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Die neue Welt · 1928-05-04 · Heft 33 (4.5.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 33 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preiis 30 Groschen V. b. b. NEUE WELT BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; iPolen monatlich Zloty,- 2.f-, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich,.: Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien monatli ch Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänen monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark I.—, vierteljährig Mark 3.-; Bulgarien monat- * lieh Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.—; Schweis und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs. 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jährgang 2 Freitag, den 4. Mai 7928 Nr . 33; Aus dem Inhalte: Der Konflikt zwischen Weizraann und Stephen Wise. Jüdische Edel Journalisten. Josef Löwit, Königsberg: Wien iri den Tagen des . .Auszuges... Jakob Krausz: Philanthropische Exoten. Die Affäre Haas in Magdeburg. Der Bukowinaer Baccalaureat-Prozeß. Reventlow, der Talmudkenner. Professor Clemens H o I z m e i s t e r über den Palästinaaufbau. Zur Geschichte der Juden in Brasilien. Dt; Fritz L ö h n e r - Beda: Helfet der Hakoah! Aus der: jüdischen Turn- und Sportbewegung:. — Die Meisterschaft der jüdischen Amateurvereine. — Der Palästina-Pokal. [Verband der jüdischen Tfcaufleute und Gewerbetreibenden. Scholem Alejchem: Menachem Mendel. Schalöm Asch: Die Mutter. - ' ■.^py;f f+r&t'.z; W^"-^r;l l :vv:'.^ , -Die alfgemeine Rechtslage der Juden. [. In der; letzthin. in Manchester stattgehabten Generaiversammlung der Anglo Jewish Association berichtete der Vorsitzende Leonard Montefiore über: die Tätigkeit der Gesellschaft. Er stellte eine vollständige Aenderung der Rechtslage der Juden fest<qjndvsagte 'ueter' anderem: „Früher war <man genötigt; an die Barmherzigkeit der rückständigen Nationfn zu .appellieren, j e t z t a b e r sin d d i e j ü d is;c,hen^Rechte 1 e.gal verankert und vo m ,V;ö;l>k' er b u n d g a r a n t i e r. t < Wenn diese Rechte nicht .beachtet. werden, so kann mm zu Rechtsmi;ite^n greifen. Wenn man an R'Uin änien, denkt, so muß man sich vor Augen halten, daß dort noch.. m|tteiaiterliche Zustände' -herrschen; dennoch wuf|ptn^aiuch in Rumänien Besserungen erzielt. In früher^^'Jahren-durfte sich Rumänien erlauben, die auswärtigen Proteste in den Wind zu schlagen, heute aber iitt:d 1 e öff'entliehe M eanung im Auslände.'r^wie das Echo der- Vorgänge in Großwardein bewi^eii hat —so hoch entwickelt, daß die rumänisch'ejRe^ierung mit ihr'unbedingt rechnen muß." *S Die Danziger Hakenkreuzler. ' ' Die - Danziger Deutschnatiönälen unternahmen eine fptestaktiori gegen die durch den neugewählten Danz;ger '.Senat vollzogene.«Auflösung der, fa s efoi- S:ti. S,c^]ifes n E :i n wio fa n e r w e h j? und vereinigten die|e( Äktibir mit einer antisemitischen Hetze gegen :d^ti:-;Fin^n^enatQr'H'we-l-oV$'-k'.fc von dem sie behauptend er hätte auf Geheiß des polnischen diplomatischen : Vertreters, Minister S t r a ß b u r g e r, idiV.^Eiii^ohnerwehr aufgelöst. Es wurde eine parlamftitarische" Untersuchung durchgeführt, welche die v o j 1 e R ehabili tie r u hg Jewelowskis er- -brächte, ' Jewelowski erklärte, er werde keinem - Terror wejehen. tonj Piuiner auch Oberkommissär für Transi ' Jordanien. " , ^öri^on Gazette" teilt mit.. daß der' Ol;; •- ko^^|är/^r .Palästina, .E^dmärsc^a'U Lord/ Pi.;- Bela Kuns Verhaftung. Neuer Stoff für Judenhetzer. —y, Bela Kun, der ehemalige. Diktator Ungarns, ist in Wien verhaftet worden. Das Agitationsdepartement der Sowjetregierung hatte den prominenten Revolutionsmacher nach Mitteleuropa delegiert und er suchte sich als politisches Zentrum seiner Tätigkeit die Hauptstadt Oesterreichs aus. Was er im Sinne hatte, konnte aktenmäßig, bisher nicht eruiert werden, aber man. braucht nicht erst Dokumente, um Bela Kuns Projekte, zu erraten. Er wurde festgenommen und mit' ihm. einige Personen seines Stabes. Da sich in dem beschlagnahmten Material auch zahlreiche Angaben über seine werktätigen Anhänger in Ungarn finden, so ist. ein Budapester Polizeihauptmann nach Wien - geeilt, um sieb diese für den in Ungarn herrschenden Kurs so bedeutsamen: Daten zu holen. Es wird , also wohl auch in Ungarn ein, großes Verhaften beginnen und den Weltrevoiutionsideeni Moskaus wird .sich die. Weltrettungspraxis der. Horthy;7Leute anschließeni selbstverständ'lich. in. Ax^kMuim^ einer Mengenden öder territorialen Belohnung. . - " - •'•'.•!;• v; " ,. - Für.: alle Fälle aber 'hat Kun der " internationalen Pogrompresse willkommenen Stoff für ihre Betrachtungen geliefert. Das Geschrei von dem jüdischen Bolschewismus hat neue Nahrung bekommen und zur selben Zeit, in der die Moskauer Regierung ihre auf die Atomisierung und Sprengung der jüdischen Volksgemeinschaft gerichtete Politik mit neuen Mitteln einleitet, wo sie in der mandschurischen Wüste mit -Hilfe jüdischer Verräter einen großen Kerker für ihre Juden baut, zur selben Zeit wird hier im Westen wieder eine antisemitische Orgie losgelassen. Die führende Rolle haben die deutschen Preßerzeugnisse inne; sie werden nicht müde,, von den Mordtaten zu erzählen, die zur Zeit Kuns in Ungarn begangen worden sein sollen, wobei es nichts verschlägt, daß gerade jetzt in dem Stettiner Fememordprozeß festgestellt wurde, daß anno 1920 in Oberschlesien etwa 200 Deutsche „umgelegt" wiurden, die mit Gummiknütteln niedergeschlagen und — manche wahrscheinlich noch lebend — verscharrt wurden. Diese Bestialität kann jetzt ein .wenig verdeckt werden und die Welt dieser Mordverbände mag dankbar vor Bela Kun den Hut ziehen, der ihr hilft. Was Bela Kun als Diktator Ungarns getan hat, ist nicht wenig und wenn es auch maßlos übertrieben wurde, so kann es nach keiner Richtung hin be-. schönigt werden. Aber eine gewisse Rechtfertigung liegt doch in den Zuständen, die, damals in. Ungarn herrschten, wo die demobilisierte Soldateska, . verzweifelt und hungrig, voll des Gefühls der Rache, •von den um.ihre Macht zitternden Adeisaliquen-in, Pogrome gehetzt würfle. Aus den Memoiren der Herrschenden weiß man, daß Horthy im Oktober 1918 nach Budapest ging, um „die Juden zu strafen". Den Pogromversuchen antworteten jüdische'Shobisten, jüdische Verzweifelte mit der Flucht vin:den Radikalismus. Sie setzten dem Terror de Terror ent- . gegen. Das war das Regime Kuns; aber diesen: jtj- .dischen Exaltierten standen weit mehr, weit konsequentere magyarische Elemente zur Seite und diese besorgten jenen Teil der Sache.' der der a'ntisemitisch-militardstischen' Psyclie entsprochen; und wahllos Christen wie Juden betroffen' hat. "Dieser Aktion' folgte dann die Reaktion, düe durchj; :<Jie <Namen'Hejjas, Pronay,. Bibo, Kiß. Zadravecz e tutti qüanti zur Genüge "stigmatisiert ist.-Was unter' Kun geschehen isfe jdas stellten diese Helden, der. peitsche urtd des Galgens in den Schatten. Und das. traurigste . ist, daß sie jetzt mit frischem Elan ihr Werk, wieder auf nehmen könnten, —- wenn sich die Welt' inzwischen, nicht doch ein wenig geändert hätte.,, Die Bela Kuns sind auch ein Symptom des Züstandes, in dem sich, das jüdische Volk befunden hat Es konnte seinen Gemeinschaftstrieb, seinen; . politischen Arbeitsdrang niemals für sich ausleben und so gerieten die Juden, die an der Gestaltung der Verhäjtnisse mitarbeiten wollten, in den R'adikaii'smu'S, verga&en sich und ihr Volk imd glänzten im •hemmungslosen Extremismus. Auch das Judentum aber ändert sich. Im Zionismus^ in. dein Aufbau seiner Heimat und seiner Freiheit, in der Nationalisierung seiner Massen ist ihm ein eigetipoh'tisches Zie\ gesetzt. Noch arbeiten nicht alle daran, weil noch-nicht alle es erfassen, wie sehr durch das Völkerbund: mandat und die Anerkennung der jüdischen national politischen Endziele, die Position des Judentums erweitert worden ist. Es sind heute der jüdischen ..-Jugend alle Möglichkeiten gegeben, Gemeinschaftsarbeit im besten Sirine des Wortes zu-verrichten und so die Lage des Volkes aus allen Zweideutigkeiten herauszuheben. Je weiter, diese Erkenntnis dringt, um so seltener werden die Bela Kuns, Produkte einer politischen Entartung, die sich1 letzten;Bndes aus' der Wurzellosigkeit' herscbrelbt. " ''• ' ' ' m e r, jetzt auch zum Oberkommissär für Transjordanien ernannt worden ist. Der neue Verfassungsentwurf für Transjorda-,, nien wird in den nächsten Tagen verkündet werden." Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, enthält der Entwurf u. a. die folgenden Bestimmungen: Die Staatsflagge Transijordaniens ist s c h w a r z - w e i ß - g r ü n, Alle Minister müssen Mitglieder des Legislative; 'Council (Gesetzgebende Körperschaft) sein; Vorsitzender, des Council ist der Premierminister. Der Legislative Council muß das Abkommen zwischen England und Transjordanien respektieren, General Peter-: Wrangel I ist; halbvergessen in der Vorwoche' in ■ Brüssel gestorben. Er war einer der Organisaforen der großen Pogrome aoif-der Krim wd^ es ist nicht' luhwichtigi daran zu erinnern, daß bei seinen SoWaten zuerst die berüchtigten „Geheimnisse der Weisen von Zion" aufgetaucht sind., Wrangel wurde geschlagen und floh Hals über Kopf nach Ungarn und von dort nach Belgien. Er war persönlich vermögend und so ging es ihm im Exil nicht schlecht. Seine Soldaten aber wurden auf Ententeschiffen nach •Konstantinopel gebracht und verbreitete^ sich, dann, bettelnd und' stehlend; über den ganzen Balkan^ Iii Bulgarien und Serbien führten . sie" ihren Pögromäritisemitismus ein> und die Behörden mußten;, oft gegen diese Gaste einschreiten, Wrangel trieb t sich D^HERZ jeder KüOhe ist ein -llü1als(Sraiik - Fabrikat der Qeneral Mötor* oder ÄÄÄ- WarchalQWiki,Fintterle & CfÄ'ST £ü

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