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Die neue Welt · 1928-03-30 · Heft 28 (30.3.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 28 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite W DIE NEUE WELT Nr. 28 iüdaschen Gesellschaft obliegt es, dafür m sorgen, daß diese Wie^erueimkebrer nicht die Rolle der Kundschafter vor der ersten Landnahme von Ere* Israel spielen. Vor kurzem sah ich in einem ausländischen Blatte eine Karikatur. Trotzki und Genossen werden in Sibirien von den dortigen Verschickten mit einem Triumphbogen empfangen, auf welchem zu lesen stand: „Willkommen, Heimkehrer!" üs,-ist eine hartherzige Satire, aber auch sie fixiert mit wenigen Strichen ein düsteres und in seinen Auswirkungen noch gar nicht auszudenkendes Kapitel jüdischer Geschichte der Neuzeit. Ich erinnere mich noch an Trotzki, wie er in meiner Nachbarschaft in der Sicveringerstraße mit wenigen Getreuen seine großen Pläne schmiedete und den Weg zu seiner Heimkehr vorbereitete. Dieser •Wieg ist ja uns allen in klarer Erinnerung. Aber wo endet eines Huden Heimkehr? Trotzkis Heimkehr hat vorläufig Wieder in Sibirien einen ftiihcpunkt gefunden. Müssen wirklich alle Juden, die die Menschheit beglücken wollen, ohne ihrem eigenen Volke zu nützen, in einem Sibirien ihre Heimkehr feiein?!!!Noch nie dagewesen!! Wegen Lag*rUb«rfailunB verkauf« Ich zu tlefftoducleptttn Pr*lten Hobel aller Art Ton der einfachsten bis zur feinsten Ausführung. Hiktman J. WÜHL SafirÄ» 3 Die häufigsten Familiennamen in New York. . Ein amerikanisch-englisches Blatt stellt in einer Glosse fest, daß. in England die häufigsten Familiennamen Smith oder Smithe sind. Während nun im Telephonbuch in. New York die erwähnten englischen Namen bloß 26 Spalten umfassen, nehmen die Natten K o h n, C o h e u und Kahn 34 Spalten in Anspruch. „Die Cohanitcn beherrschen das Telephonbuch", heißt es in dem Blatte. Nach ihnen nehmen die Familiennamen mit der Vorsilbe „Wein", wie Weinstein, Weinberg, Wietstock, Weinfeld usw. einen großen (22 Spalten) Raum ein. Die'nächsten „Beherrscher des Telephonbuchcs" sind die Irländer. Diese Erscheinung sei-nicht so wunderlich, wenn man bedenkt, daß nach der offiziellen Statistik von den sechs Millionen Bewohnern New'Yorks, zwei Millionen selbst eingewandert sind, wahrend 2,25 Millionen Bewohner Kinder und Enkelkinder von* Einwanderern sind. ,< •;' *' Eine Herzl-Stiftung in Chicago. ■ ' Die historische Gesellschaft von Chicago hielt dieser Tage; eine Mit?gliederversamtnlü'rig ab, ah welcher 500 Personen teilnahmen. Es wurde ein Ausschußgewählt,, dessen Aufgabe es sei« wird, einen eigenen Fonds auf d.e«':Namen Theodor Herzl zu schaffen. Die Verwaltung wird dem Kuratorium der hebräischen Universität iw-Jerusalem anvertraut. Aus den Zinsen sollen Preise für wissenschaftliche Arbeiten aus der Geschichte der Juden verliehen" werden. ' Eine Hakenkreuz-Lüge. SV -Das;^üjfchener.•'Hitier-Örsän „Völkischer Beobachter" und ' aridere völkischen Zeitungen" in Deutschland und ini Ausland/■ brachten unter der Ueberschrif t „Der |:Srdpr:!';;d,ie-;folgende Mitteilung aus Os 1 o, 12. März: ' V ■' ' „In Kürze wird gegen den Leutnant Isidor Nor-, b-er-g zu Stockholm ein Verfahren wegen Spionage und Landesverrat eröffnet ^werden. -Norberg, dem' als 'Offizier die > Archive der schwedischen Küstenartillerie Offenwarden, hat. diese Stellung benützt, u>m der Sowjetges'a nd t schäl t. in Stockholm wichtige .Informationen bezüglich der Küstenbefestigung'Schwedens in die Hände zu spielen.; Die Russen haben bereits vor dein Kriege ejnen änhjjchen Skandal in Schweden gehabt und bezeigen lebhaftes Interesse für Schwedens Verteidigungszustand,. Dä&ein QjftziQr für Geld sein Vaterland verrät, erscheint einem ers{ verständlich, wen nma n sic hre n Vornamen Isidor mer kt." '•" Die Jüdische Telegraphen-Agentur hat bei der maßgebenden Stelle-in Stockholm über den Fäll des Leutnants'' Norberg, angefragt und die folgende authentische: Antwort erhalten: ••; .. „Der erwähnte Leutnant Norberg ist der Sohn Prot e-sta.ii.ti scher Eltern und heißf mit Vornamen Posta." . - - .;._ Pas gerichtliche Nachspiel zu den Unruhen in. Schidlewe. Aus Kowno wird gemeldet: Drei Einwohner des Städtchens Schidlewe, Kreis Rassein, sind vom Rasseiner Geriet wegen Verbreitung eines Gerüchtes, daß die Jude« von :,§chidlewe ein christliches Kind zu Ri tu alzwecken ,g c t ö t e t haben, zu je 7 Tagen Gefängnis verurteilt' worden. Die Angelegenheit hat seinerzeit viel Erregung im Lande verursacht, <lie Juden von Schidlewe haften infolge der Hetze "schwere Tage durchzumachen. , u Der Kownoer Friedensrichter verurteilte den Ar- * :*V, 'J'f ' * h UfADMIIMf?f VorWJgHebe, täglich oien- PHIIIIVIlVi frische. f«li»»tc, dOnntte UND GRIESS kommen Sie nur aus der J. Wr. onh. 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Aus Moskau wird gemeldet: Der zum Tode verurteilte Anführer des Pogroms in'Heissin .im Jahre 1919, Med i n s k y,. ist. hingerichtet worden, ß o g d a r e n k o u n dSoh n, die den Pogrom in Sc hepetowka organisiert haben, sind zum Tode verurteilt worden. ' Ein Denkmal für Pogromopfer. Die kaukasischen Sowjetbehördcn haben beschlossen, den im Jahre 19"1S während der vom Heer des weißrussischen Generals S c h k u r o in den Städten Mazdak und Houtschuk veranstaltenden Pogrome getöteten kaukasischen Bergjnden ein DenkmaJ zu setzen. In diesen Pogromen ist der größte Teil der jüdischen Bevölkerimg dieser, Stä&te abgeschlachtet worden. Kommunisten und Juden. Das Organ der jüdischen kommunistischen Jugend in Charkow „Roitc Gvardic" überschreibt seinen letzten Leitartikel: „Gespannte Beziehungen zwischen ukrainischen und jüdischen Kommunisten" und berichtet u. a., daß die ukrainischen Jung-Kommunisten in O r i t z i n, Distrikt Kamenetz, ihre jüdischen Kollegen aufgefordert haben, den gemeinsamen Klub zu verlassen und einen eigenen jüdischen Klub zu gründen. Macht euch euren Klub und laßt ws unseren eigenen Klub haben, hieß es in" der Auffordern ng. Jüdische Frauen im öffentlichen Leben. In : B e r l i n ist Frau Ella Auerbach, die Gattin eines Berliner Rechtsanwalts, als erste Rechtsanwalt i n am Kammergericht zugelassen worden. Ella Auerbach, die Tochter des Frankfurter Amtsgerichtsrats Dr. Leyi, war als erste Referendarin im Oberlandesgprjchts-" bezirk Frankfurt a. M. tätig gewesen und hatte am 14. Februar d. J. in Berlin das Assessorenexamen bestanden. Frau Fiorence P. Kahn, Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten aus Kalifornien,..ist zum Mitglied des Ausschusses der Marine- Akademie gewählt worden. Sie ist Jüdin und die erste Frau, die der Marine-Akademie angehört. Ihren Bedarf an Fettgänsen mit großen Labern, Enten, Supp«n-, Brat-, Backhühnern, GödInger sowie hiesigem Mazzoth, Grieß, achten Palüstinawainen decken Sie am besten bei der ältesten Neubauer QeftUgelhandlung LudwisToch, Wen, VII., Sehottenfelifsiisse 5 Qfglümt, \W Ecke Mariahllferstmße Telephon $ 36-507 ULTUSANGESTELLTER SUCHT PASSENDE STELLE Professor Dr. Ismar Boas 70 Jahre alt Professor Dr. Ismar Boas, einer der bedeutendste« Spezialisten für Magenleiden in Berlin, wird am 28. März d. J. 70 Ja-hre alt. Er wurde in Exan in Posen geboren und genoß seine Ausbildung unter Helmho'ltz, Du Bois-Reymond, Waldeyer und wurde der erste Spezialist für dieses Fach in Berlin. Gegen alle Widerstände setzte er sich durch. Sein Lehrbuch der Magenkrankheiten hat neun Auflagen erlebt und ist an zahlreich* fremde Sprachen übersetzt; auch sein Wenk über Darmkran k h e i t e n und die Abhandiunigen über Verdauungskrankheiten, die seine zwanzigjährigen Erfahrungen enthalten, zählen mit zu den wertvollsten klinischen Publikationen. Boas gehört zu den Medizinern, die, ohne eine Universitäts- oder KrankenhaussteHutig m bekleiden, als Lehrer, Forscher und Publizisten Bahnbrechendes geleistet haben, . .j. in jüdischer Ansta 11. U u ter yQe* wissenhaft' an die Administration ^| Wo befand sich das „Jüdische Territorium" in Uganda? lieber seine Reise in Britisch-Ost«afr*ka un4 besondere in jenem Teile, dessen Gebiet seinerzeit von der britischen Regierung dem jüdischen Volk afls kämftiges Judenland angeboten wurde, gibt M. Hin des, über dessen Besuch in Rhodesien wir kürziKch berichtet haben, die folgende interessante Schiiderang: Als ich in Momtoassa in den Zug einstieg, der mich nach Nairobi, der einzigen Oase städtischer Kultrar auf dem Aequator, der Hauptstadt von Britisoh-Ostafriika und dem Zentrum einer ziemlich großen, stark gemischten jüdischen Siedlung bringen sollte, äieß ich die Geschichte jener denkwürdigen Episode im wechselvollein Leben des Zionismus in meiner Erinnerung wieder aufleben . . . Am anderen Morgen war ich bereits in der eigenartige« Aequatorialstadt «nd fand in dem auf einem malerischen Hügel gelegenen Hotel Norfolk den schon sehr ersehnten Ruheplatz. Hier erhielt ich auch den Besuch der „Honoratioren" der jüdischen Gemeinde, die ich mit Fragen über das Gebiet des nicht zustandegckommerien „Jwdcnstaates" •überschüttete. Die Erb'gesessenen setizten eine wiohtige Miene auf und der eine erzählte: „Ich war einer der damals noch sehr wenigen Juden in Nairobi, das zu jener Zeit noch ein kleiner Fdecken war. Ich erinnere mich, als wenn es gestern gewesen wäre, daß unsere kleine jüdische Siedlung wie aus dem Schlaf gerüttelt wurde, als die Nachricht zu uns drang, diaß die englische Regierung der Zionistischen Organisation ein Gebiet am Aequator zur Ansaedtung angeböten habe. Wir, die mn weitesten hin verstreuten, einsamsten Kinder des Volkes Israel, fühlten uns mit einem Maie wie Helden der Geschichte, wie eine Valksmiliz, die Wache hält hier, wo die geschichtlichen Wege unseres Volkes sich kreuzen. Wir begannen, Herzl und Zan<giwiid mit- Zuschriften zu bestürmen, in denen wir den Charakter und das Kb*ma des Landes beschrieben und unsere Mithilfe an den weiteren Forschungen und Verhahdiimgen anboten." Der Zweite erzählte: „Ich erinnere mich noch ganz genau an die Delegation, die hiehergekömmen war; das Land zu bereisen. In demselben Zimmer, in welchem wir jetzt beisammen sind, saßen wir, die wenigen durch das Schicksal in dieses halbwilde Land verschlagenen Juden mit den Mitgliedern der Delegation W i 1 b u s c h e w i t s c h und Auerbach. Das Norfolkhotel war damals noch viel kleiner als heute, bestand aus dem Salon und einigen Wohnzimmern. Das Land hatte auf die Delegierten gleich beim ersten Aiiblick einen deprimierenden Eindruck gemacht, und dieser erste Eindruck hat wohl das Urteil über ..Uganda" hervorgerufen.' Schade, jammerschade, Ug and a hätte heute schon eine ganz hübsche Kolonie von Erez Israel sein können." Dann nahm der Dritte das Wort: „Hier in diesem Salon haben wir Geschichte gemacht, hier berieten wir auch, wie wir die Delegation für die Reise „dahiri", in das Gebiet,' das als das neue Land der Juden ausersehen war, ausstatten. Eine Eisenbahn hat es damals hier nicht gegeben und die Delegation mußte daher den langen und beschwerlichen Weg auf einem Ochsenwa^en zurücklegen. Ein Mitglied der Delegation, Auerbach, erkrankte mitten auf dem Weg, und die anderen hätten unter der großen Hitze und den geradezu unmenschlichen Strapazen, unter denen sie die Reise durchzumachen hatten, sehr schwer zu leiden. Die Neger der' Umgegend waren damals noch Wtflde im vollen Sinne des Wortes, auch heute noch stößt man in einer Entfernung von vier Kilometer von Nairobi auf Niederlassungen des Negerstamwes Kikuju, der fast ausschließlich aus Wilden besteht. Sie können sich den Eindruck ausmalen, den all dies auf die Delegation gemacht hat. AMe wurden schon an Ort und Stelle überzeugte „Nein-Sager". Auch dieser Besucher bezweifelte es, ob es richtig gewesen sei, das Anbot albzu- ACHTUNG! WIENER HAUSBESITZER! Konwss. Qebäudeverwalter übernimmt zu günstigen Bedingungen die Verwaltung von Häusern, LÖBV WIEN, XX., TREU$TRA$$E 27 TfllPHOM 18-8.14

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