Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 31 (20.4.1928)
- Date
- 1928-04-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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_ Seite 1____ 2 Juden zu Petljura, der sich mit seinem Stab auf <!-.:: i:.iln:iiat befand. Petljura weigerte sich, die Delegation 7M empfangen und verwies sie an seinen Adjutanten. „Unsere Truppen sind gereizt" — sagte dieser und nach einer Viertelstunde lagen auf dem Dorfplatze neun Leichen, unter ihnen auch ein christlicher Delegierter, als abschreckendes Beispiel für alle Christen, die es sich einfallen lassen sollten, für Juden einzutreten. Die fassungslosen Juden der Ortschaft, die ja tatsächlich keine Waffen verborgen hatten, zogen ihre .Tales" und „Tefilin" an und begaben sich mit allen vorhandenen Thorarollen zu den Haidamakcn. Auf dem Dorfplatz stürzten sie vor den Kosaken nieder, loben die Thorarollen gegen Himmel und s c h wuren, daß sie keine Waffen besaßen. Anfangs verspotteten die Kosaken die Juden, ließen ihre Peitschen über ihre Rücken tanzen und äfften ihnen nach. Doch die Eide allein genügten nicht und die Juden mußten ihre Zuflucht zu einem altbewährten Mittel nehmen. Man lud den Ataman in ein Haus ein und teilte .ihm. etwas — im geheimen mit. Das half. Die Haidamaken begnügten sich damit, am folgenden Tage alle jüdischen Häuser zu" plündern. Es wurde aber, niemand mehr getötet und die Juden waren zufrieden .... Zu derselben Zeit wurden die Juden in Poltawa des Bolschewismus v e rd äc h t ig t.'Gleich nach! dem Einzug in Poltawa begannen die Haidamakcn damit, die Juden auf der Straße zu verprügeln. Einige Personen wurden in die Wilener Kadettenschule gezerrt und dort m i t E is en r u t en gepedtsch t. Als ich mit dem Oh'arkcrwer Hilfskomitee nach Poltawa kam und dort einen bekannten Photographen aufsuchte, traf ich ihn ganz verschwollen an. „Oh, wir konnten uns hier über Langeweile nicht beiklagen!" sagte er. „Nachdem uns die Haidamaiken mtit Peitschen und Eisenruten blutig geschlagen hatten, stellte man uns zu Paaren auf und befahl uns, einander zu ohrfeigen. Und zwar so lange, bis einer der beiden umfiel. Damit wir uns aber dabei nicht allzu sehr langweilen sohlten, mußten wir bei jedem Schlag schreien: ,Es lebe die freie Ukraine!"' „Und Sie haben das getan?" fragte ich. „Warum , denn nicht?" sagte er mit einem sonderbaren Lächeln. „Aber ich hatte Glüök. Bei dem 220. Hieb fiel mein .Gegner' um." Doch nicht in diesen Pogromen an und für sich. erblickten die Juden die größte Tragödie, sondern in der Tatsache, daß im Beginn der großen Revolution s o 1 c h e Pogrome d.n. Ru ß 3 a n d noch übe r h a u p t tn ö g 1 i c h waren.- Und. diese Pogrome waren tatsächlich nur die.Vorlauf'et zu den schreck-*. liehen Greueltaten der nächsten awei Jahre, da es schien, als hätte die Hölle alle ihre Schrecken über die Ukraine losgelassen. Deutsch von Valentin Sfoideiskyv Jucüsches Geld fiir die ..^ Kolonisation von Tataren. Die. Experimente der Sowjetregierung. Von Dr. I, Schechtmann, Paris. , Die ganze Finanzstruktur, der jüdischen Kolonisa-1 tiön *) in Sowjetrußland macht eine schwere Krise durch, und die Fplgen dieser Krise werden gewiß nicht versäumen, sich fühlbar zu machen. ' Unisomehr, als die für die jüdische Kolonisation gesammelten Mittel zu einem bedeutenden Teil für Zwecke verwendet werden, die mit der jüdischen Ahsfedlunginichts *) Siehe „Neue Welt" Nr. 28, 29 und 30. steilen ferner mit Verwunderung fest, daß der. entsetzlich Gefolterte bis zur letzten Prozedur, der Schleifung zum Scheiterhaufen, bei voller Besinnung blieb und das „Schemab" sang. Mit der Inbrunst heiliger Märtyrer sohemt dieser Abenteurer seine Untaten gebüßt zu haben. Aber wer in Schlagers Buch weiterblättert, wird darüber unterrichtet, daß diese in Wien bis dahin niemals geübte Hinrichtung in -Etappenleider Schule machte und eine Anzabl solcher haarsträubender Grausamkeiten . im, Gefolge harte, deren Opfer weder Juden noch Täuflinge, sondern unschuldige nicht jüdische Jüngljnge und Mädchen, ja Kinder wurden. Die dunkeln Fanatiker unter den Jesuiten jener Zeit erkannten die einschüchternde Wirkung der öffentlichen Todesfolterung jenes Abenteurers auf das Volk und nützten sie für ihre Zwecke. Durch gedungene Subjekte wurden Heiligenbilder mit Nadelstichen verunglimpft, ahnungslose Halbwüchsige durch peinliches Verhör zu Geständnissen gezwungen, und auf den Hochgerüsten, die sich auf den Wiener Plätzen zum Schrecken der Bevölkerung erhoben, öffentlich verstümmelt, bevor 'man die unschuldigen Opfer durch das Henkerbeil oder durch Verbrennung erlöste. Wie ein Alp lastete diese Zeit der gehäuften Schrecken auf der heiteren Stadt' an der Donau. .... . i Ein Verbrecher kommt nach Wien, ein Täufling, nützt den Judenhaß, scheitert, büßt entselzlicH, sein Schicksal wird mächtigen Eiferern zum,Fingerzeig, wie sie durch verruchte Mittel, die der Zweck heiligt, die Menscheilherde bändigen, die ganze Stadt duckt sich in stummer Todesangst — Handlung eines Kokoortageromanes, schundig, widerlich. Aber doch geschehen and durch <Be letzten Seufzer der gefolterten Opfer beglaubigt, am Wien, im sinkenden 17. Jahr hundert. Otto-Abel es.-., ______ P!6 fVEUfe W£Lf _ Gemeinsames haben. Die jüdische Gesellschaftder .gan-. zen Welt soll es wissen, daß sie irregeführt wird. Mit den jüdischen Geldern werden In der Krim nicht nur die Juden, sondern auch Tataren kolonisiert, wobei für die letzteren 30 Prozent der für, die Kolonisation bestimmten Gelder ausgegeben werden. Dies ist keine boshafte Erfindung „der. Feinde der jüdischen Kolonisation in Sowjetrußland", dies ist schwarz auf weiß auf Seite 249 des von der Zentralverwaltung der „OZET" in Moskau herausgegebenen zweiten Sainmelheftes des „Jüdischen Bauers" abgedruckt, Schlagen wir dort nach und lesen wir: . „Die. „QZET" und „AGRO-JOINT", welche im Jahre 1926 die AnsiedTubg von etwa 1000 jüdischen Familien in der Krim organisierten, haben beschlossen, mit Zustimmung der Krimer Regierung, auch bei der Binnenwanderung der lokalen Tatarenbevölkerung mitzuhelfen und 300 Tatarenfamilien anzusiedeln.. Der allgemeine Kostenaufwand für die TatärenbeyöK kerung macht 150.000 Rubel aus, das. heißt ungefähr 30 Prozent der Gesamtkosten für ,die Kolonisation der Juden in der Krim im Laufe des Jahres 1926 ..." Nicht nur für die jüdische, sondern auch für dks tatarische Kolonisation sammeln und geben ihr Geld aus die „OZET" und „AGRO-JOINT"; von je 10O: Dollar werden 30 für die Tartaren benützt; auf je 1000 kolo* nisierte jüdische Familien ^.werden . 300 Tatarenfamilien kolonisiert. Die jüdische Oeffentlichkeit hat ein Recht, das zu erfahren.;Die Konsequenzen wird sie schon selbst ziehen zu wissen. Aber sie darüber im unklaren zu lassen, hieße, sie bewußt zu betrügen. * . Daß die jüdischen Kolonisten in Sowjetrußiand sehr große Privilegien genießen. — daran wird weder von den Freunden noch von den Feinden der jüdischen Kolonisation gezweifelt. Aber eben in der letzten Zeit sind einige Symptome, zu registrieren, die schon' von „Pri«i vilegien" in Gänsefüßchen sprechen lasseh.: Es ist nfchi uninteressant, diese Symptome zu notieren. Die Ukrainer „KOMZET" hat kürzlich" verordnet, daß der für die jüdischen Familien bestimmte Böden nur im Verlaufe einer sehr kurzen Zeitdauer ihnen gesichert bleibt; ist der, Boden iril Frühlirig angewiesen, so bleibt er nur bis zur Zeit der frühen Aufackerüng verfügbar; ist der Boden im1 iHerbst angewiesen, so gilt dies bis zum 15. Mai des nächsten Jahres. Wer bis1 zu dieser Frist nicht komhif', verliert das Recht auf den Böden. F ü r Nie h t j u d e n. is t ■ a;be r; e i ne längere Frist festgesetzt . ^' bis "'August des nächsten Jahres.. Y ' ' " t.' .t^;;! ', Im vergangenen Jahre kamen auf diese Weise mehr als 1000 jüdische Familien um ihr Recht. Eine ganze Reife; yo»^;yerprd3^ge^i.-.4ie ganz weit von Privilegien •entfernt shtdi »hatt^der Ukrainer Sownar>- köm beschlossen: * 1. nach \ä^^üden^<d^s^¥kraine werden ausschließlich Bewohner der benachbarten Gegenden' übersiedelt; 2.. nachde^ der füi die jüdischen Siedler angewiesen;.'is^i; ejrsphöp^t wird, werden die Juden a u/s s c M i ©,fj 1 i c h . a u ß e r h a lb der Ukraine (Sibirieh, Woflgagebiet) angesiedelt^ 3. bei der Kreditgewährung aji :jüdiäche : Siedler müsse» ausschließlich die m i n i m a 1 c n wirtschaftlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden; 4. der Boden, den'die jüdischen Siedler aus' welchen Gründen immer: zur festgesetztem; Zeit nicht in Bearbeitung gehönimen haben, darf nur von den betreffenden lokalen staatlichen1 Organisationen und nicht aber von den Siedlern' selbst verpachtet werden,;, die Einkünfte, die diese Pacht; einbringen kann, werden auf das Konto des Lökalbudgets verrechnet. Wie weit-ist doch das alles von „Privilegien" ent-. fernt! ' ■ ■'' '"»■'. •' Kein Jude an der Ermordung der Zarenfamilie beteiligt. Im Lokal dies Verbandes'. russischer Advokaten in Paris hielt das frühere Mitglied der Regierung des weiß-;, gardistiischen Genera}s Koltschak, M. Starinkewitsch, der an der Untersuchung der Unistände der Ermordung des Zaren Nikolaus u nd ..seihiei g e s a m t ein. F.amilie in Jekaterinbmrg, im Jahre 1918 teilgenommen . ' ■■ J ■ .< r"". '■ ■ hat, ein Referat. Er erklärte, die ^Untersuchungskommassion, habe au'sdr.ückllch festgestellt, daß Kapitän. Se rge je w, der ..die Exekution geleitet hat, in keiner \Vieise von Juden, abstammt. Auch-sonst war,.kelhe r der an der Exekution Beteiligten Jude oder Ju d e n st ä mmii n g. Es. äst auch nicht wahr, daß an den \Vänd.en des Hauses, in welchem die Exekution ypnstfitten' ging, A u f s c h r i f t e n in Jiddisch vorgefunden worden waren.. Üeb&rhaupt haben sieb alle in Verbindung niit dem Zarenmord gegenüber den Juden, erhobenen BesclKjldigiingen als' vorkommen grundlos.erwiesen.^,.; Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich,' Wien, I., Kärritnerstraße 28. Am Samstag den 21. April, präzise 8 Uhr abends, spricht Universitätsprofessor Dr. Theodor Lessing (Hannover) im Hotel Continental, \U Taborstraße 4, über „Theodor Herz! Und Karl Marx"; Professor Lessing ist Geschichtsphilosoph und darf zu den interessantesten und geistvollsten Publizisten gezählt werden. Er -hat zu den verschiedenen Gegenwartsproblemen Stellung genommen wurde, als er sich anläßlich des . Ilaarmann* prozesses scharf , gegen die . Verbindung von Spitzeltun», Reaktion, Verbrechen und, Polizei aussprach, ,• sehr, stark von den rechtsstehenden Kreisen: angegriffen. Trotz der wüsten antisemitischen Hetze und Störung seiner Vorlesun* gen gelang es nicht» Professor , Lessing in seiner wfeseW schaftlichen Tätigkeit zu behindern. Karten im Zionisti* sehen Bureau im, Vorverkauf und an der Ahenflkassa, ^___Wf. 31 Brief aus Polen« Der jüdische Parlamentskhib noch immer nicht konstituiert. — Dringlichkeitsantrag wegen der Wahlmißbräuche. — Skandale in der Chaluka-Verwaltung. (Von unserem Warschauer N. R.-Berichterstatter.) Der jüdische Klub im polnischen Parlamente konnte sich noch immer nicht konstituieren. Er ist die einzige Parlamentsfraktion, die noch keine Leitung besitzt. Das ist sehr bedenklich, da der Klub •fast nur aus Zionisten besteht. Die ostgalizischen Abgeordneten unter Führung Dr. Leon Reichs, die immer wieder die Selbstverständlichkeit eines einheitlichen Klubs betonen, konnten sich aber trotzdem noch nicht zur Zustimmung zur Bildung dieser Vereinigung durchringen. Sie sagen, es sei nötig, sich zuerst über die „Grundlagen" oder wie man das sonst;in solchen Fällen nennt, zu verständigen. Zur Illustration der ganzen Situation: Als die jüdischen Abgeordneten zum erstenmal nach den Wahlen zusammentraten und die Konstituierung vorgenommen werden sollte, meinten die Vertreter aus Ostgalizien, es sei zunächst am wichtigsten, zur Frage der Wahl des Sejm mar sc halls Stellung zu nehmen. Ah dann gelegentlich der Erörterung des Budgetprovisoriums Abg. Gr ün bä u m eine Stellungnahme des Klubs verlangte, antwortete Abg. Dr. Reich, daß die jüdischen Abgeordneten noch keinen Klub bilden, 'also noch keine Beschlüsse fassen können. Um die •Konstituierung zu erleichtern, hat Abg. Grünbaum erklärt, daß er. als Präsident nicht kandidiere. Bei den Abstimmungen und ähnlichen parlamentarischen Aktionen., treten die jüdischen Abgeordneten nicht einheitlich auf. Bei der Wahl des Sejmmarschalis war freie Hand gegeben. Am deutlichsten kam die Uneii- 'heitiiehkeit des jüdischen Klubs bei der Einbringung des ersten Dringlichkeitsantrages gegen die Wahlmißbräuche zum Vorschein, der von den jüdischen Abgeordneten aus Kongreßpoien und den östlichen Randgebieten ausgearbeitet worden war. Die jüdischen Abgeordneten aus Galizien" verweigerten jedoch nach einer Beratung die Unterfertigung des Antrages mit der merkwürdigen Begründung, sie hätten in Ga 1 izi en unter solch en Wahl-;mißbräuche? nicht zu leiden gehabt. Als wäre, der Schutz der jüdischen Wähler nach reg i o.n kl e n Q e s i c h t s p u n k te n zu besorgen! Es' ereignete sich also, daß die notwendigen Unterschriften vpn0.d en nicht jüdischen Minderhedtsa'bgeordneten gegeben werden mußten. Das Benum erkannte dem Antrag die Dringlichik^.zu.^.,'. i, v.„. ■■ ' ' ' Inzwischen haben sich die jüdisch'en ^geordneten und Senatoren aus Kongreßpolen und der Randgebieten als Klub organisiert, dessen Vorsitzender Abgeordneter Grünbaum ist. Die Konstituierung wurde (der Sejmkanzlei nofifizliert.Es wird,nun in,der für den 22. April einberufenen Konferenz (von der, „fteuen Welt" bereits bepichtet) versucht werden* die Schwierigkeiten zu beseitigen und einen z j o n i s t d s c h en■ O b e r r a t für ganz Polen zu schaffen. Die Notwendigkeit einer Lösung der Spannungen muß nicht erst auseinandergesetzt Des Morsens sieht man in jedem Hause FRANZBRANNTWEIN mit Menthol in Gebrauch. Warum gerade diesen? 1. Weil die meisten Menschen gewohnt sind, ihren Köiper mit Dianas-Franzbranntwein einzureiben und ihn damit für die Mühen des Tages zu stählen und die Tätigkeit der Haut anzuregen, die Blutzirkulation zu beleben und die Nerven der Haut zu kräftigen. 2. Wer leicht zum Schwitzen neigt, muß unbedingt - des Morgens den Körper mittels eines in Öiana- Franzbranntwein getauchten Lappens flottleren, damit der geschilderte Uebelstand behoben wird. 3. Bei. Brüchigkeit. des. Haares, Schuppen etc. ist , Plana - Franzbranntwein von ausgezeichneter Wirkung- 4. Infolge des angenehmen Geruches und. Geschmackes des Diana-Franzbranntweines sowie dessen Eigenschaften gibt derselbe ein ausgezeichnetes Zahn- und Gurgelwasser. 5. Wer in der Früh einige Tropfen Diana-Franzbranntwein in Wasser aufschnupft, beseitigt die häufig ■ auftretende Verstopfung der Nasenkanäle. DIANA FRANZBRANNTWEIN I wirkt also kräftigend, abhärtend und kühlend. Uberall erhältlich!