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Die neue Welt · 1928-04-20 · Heft 31 (20.4.1928) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 31 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. .11 Stirnfalten Augenfalten (K'ähenfüße), Kautel unter den Aug«H, Mundfalttn altern! Sie v«r- •ettwlndan In 6 Minuten nach Gebrauch von ,,D M". (Oes. gesch.) Oifinsend begutachtet! Der Haut vollkommen unschädlich „D IM "-LABORATORIUM, WIEN II., Obere Donaustraße 17 Quälereien nicht standhalten konnten, verließen „freiwillig" ihre Posten. Galawanow weigerte sich, eine Oper des Komponisten Wasilenko aufzuführen, weil das Textbuch vom Juden G a 1 p e rn stammt. Er apostrophierte den Komponisten vor dem Ensemble: „Wie kann ein Musiker, der sich selbst achtet, das Textbuch eines Juden vertonen!" Als das Bildungskomirnissariat den jüdischen Musiker P asawski damit betraute, die Oper „Boris Godunow" zu dirigieren, ließ Galawanow alle Notenbücher verschwinden und verhinderte mit Beihilfe der Genossen im Orchester das Auftreten des jüdischen Dirigenten. Er erklärte bei dieser Gelegenheit: „In kurzem werden wir hier von allen Juden befreit sek." Einige Zeitungen, vor allem das „Moskauer Abendblatt", kämpfen wohl gegen diesen lieben Direktor an. Aber vergeblich. Er ist und bleibt Herr des Staatstheaters. * Die Zusammenfassung all dieser Anzeichen beweist, daß alle gewaltigen Umwälzungen in Rußland am Antisemitismuswirkungslos vorbeigegangen sind. Ueberall ist der Jude im Wege und überall gilt er als die Wurzel allen Uebels. Daß einzelne Juden am Ruder und an der vollen Schüssel sitzen, ist keine Beruhigung für die jüdischen Massen und die Teilnahme von Juden an der bolschewistischen Herrschaft bietet den jüdischen Massen keine Garantie gegen Verfolgung, im Gegenteil, die Existenz dieser regierenden Juden erhöht die Gefahr, welche dem jüdischen Volke in Rußland droht. Eine jüdische Kolonie in Südrußland von Bauern vernichtet? Warschauer Blätter berichten aus Minsk unterm 13. April: Nach hier eingelaufenen Meldungen fand in dien südlichen Gebieten ein Bauernaufstand gegen die jüdischen Kolonisten von Anbari unweit von Simferopal statt. Die jüdische, musterhaft geleitete Siedlung wurde von den Blutern ü b e r f a 11 e <nu n'd g ä n z- 1 i c fo verwüstet. Die Sowjetbehörde entsandte Militärabteiluügen, um Ordnung zu schaffen. (Die: Meldung ist anderweitig nicht bestätigt. Doch ist sie nicht unwahrscheinlich. Auch hat vor kurzem die Moskauer „Emcs", das Organ der jüdischen Kommunisten, mitgeteilt, diaß die jüdischen Kolonisten aus den Siedlungen in Cherson abzuwandern beginnen, was einerseits auf materielle Schwierigkeiten, andererseits auf die feindselige Stimmung der Nächbarn zurückzuführen ist. Die Red.) dem Geiste der Kirche, der Meinung des Heiligen Vaters und von der heiligen Liturgie selbst abgewichen ist, haben die ehrwürdigen Väter, nachdem sie das Urteil der Konsultoren gehört haben, die Aufhebung der Vereinigung der „Freunde Israels" verfügt. In einer Audienz, die der Heilige Vater Pius XI. dem Assessor des heiligen Offiziums gewährt hat, wurde der Beschluß der ehrwürdigen Väter gutgeheißen und die Veröffentlichung des Dekrets des heiligen Offiziums verfügt." Durch diese Mitteilung wird die Sache noch rätselhafter. Wer Menschen Hebt, will Ihnen Bestes seben, Wird Bitteres noch überzuckert reichen-, Wie Huber uns versauert zwar das Leben, Der Güte seines Essigs aber alle andern weichen. Eine Immigrations.Expertise des Kongresses der Vereinigten Staaten. Aus New York, 3. d„ wird berichtet: Vertreter jüdischer und nichtjüda'scher Wohlfahrtsorganisationen erschienen, vor dem Immigration$komitee des Kongresses der Vereinigten S t a a t e n, um Phr Urteil über die dem Kongreß vorliegenden Gesetzentwürfe betreffend Modifizierung der Einwanderungsvorschriften albzugeben. Sie setzen sich insbesondere dafür ein, daß Frauen und Kindern von amerifkanisenen Bürgern oder Bewerbern um die Bürgerschaft die Einwanderung unabhängig von dem Quotengesetz gestattet werde. Herr Louis Marshall, der das American Jewish Committee vertrat, forderte energisch eine Abänderung des Quotengesetzes von 1924, welches eine grausame Trennung von FamiliengHedem verschuldet. Kr wies an Hand vpn Tatsachen nach, wie erbarmungslos das Quotengcsetz in das Leben der Familie eingegriffen hat. Nicht eine Abschaffung des Gosetzes fordern wir, sagte Louis MarshaH, sondern eine Milderung der administrativen Handhabung in dem Sinne, daß Kltern zu ihren Kindern, Frauen m ihren Männern und umgekehrt kommen können. Eine Folge der Pogrome in Siebenbürgen. In einer im Bukarester Klub der Natioiialzaranisten gehaltenen Rede erklärte der Deputierte Madghea'ru: Außenminister Titulescii hat mir unmittelbar nach den Exzessen in ' Oradea Mure (Großwardein) erklärt, es sei nach diesen Vorgängen nicht mehr sicher, daß Rumänien in Genf in der Optantenfrage gegen Ungarn Erfr,l.«r haben werde." Tatsächlich ist Rumänien in dLsjr Frage unterlegen, während Ungarn* das im Dezember die siebenbürgischen Pogrome geschickt zu den Zwecken seiner Propaganda verwendete, seinen Standpunkt durchgesetzthat, indem es erklären ließ, daß die zu Schaden gekommenen Juden als Opfer der Enteignungspolitik gelten können. / Heldentaten eines antisemitischen Mordbuben. Vor zwei Jahren kam es in Jassy in Rumänien zu,argen Ausschreitungen gegen die Juden. Einer der Rädelsführer war ein gewisser Corneiiu Zelea Codreanu. Der Präfekt von Jassy namens M a n c i u wollte über Auftrag der Bukarester Regierung den Exzessen, die in ganz Europa unliebsames Aufsehen erregten, Einhalt tun. Aber der Versuch bekam ihm schlecht. Codreanu erschien bewaffnet in der Präfektur, beschimpfte den Präfekten Manciu, nannte ihn einen Judenknecht und schoß ihn nieder. Er kaim unter Mordanklage vor die Geschwornen. Das Gericht war während der ganzen Verhandlung von Demonstranten1 umlagert, welche stürmisch die Freisprechung des Mörders forderten. Codreanu wurde auch tatsächlich von den pflichtvergessenen Geschworenen freigesprochen. Er wurde im Triumph aus dem Geriehtssaal geführt und als Nationalheld gefeiert. Seither spielte er im politischen Leben eine führende Rolle. Unter denen, welche dem Codreanu am stürmischesten zujubelten, war die J a s s y e r C u z i s t e n g r u p p e, welche in der „Christlichen Liga" organisiert ist, und deren Führer, der bekannte Antisemit Ingenieur Grigori Bei an. In der Folge arbeiteten Codreanu und Bejan gemein sam gegen die Juden. Vor kurzem aber brach wegen einer geringfügigen Sache ein Streit zwischen den beiden aus, den Codreanu, der patentierte, straffreie Mörder, in seiner Art löste. Er erschien, von fünf Studenten begleitet, vor der Wohnung Bejans und verlangte Einlaß. Bejah, der seinen Freund kannte, weigerte sich, zu öffnen. Da erbrachen Codreanai und seine Gesellen die Tür, überfielen mit schweren Knütteln den Bejan und seine Köchin und verletzten beide schwer.. Bejan, dem ein Auge entfernt werden mußte, liegt lehensgefährlioli erkrankt im Spital. Nun taten sich einige seiner Anhänger zusammen und erstatteteri>g%sn _ Cpdreanu die Strafanzeige. Schließlich' hat sich'^as'Jass'yer Gericht entschlossen:, Codreanu? ziu' & r 'h*jj£t ejn^ . Die tynjter^ suchüng:^aiMer|ersfe %Msairwa^;C «aft i c'n i übernommen. Ob die Gerichts^unktibnäre, die seinerzeit den Mordbuben laufen ließen, weil es sich um Juden handelte^, jetzt nicht Bekanntschaft, mit den Revolvern Codreahus und seirie'r' lieben, jungen Freunde machen werden? Ausgeschlossen ist das nicht. Anerkennung des franzosischen Syrienmandates durch die Araber. Die Wahlen zur Nationalversammlung in Syrien haben mit einem Sieg der Gemäßigten geendet. Der Ministerpräsident erklärtet in einem Interview, daß die Spannung überwunden sei und daß nunmehr alle Kreise, der syrischen Bevölkerung das Mandat anerkennen. Die Bedeutung dieser Erklärung ist sehr hoch. Das Prinzip des' Mandates wurde bisher von allen Arabern negiert, die darin eine Durchbrechung der nationalen Einheit erblickten. Das dreifache Mandat — Syrien, Palästina, Irak — gab Gelegenheit für alle nur möglichen Intriguen, die sich bald gegen Frankreich, bald gegen England richteten und die dreh, die Einrichtung des jüdischen Nationalheimes als Mandatszweck in Palästina auch alle Möglichkeiten erhielten, un antijüdische Instinkte anzuknüpfen. Da nunmehr ein Teil der Araber die Obstruktion aufgibt,'wird wohl auch in Palästina der gleiche Prozeß rascher vor sich gehen können. Louis Marshall spendet 100.000 Dollar für die Krimkolonisation. Nach einer Meldung der J. T. A. hat der Führer der nichtzionistischen Juden in Amerika, Louis Marshall, im Anschlüsse an die FümmillipnerNDoHarspende des Herrn Rosenwald für die von . der .Sowjetreglening betriebene Kolonisierung der Juden in der Ukraine und der Krim seinerseits 1 0 0.000 Dollar für den gleichen Zweck gespendet, * Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, W e i z m a n n, weilt gerade jetzt in Amerika, um an der Aufbringung der Mittel für den Aufbau Palästinas mitzuwirken und den nun fünf Jahre erfolglosbetriebenen Plan der Erweiterung der Jewish Agcncy. durcli Heranziehung der HerrenoMarshall, Kosetiv/ald und Genossen von der Stelle zu bringen. Ihm gibt man höfliche, ausweichende Phrasen, den Sowjetleuten gibt mau für das heute schon hankrotte Krhnprojekt Millionen. Die auffallend großen Spenden für die Krim in diesem Augenblick wirken direkt provozierend, Wie lange noch wird Weizmänn'diese hoffnungslose Politik fortsetze!}; und wie lange; noch, wird ihm div Zionistische Organisation dabei Gefolgschaft leisten? „Haarwcgin", die Wimdercreme, rasiert bei Herren den stärksten Bart, ohne Messer, ohne Apparat, schmerzlos, glatt. „Haarwegin" ist unentbehrlich für Damen zur Selbstemfernung der Nacktnhaare beim Bubikopf, der Haare unter den Armen etc. „Haarwegin" ist österreichische Ei findung und österreichisches Erzeugnis. „Haarwegin" hat garantiert keine wie immer geartete nachteilige Wirkung auf'die Haut, sondern wirkt antiseptisch „Haarwcgin" ist gesutidheitsamtlich üb er p rüf t undalsünschüd-. 1 i c h a 11 e s 11 e r t. Jedermann ist Gelegenheit geboten, sich von der Güte und Zuverläßlichkeit „Haarwegins" für wenige Groschen zu überzeugen da „Haarwegin" in Mustettuben zu 60 Oroschen in allen Tinflken, in der Provinz auch In jeder Gemischtwarenhandlung, erhältlich ist. Die Originalpackungen, 10 Herrenrasuren — S 2.—, erhältlich irj allen Apotheken, Drogerien, Parfümerien und allen einschlägigen Geschäften. Postversand gegen Voreinsendung von S 2.— franko durch die Generalrepräsentanz der ViilBy B9iftden@@sse 38 Provinzvertretung (Depots) werden vergeben. Kischinew. —-y.- Dieser Name ist zu einem Begriff geworden und das, was er .vorstellt, der Pogrom, ist eines der wenigen russischen Worte, die im Sprachschatz aller zivilisierten Nationen Unterkunft fanden. Aus dieser Unterkunft ist mit der Zeit ein Heimatsrecht erwachsen, jenes Recht, das den Opfern dieses grauenhaften Wortes, 1190h. so .oft streitig gemacht wird. Als wir Kischinewr lernten, gar} es 'noch, so etwas; wie ein Weltgewissen.-: r^egte : sich;Wirklich, als,: an jenem 6. April föfe^h der fessarabrscWn• :£tjÄ-|a 'Jjuicfen erschlagen wurden, 600 ihre Gesundheit 'verloren hatten, 2000 Kinder um ihre Bitern weinten, 1500 Häuser ausgeraubt-worden Avaren., Nicht bloß die Judenschaft. zeigte Entsetzeh; "auch die Ni'chtjuden konnten und walten ihren. Abscheu nicht verbergen. Sie fühlten nicht mit dem* Herzen, aber, das politische Ressentiment begann sich mit dem russischen Rätsel zu beschäftigen. Klar lag die Schuld zutage. Die Regierurig des P1 e h w e und des Pobjedonoszew hatte dieses Verbrechen begangen, nicht nur 'geduldet Die wuchtige Anklage, die kein Geringerer denn Leo T ol »t o i erhoben hatte, konnte nicht'Widerlegt werden. Wie war-also der Staat beschaffen,, dessen System sich bis dahin gegen Anarchisten und Nihilisten gewehrt hatte, wie stand esum das Land, dessen Führer zu einem Kreuzzug gegen offenkundig ruhige Menschen Plan und Stichwort geliefert hatten? Die innere Fäulnis war bloßgelegt; sie zeigte sich vor der Solidarität der westlichen Humanität als ein Symptom kommender schwerer Explosionen und einen' Augenblick konnte man meinen, daß das Bewußtwerden des Verbrechens auch weite Konsequenzen haben solle. Aber das Mitleid verging und es triumphierte wieder die Solidarität des Judenhasses. Die Staatsmänner überwanden ihr "besseres Wissen und da war urplötzlich wie auf . ein geheimes Signal die E i hm e n g u n g i n . d i e i n n e r e n V e r h ä 11 n i s s e zur Hand. Das Loch in der Kultur wurde vernagelt. Soll man wegen der toten Juden etwa Krieg führen? Auf dem Balkan allerdings, wo Christen unter der Fuchtel türkischer Paschas litten, schritten . die Mächte immer wieder , ein, drohten und zeigten die gepanzerte Faust. Denn, das war der springende Punkt, diese Christen hatten ein M.u 11 e r v o 1 k hinter sich, das mit ihnen solidarisch war und Macht genug besaß, die Staaten an die Menschenpflicht, die hier zur politischen Notwendigkeit wurde, zu mahnen. Die Juden hatten kein solches Mutterv'olk, kein noch so kleines, aber organisiertes Staatsge'bilde. Das war der Unterschied und das ist er geblieben. ..; Dieses Kischiuew: hat sich seither in iwtendierten! Ausmaß wiederholt. Immer wieder auf russischem Boden, immer größer in der Zahl der Opfer. Ja, als die große russische Revolution kam, da wurde der Zarismus weit überboten. Was nun in Rußland geschah, das war weit mehr ats je ein Pobjedonoszew geträumt hatte: „Ein Dritter wird erschlagen, ein Drittel wird sich taufen, ein Drittel auswandern." Er war ein Stümper. Der .Bolschewismus hat das ganze russische Judentum zerstampft, gedeanütigt,. in, <rjie Lüge gezwungen, .vergütet, Pas Umoatäd

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