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Die neue Welt · 1928-04-13 · Heft 30 (13.4.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 30 (13.4.1928)
Date
1928-04-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 30 DIE NEUE WELT Seite 7 Rehen Eindruck erwecken die Reiter in ihren langen Kaftanen, mit ihren Schläfenlocken. Auf dem Hauptplatz ist unter freiem Himmmel ein mächtiges Podium errichtet worden. Etwa zehntausend Menschen drängen sich auf dem Platz und in] den umliegenden Straßen. Die Braut sieht in ihreinschneeweißen Hochzeitskleid berückend schön aus. Bald ist auch der Bräutigam zur Stelle, der dem) orthodoxen Brauche gemäß sein Totenkleid angelegt hat. Er macht noch den Eindruck' eines Knaben und seine feinen, regelmäßigen, klassisch schönen Gesichts* züge erregen allgemeine Bewunderung. . Da beginnt die Zeremonie, die streng nach orthodoxem Ritus vor sich geht. Das Brautpaar nimmt unter dem Baldachin Aufstellung. Der Kantor stimmt einen Psalm an, die ganze Trauzeremonie hat kaum einige Minuten gedauert. Jetzt setzt sich der Hochzeitszug in Bewegung. Gleichzeitig führen die Männer einen Freudentanz auf, klatschen in die Hände und stimmen einen uralten hebräischen Psalm an, wobei sie in religiöse Verzückungen geraten. Mehr als 3000 Männer führen diesen Tanz auf, der auf die Zuhörer überwältigend wirkt. Es dauert nicht lange und auch die Frauen und Kinder folgen dem Beispiel der Männer. Am vergangenen Freitag hat die Trauung stattge* funden; der Sabbat ist mit religiösen Andachtsübungen» vergangen. Nach Anbruch der Abenddämmerung, als die ersten Sterne am Firmament sichtbar wurden, nahm das Hochzeitsfest seinen Anfang, das dem orthodoxen Brauch gemäß acht Tage dauerte. Aus Taiisendundeiner Nacht. Die Ausgrabungen in der Heimat Abrahams. Bei den Ausgrabungen, die von der gemeinschaftlichen Expedition der Universität von Pennsylvanien und dem Britischen Museum in der alten Stadt UrderChaldäer, der Heimat des Erzvaters Abraham, gemacht werden, hat der Expeditionsleiter Leonhard W o o 1 e y in dem fünftausendjährigen Königsgrab Schätze von ungewöhnlichem Wert gefunden, welche die hohe Kultur der S u mmerer, der Bewohner der Gegend in jener Zeit, beweisen. Die Grabstätte umfaßt zwei Gräber, das eines Königs und jenes seiner Gemahlin, der Königin Schubad, die vör ungefähr fünftausend Jahren starb. Während . das Grab des Königs von Räubern geöffnet und geplündert worden war; blieb die letzte Ruhestätte der Königin Schubad unangetastet, bis der Forscher sie öffnete. Die Gruft der Königin wurde bei deren Eestattung auch das Massengrab vieler Menschen, die man ihr zu Ehren opferte. Auf dem zum Grab hiniiinterführerwien Weg machte man den ersten Fund, der Grauen einflößte. Dort lagen die Leichen v o n sechs Männern, wahrscheinlich Soldaten, die der königlichen Garde angehört hatten. Die Kupferhehne, die sie trugen, waren eingedrückt und ihre Schädel eingeschlagen; es ist wohl anzunehmen, daß man sie an der Stelle, wo sie Wache hielten, niederschlug, damit sie als Schildwachen stets bei der Toten blieben. Im Grabe selbst war eine Massenschlächterel veranstaltet worden. In dem engen Räume lagen nicht weniger a!ls fünfzig Leiiohen jener Getreten der Fürstin, diie dem Geist des Todes geopfert waren. Auf der einen Seite befanden sich Männer, Dolche neben sich, am Fußende des Grabes die vornehmsten Haremsfrauen. Blif von ihnen trugen Gewänder, die vermutlich zur höchsten Galatrac'ht gehörten. Neben ihnen standen Muscheln mit Schminke und kleine Alabastervasen mit Salben. Sowohl zu Häupten als auch zu Füßen der toten Königin lagen die Leichen ihrer Hofdamen, die Körper ehrerbietig vornüber geneigt. Die Kleidung und der Schmuck der Fürstin sind von einer Pracht, daß man glaubt, in ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht versetzt zu sein. Besonders bemenkens- wert ist die Frasur der Königin Schuibad. Sie bietet ©inen wunderlich«« Anblick: Girlanden aus Gölddraht umgeben eine große Perücke und darüber, über die Stirn hin, hängt eine Platte aus Lasurstein und Hornstelnkorallen, an der massive glodene Ringe befestigt, sind.'Dafüber hinaus ragt ein Kran« aus goldenen Maulbeerblättern, gekrönt von einem zweiten Kranz au« großen, goldenen Bürmen, deren. Kelchblätter Intarsierlarbeit aus Lasurstein und Muscheln aufweisen. Eng um den Hals trägt die Königin eine Kette. Das ist aber noch nicht der ganze Schmudk der toten Fürstin. An ihren Knien sieht man Strumpfbänder von reinstem Gold. Mit Juwelen und Gold geziert ist auch das Kleid der Königin. Der Oberkörper wurde mit einem Gewand bedeckt, das mit K o r a 11 e n a r b e i t über und über besät ist. Am Saum des Kleides hängen goldene Ringe. An der fechten Schulter wird das Gewand mit drei Nadeln aus Gold und Lasursteinen zusammengehalten. Auf einem dieser Steine ist der Name der Toten eingraviert. Wooley stellt ausdrücklich fest, daß das Grab des Königs neben demder Königin liegt und leitet daraus die Hypothese ab, daß es die Leidtragenden waren, die aus Schnwro über , den Tod der Fürstin in die Gruft des Königs drangen, es entweihten und plünderten.! Von Interesse erachtet Wooley sebiießliefc auch die FeststeMung, daß die Gänge, die in« Grab fahrten, von hohen Bogen aus Backstein eingerahmt waren, die also älter sind als die Gangbogen, von denen man bisher Kenntnis hatte, denn der älteste Bogen, den man vorher zutage gefördert hatte, datiert aus dem Jahre 3000 vor der geltenden Zeitrechnung, Der Geburtenrückgang bei den New Yorker Juden. Das New Yorker Bureau für jüdische soziale Forschung veröffentlichte vor kurzem ein sehr umfangreiches statistisches Werk über die Juden von New York. Obgleich diese Anbedt an dem Mangel leidet, daß es In New York genau so wenig wie in ganz Amerika eine Evidenz der Bevölkerung, nach Konfessionen gibt, so muß doch zugegeben werden, daß es dieser wissenschaftlichen Stelle gelungen ist, bis zw einem ganz verschwindenden Prozentsatz die gesamte Judenschaft von Groß- New York in allen ihren Lebensäußerungen statistisch tu erfassen. Heute seien die folgenden Daten hervorgehoben, weil sie eine sehr ernste Folgeerscheinung der unmenschlichen Einwanderungsgesetze einerseits, andererseits die soziale Anpassung der eingewanderten Juden an die neuen Verhältnisse auch in schlechtem Sinne beweisen. So stellen die Ziffern fest, daß, wenn auch die Sterblichkeit unter den New Yorker Juden eine verhältnismäßig geringere ist als unter der allgemeinen Bevölkerung, sie doch auch die bedenkliche Tatsache ergeben, daß die Zahl der Geburten unter den Juden von New York eine verhältnismäßig auffallend geringere ist, als bei der übrigen Bevölkerung. Als eklatantes Beispiel hiefür dienen die Verhältnisse in Brooklyn, wo mehr als 45 Prozent der gesamten Judehschaft von New York Wohnen; dort entfallen bei den Juden bloß 18 Geburten auf je 1000 Menschen, bei den Nichtjuden hingegen auf je 10QQ Personen 22,35 Geburten. Was die Sterblichkeit unter den Juden betrifft, so zeigen sich auch sehr interessante Erscheinungen. Während die Zahl der Todesfälle im Alter von 15 bis 45 Jahren bei den Juden sehr gering ist, übersteigen sie bei den Juden im Alter von über 45 Jahren sehr stark die korrespondierende Ziffer bei der nichtjüdischen Bevölkerung. Erfreulich ist die Feststellung, daß die Kindersterblichkeit bei den Juden viel günstiger liegt, als bei der übrigen Bevölkerung und ebenso auch, daß bei den Juden die Bekämpfung der Tuberkulose viel intensiver und rationeller, daher auch wirksamer erfolgt, als unter der nichtjüdischen Bevölkerung. Die alten sogenannten Judenkrankheiten haben die Juden nicht nur nach New York mitgebracht, »ie zeigen sich dort unter ihnen sogar in erhöhtem Maß w\ jedenfalls stärker als bei der nichtjüdischen Bevölkerung*^ Auch in Groß-New York sind Erkrankungen des to^V zens, Zuckerkrankheit, nervöse Leiden was besonders . auffällt, Krebserkrankungen, setffö stark verbreitet. So ist jeder vierte Todesfall unter detr Juden von New York die Folge des kranken Herzens. Das statistische Werk der Gesellschaft für soziale Forschung unter den Juden von New York ist das Ergebnis von Untersuchungen im Jahre 1926, für welche Zeit auch die runde Zahl von 1*/« Millionen Juden in Groß-New York errechnet wurde. Das Werk kommt auch zu dem übrigens von vielen Seiten angefochtenen Schluß, daß der Zuwachs der Juden in New York seinen Höhepunkt erreicht habe, und daß man jetzt für längere Zeit mit einer Stagnation in der jüdischen Bevölkerungsbewegung zu rechnen habe. Begründet wird diese Ansicht mit der strengen exklusiven Einwanderungspolitik in Amerika und mit dem auffallenden Geburtenrückgang unter den Juden, m •«««•♦*«•♦«**«*«• in 24 Bandes mit über 4000 Seiten Unter diesem Titel erscheint im nächsten Monat eine Sammlung der hervorragendsten Werke der erotischen Lteratur. "Wir wollen durch d ese neue Bücherreihe unseren Lesern, auf deren sittlichen Ernst wir vertrauen, keineswegs pikante Alltagsicktüre vermitteln, sondern eine Reihe prominenter Werke zugänglich machen, die bisher nur einzeln in teueren Ausgaben erschienen sind. Diese Werke werden unsere Leser auf das lebhafteste interessieren, ist doch die Erotik immer einer der stärksten Triebe im Gefühlsleben der Völker gewesen und daher ein Schlüssel zum Verständnis jene* Zeiten, die uns oft im seltsamsten Gewände vor Augen geführt werden. Um diesen in jeder Hinsicht wertvollen Werken der namhaftesten Autoren die größte Verleitung *u sichern und unser Verlagsunte nehmen in den weitesten Kreisen einzuführen, geben wir eine große Anzahl unserer neuen Ausgabe „Klassiker der Erotik" gratis ab, wodurch wir Ihnen eine ganz besondere, nie wiederkehrende.«Gelegenheit b eten, in den Besitz dieser Werke zu gelangen. Sie brauchen uns lediglich untenstehenden Abschnitt innerhalb 10 Tagen einzusenden und Sie erhalten gratis folgende Werke: Abschnitt Boccaccio: Dekameron Sebastian Brant: Das Narrenschiff Ban&ellOi Novellen Aretino: Italienische Liebesnovellen Königin von N&varra; Der galante Hof Balzac: Tolldreiste Geschichten Die Physiologie der Ehe Grimmelshausen: Frau Schlampampe Abraham a Santa Clara: Der wohlbestellte Wein heller Cr4billon% Das Sofa , Diderot: Der natürliche Sohn » Der Familtenvater Casanova: Die Flucht aus den Bleikammern i HEIM-VERLAG Frenzen. Schmidt fi? Co* Wien VTI. Seidengasse 3-11 Ick wünsche gratis die Ausgab« «Klassiker der Erotik" so erkalten. Namet «nuin.ii. n , 1 .um 11 i................. Beruf*' 1 im........in .im 1.....Ulli Ort* -'.......i.......i , in 1 11 lim 111 11 111 , Straß» t Die Zustellung der Bücher erfolgt in der Reihenfolge der einlaufenden Best «Hungen. Für Verpackung und Insertion berechnen wir eine Vergütung von 50 Groschen per Band* Kein Geld und keine Briefmarken einsenden I Dieses Reklameangebot gilt nur 10 Tage. Schicken Sie nebenstehenden Abschnitt sofort ein! I Oer Anschnitt ist in einem offenen, mit 2 Gr. frankierten Kuvert einauaenden. nTmI »«♦»»»♦♦««♦+♦♦♦♦«»♦♦♦♦♦»♦«♦♦««*•**»♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦*♦♦♦♦+♦♦»♦♦*

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