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Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 ME NEUE WELT Nr. 33 I EISLER MDEALBETT1 in Messing un.d Stuhl BETTFEDERN ~ HYO. MATRATZEN PATa-SCHLAFMÖBEL KINDERWAGEN BILLIGSTE FABH(K<PBtl9l> SI G M. EISLER NA(HF., WIEN II., Prateratr. 48, Tel. 46-1-40 / V., Diehlo. 19, Tel. 56-105 Gegründet 1870! Provlnzversfend f ihn verstehe, wird für das jüdische Volk überall als eine Inspiration wirken. Sagen Sie Ihren Lesern," schloß Henry Ford, „daß sie ihrem Glauben und. ihrer Ueberzeugung treu bleiben mögen. Sie mögen dessen eingedenk sein, daß es der Grundsatz ihrer Religion sei: Handle anderen gegenüber so, wie du wünschest, daß andere gegen dich handeln. Im Geschäftsleben sollen sie den vollen Wert der Ware erstatten und wo sie Ware liefern, nur das geben, was des Preises wert sei." Das ist also in jedem Satze genau das Gegenteil von dem, was Ford im „Internationalen Juden" 'behauptet hat. War er also damals träge und müßig oder sind die Juden aktiver und fleißiger geworden? Drei Wochen Gefängnis für Göbbels. Vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg hatten sich am Samstag der Führer der Nationalsozialisten Doktor Josef Göbbels, der Herausgeber der völkischen Zeitschrift „Der Angriff", und deren verantwortlicher Schriftleiter Dürr wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeipräsidenten Weiß zu verantworten. Dr. Göbbels und Dürr wurden zu einer Gefängnisstrafe von-j e drei Wochen verurteilt. Vor Eintritt in die Verhandlung gab der Verteidiger der Angeklagten folgende Erklärung ab: „Falls einer der Herren Richter oder Schöffen jüdischer Konfession ist, müssenwjr ihn ablehnen." — Vorsitzender: Es gibt keinen Paragraphen in der deutschen Straf Prozeßordnung, der besagt, daß ein deutscher Staatsbürger sich das Gericht aussuchen kann. Sie können mir einen einzelnen Richter wegen Befangenheit ablehnen. — Verteidiger: Da ich den- Stammbaum der Herren nicht kenne, erkläre ich: wer jüdischer Konfession ist, den lehne ich ab. — Vorsitzender: So geht das nicht. Sie müssen schon den betreffenden Herrn bezeichnen. — Verteidiger: So bleibt mir nur übrig, jeden einzelnen Richter und Schöffen abzulehnen und ihn zu fragen, ob er jüdischer Konfession ist. — Vorsitzender: Ein solches Examen werden wir uns wohl kaum gefallen lassen. In der Verbannung erschossen. Wie aus Riga gemeldet wird, ist der in Odessa geborene Führer des, Haschomer Hazair (zionistische Jugendorganisation in Rußland), Samuel Bronstein, der vor einiger Zeit wegen zionistischer Betätigung nach Usbekistan verbannt worden ist, in einem Gefängnis zu. Chiwa von einem Wächter e r. schössen worden, als er gegen die schlechte Behandlung im Gefängnis protestierte. Der Bukowinaer Baccalaureat-Prozeß. Zur Erinnerung an den ermordeten David Fallik. Am 26. April hat In S u c z a w a der zweite Teil des sogenannten Baccalaureat-Prozesscs begonnen, der gegen vierzehn seinerzei'tige Abiturienten des Gymnasiums in Czernowibz geführt wird. Die Anklageschrift besagt: Am 7. Oktober 1926 'haben vierzehn Absolventen des Gymnasiums in Czernowitz, und zwar: Josef Sonderling, Leon Kogan, Bertpid B a 1 tin e s t e r, Julius Fallik, Osias Pessach, Benno S c h ä c h t.e r, Marcel A tt s- 1 ä n d e r, Peter L i q u o r n i k, Philipp Gelles, Eduard Brettlioiz, Josef Weißberg, Leon Dickmann, Ignaz Schacht er und Bertold Bran dm a r k c r sich gegen die Lex Maraescu und'gegen den Paragraphen 305 des Strafgesetzes vergangen, indem sie riefen: „Nieder mit der Matura, Nieder mit Diaconescu, Nieder mit der Wissenschaft, Nieder mit der Kommission und Nieder mit Gheorghiu!" Nach diesen Rufen sei es zu Tätlichkeiten gekommen, bei welchen der Professor Diaconescu leicht verletzt wurde. Bei der ersten Verhandlung war, wie noch erinnerlich, der Student David Fallik, der Bruder eines der Angeklagten, im Czernowitzer Gerichtsgebäude von dem Jassyer Gymnasiasten Nikolai Totu niedergeschossen worden. Fallik starb, Totu wurde von den Geschworenen in Kimpolung freigesprochen und unternahm dann eine Triumphreise duroh Rumänien, auf welcher Ihn die Mörder Morarescu und Codreanu begleiteten. Die Tat an David Fallik ist also ungesdhnt geblieben, dagegen wird den Abiturienten wegen einer Jusrenddemonstratlon und, wegen einer angeblichen leichten Verletzung eines Professors (der darüber sogar eine Broschüre geschrieben hat) der Prozeß gemacht, den die Regierung zur Sensation gestaltet. In den Straßen der kleinen, ruhigen Provinzstadt patrouilliert Militär, um zu dokumentieren, wie für Gerechtigkeit und Ordnung gesorgt wird.; ...... Nach der Verlesung der Anklageschrift beantragte der Staatsanwalt die Vertagung, well 16 Zeugen und vier Angeklagte fehlen. Gegen diese vier Angeklagten, die im Auslande studieren, sei der Haftbefehl zu erlassen. Gegen diesen Antrag'wandte sich die Verteidigung, die-die Anwendung des zuletzt erlassenen Amnestiegesetees verlangte, Der Gerichtshof lehnte den Antrag der Verteidigung ab, nahm die Forderung des Staatsanwaltes an und vertagte den Prozeß. Gegen einen der abwesenden Angeklagten, der gegenwärtig in Toulouse studiert, wird ein Haftbefehl erlassen. In ein Kloster verschleppt und gewaltsam getauft« Das Schicksal eines Lemberger Mädchens. Aus Lemberg wird uns geschrieben: Die jüdische Bevölkerung steht unter dem Eindruck einer höchst ungewöhnlichen Entführungsaffäre. Im Herbst vorigen Jahres wurde der hiesigen jüdischen Familie. Pr om fs das 14}ährige Mädchen Liesa entführt. Lange Zeit suchte die verzweifelte Familie nach dem verschwundenen Kinde, ohne jedoch dessen Spur finden zu können. Vor einiger Zeit gelang es nun,durch einen Zufall, festzustellen, daß Liesa in einem Kloster in Brzezany gefangengehalten wird. Die Eltern versuchten nun alles mögliche, um ihre Tochter wieder aus dem Klöster herauszubekommen. Aber alles blieb vergebens. Als schließlich die Behörden sich entschlossen, einzugreifen, war Liesa ftn Kloster nicht mehr aufzufinden. Bald nachher erfuhren jedoch die Bitern, daß sie sich in einem Kloster in Lemberg aufhalte. Englische HERRENSTOFFE fflr Anzüge und Überzieher in herrlichen Dessins und reichhaltigster Auswahl kaufen Sie am besten im Spezialhaus Iitojilien;il.Moialle]?li Aber auch hier gelang es nicht, Liesa zu befreien. Sobald man in ein Kloster kam, erfuhr man, daß Liesa nicht mehr da war. Sie war bereits in ein anderes Kloster gebracht worden. Vor einiger Zeit hat das Mädchen auch gegen seinen Wollen die Taufe annehmen müssen mid bekam den Namen Juspu. Gegenwärtig weiß man nicht, in welchem Kloster sich das Mädchen aufhält. Ein polnischer Offizier, der zum Judentum übertritt. In Lemberg erregte die Nachricht vom Uebertritt des Oberleutnants Jen R e 1 s k i vom katholischen zum mosaischen Glaubensbekenntnis Aufsehen. Der Offizier wechselte sein Glaubensbekenntnis, um Fräulein De med. Chajä Grünbaiim zu heiraten, das sieb weigerte, ihr Volkstum aufzügeben. AUS PALÄSTINA. Mills provisorischer Chefsekretär. Die „Official Gazette" der Palästina-Regierung vom 16. April veröffentlicht eine Reihe von provisorischen Beaimtenernennung'en, darunter auch die von Mills, des bisherigen stellvertretenden Chefsekretärs, zum zeitweiligen Nachfolger des nach Aden versetzten Colonel Symes. Hyamson tritt zurück? Der .»Haaretz" verzeichnet das Gerücht, daß der Chef des Einwandcrungs-Departements der Palästina- Regierung, .Hyamson, demnächst seinen Posten verlassen würde. Seinen Posten soll einer der Beamten des Regierungssekretariats übernehmen. (Gegen H y a m s o n s Einwauderungspraxis waren von jüdischer Seite starke Proteste erhoben worden.) Der Naturalisierungseid aufgehoben. Vor einigen Wochen erließ das Einwanderungsdepartement der Ifalästinaregierung eine Verordnung, laut welcher jeder, der zugunsten eines Bewerbers um die palä-*' stinensische Staatsbürgerschaft: bestätigt, daß der Betreffende vor dem . August 1920 fcingewandert ist, seine Aussage durch einen Eid vor .einem staatlichen Richten oder einem höheren Staatsbeamten zu bekräftigen. Ueberdies i9t ein Pfund an Gebühren zu erlegen.. Diese Verordnung hatte den offenkundigen Zweck, die Naturalisierung der Juden zu erschweren. Der Waad J-Iair von Jerusalem unternahm sowohl bei der Regierung als auch bei der zionistischen Leitung und dem Waad Leumi alle Schritte» um die Aufhebung dieser Verordnung zu erwirken. Dieses Vorgehen hatte nunmehr, wie aus Jerusalem gemeldet wird, den Erfolg, daß die angefochtene Verordnung durch eine neue aufgehoben wurde. Der obligate Zeugeneid besteht wohl nicht mehr, doch hat das Einwanderungsdepartement auch weiterhin das Recht, in Ausnahmefällen! die zu bestimmen der Regierung überlassen wird, die intervenierenden Zeugen zu beeiden. Wie die Blätter jedoch feststellen, hat auch die neue Praxis die Situation.' nicht wesentlich verbessert, da jetzt die Beamten des Einvvanderungsdcpartemeiiis auffallend oft „Ausnahmsfälle" konstatieren, iifn die Vereidigung der Zeugen zu veranlassen. Dies ist die Ursache, daß viele, die einem Anspruch auf die Einbürgerung hätten, in- Anbetracht der bekannten Abneigung konservati verJude u, zu schwören, keinen Zeugen finden der ihnen bei der Einwaftderungsbehörde bestätigen will, daß sie schon vor August 1920 im Lande ansässig waren. Namenhebrälslerung. , Wie weit die Hebrüisierung der.Namen In Palästina yorschreitet, beweist die „Official Gazette" der Palästina- Regierung vom 1. April, die allein 700 neu hebrälslerte Namen anführt. / Eintragung Vanderveldes in das Goldene Büch. Vanderveldo ist in Anerkennung seiner Verdienste um. die Arbeiterbewegung in Palästina in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen Worden. Eine Trauerfeier in Petach-Tikwah. -: Vor einigen Tagen Jährte sich zum siebenten Iviafe der Tag, an dem die Kolonie Petach-Tikwah von Arabern überfallen und von den jüdischen Kolonisten ein Verteidigungskampf geliefert wurde, in welchem auch mehrere junge Juden den Tod gefunden hatten. Aus diesem Anlaß wurde über Beschluß der Oftsbehörde auf ABRAHAM OWIC Z * /C H U H E ♦ II., TaborstPQSie 33 Pr(lhJahr**Me<f«Mle In enorm sreBar Auawahl I Im« Qualltätswara! Billig«** Rralaat Kaufen unaaran tiy§ lanlaahan Kfntfaiwahuht dem Friedhof eine Gedenkfeier veranstaltet, bei welcher der Gefallenen gedacht wurde. Sämtliche Geschäfte und die verschiedenen Aemter blieben bis nachmittags geschlossen. Morgens um 8 Uhr versammelte sich eine große Menschenmenge bei dem. Amtsgebäude, vor welchem das Denkmal für die Gefallenen errichtet wurde. Auch die Schulkinder mit ihren Lehrern, die Mannschaft des „Brith Trumpeldor" mit ihrer Fahne nahmen vor dem Denkmal Aufstellung. Stumm verweilte hier die Menge, bis das Zeichen zum Abmarsch zum Friedhof gegeben wurde. Bei dem Grabe der Gefallenen, sprachen namens der Ortsbehörde Herr Lieb recht, ferner Rabbiner Sackheim, Moses G e s s i n, dessen Sohn gleichfalls gefallen ist, und der Führer der Tntmpeldor-Mannschaft in Palästina, Herr Erbet. Herr Gessin sagte, daß sich die „Blutrache" bei uns in echt jüdischer Weise vollziehe, nicht durch Rache für'das vergossene Blut, sondern in dem Sinne, wie die hebräische Sprache es ausdrückt,' durch die „Erlösung des Blutes" indem wir den Boden, der durch das Blut unserer Lieben" getränkt ist, erlösen. Der Landstrich zwischen Petach-Tikwah, Magdiel und Kfar Saba, der ein Nest der arabischen Mörder und Räuber war, beginnt bereits seine Physiognomie zu ändern. Dieses erlöste Gebiet solle zum Andenken an die vier gefallenen Verteidiger des jüdischen Selbstschutzes den Namen „Kirjath Arbaah" erhalten. Nach Vortrag des Erimierungsgebetes „El male Rachamiom" zog die Menge an den Ort auf dem Wege nach BLza'h, wo das erste Todesopfer Absalom Gessin gefallen ist. Auch, hier wurden' Gedenkreden gehalten, in welchen die -Geschichte jener Tage und das mutige Verhalten der Jugend zur Nachahmung in Erinnerung gebracht wurden. Nach ihrer Rückkehr sohmückten die Teilnehmer an der Feier das Denkmal vor dem Amtshaus mit Blumen. Mißhandlung Jüdischer Touristenführer. Fauatisierte arabische Christen überfielen zwei jüdische Touristenführer, die Touristen zum Besuch kdes Heiligen Grabes geleiteten, und mißhandelten sie schwer. Aräbische Moslemiten, die zur Grabwache gehören, beteiligten sich an der Mißhandlung der jüdischen Touristenführer. Der Vorfall, der nicht d e r erste seiher Art ist, hat in jüdischen Kreisen Empörung und Proteste hervorgerufen. Von der Orangenernte. Eme Mitteilung des Empire Marketing Board gibt die Zahl der bis zum 17. März nach England verschifften Orangen mit 1,354.000 Kisten an, gegen 1,534.000 Kisten zur selben Zeit des Vorjahres. Die Gesamtzahl der Verschiffungen einschließlich der .Umladungen übersteige wahrscheinlich 1,600.000 Kisten, gegen 1,543.000 Kisten im Vorjahre. Weitere gegen 200.000 Kisten harren noch der Verschiffung. Da die BJüteperiode sehr günstig war, rechnet man für nächstes Jahr mit einer Ernte von 2,5 Millionen Kisten. Nach Berichten aus anderen Quellen hat der Export der diesjährigen Saison die Schätzungen um 300.000 Kisten überstiegen. Einschließlich der neuen Pflanzungen wird die Fläche der jüdischen Orangengärten 30.000 Dunani betragen, gegen 10.000 zur Zelt der englischen Besetzung des Landes. Die Herstellung von Kisten aus heimischen Eukalyptusbäumen durch die Wlerkstätte „Schororon" in Chederä: könnte för die Handelsbilanz Palästinas von Bedeutung werden, da in den letzten Jahren Palästina. aus dem Auslande Holz für Orangenkisten für einen Betrag vpn 80.000 bis 90,000 Pfund pro Jahr eingeführt hat. Flammenwerfer gegen Heuschrecken. Bei der Bekämpfung der Heuschreckenplage in der Gegend von Jericho mit Hilfe von Flammenwerfern wurden ein Araber getötet und ein Jude schwer verletzt,

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