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Die neue Welt · 1928-03-30 · Heft 28 (30.3.1928) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 28 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Hr. 28 Die Kolonisationsarbelt im Fernen Osten wird in Angriff genommen. — 3000 jüdische Familien haben sich in die Siedlerlisten eingetragen. In der am 25. März in Moskau soeben abgehaltenen gemeinsamen Sitzung der Gesellschaft Oxet und der Landwirtsehaftsexperten des Komzet wurde mitgeteöt» daß sioh bis jetzt 3000 jüdische Familien durch Eintragung in die Osten bereit erklärt halben, nach dem Rayon Biro-Bidschan im Fernen Osten zu gehen, um sich dort seßhaft zu machen. Für die Sdediungstätigikeit in Biro- Bidschan in diesem Jahre ist eine Summe von 1,300.000 Rubel bereitgiesteWt worden. Die Sitzung billigte diesen Bericht und beschloß ferner, unverzüglich den Bau von 70 Kilometern neuer Straßen atnd die Ausbesserung von. 70 Kilometern bestehender Straßen im Rayon Biro-Bidschan in Angriff zu nehmen, sowie mit dem Bau von Häusern und dem Ankauf von (Maschinen für die «euen Einwanderer zu beginnen'. Der Agronom Kamenetziki teüte mit, daß in diesem Jahre zehn jüdische Siedlungen mit je 100 Häusern in Biro-Bidschan gebildet werden würden. 5000 Hektar Land werden in diesem Jahre landwirtschaftlich angebaut, davon werden 3000 Hektar mit öairopf pflügen, 2000 mit Pferden gepflügt werden. Zu diesem Zwecke werden 50 Traktoren und 800 Pferde angekauft. Die Versammlung beschloß, von den eingetragenen 3000 Familien 500 Familien auszuwählen, die sich noch in diesem Jahre als die erste Pioniergruppe nach Biro-Bidschan begeben sollen. Die -Regierungskommission für jüdische Landansiedlung, Komzet, bat unter dem Vorsitz von Merescbin beschlossen, das gesamte Kolohisationswerik in Biro- Bidschan der Gesellschaft Ozet zu übertragen. Es wird ein diesbezügliches besonderes Abkommen zwischen Komzet und Ozet geschlossen werden. im, In keinem jüdischen Hause dürfen an Pesiachtagen DDB dl« weltboröhittlen nOB Palästina Mazzoth fehlen I hergesteHt unter streng ritueller AufeichtSr« IhrwUrctan H#rrn Obrnnabbinrnr fo««f€lf hwSomunflcl, Jaffa, und das ir€hfaf•Rabbi« von Irax laraal, Sr. Ihm. Harm A. J. Koofc, Jamialam Gepackt In hygienischen Karton« zu % kg <teneralr«präsentanz fUr ganz Oaalarrafclrt Nathan Brodetzki, Wien, II., Leopoldsgasse 43, Telephon Nr. 46-1-90 Filialen i Halnrlch Bandlonar, I. Judangasie 11, Jakob WelB, II. Unt. Augartanatr. 3S Kaiman Rap^aperf, III«, Radatxkyalr. 7, Sabina Blndar, IX«, Hahng. 33« Josef Reaanca» IX., Qoorg-Slagl-aassa 3, Blumanstock, XX., Trausfrafta 12 and LouIm Itain» XVI., OHakrlngerstraSa 35 Original Palaatlna-Walne aus „Rischon te Ztotr" Zlonisten! Erfüllet Eure Pflicht und kaufet zu Pessach nur Mazzoth aus Eres Israel I Der einheitliche jüdische Klub im Sejm und Senat geschaffen. Von dem Warschauer N. ^Korrespondenten der ' _:.'[' „Neuen Wett*V- Am Montag, den 26. d. M., traten uin 1 Uhr nachmittag in. .•ihrem4 Ktoblotoal im Parl-amentsgebäude 4 -öbejr. Einladung*, des.) ältesten Abgeordneten^ Dr. Jakob Wygo.d'ski, die qBjjppyjjftften.jild-isoh-;. nationalen Abgeordneten lind Senatoren' zii ihrer "ersten Beratung zusammen. Es^^en*«^ 13 gepu^.;.. tier-ten und 5 Senatoren erschienen, der- Sechste' Setf" nator, Dr. Zemaoh Scihaba4f) Jiatt*'^seinv. Hern-;> bleiben entschuldigt. In der. Debatte''träten*''die lildisdien Abgeordneten tnn«d Senatoren au« Kongreß- Polen u-nd den'Randgebieten, .die alle auf der;. Liste des M'inderheitenbloaks gewählt worden waren, gemäß den aim 23; d. M. vorn; «ionistiischen^Olberrat für Polen gefaßten ■ Beschlüssen! f ü r d i e s o f o r ti ge IConstituienung eines einheitlichen, solid a r i s c'h e n jüdische n!K \u b s ei n In diesem Sinine sprachen oi. a. Dr. Wygö d s k i, G r ü n b 'a u m, F a r b s t e i n, Dr. R o s e n (b 1 a 11 und R a ß n e r so* wie von den galizisohen Abgeordneten Dr. Thon: Grühbäum und Dr. Thon erklärten, daß dte tyA "Grund eines jtidischnationalen Programms gewählten Abgeordneten die Pflicht haben, den einheitlichen Klub sofort zu schaffen. Bevor dies njoht geschehen ist, dürfen die Abgeordneten ,den Saal nicht verlassen. Die ostgalizischen, Abgeordneten, Sen-ator Schreiber, Dr. Reich, Dr. Rosmarin und Eis ernst ein erlcl'ärfcen sieh im Prinzip für einen WARNUNG! einheitlicihen Klub, doch imiäs,sen ider .Konstituierung noch Beratungen der Gruppen vorangehen. Man möge sich derzeit mit der Frage der Wahl des 'Sejmmarschalls befassen. Der Einberufer könne provisorisch die Geschäfte leiten. Für keinen Fall häl'fcen sie eine Majordsierung fiir zulässig. Bei der Abstimmung wurde der folgende A n tir a g F a r b s t e i n s a .n g e n o mmen: Die versammelten jüdischen Deputierten und Senatoren der Listen 17 um-d 18, die über Einladung des Seniors der jüdischen Deputierten und Senatoren, Dr. Jakob Wygodski, zusammengetreten sind, s teile« f es t, d<aß sie ein en einheit« liehen jüdischen Kluib.bilden, und sie 'beschließen, ihre Besprechuri^en fortzusetzen, um die aligemeinen Richtlinien für. die Politik des Jüdischen Klubs festzusetzen. Dr. Wyigodski wird aufgefordert, einstweilen die Geschäfte des Klufbs bis zur Wahl eines definitiven Präsidenten zu führen.;- . \ Für diesen; Antrag, stin^rriten ^die 7 .JDeputierten und 4 Senatoren^aus Kongreßpolen und den Rand* gebieten aind Dr. Thon. Der Antrag Dr. Reich -blieb 'Wunderrafebis und der Ralblbiuer ihi Wort und Sduäft ftt«; dÄe Regierungskandidaten, für die Aguda ttnd gegen den Minoritäteuiblook einzutreten. Der Saeg d«r Zionästen;Tiod der Jüdisoli-Nationalen zeigte, wie einftußlos seine Rsd>- bis waren. Bemerkt sei, daß die RafbJbiner vom W a*- sc ha Mi Lodz, Lemiberg mid anderen Haiuptstäditen diesem Getriebe ierngeblieben sind, desgleichen der W«nderratolbi von H,«siaty«; der Wamderrahhi von Aä efrsaaidr ow veranilaljte sogar seine Ghassiditn, dem Mlnordtäten'block 'beizutreten. Die erste Geige unter den Gegnern der zionistischen Kandidaten spielte nach aller Dywsltte)* traditio» der Wunderralbhi von B ei z. Nach den WaMen ihalt «Ich bei den Wainderrahlbis der Katzenjammer eingestellt. Bs zeigte sich, daß die Rabbis politisch auf die Juden [keinen Einfluß halbe*! und daß sich die jüdische Bevölkerung jetzt sogar "voa ih'uen abzuwenden beghmi Jn BeTz Ist die Aufreguiig' besonders ^groß. Im Haie des'Wunderraibbis wurden- "die Scheiben eingeschlagen. Zum erstenmal kain es in,Beiz und wahrscheinlich üfber'haüTit vor, daß; am Purirti der Beizer Rabbidie Megila ih der Synagoge nur i\ n t e r d e m S cii u l 'z e ^lUllililllllillilltflltlllllllllliailtllllllillllllllllllllllllllblllllJll UillllillHSilllfllflflllllliilillilllflllfilflllillllllJllBiiilllliiiisiiiiiis^ rigsna nofr fStßf Lassen Sie sich nicht andere Erzeugnisse aufdrängen! Verlan gen Sie überall nur Strum-Mazzof h «.Grieß die ate vorzüglich, schmackhaft, hygienisch einwandfrei erzeugt, bestbekannt sind und wegen Ihrer Güte und Billigkeit allgemein bevorzugt werden! Froher Pessach nur mit Strum Hazioth Wer etomal Strum-Mazzoth genießt, nimmt kedne anderen! Die Mazzoth-Bäokerei H, STRUM, IL* Rotensterngasse 11, ■ steht unter Aufsicht des ehrw. Rabbinats der Isr. Kul6usg©moinde Wien. Besonders m rituelier Hinsicht sind Strum*Mä«zoth unbedingt dnwäudirei. Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten, patentamtlicb geschützten Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege.. 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S ^iiiiiiiiiiBiiiiiiaiiiiiiiiiffiiQiiiitiiiiiiiiiiitEiiniiiiiiai iiiiiiiiitsiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifliiiifiiiiiiiiiieMttBiiiBiiMifiiifisiisniiiiiiiiiiiiin einer P o 1 i z.c i .a s'?s i s t e n z vorlesen, konhte.', So stank ist die Empörung der Juden. . Der Beizer K;iiW>i, wie auch die anderen. 'Rabbis, die sich an den" Wahlen autinational (beteiligt haben, haben die in der Minderheit. Er lautet: „Die jüdischen Deputierten 'und Senatoren, die auf Grund eines nationaijiidisohen Prograimms sewälilt wurden, hielten uht§r Vorsitz des Deputierten Wygodski eine Beratung, ab über die Form, einen -gemeinsamen' parlamentarischen Klub au schaffen. Bis diese Beratungen beendet und definitive Beschlüsse gefaßt sind, wird die provisorische Leitung der Angelegenheiten der jüdischen Repräsentanz dem Deputierten Dr. .Wygodski übertragen." Für diesen Antrag stimmten. 4 Deputierte und 1 Senator aus Ostgalizien. Die Konferenz des jüdischen Wahlkomitees Kongreßpolens und der Randgebiete, die für Sonntag, den 25. d. M. einberufen war und 'zu der -über 200 Personen aus dem ganzen Lande eingetroffen ware;n, wurde vom Ministerium des Innern im letzten Momente verboten. Sie mußte dather aufgeschoben werden. ' :j: Der in allen Wahlkreisen durchgefaliene Führer der Aguda, Elias Kirschbraun, der auf,der 36. Steile der Reichsliste der Regierung figurierte, erhielt von dieser Liste ein D e p u t i e r t e n m a ndat. Er ist daher zum . Dank für das Zerschlagen jüdischer Mandate von Regierungs Gnaden nach langem! Bitten im den Sejm aufgenommen worden. Götterdämmerung in Beiz. Bei den abgelaufenen Sejniwahien ki Polen versuchten, die Resieruuig, die Assimilation und die Aguda die Wunderrabbis und die Rabbiner für den WäMerfanig zu benützen. Die Wojewoden in Lemberg und in den Randgebieten sorgten für das Zustandekommen von Ratobiner- „Konierenzeü" ihrer Gebiete, Für die Agiida erschien ein Autfruif mit Hunderten Ratobinerunterschriften,. Wenn es sich auch dann zeigte, daß so mancher unterschrieben war, ohne gefragt zu werdeu, so mauoher nachträg'Uoh seine Unterschrift nicht erteilt haben wollte, bei andere« Namen uiwht um .v .^.'iicr' zu tun war, nur um Schlichter uud tex&mm & s^k wm seeß« <m Autorität eingebüßt. Das. Volk 'beginnt sich Eiiie; GötterdäiiUTverung .bricht heran. . abzuwenden. .......1...^; Der Spitzelpro/.eß In Düiiaburg. Vor dem Gericht in D ü nah u rg (Lettland) hatten sich dieser Tage mehrere juig.end'liche Mitgliieder der jüdischen K'Uifcurliga ■ des Städtchens Kres'lawke wegen kommunistischer Propaiganda; ouu verantworten. Eines Nachts wurde das Haus d,er Kulturliga von Dünaburger.) politischer Polizei uimiziugelt und 17 Jünglinge und Mädchen festgenommen und nach dein. Gefän&nis iu Dünaburg gebracht, wo sie von Angehörigen der politischen PoJtzei z wecks Er p r es su iig von Geständnissen ung'la ubi'iiih e ti Torturen unterworfen worden waren. Wegen dieser Torturen wurde der Chef der poilrtischen Polizei seines Amtes enthoben iviid mehrere Polizeiagenteri »u Gefängnisstrafen verurteilt. Einer» der festgenommenen jungen Juden starb nach kurzer Zeit die übrigen 16 Opfer der PoMzeiWillkür standen min vor .-Gericht, Sie; behaupteten, aile, daß sie mit Kommunismus und kommunistischer Propaiganda nichts ssu tun gehabt haben und daß -die von der politischen Polteei hergestellten; Protokolle, die Geständnisse enthalten sollen, gefälscht seie u.. -Auch die, angeblich im Lokal der KwlhirJiga beschlagnahmten Schriften seien von der 'Polfeei in, das Lokal der Ku'lrurli&a, geschafft worden. ' . : Das Gericht schenkte diesen Aussagen , der Angeklagten - keinen. Glauben und v e r, u r. i e >H.i e Abraham K a % o w H s c h, Jüde'l Kit, Selig K1 i a t«'k i w LeJb L u r j e, Ohaia L u r j e, Abraham M a r a u, WuM Newler und Nahum Potasch 2» Je vier Jattefi Festungshaft; ferner Jakob Gordin, ^ara Kit, A'ba Spe rii iig und Deboran &«p erili n.g zu je drei Jahren <5eiähgnis. Saanuel Lurje qod Htode R e i n i s wurden' freigesprochen. Da us sich bef atten A«- geklag'tcn urn Minderjährige handelt, wird ihnen die äNe m 4to ßätfc* imim&M wrim

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