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Die neue Welt · 1928-04-27 · Heft 32 (27.4.1928) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 32 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite S aber auch neuere, in Palästina entstandene, zum Vortrag gebracht. Die Zaungäste außerhalb des Festsaales belebten die Feststimmung im Inneren durch ihre stürmischen Forderungen nach Wiederholung der beliebten und populären Musikstücke. Er wurde getanzt, gesungen, es herrschte wahre Festesstimmung, gesteigert durch den berauschenden Duft der Orangen, der um diese Zeit, besonders des nachts, die Straßen erfüllt und die Menschen, die an ihn nicht gewöhnt sind, buchstäblich betäubt. Abgeschlossen wurde das Fest am Feiertagsausgang durch eine Vorstellung der Habimah, die vor vollem Haus den „Golem" von Leiwig zur Aufführung brachte. Es paßte ganz zu der Hoffnung und Zuversicht auf bessere Zeiten, von der das Fest getragen war, daß auch der Frühregen einsetzte... „Nebi Musa." Die Prozession der mohammedanischen Gläubigen zu lern angeblichen Grab Moses, die wie alljährlich auch in diesem Jahre während der Halbfciertage des jüdischen Pessachfestes abgehalten wurde, verlief, wie aus Jerusalem berichtet wird, ohne jeden Zwischenfall. Diesem, unter dem Namen „Ncbi-Musa-Fest" bekannten hohen mohammedanischen Feiertag sehen die palästinensischen Behörden seit jeher mit großer Besorgnis entgegen, da mohammedanische Hetzer die Gelegenheit zu benützen pflegten, die fanatischen Gläubigen zu schweren blutigen Ausschreitungen zu haranguiiercn. Diese Erfahrungen veranlaßten die palästinensischen Sicherheitsbehörden, besonders umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen vorzukehren. Die Polizei ging hierbei sonderbarerweise in beziig auf die Juden ins Extreme über. Während der Prozession . in Jerusalem gab es, wie überall bei solchem Anlässen, sehr viele Zuschauer. Besonders beim Jaffaer Tor staute 'sich eine große Menge. Auf dem ganzen Weg standen die Leute auf dem (Balkon und <den Dächern der Häuser, besonders in den Hotels, bloß das Hotel A m d u r s k d, der jüdische Gasthof von Jerusalem, bildete eine Ausnahme. Die Polizei trug nämlich dem Hotelbesitzer unter Androhung der Schließung des Hotels auf, während des ganzen Festaktes und des Verlaufes der Prozession niemandem zu gestatten, auf die Balkone hinauszutreten oder sich auf dem Dache des Hotels aufzuhalten. Aus welcher. Ursache diese Beschränkung dem jüdischen Hotel, in welchem auch eine Anzahl jüdischer •Touristen abgestiegen war, auferlegt wurde, ist nicht bekannt geworden. _ Kommers für Hermann Plaschkes. Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltete am 17. April in ihrem Festsaal zu Ehren des Herrn Hermann Plaschkes anläßlich seines 70. Geburtstages einen Kommers, dessen Besuch und Verlauf dem Jubilar' deutlich gezeigt hat, welcher Beliebtheit er sich in den weitesten Kreisen erfreut und welch hohe Wertung seine mehr als'40jährige aufopfernde Tätigkeit als Politiker und- Parteigenosse fand. Der Sektionsobmann Herr Max Schiffmann begrüßte die zahlreich ^Erschienenen und sprach dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche aus. Dr. Goldhaitnmer würdigte die Tätigkeit Hermann Plaschkes als Politiker und seine ausgezeichneten Eigenschaften als Mensch in treffenden Worten und sprach ihm namens des Landeskomitees den Dank für seine Tätigkeit aus. t Es sprachen sodann die Herren W a 11 u c h, S i t zmanm, Dr. Rybacze wski, Amtsleiter Rosenfeld,. Schriftsteller B. T a g, die alle dem Lebenswerk Plaschkes Worte des Dankes und der vollsten Anerkennung zollten. Herr T o r c z y n e r schilderte den Werdegang seines treuen Weg- und Arbeitskameraden, Dr. Afoeles brachte als' Erinnerung an die gemeinsame Heimstadt Nikolsburg eine reizende Purimgeschichte, die wehmütige Erinnerungen an das Einst auslöste. Herr Leben söhn gratulierte dem Jubilar namens des zahlreich vertretenen Jugendvereines Erez Israel. Dann ergriff Dr. Plaschkes das Wort und schilderte die Schwierigkeiten, welche sich seinem Vater zu Beginn seiner Pionierarbeit auf allen Seiten dn den Weg stellten. Er sprach den Wunsch aus, daß'alle Juden in ihren Familien in solch zielbewußter Weise echtes, tiefes, jüdisches Gefühl säen mögen, wie dies sein. Vater tat. Nach dem offiziellen Teil sang Oberkantor M arg Tili es tiefempfundene jüdische Lieder und erntete für seine künstlerischen Darbietungen stürmischen Beifall. Herr Gärtner gab jüdischen Humor im Liede zum Besten, wobei ihn der Chor des Jugendvereines Erez Israel trefflich begleitete. Das Arrangement der Bewirtung lag in den Händen der Frau Inspektor Stern, Frau Riegle r, Fräulein Uli S c h ä c h t e r, Frl. R i e g 1 e r, des Sekretärs Fenster und seiner Gattin owid wickelte sich klaglos ab. Schändung eines jüdischen Friedhofs in der Tschechoslowakei. Auf dem orthodoxen jüdischen Friedhof in Nätra in der Tschechoslowakei wurden 13 Gräber zerstört .und die Grabsteine zertrümmert. Die Behörde hat eine strenge Untersuchung zur Ermittlung der bis jetzt unbekannt gebliebenen Täter eingeleitet. Mißhelligkeiten auf dem Pariser jüdischen Studentenkongreß. Auf dem in Paris abgehaltenen Kongreß jüdischer Studenten kam es zu schweren Konflikten wegen der Zio* nistenverfplgungen in Rußland. Der Kongreß nahm zuerst eine scharfe Erklärung gegen die Verfolgung des Zionismus und der Zionisten in Rußland an. Die in der Minderheit gebliebenen linken Gruppen übten einen Druck j_DIE NEUE WELT _ auf die Konferenz aus und setzten es durch, daß der Beschluß annulliert wurde» Daraufbin verließen die j üdö sch-nationaJ en Deil egtfe r ten unter Protestrufen und Absingung des zionstischen Hymnus „Hatikwab" den Konferenzsaal. Später einigte man sich auf eine mildere Fassung der Resolution. Leonard L. Cohen 70 Jahre alt. Herr Leonard L. Cohen, Vizepräsident der Jewisli Colonisation Association (Jca) und Präsident der Londoner jüdischen Armenbehörde in den Jahren 1900 bis 1920, feiert am 17. April seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist auch einer der Begründer der Liga der baltischen Juden. Obwohl Nichtzionist, ist Cohen Mitglied des Economic Board für Palästina. Wahlrechtsraub an den Juden in Damaskus. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Der Wahlkampf in Syrien ist in vollem Gange. Es handelt sich um die Wahl von 70 Mitgliedern der konstituierenden Versammlung. Damaskus und das südliche Syrien entsenden 33 Mitglieder, Chalab und Nordsyrien 37, unter ihnen auch 4 Vertreter der Stämme. Laut einer offiziellen Kundgebung des französischen O'bcrkommissärs wird die Regierung die freie Wahl verbürgen und sioh neutral verhalten. Die Juden von Damaskus forderten gleichfalls eigene Vertretung in der konstituierenden Versammlung, wurden jedoch abgewiesen, weil ihre Zahl weniger als 3000 Seelen be* trage. Gegen diese Entscheidung erhoben die Juden Protest, indem sie darauf verwiesen, daß die Entscheidung der Regierung auf Grund einer Liste ertfoägt sei, diie jedoch wider besseres Wissen mit der Wirklichkeit nicht übercinstiimimt. Sie legten eine den- Tatsachen entsprechende Liste jüdischer Wähler bei, aus welcher ihre Berechtigung zur Entsendung eines eigenen Vertreters hervorgeht. Bezeichnenderweise stellt. sich der Herausgeber des „Alif- Ba" Josef Al-Isa, ein Bruder des Herausgebers des „Feiestin", in seinem Blatte auf die Seite der Juden und ermahnt die Regierung, die Forderung der Juden zu erfüllen. Die Juden seien keine Fremden in Syrien, schon ihre Urväter lebten im Lande, sie haben die gleiche Sprache und die gleichen Sitten wie die Syrier. Es sei daher nur recht und billig, daß die syrische Regierung sowohl wie die Mandatsmacht den Juden das Recht der eigenen Vertretung in den .gesetzgebenden Körperschaften zubilligen. Die Bibel in 605 Sprachen. Das mit einem Kosten aufwände von 17.000 Pfund in Jerusalem errichtete Bibel-Haus würde am 10.April feierlich eröffnet. Der, anglikanische Bischof von Jerusalem, Rennie Mclnnesj leitete die Weihezeremonie. Rev. Ritson, der Sekretär der Britischen und Auswärtigen Bibel- Gesellschaft, teiltemit» cfaß . die Bibel gegenwärtig i n 605 Sprach en' votf' dernVGe"sellschäft verbreitet wird. Zur Statistik des Judentums. Das Amerikanische Jüdische Jahrbuch veröffentlicht eine große statistische Studie über das Weltjudentum. Von der auf 14,6 Millionen geschätzten Gesamtzahl der Juden entfallen 65 Prozent (9,6 Millionen) auf Europa, 26 (3,9) auf Amerika; 568.670 leiben in Afrika, 570.140 in Asien, 24.580 in Australien. Von den Städten beherbergt die meisten Juden New York, nämlich unter 5,8 Millionen Einwohnern 1,643.000, das sind 30 Prozent. Als weitere größere jüdische Zentren folgen Warschau mit 309.165 (33 Proeznt der Bevölkerung), Budapest mit 217-545 (23,5 Prozent), Wien mit 201.513 (10,85), Berlin mit 172.672 (6,3), Lodz mit 155-860 (34,5), Kiew mit 128.14^(27),. Moskau mit 86.171 (6,04) und Amsterdam mit 67.248; (19,4)" Prozent Juden. Ein jüdischer Gelehrter in Litauen gemaßregelt. Aus K p.w n o meldet die J, T. A.:,Der Innenminister hat dem hervorragenden jüdischen Rechtsgeiehrten Professor Simon Bfeliazkin das Bürgerrecht abgesprochen und ihm verboten, die Reohtspraxis als Advokat weiter auszuüben. Professor Beliazkin wurde vor acht Jahren an die litauische Universität als Rechtslehrer berufen und hat in mehreren Prozessen jüdische Angeklagte, die des Kommunismus verdächtig waren, mit Erfolg verteidigt und Todesurteile abgewendet. Ein König-Peter-Wald der jugoslawischen Judenschalt. Die Judenschaft Jugoslawiens geht jetzt daran, in Palästina als Andenken an den verstorbenen König einen VEREINIGTE VERSICHERUNGS¬ AKTIENGESELLSCHAFT IN WIEN Feuer-, Einbruch-, Transportversicherungen aller Art, Hagel- und Tierversicherung. Kautions-Vcr- §|| untreuungsVersicherung, Maschinenbruchversi- Echerung, Unfall- und Haftpflichtversicherung zu =3 EEj vorteilhaftest en B edingungen ES Hl Direktion: ܧ jjj WIEN, IX. KOLINGASSE NUMMER 6 jj =5 Generalrepräsentanz: =§ H WIEN, I. DOMINIKANER BASTEI 21 j§ lllllllllllllllllllllllllllllllllll _ Nf. 32 „König-Peter-Wald" zu schaffen.' König Alexander hat be-. reits die Genehmigung erteilt. Für die Kosten sollen eint Million Dinar von den jugoslawischen Juden aufgebracht werden. Der König-Peter-Wald wird unweit der jugoslawischen Chaluzsicdluug Djeda auf den Höhen von Ginegar in Südgaliäa, also in unmittelbarer Nähe des Balfour- Woldes, angelegt werden. Die Hinterlassenschaft Ludwig Monds für die Stadt - Kassel. Der im Jahre 1908 verstorbene Ludwig Mond, der Vater von Sir Alfred Mond, hat in seinem Testament 20.000 Pfund für Wohlfahrtszwecke seiner Vaterstadt Kassel in Deutschland bestimmt Die englische Regierung hat nun, wie die Zeitungen melden, die Angelegenheit so geregelt, daß 60 Prozent der, genannten Summe nach Kassel überwiesen und 40 Prozent auf Rechnung von Deutschlands Reparationsschukl gebucht werden. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde Wien. Erneuerung des Mietverhältnisses der Tempelsitze in den Gemeindebethäusern Stadt und Leopoldstadt Die Inhaber von .Sitzplätzen in den Gemeindebethäusern Stadt und Leopoldstadt werden ersucht, die Erneuerung der Sitze bis 15. Mai d. J. bei der Hauptmasse der Kultusgemeinde während der täglichen Amtsstunden von 9 Uhr bis 1 Uhr vorzunehmen oder sich zu diesem Behufe der ihnen übermittelten Posterlagscheine zu bedienen. — Die bis längstens 31. Mai d. J. nicht bezahlten Sitzplätze gelangen ohne weitere Verständigung .zur Weitervermäetung und kann eine weitere Reklamation nicht berücksichtigt werden. Dem Inhaber eines Tempelsitzes steht, im Falle er den Bezug des Sitzes aufläßt, keine Ingerenz bezüglich der Weitervergebung desselben zu. — Betsitzkarten sind bei der Haiiptkassa der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, während der Amtsstunden erhältlich. Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde. Die Bibliothek wurde im Monate Februar von 1114 Lesern besucht, die 2260 Werke, beziehungsweise 3643 Bände benützten. Entlehnt wurden an 163 Personen 236 Werke in 327 Bänden, zurückgestellt 200 Werke, beziehungsweise 280 Bände. Im Berichtsmonat hat die Bibliothek 114 Werke neu erworben. Im Monate März wurde die Bibliothek von 919 Lesern besucht, die 1759 Werke, beziehungsweise 2912 Bände benützten. Entlehnt wurden an 157 Personen 237 Werke in 308 Bänden, zurückgestellt 169 Werke, beziehungsweise 257 Bände. Im Monat März hat die Bibliotnek S4 Werke neu erworben. Matrikenbericht für den Monat März 1928. Beim Matrikenamte der israelitischen Kultusgememde gelangten im Monate März zur Eintragung: 128 Geburten, 296 SterbefäWe, 85 Austritte aas der israelitischen Religionsgesellschaft und 17 Eintritte ins Judentum. Konfirmation der Mädchen im Jahre 1928. Die Konfirmatlou der Mädchen findet im Janre 1928 im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, am Donnerstag den 7. Juni um 10 Uhr vormittags, und im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, am Sonntag den 3. Juni statt. Die Konfirmation der Mädchen in den übrigen Gemeindesynagogen wird später bekanntgegeben werden. Ein jüdischer Base-Ball-Meister. Der Held des Tages in der amerikanischen Sportwelt ist der junge jüdische Base-Baill-Meister Andy Cohen, der als der Führer der New Yorker Giants diese zum Siege gegen die Bostoner Braves führte und nun als der beste amerikanische Base-Ball-Spieler gilt. Dem Match wohnten mehr als 30.000 Personen bei. Der erste Hausbesitz der zionistischen Leitung. Aus Anlaß der Konkursausschreibung für die Pläne eines zionistischen Amtshauses der zionistischen Leitung schreibt „Haaretz": „Man 'kann unmöglich ohne Bemerkung an der Tatsache vorübergehen, daß die Zionistische Organisation trotz der ungeheuren Summen, die sie in Palästina investiert und verausgabt hat, bis zum heutigen Tage eigentlich keinen eigenen Besitz in Palästina' hat. Selbst die Arbeiterorganisation hat an Wohn- und Amtshäusern mehr. Eigenbesdtz als die Zionistische Organisation. Während die Histadruth eine ganze'Anzahl von Gebäuden mit unbedeutender Unterstützung der Zionistischen Organisation errichtet hat, konnte die Zionistische Organisation aus dem großen Budget bisher kein eigenes Amts- und .Repräsentationshaus erwerben. Auch jetzt werden die ■ Kosten dieser zionistischen Zentrale in Palästina zum Teile im Wege einer Anleihe durch die Versicherungsgesellschaft „Phönix" aufgebracht werden.** . Unschädliches Entfethingsmittel. Man kaufe sich ta der nächsten Apotheke 4 Deka Fucabohnen. davon nimmt man zwei Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach drei Wochen dreimal täglich je zwei Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum zwei Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit. Der;• Erfolg ist ein überraschender. E SPEZIALIST Ifür Kinder- und Mädchenzimmer», KUchen- und Ver> ■ zimmer-MOBEL. 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