische Historiker vertreten die Ansicht, daß die Entwicklung dieses. Landes dem jüdischen Genius viel zu verdanken habe. In jedem' Falle ist es Tatsache, daß im Jahre 1548 in diesem Land-. strich portugiesische Juden angesiedelt waren, und daß diese es waren, die die Z u ck e,r r o h r i ndu s t r i e von Madeira nach Brasilien brachten. Auch viele Marannen, die in ihrem Geburtsland unter ständiger Angst um ihr Leben waren, sind nach Brasilien abgewandert und hatten großen Anteil an der Entwicklung des Landes. Jüdischem Geschäftssinn und jüdischem Geld ist. auch die Entstehung der hoUändisoh-orientalischen Gesellschaft zu danken; als der nördliche Teil von Brasilien von den Holländern kolonisiert wurde, strömten tausende Juden aus Hollarid und Portugal dahin und bildeten allmählich die wichtigen jüdischen Gemeinden von Reciife, Bahia und andere. Um jene Zeit galt Gaspar Dias F e r e i r a als der reichste Jude von Brasilien. Jüdische Gemeinden bestanden in Rio de Janeiro, Tarn arita und P a r a 1 i s b a. An der Spitze dieser Judengemeinden standen berühmte Rahbiner, die zum größten Teile ihre Ausbildung in Amsterdam genossen hatten, und unter den wenigen brasilianischen Schriftstellern taten sich besonders die Juden Elijah Machoro und Jacob de Andrade Tellozo hervor. Zur Zeit als Pernambuco von den Portugiesen wieder erobert wurde, betrug , die Zahl der Juden daselbst 5000 Seelen. Als dann mit den Portugiesen auch die Inquisition wieder kam, flüchtete der größere Teil der Juden nach Holland, während andere in Neu-tAmsterdam, dem heutigen New York, Zuflucht suchten. Eine gewisse Anzahl von Juden wollte das Land, das sie zur Blüte gebracht hatten, nicht verlassen. Sie führten das schwere Leben von Geheimjuden und viele von Ihnen wurden auf Grund von Denunziationen verhaltet, nach Lissabon gebracht und dort verbrannt. Unter diesen befand sich auch der größte portugiesische Dichter und Dramaturg seiner Zeit, Antonio jose da Silva, der in Rio geboren wurde und im Jahre 1739 als Märtyrer seines Glaubens den Tod auf dem Scheiterhaufen fand. Viele Juden wanderten infolge des zunehmenden Druckes und der Verfolgungen aus. Andere wieder assimilierten sich so vollständig, daß sie dem Judentum verloren gingen, und so kommt es, daß auch heute noch in Brasilien viele Familien leben, deren jüdischer Ursprung allgemein bekannt ist, und die auch heute noch den Namen ihrer jüdischen Vorfahren tragen. Eine große Anzahl jüdischer Familien, die im letzten Jahrhundert nach Brasilien eingewandert sind, stammt aus Elsaß-Lothringen, Deutschland, Holland und Marokko. Die marokkanischen Juden haben sich besonders in Para und bei den Amazonen festgesetzt, wo sie gut organisierte, mit allen erforderlichen rituellen, kulturellen und sozialen Einrichtungen versehene Gemeinden bilden. Die Einwanderung von Juden aus Rußland und Polen datiert erst vom Ende-des vorigen Jahrhunderts. Zu Beginn unseres Jahrhunderts gründete die jüdische Kolonisationsgesellschaft Ita Einwandcrenkolonien, so die Siedlungen Philippson und Quatro-Irmaus, in welchen hauptsächlich russisch-jüdische Familien angesiedelt werden. Nach dem Krieg 'begann eine; stänke Einwanderung jüdischer Faimilien aus Osteuropa, die so große Dimensionen annahm, daß man heute behaupten ikann, daß der überwiegende Teil der jüdischen Bewohner von Brasilien in den letzten sechs Jahren erst eingewandert ist. Im Jahre 1925 landeten in Rio und Santos 2624 Juden, 1926 waren es 3906 Juden, während im Jahre 1927 bloß 1503 Juden dazukamen. Die meisten von ihnen stammen aus Polen, es kamen auch viele aus Amerika, einige aus Rumänien; auch aus Deutschland, Syrien, Litauen und anderen Ländern sind Juden in den 'letzten Jahren nach Brasilien ausgewandert.' Die geistigen Bedingungen der Juden in Brasilien lassen noch1 "sehr viel zu wünschen übrig und auch die wirtschaftlichen ' Verhältnisse sind (für die jüdischen Einwanderer keine leichten. . *"•'• Struck-Ausstellungen in Amerika. Hermann S t r ti c k, der," wie erinnerlich, vor Jahren von Berlin nach Haifa übersiedelte, befindet sich seit einigen Monaten in. New York. Der Künstler hat dort eine Reih« hervorragender Persönlichkeiten radiert, und die Galerie Arnold Seligmann, Rey ü. Co. veranstaltet eine umfangreiche Ausstellung seiner Graphik und Aquarelle, ausl der zahlreiche Blätter in privaten Besitz übergingen. Das Metropolitan-Museum erwarb das Strucksche Bildnis Professor Albert Einsteins, iund im Auftrage von Sir Joseph Duyeen schuf Struck eine Radierung, nach einem Mädchenkopf dps Rogier van der Weyden, der sich im Besitz des Finanzministers Mellon befindet. In dieser Woche, wird in New York eine zweite Ausstellung des Werkes von Struck eröffnet und in nächster. Zeit auch eine Ausstellung in Baltimore. Zionistenfahrt nach Bratislava. Am 17. Juni 1928 (Sonntag) wird eine Sonderfahrt mit Salondarnpfef der Wiener Zionisten nach Bratislava veranstaltet. Sie umfaßt die Hin- und Rückfahrt, Akademie auf dem Schüfe,' Musik und Tahz an Bord, Führung durch die Stadt, Gartenfest und weitere Vergnügungen. Preis der' Karte S 9. Anmeldungen werden beim Jugendverein „Erez Israel" (Sekretariat), II.. Zirkusgasse: 33, und im Zion. Büro (Kereri Kajemeih), I., Kärntnerstraße 28, entgegengenommen. S s für die ehrw. Herren | Rabbiner und Kantoren | und Chorsänger 1 in den mannigfaltigsten formen erhalten' 1 Sie fertig und nach MaB § In bester Qualität zu den billigsten Preisen!! In der altbekannten § Uniformierungsim WiMjlÄMerir.U | (Achtung auf Hausnpeier!). i Tel. R 45-6-29 Qegr. 1866 | BS . . , H H Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben! & g Versand nadi allen WelttaileiH ' Hei* illoilrierte Kataloge gratis l j§ %lllllllllllllllllUlll^ udische Sport« und Turnbewegirag Helfet der Hakoah! Wenn vor 20 Jahren auf einer schlechten Possern bühnc ein jüdischer Sportsmann die Szene betrat, dröhnte das Haus vor Gelächter. Die Arbeit von zwei Dezennien hat genügt, um das Ansehen des Judentums in körpe» licher Hinsicht vollkommen zu rehabilitieren. Sieg auf Sieg, Triumph auf Triumph haben die blau-weißen Jungen der Hakoah im Laufe der Jahre in heldenhaften Kämpfen errungen, Wcldrckorde geschlagen, Meisterschaften erobert und dem jüdischen Namen in allen Weltteilen Ehre gemacht. Doch zu all diesen moralischen Erfolgen kommt das praktische Moment. Die gesamte jüdische Jugend wird körperlich ertüchtigt, der geistigen Qualität die somatische gleichgestellt. Das Wohlergehen der Hakoah geht jeden art, denn seine Kinder oder Enkel können auf ihren Sportplätzen, Schwimmhallen und allen ihren Trairtingsräumen Kraft und Gesundheit finden. Durch die unselige Inflationszeit und deren Folgen ist nun unsere Hakoah in eine schwere materielle Situation geraten, die unter Umständen den Zusammenbruch dieses prachtvollen Werkes herbeiführen kann. Diese Gefahr muß abgewendet werden: Es wäre kläglich und unselig traurig, wenn sich nicht einige hundert Menschen fänden» die uns bei unserem letzten Sanierungswerk in seiner letzten Phase beispringen wollten. Die neue Leitung der Hakoah, an deren Spitze zu stehen ich die Ehre habe, hat von einem Schuldenstand' von über einer Milliarde, die sie übernahm, bis nun beträchtlich mehr als die Hälfte getilgt. Was hier an Arbeit und materiellen Opfern geleistet wurde, läßt sich katttn messen. Die Namen unserer opferwilligster Helfer, wie Heinrich B a b a t, Fritz' Beck, Deszö Herbst, Ignaz Hochberge r, Jacob K u 1 k a, Philipp Speyer, Wilhelm P e t y a n, Max S c h i f f m a n n, werden unauslöschilich in der Geschichte der Hakoah verzeichnet sein. Jetzt gilt es, die letzten Anstrengungen zu machen! Ich richte an jeden jüdischen Bürger den ernsten und herzlichen Appell, uns nach Kräften zu helfen. Ich bitte die jüdischen Organisationen, Sammlungen für die Hakoah zu veranstalten. Ich ermahne schließlich alle Mitglieder und Freunde der Hakoah, in dieser entscheidenden Phase unserer Sanierungsarbeiten ihre Pflicht zu erfüllen. Jede, auch die kleinste Spende wird vom Sekretariat der Hakoa,h» Wien, I., Wipplingerstraße, Cafe Altes Rathaus, mit herz*- lichsten Dank , entgegengenommen. Ich. kann mir nicht denken, daß die Judenschaft ihre Hakoah zugrunde gehen läßt. , Dr. Fritz Löhner-Beda Gründer und derzeitiger Präsident des Sportklubs Hakoah. * flakoahs Kampf um die Erstklassigkeit In den letzten Kämpfen koninten die vom Albstieg bedrohten'Vereine. Ö.-A. C, Sportklub und W. A. C. ihre Position in der Tabelle bedeutend verbessern. Hakoah fiel .auf .den drittletzten Platz zurück. Der jüdische Verein wird in den ausständigen Matches gegen Adrrära, W. A. C., Slovan und Simmering schwer kämpfen müssen, um sich in der ersten Liga zu behaupten. Der Hakoah macht man die Aufgabe nicht so leicht wie den Vereinen W. A. C. und Sportklub. Das internationale Hakoah-Schwimraeeting. Hakoah veranstaltet am 19. und 20. Mai im Diana* ibad ein großes internationales Schwimmeeting. Deutsch- Jands beste Schwimmer nehmen teil, darunter Erich Rade mäch er, der Weltrekordmänn im Brustschwimmen, und Küppers, Europas bester Rückenschwimmer, Mehrere tschecHosflowaikische Meiste rschwimmer und alle österreichischen Meisterrinnen, Meister und Olympdadekandidiaten, darunter Oesterreichs beste Schwimmerinnen, Löwy, Hedy Bienemleld ('Hakoah), und alle, die im österreichischen Schwimmsport Namen haben, ergänzen das Progitanrm; Den Abschluß bilden die Endkämpfe um den Silberbailcun im Wasserball. Hakoah gewinnt das Dr.-Körner-Turnier. Das Hoc'key.turinier der Hakoah um den Dr.-Körner- Pokal brachte an beiden. Tagen interessante Kämpfe. Die Tabakregie in der Ausstellung „Frau und Kind", ,, Die Tabakregie, die in ihren Betrieben zum größten Teile Frauen beschäftigt, darf in der Ausstellung „F r a u u n d. K i n d" nicht fehlen, Im .mittleren Räume des Ovals, rechts vom Haupteingang, . sind Arbeitstische aufgestellt, bei welchen Arbeiterinnen ihre Fertigkeit in der Herstellung der beliebten österreichischen Zigarrenmarken zeigen. Rechts davon befindet sich eine Aus« stellun,g der Für sorgeein rieh tun gen für „r r au u n d K i n d" bei der. österreijphisehen T a b a k r e g i e. In Dioramen sind hier dargestellt:' ein Saal in einem Säuglingsheim, eine Szene im Garten einer Ta'gesb,e im Stätte, ein Schuizimmer eines Kindergartens und eine Küche in einem Arbeiterwohnhause. In Stereoskopapparät&n werden Wohlfahrtseinrichtungen und in Piapositiven die Tätigkeit der Frau im Betriebe und im Dienste der Fürsorge gezeigt. Ein Modell eines Arbeiterwohnhauses, Grundrißskizzen und statistische Tabellen ergänzen die Ausstellung. An diese Exposition schließt sich ein Verkaufsraum, in dem afle Regieerzeugnisse und auch die ki der Ausstellung selbst hergestellten Zigarren f risch, wie sie von den Arbeitstafeln konmien, erhältlich siftd, E

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