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Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 33 Gleichenberg Streng orthodox nti>D Hotel-Restaurant „Tfiereslenbof" Schöne ein- und zwefbettigc Zimmer. Vorzügliche und billige Pension. Restaurateur üoldmann aui Budapest. nach obliegt diesem Kontrollamte auch die Prüfung der Verhältnisse in der Beamtenschaft der Zionistischen Organisation und der ihr unterstellten Institute. Biher hat es die zionistische Leitung verabsäumt, diesem Kongreßbeschlusse irgendwie Rechnung zu tragen. Darunter leidet nicht nur die zionistische Arbeit im allgemeinen, damit iot auch jeder Verslich der Regelung der Beamtenfrage zum Mißlingen verurteilt. Wenn der Anregung des Herrn Dr. Rosenblüth, die nächste im Juli stattfindende Sitzung des Aktionskomitees mit der Frage der Stabilisierung und Versorgung der Beamten zu beschäftigen, entsprochen würde, ohne das vorher das Kontrollamt eingesetzt wird und ganze Arbeit verrichtet, wäre niemanden damit gedient, weder der Beamtenschaft noch der Organisation. Die jetzt vorhandenen Beamten hatten schöne Anstellungs- und Pensionsverträge .in der Hand, welche die Organisation wohl unterschreüben, aber nie erfüllen könnte. In der „Neuen Welt" ist die vom Kongresse der Leitung aufgetragene Einsetzung des Kontroliamtes bereits urgiert worden. Leider hat diese Mahnung bis heute bei den verantwortlichen Stellen keine Berücksichtigung gefunden. Nun, da die Beamtenfrage wieder in den Vordergrund gerückt wird, sei neuerlich und dringend die Frage gestellt: „Was ist's mit dem zionistischen Kontrollamt? r. st. Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute, Klinge, helles FrUhlingslied, kling* hinaus ins Weite! Kling' hinaus bis an das Haus, wo die Blumen sprießen; Der, die Huber-EsSlg braucht, sag', ich laß sie grüßen. Gesellschaftsreise nach Palästina Veranstalter: Verband radikaler. Zionisten und die Vereinigung demokratischer Ziönistinnen. Weg: Von Wien über Italien, Aegypten nach Palästina umd zurück nach Wien. Dauer der Reise: 28 Tage, Preis: Genauesten Aufschluß enthält der. Prospekt, welcher den abgemeldeten Reiseteilnehmern eingesendet werden wird. Zahlungserleichterungen: Die Reiseteilnehmer können in monatlichen öder, wöchentlichen Zahlungen denReisebetrag erleigen. < Teilnehmerzahl: begrenzt . Auskünfte erteilen nur Frau Paula Stricker, Wien, II., Hollandstraße JO, Telephon, R 45-6-89, und Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, Telephon R 43-9-19. _ ■ __ Am Muttertag ~ Bäume im Ghajes-Wald. Auf den 13. Mai fällt der diesjährige Muttertag. Der Keren Kajemeth Oesterreich erinnert die-Gg. sowie alle Freunde des jüdischen Palästina daran, daß sie die Ehningen ' ihrer Mütter 'durch BäumpflanZ'U n'g e n im Cha jes-Walde auf Namen derselben durchführen mögen. Preis eines Baumes S 10. Ein -Garten umfaßt 100 Bäuirne. Für jeden Baum erhält der Stifter eih Baumdiplom, für einen Garten ein Diplom direkt von Jerusalem (Hau'ptbureau des Keren' Kajemeth). mit Mühe vorwärtsbringen kann, wäre glücklich gewesen, wenn Signora Emma Polacco sich' bei Errichtung ihres Testamentes nicht in Exotika verloren, sondern ihrer jüdischen Brüder und Schwestern gedacht hätte . . . * Von der folgenden großen Millionenwidmung haben die jüdischen Blätter seinerzeit wiederholt geschrieben und sie soll hier nur darum Erwähnung finden, weil - die letzten Vorgänge in Rumänien immer wieder das einfach unverständliche Testament des verstorbenen M e n achem Elias in Erinnerung bringen, aus dessen Erträgnissen die rumänischen antisemitischen Studenten und ihre Professoren die Mittel zur geistigen und physischen Verfolgung der Juden in Rumänien schöpfen. Das war ein echtes jüdisch-exotisches Testament, das sich so rasch bitter gerächt hat. Es ist jüdische Sitte, selbst Klagelieder mit einer hoffnungsfrohen Botschaft abzuschließen. Einmal eine, wenn auch bescheidene exotische Zuwendung, mit der. man sich gerne abfindet. In Rumänien starb vor kurzem ein Mann namens Jacques Lenora. Er stand zeit' Iebens weitab vom Judentum und seinen Bestrebungen.* Auch am religiösen Leben nahm er keinen Anteil. Er; nahm eine Christin zur Frau, sein Haus wurde christlich geführt und viele wußten kaum, daß er Jude sei. Die rührigen und findigen Agitatoren des Palästina-Aufbau-, fonds (Keren Hajessod) hatten ihn dennoch, aufgestöbert.. Sie bestürmten ihnmündlich und schriftlich um Zu-; Wendungen für den Aufbau von Palästina. Er blieb kalt, nur besonders vertraute Personen vertröstete er auf spätere Zeiten. Er starb und vermachte setner Frau den Fruchtgenuß seines Vermögens. Jetzt erst, als auch seine, christliche Frau ihm in den Tod folgte, wurde bekannt, daß; Jacques Lenora sein ganzes, 120.000 Dollar betragendes MeuBögeo, de» &ae& tt^crad mmas& bat« v Wie in den Tagen des Auszuges . .. Die Bolschewikenpogrome in der Ukraine. Von Josef L e w i t - K ö n i g s b e r g. Von der dritten Haidamackenbewegung (Ende 1917) an bildete die Ukraina, die, an und für sich, schon ein. Raub der Anarchie und der; Zersetzung geworden war, den Schauplatz für unaufhörliche Kämpfe um die Macht. Unaufhörlich floß das Blut, unaufhörlich kamen neue Armeen und gingen alte: Die P e 11 j u r o w z y, die Machnowzy, die Polen, die D e n i k i n - T r u pp c n, die Bolschewiken und wieder die Bolscheken . . . und alle ohne Ausnahme pogromierten die Juden. Die von den Bolschewiken in Gluchow, Nowgorod- Sewcrsk und anderen Städten des Tschernigower Gouvernements veranstalteten Pogrome, standen, wie alle ukrainischen Pogrome der Revolutionsjahre, überhaupt in engem Zusammenhang mit den Kriegsgeschehnissen. Die Bolschewikenpogrome .waren bloß „Episoden" . in den Kämpfen zwischen den-zurückweichenden Roten und den mit deutscher Hilfe nachdrängenden Ukrainern. Als aber die aus der Stadt G 1 u c h o w herausgedrängten Roten von der „rühmlichen" Roslawer-Truppe unterstützt wurden und für eine Zeitlang die Stadt wieder besetzen konnten, gaben sie die Losung aus: „T o d allen Juden!" Die Kämpfe zwischen den zurückweichenden Roten und den Öeutschen neigten sich bereits ihrem Ende zti,. als plötzlich (Ende April) ein neuer blutiger Pogrom in der Stadt Nowgorod-Scwersk veranstaltet wurde. Diesmal war der Matrose Beretti, der an der Spitze einer roten Truppe stand, der Held der Sache. Eine Woche bevor er daran ging, „energische" Mittel gegen . die Juden anzuwenden, ließ er deren Vertreter zu sich kommen und sagte-ihnen: „Ihr müsset mir bis morgen 750.000 Rubel zur Stelle schaffen!" „Wie?... Genosse Kommissär! Das ist unmöglich! Das ist ja eine ganz phantastische Summe!" „750.000 Rubel und keine Kopeke weniger!" — erklärte der Matrose streng. 750.000 Rubel?... dachten die Juden, die vor Entsetzen und Verblüffung nicht wußten, -was sie sagen sollten. Schließlich faßte einer von ihnen Mut: „Genosse Kommissär! Wissen Sie denn nicht, daß nicht nur bei den Juden unseres Ortes, sondern bei allen Be-. wohnern zusammengenommen sich keine 750.000 Rubel auftreiben lassen?*' Aber ohne auf ''steine Worte;zu 'hören, steckte der Matrose die Hand in die Tasche, so ruhig» als wollte 'ereine: Tabakdose herausnehmen, und plötzlich ^rohte-sein^Revoh^cr-iniiMinei^Handi ,;,Mit;<diesem,vRe.volv.er '-W "- '' *• '■' : '- " - ■ r\ -•'!- ''•j/Vy* '.■&>*■'"'•'?} 'V ' ' '' * '"»f ' hier werde ich' euch alle über "den "Häufen -scfticßenV wenn morgen das Geld nicht zur Stelle ist!":.. Und « die Juden, brachten ihm, am nächsten Tag in aller Frühe das.; Geld r-f-. nicht die ganze Summe,- denn, das w*är* wirklich Unmöglich, aber' das, .was'sie in aller :Eile zur sammenkratzeji. konnten. Am Nachmittag wieder,-und auch •am nächsten Tag. „Noch,, noch!" — forderte Beretti. -f- „Noqh, sonst schieß ich euch, wie räudige Hunde, nieder!^ i . Der Matrose hatte, es .wirklich eilig, Die Deutsc;h§n drängten hart nach und jeden Tag könnte Beretti Befehl* zur Räumung der Stadt erhalten, Er hatte es eilig, denn er sah nicht ein, warum er das gute Geld der Juden einer anderen roten Abteilung, die ihn ablösen würde» lassen sollte. Und als der Befehl zur. Räumung/wirklich' kam, benützte er noch schnell die letzten Abschiedsstunden, um seine braven Rotgardisten mit der Losung „T o d den Juden!" auf die wehrlose Bevölkerung der Stadt zu hetzen. Vier Stunden... vier kurze Stunden währte das' Gelage Berettis. Vier Stünden, - vier endlos grauenvolle Stunden währte das Blutbad der jüdischen BevöÄ<erüng, vier endlos lange Stünden dauerte die Plünderung und Vernichtung jüdischen Guts. Zu; diesem Fest der zügellosen Gewalt kamen viele Bauern aus der Umgebung* herbei und der Abschäum der städtischen Bevölkerung* „Russen heraus! Juden bleiben drin!" — befahl Beretti, der höchstpersönlich an der Spitze seiner Rotgardisten werden I Ist heutzutage leichter als früher. Das letzte* Geheininis I des Erfolges der Milliardäre, der sicherste Wegweiser zu Reichtum, Macht und Ansehen ist die Energie [Dazu bedarf es slählerner Nerven, einer widerstandsfähigen und widerstandskräftigen Konstitution und I einer kampffreudigen Ausdauer. Wer von Kindheit auf Franzbranntwein mit Menthol gebraucht, stahlt se'ne Nerven, macht die Konstitution widerstandsfähig, kraftvoll und schafft eine kämpf* . freudige Ausdauer ..'.;;. N«hm«u fl* nur DUma! | Wertlöse Nachahmungen weisen Sie entschieden zurück j UateiaU «MHUcfcl PENSION RUBINSTf IN Sttre Einzig rituelles Haus am Platze. Neben Kuranstalt u. Strand. Bekannt erstki. Verpflegung u.freundl.Bedienung. Mäßige Preise. Prospekte in ein Haus eindrang, wo sich einige Juden verborgen; hatten. Sieben Personen waren es — sechs Männer und" Frauen und ein zweijähriges Mädchen, die dem Blut-» durst dieser Bestien zürn Opfer fielen. Unter den christlichen Hausbewohnern befand sich auch ein Mitglied des Landkomitees, Ukraintschenko. Und als ein Rotgardist sein Bajonett gegen das Kind richtete, fiel ihm Ukraine schenko in den Arm. j,Genosse, besinne dich!. Hebst, du die Waffe gegen ein Kind?" Die Rotgardisten halten; gute Kameradschaft, Kaum waren die Worte der Entrüstung über die Lippen des braven Russen' gekommen, als er von der Kugel eines anderen Rotgardisten zu Tode getroffen niedersank. . Nicht jeder hatte das Glück, auf der Stelle getötet zu werdn. Aus einigen Häusern wurden die Juden herausgeholt, in eine Reihe .aufgestellt, die schußbereiten Gewehre auf sie gerichtet, dann wurden sie wieder zu einer anderen Stelle getrieben, wieder in einer Reihe aufgestellt, abermals die Gewehre auf sie gerichtet, und dieses teuflische . Spiel wiederholte sich solange, bis die Henker sich genügend an der Todesangst ihrer OpfeC. geweidet hatten. In hilflosem Entsetzen flohen die Juden' aus der Stadt und suchten sich in den Wäldern zu verbergen, wurden aber dort meist von den Bauern aufgespürt und an die Roten ausgeliefert. Und auch jene Bauern, die den Juden gar nicht feindlich gesinnt waren, wagteni es nicht, ihnen bei sich einen Unterschlupf zu gewähren, da laut Befehl des Matrosen Beretti auf die Verheimlichung eines jüdischen Flüchtlings die Todesstrafe gesetzt war. . . , Vier Stunden währte das Blutbad. Bloß vier Stunden, denn die Roten hatten es sehr eilig. Aber in diesen, vier Stunden war es ihnen gelungen, 88 Juden zu töten, darunter den; hebräischen Schriftsteller Slutzky, der" unter dem Pseudonym „IssT Habawli" bekannt war. . Kaum waren die Rotgardisten aus der Stadt heraus, als eine deutsche. Abteilung einrückte. Aber nach zwei« Tagen erhielten die Deutschen Befehl, die Stadt wieder; zu räumen. Die ganze jüdische Bevölkerung flehte die ^Deutschen an, zu bleiben, aber Befehl war Befehl» Und gleich hinter den abziehenden deutschen Truppen zog in einer langen . Karawane, wie in den Tagen des¬ Auszugs aus Aegypten, die ganze jüdische Bevölkerung! hin: Greise, auf Stäben gestützt, Frauen mit Säuglingen» Männer mit Tragbahren, auf die sie die Verwundeten gebettet hatter>,v#HesH ei|te.-,:dcn Deutschen nach. Und die: schlechter zu Fuß waren, sahen sich alle Augenblicke! furchtsam um, ob hinter ihnen nicht bereits die Truppen des roten Pharao kommen. Ueber die breite Landstraße, zwischen den' endlosen Feldern und durch dichtem Wale! schleppte sich die jüdische Bevölkerung der Stadt, lautlos, mit gesenkten Köpfen. Die Soldaten der Berettischen Abteilung aber setzten auf ihrem Rückzug ihren ruhmreichen Vernichtungsfeldzug gegen die Juden fort, und keinen Ort auf ihrem Wege gab es, dessen jüdische Bevölkerung nicht einige Blufopfer zu beweinen gehabt hätte. Hier flohen die Juden wieder, all' ihr Hab und Gut im Stiche lassend, nach den großen Städten, wo sie sich vor der Wut der Mörder gesichert glaubten. In -dem „iswestija" (offizielles bolschewikisches Organ) wurde zu jener Zeit von diesen Pogromen bei richtet, wohlweislich aber verschwiegen, wer die Veranstalter gewesen waren. Pro forma erhielt Dzerschinsky, der Begründer der „Tscheka", den Auftrag, die Pogrombewegung in der Roten Armee zu bekämpfen, aber weder die Pogrome von Gluchow, noch die von Nowgorod-Sewersk und anderen Städten wurden zum Gegenstand einer Untersuchung gemächt. Die Schuldigen blieben straflos und dieser ganzen „Episode", wurde offenbar keine besondere Bedeutung, beigelegt. Im Gegenteil! Die führenden-Bolschewiken erblickten darin bloß einen Beweis für die Gründlichkeit, mit der sichdie Volksmassen in der Vernichtung der „B o u r g e o i s i e" betätigten. . Deutsch von Valentin Skidelsky, Keine Kontrolle in Bir Bidschan! Wie berichtet, hatte der ehemalige jüdische Minister in der Ukraine, Herr; Lätzky-Bertoldi, gefordert, daß eine linterstaatliche jüdische Kommission das Gebiet von Bir Bidschan am Amur prüfe, ab es für eine Massenansiedhing von Juden geeignet sei. Der Verwaltungsrat der Gesellschaft Ozet, Herr Samuel Wejzmann, erklärte in einem Interview, er glaube nicht, daß die Sowjetregierung eine ausländische Expertise gestatten werde. Reinliche Scheidung. Die J. T. A. meidet aus Moskau: Die 'Bewegung für in Staobelsk hat als Folge der systematischen antisemiti- Rayon Bir' Bidschan in Sibirien zieht immer weitere Kreise. Einige Grup&en, die bisher der Unkspartei der Poaie Zion angehört haben, haben ihren Namen in ,yPoale Bidschan" umgeändert. Herr M. Rofcinsori, Mitgiiied des Ozet, der z«- KttKnea mit tau ü$terer <fcc iudasoben Kotrrawiete«t

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