Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2711630-2711648--0439-2713581
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. .33 ,________.TtnmtrmmmTtntTmmmiiMH nmi\w iimirmrTMmwtrtfiimmtmmtlini vitnnittttunnni)iin n mwiflni nwintm t im wtj SIEGM. KORNMEHL OROSSFLeiSCHHAUEREI Zentrale IX., Berggasae 19, Telephon 17-3-99 u. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten J^SlSiiSSäSI^SL^miSillSiS^ || unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kul- |i tusgemeinde Wien f| IX., Bergg. 15 / XVIII«, Währlngerstr. 97 jf;inimnmiwMtfnmtimmimnimnnHttmiiimtiin*mmn ^imimiiimmmniminimiiinnnmimnitnimninnim^ „Beruchim habaim" aufgestellt. In der Synagoge wurde die königliche Familie von den Mitgliedern des tripolitanischen raibbinischen Beth-Din empfangen. Hierauf hieß der Gemeindevorsitzende H a g i a g im Namen des (gesamten jüdischen Volkes Tripolitaniens und der Cirenaica den König und seine Familie willkommen. ' Der König erkundigte sich im Gespräch mit den jüdischen Vertretern nach der Lage der jüdischen Bevölkerung Tripolitaniens und der Cirenaica. Die Königin und die Prinzessinnen besuchten in Tripolis die jüdischen allgemeinen Schulen und die Talmud-Thora-ßchulen und sprachen sich über den Unterrichtserfolg, die geistige Entwicklung und den Gesundheitszustand der Kinder sehr befriedigt aus. Wieder der Generalkonsul Federazzi. Nicht nur die jüdischen Blätter in Palästina, auch nichtjüdische Zeitungen in England und Amerika befassen sich noch immer mit der sonderbaren Haltung der für das Reiseprogramm des italienischen Kronprinzen in Palästina verantwortlichen Stellen. Es wird überall übel vermerkt, daß der Kronprinz gar kein Verlangen gezeigt habe, die Ergebnisse der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina kennenzulernen. Gerade weil ja das faszistische Italien an der letzten Zeit mit besonderem Nachdruck auf seinen Einfluß in Palästina pocht und man daher vielleicht schon für die nächste Zeit einer Stellungnahme der maßgebenden italienischen Stellen gewärtig sein muß, wäre es vielleicht doch richtiger gewesen, dem Kronprinzen das wirkliche Palästina und nicht nur dasjenige des Kardinals Ferrari und auch dieses bloß mit den Augen des Generalkonsuls Federazzi kennenlernen zu lassen. Dieser Generalkonsul Federazzi hat sich wieder einmal als ganz unverläßlicher Patron erwiesen? Bevor er nach Palästina versetzt wurde, hielt er mit seiner zi o n i s t e nfeindlichen Gesinnung nicht zurück. Als er nach Palästina kam, hängte er diese Gesinnung in den Kasten und versicherte, daß er in den Zionismus geradezu verliebt sei. Jetzt, da er Palästina Wieder verläßt, um in einem' anderen Lande diplomatisch tätig zu sein, holte er gerade während der Anwesenheit des Kronprinzen seine alte antizionistische Gesinnung wieder 'hervor, und so kaim es, daß Kronprinz Umberto vom jüdischen Palästina fast, gar nichts zu Gesichte bekam. Baron Adolf Kohner — Präsident der israelitischen Landeskanzlei Ungarns. Der VJ. .Gerneindedistrikt der Israelitischen Religions: gemeinden Ungarns hat sich am Sonntag neu (konstituiert und hat zu seinem Präsidenten einhellig Baron Adolf Kohner gewählt. Nach der Generalversammlung, in. der die feierliche Installierung Baron Kohners erfolgt war, hielten die in.Budapest versammelten Präsidenten der acht Geriieindedistriktc des jetzigen Ungarn eine Sitzung ab und wählten Baron Adolf Kohner zum Präsidenten der Landeskanzlei. Die Geschichte eines ThoraVorhanges. Am Samstag der letzten Woche wurde während' des Gottesdienstes in der Budapester Tabakssyma^ goge eine interessante Einweihungsfeier für einen neuen! Thoravorhang abgehalten, die eine pikante Vorgeschichte hat. Dieser Vorhang (Paroches) ist ein prachtvolles KunslM werk, das einen Wert von mehreren hundert Millionen repräsentieren soll; Oberrabbiner Dr. H e v e s i hielt die Einweihungsrede und die Anwesenden waren gespannt zu erfahren, wer der Spender sei, dessen Lob der Oben rabbiner mit so überschwenglichen Worten gesungen hat und auf dessen Haupt er den Segen Gotes herabflehte und für den er den Dank und die-Anerkennung! seiner Glaubensbrüder und der übrigen Mitglieder der Gemeinde verlangte. Endlich, endlich erfuhr man es: eS ist der bekannte Budapester Großkaufmann Jqlius Eise n m a n n. Die Stimmung schlug in stille Heiterkeit! um, denn dieser großmütige Spender, lange Jahre Bet-' hausvorsteher, war bei den letzten Wahlen mit dem ge* samten Vorstand durchgefallen. Er hatte, wie er hoffte> als BethauSiVorsteher seinen Vorhang einweihen lassen, wollen. Es kam aber anders. Henri Dunant. Das Internationale Komitee vom 'Roten Kreuz hat soeben eine kurze Biographie seines Begründers, des großen Humanisten Henri Dunant, erscheinen lassen, in der in einem besonderen Kapitel der Bemühungen Dunants für eine Kolonisierung von Juden in. Palästina und seiner diese Pläne betreffenden Besprechungen mit der „AMianoe Israehte Universelle" und anderen jüdischen Gesellschaften und Persönlichkeiten jener Epoche gedacht wird. Dann heißt es: ,,Lm Mär« 1866 hat Henri Dunant von Paris aus die Ideen des Inte-rnstionalen Weltverbande-s fiir das Wiederauflehen des Orients (Sociöte" Internationale Universelle pour Ja Renovation de l'Orjent) zu verbreiten he. gönnen und war auch gleich an den Versuch einer Ver wirklichung des Projektes, das die N e u t r a 1 i s i e r u n g Palästinas unter der Aufsicht einer großen KolonisationsgeseHschaft vorsah, geschritten. Ein Jahr später ent stand die Internationale Gesellschaft für Palästina (Compagnie Internationale de la Palestine), deren Präsidium Dunant übernahm,. Sie trat in Beziehungen zu verschiedenen anderen Gesellschaften und schloß Verträge ab. Der Begründer des Roten Kreuzes nimmt auf diese Weise mit Recht einen Platz ein unter den Vätern des Zionismus." Die Lage der Aerztinnen in Palästina. Im englischen Unterhaus erlklärte Minister Amery auf eine Anfrage, daß die Stellen im Dienste der Kinder Wohlfahrt, die in einigen anderen Teilen des britischen Reiches von Aerztinnen ausgefüllt sind, in Palästina durch einen weitverzweigten Dienst von Pflegerinnen und Hebammen versehen werden. Nach der Meinung der Re gierung bestehen in Palästina für Aerztinnen auch in anderen Zweiigen des öffentlichen Dienstes keine besonderen Aussichten. * jüdische Mäzene. Die deutsche Forschuirgsanstalt für Psychiatrie in München veröffentlicht eine Kundgebung des Dankes an das .gegenwärtig in Murnau lebende frühere Mitglied des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Co., Herrn Dr. H. C. James Loeb, und Alfred Heins heim er in San Francisco, die durch ihre Geldopfer die Existenz der Anstalt ermöglichten. In der Kundgebung heißt es: „Bei dem Förderer von Kunst und Wissenschaft, dem Amerikaner Dr. H. c. James Loeb in Murnau, fand Kraepelini weitestgehendes Verständnis, und an seinem 60. Geburtstage erhielt er von Doktor Loeb die erste halbe Million zur Verwirklichung dieses Projektes. Die weitere Werbetätigkeit Dr. Loebs bei seinen Verwandten, besonders bei Herrn Alfred Heinsheimer in San Francisco, brachte eine zweite halbe Million. Damit konnte die Forscfoungsanstalt für Psychiatrie im April 1918 eröffnet werden, und zwar in den Räumen der Münchner psychiatrischen Klinik, da natürlich während des Krieges nicht gelbaut werden konnte. Vom Jahre 1920 ab ermöglichte Dr. James Loeb während der Inflationszeit d u r c h i ä h r 1 i c h e Geldspenden die Fortführung des wissenschaftlichen Betriebes, und die Abwanderung der Abteilungsleiter verhinderte er durch eine neue Stiftung, die in erster Linie diesen zugute kommen sollte." Die Juden in Jugoslawien. Das jugoslawische Kultusministerium hat soeben das Budget iür das Jahr 1928' veröffentlicht, dem zu entnehmen ist, daß auf einen Gläubigen der pravoslaven Kirche 9,66, auf einen der römisch-ikatholischen Kirche 8.88, auf einen der evangelischen Kirche 5.25, auf einen Islamiten 14.23, auf einen AItkatholiken 3.25, auf einen Angehörigen der ,j üdi s c h e n Konfession aber 17.64 Dinar1 an Ausgaben des Staates entfallen. Dies würde bedeuten, daß der Staat der jüdischen Konfession die größte Unterstützung angedelhen lasse. In Wirklichkeit ist dem' nicht so, da die Ziffer 17.64 unter Zugrundelegung einer Zahl von 65.000 Juden berechnet ist, während die Zahl der Juden in Jugoslawien bedeutend höher ist. Ein großes Legat für jüdische Zwecke in Jugoslawien. Der dieser Tage in Zagreb verstorbene Kaufmann Lavoslav Schwarz hat durch letzt willige Verfügung 940.000 Dinar für wohltätige Zwecke hinterlassen, davon 820.000 Dinar iür jüdische Wohlfahrtsinstitutionen in Zagreb und 50.000 Dinar für den jüdischen Nationalfonds. Hilfe für die von der Erdbebenkatastrophe betroffenen jüdischen Gemeinden in Bulgarien. Mehrere jüdische Gemeinden in Südbulgarien haben, wie die „Neue Welt" bereits berichtet hat, unter der Erd- FÜRS FROHJAHR iiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii die allerletzten Kreationen der Pariser Haute couture u. eigener Schöpfungen aus edelst. Materlaien in unereichter Auswähl zu den bekannt billigen Krupnlk- Preisen llllllllllllllllllllllililiiiiiiiiii NURiS!^^ Wir haben nirgends Filialen! UND VEREINIGTE VERSICHERUNGS¬ AKTIENGESELLSCHAFT INWIEN Feuer-, Einbruch-, Transportversicherungen aller Art, Hagel- und Tierversicherung, Kautions-Veruntreuungsversicherung, Maschin enbruchversicherung, Unfall- und Haftpflichtversicherung zu vorteilhaftesten Bedingungen WIEN, IX. KOLINGASsVnUMMER 6 Generalrepräsentanz: WIEN, I. DOMINIKANERBASTEI 21 ni bebenkatastrophe schwer gelitten. Den größten Schaden haben die Gemeinden in Tschirpan und Phlllppo p e 1 zu verzeichnen. Von den 59 von Juden bewohnten Häusern Tsohirpans wurden 17 so zerstört, daß kein Stein auf dem andern blieb, während die übrigen mehr oder weniger schwer beschädigt wurden. Die Synagogen und die jüdische Schule sind vollkommen zerstört. Drei Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden verletzt. Die jüdische Gemeinde in Philippopel, die rund 1500 Familien zählt, ist schwer heimgesucht. Die von Juden bewohnten Gassen haben am meisten gelitten. Man zählt unter den Juden zwei Tote und eine Anzahl Verwundete. Da die Beyöl-, kerung in provisorischen Zelten und zum Teil im Freien die Nächte zubringen muß, befürchtet man das Aufkommen von Epidemien. Das Zentralkonsistorium der jüdischen Gemeinden Bulgariens hat einen Appell um Hilfe veröffentlicht. Die jüdische Gemeinde in Sofia lfat bis jetzt für den Hilfsfonds 150.000 Lewa aufgebracht; es ist dringend notwendig, daß auch auswärtige jüdische Gemeindon den Unglück" liehen jüdischen Brüdern zu Hilfe kommen. Die Disputationskirche in Rom eingestürzt. Die St. Ang e 1 o-JK i r ch e i n Rom ist eingestürzt. Die Kirche \yar die historische Stätte der einstigen R e 1 i g i o n s d 1 s p u t e zwischen christlichen Geistlichen und jüdischen Gelehrten; mindestens einmal im JaHüe mußten die Juden in der Kirche erscheinen, um den Bekehrungspredigten der katholischen Mönche und ihren Angriffen gegen die jüdische Religion zuzuhören. Antisemitismus in den reichen New Yorker Klubs. Aus New York wird uns berichtet: Der „Metropolitan Masons Country Club", der ursprünglich als freisinniger Freimaurerklub gegründet wurde, zählt zu den exklusivsten sogenannten aristokratischen Klubs von New York und vielleicht von ganz Amerika. Die nationalistischen Strömungen, welche von den „Hundertprozentigen" ausgegangen sind, haben auch diesen Rhi'b, an welchem einst reiche Juden mit freigieriger Hand stets willkommen waren, so stank infiziert, daß vor kurzem die gesamte New Yoflker Presse mit Staunen feststellen konnte, daß auch dieser Klub wie so manche andere einflußreiche Organisation durch und durch antisemitisch geworden ist. Eswurde bekannt, daß das Aufnahmsgesuch 'bekannter angesehener jüdischer Persönlichkeiten abgewiesen wurde, wobei man immer durchblicken ließ, daß die Ablehnung dem Juden gilt. Da verschiedene Freimaurerlogen dieses Verhalten des angeblichen Freimaurerklubs öffentlich mißbilligten, hai der „Metropolitan Masons Cou'ntry Club" wohl nicht sein Verhalten geändert, dafür aber (beschlossen, aus seiner Firma die Bezeichnung „Mason" (Freimaurer) einfach 0U streichen, um sich auf diese Weise alle Rekrdminationeij einfür allemal vom Halse zu schaffen. Wichtig für Palästina- und Auslands- Reisende! Die Londoner zionistische Exekutive ersucht um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Die Zionistischen Organisationen in C a i r o. Alexandrien, sowie der zionistische Verein in Tri est ersuchen uns. an die Zäonisten der verschiedenen Länder, die auf ihrem Wiege nach oder von Palästina Italien, bezw. Aegypten berühren, die Bitte zu richten, sich anläßlich ihres dortigen Aulenthaltes mit den lokalen Komitees in Verbindung zu setzen und, falls möglich, einen zionistischen Vortrag in den dortigen Ortsgruppen abzuhalten. Die Adressen der betreffenden Organisationen lauten: Föderation Sioniste de 1'Egypte, c.-o. Mr. Samy Goldstern, P. O. B. 2131, Cairo. — Organisation Sioniste d'Alexandrie, 1, Rue de l'Opital Grec, Alexandrie. — Palästina-Amt, Via del Monte 7, Triest. — Bei diesem Anlaß möchten wir überhaupt die Anregung geben, daß Zionisten auf Reisen Gelegenheit nehmen, mit den zionistischen Organisationen der Länder, welche sie besuchen, in persönliche Berührung zu treten. Das Büro der Londoner Exekutive ist gerne bereit, den Zionisten die betreffenden Adressen bekanntzugeben. Wir foppen Sie nicht, wenn wir behaupten, daß Sie nur im Sypezialhaus gut und billig kaufen. Kaufen Sie englische Herrenstoffe für Anzüge und Uebenzieher nur im Spedalhaus „Tuchhaus zum Hirschen", IL, Täborstljaße 17 b. ,JDIe rumänische Caasen«", die bisher mit sensationellem Erfolg gespielt wurde, wird in der Jüdischen Bühne (IL. Taborstraße 12) Dienstag, den 8. Mai als Propagandavorsteilung bei freiem Eintritt mit L. Gliioksma.nn als Dwojre zum 150. Male aufgeführt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.