Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2711630-2711648--0433-2713575
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SeffeS DIE NEUE WELT Nr. SS ' seither unstät herum, weilte oft in München und Budapest, wo er Hilfe für seine konterrevolutionären PHtae wehte. Ein Geschlagener findet aber kein Gediör und so mußte Wrangel, wie von einem Fhich behandelt, als4 Lästiger umherziehen, bis er an der Tuberkulose gestorben ist. Tlünreine GesicMstoatfl „DIM"-H«MPfER-SlfMHRME -. btttltlat sofort Somtampromn. Sonnen- : biand, Röte der Nase und HAnde, Pickel, Wim« ' m«rtn sowie «He Un«irtrj>köfteit der Hiut. Macht : HlUde und Otslcnt sammotwtlch und weift ■ onainoi-Tub« a •«hiiiin« „DIM'-UtiorilorfMi, Wien, II. Oliri DonmtnSi 17 Der Konflikt zwischen Weizmann und Stephan Wise. Doli armillionen für die Krim, nichts für Palästina. — Die Erklärung von Stephan Wise.- Die Hadassah in Opposition. Zwischen dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation W e iz-m a nn und dem amerikanisoh-zionistischen Führer Stephan W i s e ist ein Konflikt ausgebrochen, der große Dimensionen angenommen hat und noch größere annehmen dürfte. Der Gegenstand des Streites wird in der, zum größten Teile auf Weizmanns Seite stehenden jüdischen und offiziellen zionistischen Presse verdunkelt oder verzerrt dargestellt. Aber verschiedene Vorfälle, die sich kurz nach der Ankunft Weizmanns in. Amerika abspielten, sind geeignet, ihn klar erscheinen zu lassen. Deshalb sollen sie hier erwähnt werden. Weizmann ist diesmal nach Amerika gefahren, um einerseits "die GeMsämmlung für den Palästina-Aufbaufonds, den Kereh Hajessöd, zu fördern und andererseits die von ihm seit fünf Jahren resiultatlos betriebene Erweiterung der Jewish Agency, das heißt die Einbeziehung der reichen amerikanischen Niöhtzionisten in die' Leitung des zionistischen Aufbauwerkes zu betreiben. Kaum hatte Weidmann den Boden Amerikas betreten, gaben die reichen Niohtzionisten eine neue Parole für die b o <l s c h e w i k i s c Ii e Jude nkol.onisation in der Krim und Ukraine a u s. Es blieb nicht bei Worten. Der Ghikagoer Millionär Rosenwal'd zeichnete allein fünf Mi11ion e n D o 1 J a r, Louis Marsball, der Führer der Nichtziönisten, hunderttausend Dollar. Felix. W a rbur g, der Präsident des Joint, stattete, wohl Weizmann einen höflichen Besuch ab und, gab ihm auch 50.000 Dollar für die Arbeitslosen in Palästina. Um aber allzu hoffnungsfreudigen zionistischen Deutungen seines Besuches und .seiner. Palästinaspende zu begegnen, erlegte er( wenige Tage später e i n e „M il l i p t^D ojVa r f . ji r;di e [Krimk ol o ni s a.t i Q,n,' also1 d!eii; zw. an Z i gf ach e n Be trag."Njen'f zu'letz'riinter dem 'Elhdrübke'"einer- K'undgebüng der - Moskau e r Regie r'-iin g, die an Uebermut alles übertrifft. Die Moskauer Herren hatten nämlich den amerikanischen Jnden. tadelnd vorgehalten, daß sie zuviel . für Palästina gebe n, daß sie also an der bolschewikischen Judenkölonisation eine Unterscli lagung Verüben. Nie haben Lakaien den unverdienten Tadel eines frechen Gebieters demutsvoller eingesteckt. Das Vorgehen der Herren vom Joint, das unter gewöhnlichen Umständen als bewußte Herabsetzung Palästinas und Versündigung an der nationalen Freiheitsbewegung des jüdischen Volkes' zu werten ist, bekömmt durch ,die Gleichzeitigkeit, mit dem, Besuche des um ihre {Jurist 'Werbenden Präsidenten , Weizimann den Charakter einer Verftöhnuhg der ziön i s ti'seben Freundschaf tsb estr'ebün'gen. Das ist das Resultat einer fünfjährigen Politik Weizmanns untd des Präsidenten der '; amerikanischen Zionisten Lipsky. Gegen diese Politik, welche den Zionismus seines Kampf Charakters, seines revolutionären. Inhaltes und damit jeder Möglichkeit des Sieges im Judentum beraubt und. zur unfruchtbaren Geldsammelaktion umformt, richtet sich: die. Opposition von Stephan Wise einerseits* . . . Dann aber auch gegen• die Haltung Weizmanns gegenüber der eng Iis eben M a n d a t a r m a c h t in Palästina. Diese Seite der Frage wird in der folgenden Erklärung, welche, Stephan Wise jetzt der amerikanischen Presse tibergeben hat, .erörtert; . : „Meine Demission im Administrativ-, und ^Exekutivkomitee der zionistischen Vereinigung von Amerika soll der Ausdruck einesheftigen und : unmißverständlichen Gegensatzes zu den herrschenden Methoden der zionistischen Leitung sein. Sie ist ein Protest gegen das jetzige Regime in der Zionistischen Organisation, welches ~ wie ich glaube — die zionistische Sache, d. h. den Aufbau einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina schwer bedroht. In Basel, als Delegierter beim XV. Kongresse und als Vorsitzender der politischen Komimission des Kongresses versuchte Ich eine Methode zu finden, um wenigstens teilweise den Schaden wieder gutzumachen, der dem zionistischen Programm dadurch zugefügt wurde, daß England als Mandatsmacht für Palästina und der Völkerbund das feierlich gegebene Versprechen, die Errichtung eines iüdisch-uationaleu Heimes in Palästina zu erleichtern, nicht erfüllt haben.1 Mein Plan, welcher vielleicht dem Kongreß nicht in den Formen des europäischen parlamentarischen Brauches unterbreitet wurde, «ab die Bildung einer Fünier-Konwnission durch den Kongreß vort welche von Dr< We4z*aaiw geleitet und aus Vertretern Amerikas,1 Englands, Osteuropas und Palästinas bestehen sollte, nlit der Aufgabe, gemeinsam mit der englischen Regierung die Grundlage dös jüdischen Aufbauwerkes in Palästinafestzulegen. Die Nicht' gewährung der Erleichterung beim Aufbau, eine der wichtigsten Ursachen der schwierigen Situation in Palästina, .ist, wie viele von uns glauben,, nicht dem bösen Willen der; britischen Regierung zuzuschreiben, als vielmehr der Unfähigkeit der zionistischen Leitung, die Notwendigkeiten und 'berechtigten Förderungen des jüdischen Volkes der Mandatsmadhtklarzumachen. Mein Projekt wurde weder öffentlich angenommen noch abgelehnt, .sondern durch ein herrisches Veto zu Fall gebracht. Das bedeutet, daß trotz der scheinbaren Aibstimrrrungsfreiheit der'Zionisten in Jerusalem, London und New York in der zionistischen Politik ein absolutistisches Regime besteht.'• Ich würde einem absolutistischen Regime nicht zustimmen, auch wenn es durch einen Führer von solch moralischem und geistigem Gewicht wie etwa Justice Brahdeis ausgeübt würde, viel weniger kann man von. mir erwarten, mein zionistisches Urteil dem jetzigen zionistischen Regime blind zu unterordnen. Meine Stellung in Beziehung zu den meisten Pro- ' blemen der zionistischen Bewegung ist derjenigen des jetzigen Regimes so unvereinbar und völlig entgegengesetzt, daß ich keinesfalls Mitglied des Exekutiv- und Administrationskomitees der Zionistischen Organisation 'in Amerika (bleiben konnte. Ich hätte meine eigene Üe'berzeugung fälschen; ich hätte gegen meine Auffassung < vom Geist;uitd vöir der Methode, die allein den- Aufbau Palästinas durch die Juden sichern können, gehandelt. Meine Ue(befzeugH:ng «teilt beutecine große Zahl;?':von'üü<3en -in Amerika -iiHd außerhalb'Amerikas; und, ich •';b"ln" 'fröre'als'' ihr - Repräsen(ant--zu,, gelten ■ -blute Rücksicht "auf die unangenehmen Konsequenzen, welche sielt für ' mich daraus ergeben mögen. Hier ist weder die Zeit ' -noch-der Ort;für: eine detaillierte Darstellung der tragischen Mißerfolge des gegenwärtigen zionistischen Regimes. Mangel an einer zähen und mutigen Vertretung der jüdischen Rechte in- Palästina ist nur ein Kennzeichen der allgemeinen Politik der jetzigen Regierung inner- und .außerhalb Palästinas, welche die Erreichung der zionistischen Ziele unmöglich macht und-für die Lösung der zionistischen Aufgaben von Schaden Ist. Ich habe mich von der zionistischen Arbeit nicht zurückgezogen, noch denke ich, es zu tun; aber ich lehne es ab, weiterhin die Verantwortung mitzutragen für die Methoden einer Administration und für den Geist, -einer Leitung, die zur -Größe der zionistischen Notwendigkeiten und des zionistischen Ideals in so schmerzlich wirkenden Gegensätze stehen." Angesichts dieser'Vorgange und dieser Erklärung ist es sohlecht angebracht, wenn die dem Präsidenten Weizmann nahestehende zionistische und jüdische Presse das Ganze als" wohl unangenehmen, aber wenig bedeutenden loyalen Zwischenfall zu charakterisieren trachtet. Noch schlechter 'aber und wenig würdig ist es, Stephan Wise; den gestern gefeierten Führer, heute als unliebsamen Störenfried zu bezeichnen und förmlich frohlockend zu berichten, daß. die Demission dieses Mannes gewisse Gegner des Zionismus, Assimilanten und fanatische Orthodoxe, günstiger gestimmt, In gnädigere Laune versetzt hat. Das Geschäft, in jahnzehntelaiTger Arbelt bewährte zionistische Kämpfer und Führer gegen die gflädlge Laune von Gegnern des Zionismus ein»utitusclte<n, tat ein so schlechtes Geschäft, daß es, einigemal wiederholt, zum Bankrott des Zionismus führen muß. Auch das Manöver, den Kampf, welchen Wise .begonnen hat, als? verwerflich hinzustellen, well btedurch die Geld« Sammlungen beeinträchtigt werden könnten -und Palästina Geld braucht, ist plump und töricht. Nach dieser Theorie dürfte man nie an der heutigen Führung und an dem heutigen System rütteln, denn Palästina wird immer Geld brauchen. Der Geldbedarf Palästinas wäre dann eine ewige Versicherung für die derzeitige Leitung. Mit solchen Mitteln wird der Konflikt, der ein grundsätzlicher Ist, nicht aus der Welt geschafft werden, um so weniger, als Stephan Wisö durch seine Demission und «eine Erklärung den Anstoß zu einer großen oppositionellen Bewegung gegeben, hat. Die Frauenorganisation „H a d a ss a h", mit ihren 50.000 Mitgliedern die stärkste •zionistische Gruppe Amerikas, fordert heute den Rücktritt des Präsidenten Lipsky und seiner Freunde. Wenn aber Lipsky fällt, dann hat auch das heutige System Weizmanns in Amerika jeden Halt verloren. Wann dies eintreten wird, ist nicht abzusehen, aber die Entwicklung von der bisherigen, resultatlosen, das Ansehen des Zionismus verkleinernden Politik weg ist nun einmal im Gange und nicht aufzuhalten. Auch nicht durch die Falschmeldung, welche darin liegt, daß man den Kampf, welchen Weizmann heute zu führen hat, dem Kampfe gleichstellt, den -er, 1920 und 1921 gegen, Brand eis geführt und siegreich beendet hat. Damals hat eben Weizmann für das Festhalten an der nationalen Führung der zionistischen Organisation gestritten und hatte das ganze zionistische Europa und Palästina hinter sich. Heute sind die Rollen vertauscht und Wise kämpft gegen Weizmann für die national unverfälschte Politik und Führung der Organisation. Und da steht er nicht allein! Die Frauenorganisation Hadassah tritt in entschiedene Opposition. New Y o r k. UTA.) Der nationale Ausschuß der Frauen- und Mädchenorganisation Hadassah in den Vereinigten Staaten hat in seiner letzten Sitzung die Stellung zoi der Leitung der Zionistischen Organisation in Amerika geklärt. Der.Ausschuß faßte einen Beschluß, in dem erklärt wird, daß die Hadassah der Leitung der amerikanischen Organisation durch Louis Lipsky kein V e rt r a u.e n" .en|g^enbr|ngt, In einer »weiten Resolution wurde, der Präsidentin der HadäsSah,' "Frau" Irma' L i frühe im, das Vertrauen ausgesprochen. In einer besonderen Entschließung wurde ausdrücklich festgestellt, daß bei aller Kritik, die die Hadassah an der Verwaltung der Zionistischen Organisation Amerikas üiben muß, sich die Hadassah nach wie vor als ein integrierender Bestandteil der amerikanischen Organisation betrachtet. Wie die jüdische Telegraphen-Agentur inoffiziell erfährt, sind-die Delegierten der Hadassah für die Konvention der amerikanischen Zionisten angewiesen worden, den folgenden bestehenden Plan zu unterstützen: Die Konvention wählt ein aus sieben Personen bestehendes Komitee, welches aus seiner Mitte den Führer wählt. '• Frau Lina fS t r. a' u s, die Gattin ybn - Nathan 'Straus, verlas, i.it einer .'Sitzung des Hadassah-Nätioriälkomitees eine Erklärung; im Namen ihres Gatten und in ihrem eigenen Namen, die Sich' mit der- Haltung der- Hadassah gegenüber Louise Lipsky einverstanden "erklärt"' und feststellt, daß die jetzige zionistische Leitung in Amerika in ihren Methoden den Interessen des' Zionismus nicht dien« lieh ist. Nach Marshall — Warburg. Wieder eine Million Dollar für die russische Kolonisation. Am 20. April haben wir berächtet, daß Lottis Mars hall für <lbn:10 Millionen Dollar-Fonds des Cbicagoer Fabrikanten Julius R o s e n w a Id, der für die Zwecke der verkrachten Krim-Siedlung bestimmt ist, 100.000 Dollar gespendet hat. Nunmehr berichtet die J. T. A., daß Herr Felix War bürg, der Präsident *des Joint, eine Million Dollar gespendet hat. Das alles geschieht während der Anwesenheit Weizmanns, der sich abmüht, die Marshall- Warbufg-Gruppe wenigstens für eine Konferenz über die Jewish Agency-Frage zu gewinnen! Die Elektrifizierung Palästinas. Die englische Regierung garantiert eine Anleihe von 250.000 Pfund. Im-englischen: Unterhaus erklärte a-m 25. April der Kolonienminister Amery, daß die Ruthenberg-Gesejlschaft über ein autorisiertes Kapital von einer Million Pfund verfüge und daß Aktien in Höhe von 657.000 Pfund ausgegeben worden sind. Es seien Arrangements zur Gewährung einer Anleihe an die Corporation In Höhe von 250.000 Pfund, die v o n d e r Regierung auf Grund des Indüstrieschutzgesetizes garantiert wird, getroffen worden. Die Konzession wurde an die Corporation am 5. Mär« 1926 erteilt, das Gesamt werk müsse bis 5, März im vollendet sein,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.