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Die neue Welt · 1928-04-27 · Heft 32 (27.4.1928) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 32 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 32 DU NEUE WELT Seite 5 1000 Dollar sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Gaste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! OTTO KASERIII Schlecht erging es dem japanischen Bischof U s o k i, der mit Stolz erklärte, daß Japan das einzige Land sei, in welchem es keinen Rassenhaß gebe. Kaum endete er seinen stolzen Speech, als sich der Vertreter von Korea erregt erhob und erklärte, daß die Behauptung des Bischofs Usoki eine glatte Lüge sei. Er hielt ihm die grausamen Massakers vor, welche die Japaner an den Koreanern unmittelbar nach dem großen Erdbeben verbrochen hätten. Die farbigen Christenvertreter forderten von ihren weißen Glaubensgenossen, daß sie vor allem ihre weißen Brüder dazu veranlassen, sich den verschiedenen Rassen gegenüber mensch lic'her zu t> en e h nie n, denn sonst könne man den Farbigen nicht mit Erfolg christliche Liebe predigen... Kundgebungen palästinensischer Mohammedaner gegen die Missionskonferenz. In Gaza demonstrierten die Mosleniiten gegen die Abhaltung der internationalen Missionskonferenz in Jerusalem. Der Distriktsbeamte verbot die Demonstration, erklärte sich aber bereit, eine Abordnung der Demonstranten zu empfangen. In der Moschee, wo die Demonstranten auf die Rückkehr der Deputation warteten, verbreitete sich plötzlich das Gerücht, daß die Mitglieder der Deputation verhaftet worden seien. Die Menge eilte zu den Polizeibaracken .und versuchte, diese zu stürmen. Die Polizei feuerte auf die Menge, die sich nun zurückzog, aber einige Verwundete auf dem Platze ließ. Aus Jaffa wurde polizeiliche Verstärkung herangeholt. In Gaza herrscht jetzt Ruhe. Interessante Neuerungen in der Lebensversicherung. Bekanntlich bemüht sich die Versicherung auf dem Gebiete der Sachversicherung (Feuer- und Einbruchversicherung) seit langer Zeit, nicht nur den versicherten Schaden gutzumachen, sondern durch geeignete Vorschriften und Maßnahmen den Eintritt eines Schadens nach Tunlichkeit zu verhindern oder doch wenigstens in seiner schädlichen Wirkung einzudämmen. Auch in der Lebensversicherung hat die moderne Entwickking iu der jüngsten Zeit Bestrebungen gezeitigt, welche darauf abzielen. Schutz und .Erhaltung des versicherten Lebens zu föidern und dadurch lebe'nsverlängernd zu wirken. Auf diesem Gebiete tritt soeben, wie wir erfahren, die „Assicurazioni-Generali" mit einer 'Neuerung' auf den Plan, der es beschieden sein dürfte, einen besonders wichtigen Beitrag zur Erhaltung des versicherten Lebens m leisten. Diese Neuerung besteht darinv daß die Gesellschaft den Versicherten, die in die Notwendigkeit versetzt werden, eine Operation vornehmen zulassen, zur Bestreitung der Kosten dieser Operation spesen- und zinsenfrei Vorauszahlungen auf die versicherte Summe leistet Auf diese Weise wird in allen jenen nicht seltenen Fällen, in denen die Schwierigkeit der Aufbringung der Qperations'kosten eine Verschiebung oder vielleicht gänzliche Unterlassung eines notwendigen chirurgischen Eingriffes zur Folge hätte, die Durchführung der Operation ermöglicht. Die Gesellsschaft, welche vorderhand als einzige Anstalt diese Ergänzung der Lebensversicherung eingeführt hat, erhofft sich von dieser Maßnahme eine nicht unerhebliche Verringerung der Sterblichkeit der Versicherten und hofft dadurch für die kostenlose Gewährung dieser gewiß wertvollen Operationsbegünstigung eine Kompensation für ihre Aufwendung zu finden. Die Darlegung der näheren Details würde hier zu weit führen; hierüber kann sich das Publikum, welches sich hiefür interessiert, am besten aus den einschlägigen Bedingungen informieren, welche, wie wir hören-, einfach und klar abgefaßt sind. .< E FÜRS iiiiiillilliilllllllllllllllliiiiiii die allerletzten Kreationen der Pariser Haute couture u. eigener Schöpfungen aus adelst. Matevlaien in unereichter Auswahl zu den bekannt billigen Krupnlfc- Preisen iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiii MIIPVH.Kalserstr.113 Wir haben nirgends Filialen! AUS PALÄSTINA. Emile Vandervelde. Aus Anlaß der Anwesenheit V a n d e r v c 1 d e s in Palästina fanden am 13. und 14. April zwei Massenversammlungen in Tel-Awiw statt. Vandervelde sagte, er habe von der schöpferischen Arbeit der jüdischen Arbeiter in der Landwirtschaft Palästinas tiefe Eindrücke erhalten Zwischen den Idee.n des Zionismus und den Ideen der europäischen Demokratie bestehe kein Widerspruch. Die palästinensischen Arbeiter mögen den Arbeitern des Orients beistehen; sie werden dies gewiß nicht nach dem Muster der Bolscbc wisten tun, die die erwachenden Nationen nur für ihre Zwecke benützen. (Siehe Brief aus Palästdna.) % In einem Gespräch mit dem Jcrusalemer Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur sagte Vandervelde: Noch bevor ich Gelegenheit hatte, Palästina mit eigenen Augen zu sehen, wußte ich viel über das jüdische Kolonisationswerk in diesem Lande. Aber erst seitdem ich an Ort und Stelle weile, bin ich mir über d i e Schwierigkeiten klar, die dieses Aufbauwerk zu überwinden hat. Um so höher schätze ich die Leistungen der jüdischen Arbeiter ein, die Oediand und Sunrpfgebiet in blühende Kolonien verwandelt haben. Tiefe Eindrücke habe ich sowohl von den alten Kolonien, als auch von den neuen Arbeitersiedlungen davongetragen. Ich hege die höchste Bewunderung für das große kollektivistische Ex periment der Arbeiter-Kolonisation, das die jüdischen Arbeiter durchführen. — Tel-Awiw, schloß Vandervelde, ist ein bewundernswerter Ausdruck der jüdischen Aufbau Enerigie. Die Industrien in Tel-Awiw und in Haifa stehen auf fester Basis. Die palästinensische Arbeiterföderation hat Resultate erzielt, die die Erfolge der belgischen Arbeiterschaft weit hinter sich lassen. Vandervelde hielt am 15. April seine erste Vorlesung an der Hebräischen Universität. Sein Thema lautete: Fr i e d e n s s i c h e r u n g durch Aufbauarbeit mit besonderer Berücksichtigung des Palästina-Aufbaues. Der Zionismus mit seiner Aufbauarbeit und seiner Tendenz der Brüderlichkeit, gegenüber den;: Arabern,, sagteer^ist ein wichtiger Faktor für den Weltfrieden, der ganz anders aussehen muß, als der Friede von Versailles,, dessen Verträge absolut zu revidieren seien.: Dagegen haben bei der Errichtung des Völkerbundes, der neuen Nationalstaaten und bei der Entstehung des Palästina-Mandats fortschrittliche Ideen gesiegt. — Am 18.'und 19. April setzte Vandervelde seine Vorträge fort. Am 26. d. M. ist er nach Europa zurückgekehrt. Englische für Anzüge und Überzieher in herrlichen Dess ns und reichhaltigster Auswahl kaufen Sie am besten im Spezialhaus Tuchtiaus juni Hirsfhenv ILTaborstraDe 17 b Eine Rede Grimshaws im jüdischen Nationalrat, Herr G r i m s h a w, der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes bei der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes, der den Verhandlungen des internationalen Missionsrates in Jerusalem im Auftrage des Arbeitsamtes als Beobachter beigewohnt hatte, nahm auch an einer Sitzung des Waad Leumi (palästinensisch-jüdischer Nationalrat) teil und erklärte, daß Herr Albert Thomas, der Reiter des Internationalen Arbeitsamtes des Völkerbundes, sowie er, Grimshaw, selbst jederzeit und überall das jüdische Aufbauwerk in Palästina unterstützen wollen. Die Kadoorie-Schule. ' Die ^gierungskornmiss'ion, die die Errichtung,.eine;' Land wa r tschaf tsscihnl e fürt'die Juden Palästinas aus d/era Nachlaß des Philanthropen Kadoorte in die Wege leitet, hat sich für ein Areal im Umfang von 7000 Dunäitf entschieden, auf welchem die Schule errichtet werden wird. 1000 Dunam sind für eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt und 6000 Duriam für Forst- und Plantagen« wirfc^ebafj: bestimmt. Eine Gesellschaft zur Verteidigung der jüdischen Rechte. In Jerusalem wurde eine Ortsgruppe der Gesellschaft zur Verteidigung der jüdischen individuellen und kollektiven Rechte in Palästina, die vor einiger Zeit in Haifa be* gründet wurde und die den Namen „S'chussenu" (Unser Recht) trägt, konstituiert. Dem Komitee gehören M. MV Ussischkin, Steimatzki, Schah't, Schwarz u. a. tn. am» Boykott der Schutztruppe. Die Palästinaregierung bat die Wettspiele der sogenannten '„fransjordanischen Grenzmacht", die in dfcr jüdischen Stadt Te l- A w{w zugunsten der ErcU beaengeschäddgten härten stattfinden sollen, wegen: de"r gegnerischen Haltung der Stadtverwaltung und der Be* 1 völkeru-ng von Tel-Awiw abgesagt. Der Stadtrat von Tel-Awiw hatte die Einladung zur Teilnähme an.der Organisierung ider .Wettspiele mit der Begründung abgelehnt, daß sich Juden nicht an der Veranstaltung einer Institution. beteiligen könnenj. in der die jüdischerf Rech te ve rle tzt werden. Die transjordanische Grenztruppe wurde nach der Demobilisierung der britischen Gendarmerie formiert und an die transfjordanisch-palästinensisohe Grenze gelegt Obwohl die Truppe auch für den Schutz der palästinensischen Grenzen bestimmt ist, wurden Juden nur im verschwindender Anzahl übernommen. Gegen die Benachteiligung des jüdischen Elements haben der Waad Leumi, die jüdische Presse und die jüdische Oeffentlicbkeit in Palästina wiederholt; in der schärfsten Form'protestiert. Die März-Eingänge des Aufbaufonds. Wie der Zionistischen Korrespondenz aus Jerusalem unter dem 18. d. berichtet wird, sind im Monat März beim Keren-Hajessod-iHatiipfcbureau in Jerusalem rund 45.000 Pfund eingegangen, gegen nur 34.495 Pfund im Monat Februar. Das Jubiläum der „Hatikwah". Aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums der hebräin sehen Hymne „Hatikwah" wurde in Palästina ein Komitee gebildet, das sich die Herausgabe der SchrSiften des Verfassers der Hymne, des 1856 in Zloczow (Ga;- lizien) geborenen und 1909 in New York verstorbenen! Naphtali Herz I m b e r, zum Ziele gesetzt hat. Baron' Edmond de Rothschild bewilligte einen Beitrag zu den Kosten der Publikation. Professor Doliansky gestorben. •Im Alter von 62 Jahren starb in Jerusalem Professor Jakob D o 1 i a n s k y, der als der hervorragendste Chirurg Palästinas galt. Bevor er nach Palästina kam, bekleidete Prof. Doliansky den Posten des Leiters der chirurgischen Abteilung an dem Medizinischen Institut in Jekaterinoslaw. Abermals Heuschreckenschwärme. In der Nähe von Jericho' und östlich von Hebron sind Heuschreckenschwärme aufgetaucht. Das Landwirtschaftsdepartement hat radikale Maßnähmen zur Vertilgung und Vertreibung der Schwärme mittels Flammenwerfern, Giften und anderen Methoden ergriffen. Seitens der Regierung wird mitgeteilt, daß angesichts der rechtzeitig ergriffenen Maßnahmen für Jerusalem und Palästina keine Gefahr besteht. Ein Zwischenfall während des Aufenthaltes des italienischen Kronprinzen. „Haaretz" meldet: Anläßlich der Einweihung einer Marienstatue vor dem Palais des Kardinals Ferraro in'Je-' rusalem, die in Gegenwart des Kronprinzen Umberto unter. großem Pomp durchgeführt wurde, sandte das italienische Konsulat zahlreiche Einladungen zum Feste aus. Unter den Geladenen befanden sich auch einige Juden. Sonderbarerweise lauteten die Einladungen in italienischer, englischer,' . französischer und arabischer, aber nicht auch in hebräischer Sprache. Einige jüdische Journalisten, die zur Einweihwigs-. feier geladen wurden, lehnten ab, weil sie nur zu dieser kirchlichen Feier geladen wurden, sonst aber zu keiner der vielen zu Ehren des italienischen Kronprinzen stattgefundenen Festvensammlungen, überdies auch deshalb, weil die Einladungen nicht auch in hebräischer Sprache gehalten waren. TW. 's« nvRttiiA ^JSffi» ^JS&W

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