Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 28 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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jfr?Vf. % Preis 30 Groden V. b. b, BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—;' Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. RE V U £ ■n w %0 mm HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schwei« und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4JS6. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 30. März 1928 Nr . 28 Aus dem Inhalte : Wladimir J a b o t i n s k y: Mit Keile und Schwert. Dr. Fritz Low enstein, Jerusalem: Koweit—Kairo —Jerusalem. —y: Die Aintipogrom-Liga. Ludwig Bato: Wiener Täuflinge im 18. Jahrhuridert. Aus Ainerika. Götterdämmerung in Befz. Dn Jv S c h e c h t mann, Paris: Die Judenkolonisation in Sowjetrußland. England läßt Schwarzbart nicht ins Nationalheim. Aus Palästina. Jakob Kr au sz: Heimkehrer. Wo befand sich das „jüdische Territorium" in Uganda? Der j^abbi und die Uhr. Aus qer jüdischen Turn- und Sportbewegung. Austritte aus dem Judentum. Scholem Älejchem:, Menachem Mendel. Schalpm Asch: Die Zauberin von Kastilien. (Ende.) Leichenschändung. j, >«W,*. j"('* -, , . ■ ■.*.'.'. '■' '. ~.----^tjj" '' ^. Kqns^X^m .Feierzu Ehren def Kri^sjpten Sta^^ö^ehT Als * cler Bezirksrabbiner Dr* Gnone das Wort zur Gedächtnisrede nahm, schrie ein Jiakenkreuzler: „W i r protestieren, daß ein Fr emdrassig e r in dieser Versammlung eine Rede hält." Der Rufer, dem weiter nichts geschah, ist ein 22jähriger Student, der also den Krieg als Bub erlebt hat. Er ist's geblieben, untersc|eidet sich aber wenig vqj} jener Sphicht im deulschen Volk, die Woche für* Woche ihren geschändeten Grabstein auf das nationale Konto schreibt und ihren Stolz dreinsetzt, möglichst viele Niederträchtigkeiten gegen Juden eu ersinnen, ob es sich nun um Lebende oder Tote handelt. Wenn man's genauer betrachtet, so findet man, wie sehr diese Schicht an einem selbstkojistruierten Minderwertigkeitskomplex leidet. Sie trägt dies ganz offen zur Schau und verkündet es ohne Bangen, wie sehr sie die Juden fürchtet. Die vielen Lügen und Fälschungen, die Tag für Tag verbreitet werden, sind doch nichts als der Ausdruck der atemlosen Angst. Dieses Gefühl sitzt so rief, daß jedes Mühen einer Widerlegung blankester Unsinn wird. Man kann vielleicht die „Weisen von Zion" als eine dumme « Fälschung nachweisen, aber es ist unmöglich, dieser vernetzten und schlotternden Gesellschaft 'beizubringen^ daß; sie eine Totenfeier nicht stören darf und daß :siefGrabsteine in Ruhe lassen soll.' Der Papst läßt sich über Palästina Bericht erstatten. •Mgr.: B.ariassina, der lateinische Patriarch in Jerusalem, ist am 22. März in Rom eingetroffen und wurde, am gleichen Tage vom Papst in Audienz empfangen. Barlassina erstattete dem Papst Bericht über die Lage im Heiligen Lande. Vpr einigen Tagen erst empfing der Papst den . vatikanischen Visitator für Palästina, Mgr. R o b i n s o n,.in längerer Audienz. Aus .vatikanischen Kreisen wird mitgeteilt, daß der Papst; jm.Zusammenhang, mit. diesen Audienzen seiner Zufriedenheit . darüber Ausdruck gab, daß gegenwärtig in Palästina' keine. R eibungen b.es t e h e4i * und dS# k e i n G r und z u B e s o r gu i s s e n, hinsichtlich der Interessen der' katholischen Kirche'iri Palästina vorhanden sei. Dollar und Sowjetstern» 10 Millionen Dollar für das bankrotte jüdische Siedlungswerk in der Krim. — Moskau schickt die Juden nach Sibirien. — Jüdisch-amerikanische Millionäre als Helfer der Bolschewiken im Kampfe gegen Palästina, gegen England und den Völkerbund. Am gleichen Tage, als der Präsident der Zionistischen . .Organisation, W e i z m a m, m, in.' Amerika eintraf,' um das'amerikanische Judentum an seine Pflicht gegenüber dem erstehenden jüdischen Nationdihei'm in Palästina zu mahnen, brachten die dortigen, (Zeitungen die Meldung, daß der Chikagoer Millionär Rose n w >a 1d, Mitglied des Joint, der Spwijetregierunig 5 Millionen Dollar für das jüdische i Siedluinigswenk in der Ukraine und der Krim zugesichert hat' und daß; weitere Millionen Dollar jüdir sehen Geldes in kurzer Zeit seitens des Joint für diesen Zweck beschafft werden. Der Empfang des Joint für, Weizmann bestand darin, daß sein Präsident Warburg Weizmann einen Besuch abstattete. Für Sowiietpußlahd 10 Millionen Dollar, für das jüdische Nationaliheim, für deii'in'harter Not erstehenden judenstaat — Höflichkeiten. Das mit großem Reklametg^schrei in der- Ukraine begonnene jjidisohe Siedlungs-"; w^rk ist .ibankrjott. \:^i»^^eti^^ewmg Jjat Hemge^ , standen, ■ daß dort kern frerer Bb^n.^o-r^iaäiiäen isi."' Ufte Iandh'uwgrigen ukramischen v vB^^ drohend gegen den Zuzug jüdischer Siedler auf eniern. Boden,, den sie für sich in Anspruch nehmen. Man sphickt die Jiuden nicht; mehr in die Ukraine, man schafft sie nach sibirischen Einöden am Stillen Ozean. Es ist nunmehr klar erwiesen, daß die Krimsache keine Lösung der russischen Judenfrage bedeutet, sondern/ daß sie dem Juden nur Not, Elend und Pagromgefahr (bringt. Wenn trotzdem die Moskauer Machthaber und gewisse Kreise der jüdisch-amerikanischen Finanzaristokratie am Krimprojekt' festhalten, so tun sie es, weil andere Qründe als das Wohl der russischen Juden für sie maßgebend sind. Die Bolschewiken haben, das Krimprojekt erfunden, um denn Z i o n i s m u s eine Konkurrenz fm schaffen, fdem Zionismus, der ihnen als Exponent des verhaßten England und des verhaßten- Völkerbundes gilt. Und die jüdischen Finanzleute um den Joint herum hassen den Zionismus, weil das jüdisohnationale Heim in Pa4 lästina sie in ihren Assimilationsbeströbungen stört: So fanden sich Dollar und Sowjetstern auf ihrem Kriegspfade wider den Zionismus, so ist es gekommen, daß sie, die sonst so wenig miteinander gemein halben, einträchtig für die Krim, also gegen-Palästina, 'arbeiten, und daß sie sich beharrlich weigern, ihren Plan fallen zu lassen. Gebt es nicht in der Krim, so wollen sie es in Sibirien, versuchen, dann vielleicht auf dem Nordpol. Ueberäll, nur nicht in Palästina. Es liegen folgende Meldungen vor: j Julius Rosenwald gibt fünf Millionen, DoHar für das jüdische Kolonisationswerk m Rußland; Aus New York (berichtet die J. T, A. vom 24. März: Der Vizepräsident des Joint Distribution Commitee, Herr James Rosenberg, teilte heute der Jüdischen TeLegfapinen- Agentur mit, daß Herr Julius Rosenwaldy der bekannte Chicagoer Milliardär und Philanthrop, erklärt hat, er wolle, fünf Millionen Dollar für die Fortführung' und Erweiterung des jüdischen Kolonisationswerkes des Joint in der Krün und dier Ukraine spenden .uniter der Voraus« Setzung, daß weitere, fünf Millionen Dollar für den gleichen Zweck von anderen Personen zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe dieser zetin Millionen Dollar, erklärte Herr Rosenwald, werde die Weiterffibrung des Kolonisationswerkes für längere Zeit gesichert sein. Zur Aufbringung. der von Julius Rosenwajd zur Etediugung gemachten weiteren {ßnif Millionen wird;^ciiie sepär>a4e;Mfif Q^kitckd] K atnpagne . staitihdeh; . i> \ \ ... .' ■ 'V, . .* Xv" *' * . ' ■ .'» -, \ 'ji*' ' '^V ' > "' rnarij;erwarte,|: vielmehr, daß;, eine"beschränkt«. Zarascher^PerspM^ Beispiel Rosen^walds fofeaii und w^eintH.che Sumjnwn zeipMen werde.; '' 'Im Zusammen'hang .damit meid'et die New \ Yorker sowijetifreundil'iqhe iMdische Tageszeitung ,yFr«iheit", daß d i e R e g i e r u n g der So w j e t u n i o n sich ver-pflickt'et hat,. •zu diesen 10. Millionen ihrerseits weitere 10 Millionen Dollar zuzuschießen, um auf. diese Weise einen ständigen Fonds' von 20 Millionen Dotter-.(40 Prionen. Goldruböd) zwecks ununterbrochener Fortführung des jüdischen Kolj>- nisatioriswerikes in der Krim, in der Ukraine.und in Weißrußland m schaffen. <• \ ■ ■ Das russische Programm des 'Joint. in den Vereinigten Staaten ist eine. Gesellschaft für jüdische Kolonisation in Rußland. In •Biildung begriffen, deren Ziel es ist, eine großangelegte und dauernde Aktion zwecks Durchführung,des Aufibauprogramraes;des Joint Distribu'tion Committees in Ru.ßliand jn.die Wegfe zu leiten. Das nähere Programm der Gesellschaft wird «In kurzem mitgeteilt werden. Diese Arbeit wird sichunter der Kontrolle des europäischen Jaint-Direktors Dr. Bernhard Kahn und unter Leitung des Direktors von Agro>- 'Joint in Rußland, Dr. Josef Rosen, vollziehen. Seitens der russischen Regierungskreise wurden Z«sicIieroqig,en gegeben, daß die Regierung ^dem jüdischen- Kolonisaüonswerk' ieine fortdauernde HiMe wipd zuteil werden lassen und daß die laufenden Leistungen der Regierung für dieses Werk erhöht werben würden. v - Der Völkerbund und der ungarische Numerus clausus. Der ungarische Außenminister W a 1 k o hat, wie von der „Neuen Welt" bereits berichtet, im Parlament mitgeteilt, daß der Völkerbund die Numerus-clausus- ■ Novelle zur Kenntnis genommen und die Angelegenheit als erledigt erklärt habe. Hier scheint der übliche magyarische Schwindel vorzuliegen; denn Herr Lucian Wolf in London, der a^s:Sekretär des englisch-jüdischen Gemeindebundes in dieser Angelegen« heit beim Völkerbund intervenierte,' bezweifelt es, daß der Vö 1 kerbund in der Lage war, eine solche Erklärung-abzugeben. Die Session des Völkertoiindrates wurde am 10. März beendigt, also ^P^«^"»^p^*"^ vier Tage, bevor das Gesetz in Ungarn angenommen worden war. Der auswärtige Ausschuß des Gemeindebundes wird sich über sein weiteres Verhalten noch schlüssig werden, da der Rat des Völkerbundes wieder anfangs Juni zusammentritt. Lord Balfoor auf dem Wege zur Genesung; Aus1 London wird berichtet: Lord B a 1 f o u r s Gesundheitszustand hat sich in den letzten-Tagen f p/ir> dauernd gebessert Er befindet .sich auf/ 4em Wege zur völligen Genesung. Die Aerzte hoffen, daß er s|ch scjion in ganz kurzer Zeit nach dem franzö- ^schen Süden wird begeben könften. '; Das jeder Küche ist ein o^lmbenSle^tÄ^