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Die neue Welt · 1928-03-23 · Heft 27 (23.3.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 27 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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feto 4 DfEWEÜEWKIiT Nr. 27 Gesellschaft in England. lord Robert Cecil Vorsitzender. ' ,15!e; .,TrmesM Vom 13. März veröff entliehen ein Schreiben von George Mite h e 11, der von der Gründungseiner „Palestine Mandate Society'", deren Sekretariat er übernommen hat, Mittelung macht. Der Zweck der Gesellschaft ist die Unterstützung der zionistischen Bewegung und die A u f k 1 ä r u n g d e r ö f f. e n t.l jch'en Meinung, i n E; n* g 1 a n d, analog den Bestrebungen der Prb-Pälästina^Kömitees in Frankreich, Deutschland, Oesterreich; Italien und a«deren 'Landern. Präsident; der 'englischen Gesell"» schaft ist L o r d R o b e r t C e c i 1. Mitchell gibt auch Kenntnis von einem, im 'Sommer zur Zeit des Zionisten-Kongresses an Dr. Weizmann gerichteten Schreibens führender britischer Staatsmänner* worin diese der Zionistischen Organisation -ih re"gü'f e-rf Dienste anbieten. Dieser wichtige Brief, der von derTFührern aller drei englischen politisch e n Parteien unterschrieben ist. lautet: Sehr geehrter Herr t)r. Weizmann! Wir Unterzeichner dieses. Briefes nehmen, wie Sie wissen, tiefen Anteil an der. zionistischen Bewegung und haben den ernsten Wunsch, daß die. auf Errichtung einer N a t i o n a 1 e n H e i m- - Sjjt-att;G für die Juden in Palästina gerichteten ■■■■ Hoffnungen. und Bestrebungen verwirklicht wer- : .den. Wir haben auch Gefühle der größten Sym- ... pathie und Bewunderung für. Sie, .auf welchem eine so schwere Last der Verantwortung ruht. Wir begreifen, daß wir. nur wenig, dazu tun können, , diese Last zu erleichtern; die Bewegung ist eine jüdische, Und wir stehen zwar ihr zur . Seite, . sind jedoch sozusagen nicht zu ihr gehörig. Dennoch halten wir uns als Anhänger der Bal- ..f 9 u r,-,D.e kj a;r a t i o n für. verpflichtet' in dieser Xei't der Schwierigkeiten Ihiieri' und' durch Sie Ihrer , Organisation unsere guten Dienste anzubieten', Wie -immer'Sie davon Gebrauch zu . machen für ange- ,,^e,\gt halten.mögen. ... , ... ... v. '..-.Wir; 'haben , erfahren,, '.dafif Pro-Palästina-Ge- , IflflllM *Af.'.. .'.'.*,. •' . . •'. . , . - ., v ,. ' EE '. M Klub radikaler Ziomsteri § \ §|< -^-Mittwoch^ den?2^;^M^^•:,:1928:.^^)llI,v:hall^^9 Uhr 5 '; =§ ' abends' findet im Klublokaie £nfe.<Atlashof, Wien, I., §§ §2 ... Aspernplatz, eine; , s i Klubversammlung statt =£ 3 ' Gegenständ: ■ ' ■ ' g I Unserejüdisch^ Pewegüng | § /> und der jüdische Mensch | H' .. ' Referent:• Schriftsteller Öernarct,T9{3 .','.\'f§ fillHM befand. Es zeigte sich keinerlei Reaktion. Der .Khckmeri verhielt sich dem Blute des Dieners gegenüber ganz neutral. Hierauf tauchte Rabbenw Saadjo den. Knochen in das iilyt des Frenidlings, der von weit" her. gekommen war, um das Grab seines Vaters zii besuc-hen und seinen Be? s'ite fttr sieb und seine. Mutter in Empfang' zunehmen. Und .siehe da, der. Knochen sog das ganze fehlt des jungen Mannes , in sich . auf und Rabbenu Saadjo sprach das Urfeil. "Der junge Mann ist der leibliche, Sohn des verstorbenen. Fremdlings/, ihm gebührt, auch das Hinterbliebene Verwegen,' der andere ist ein Schwindler und sicherlich, w.ie der wirkliche Sohn behauptet, der Dfieiier «•eines Vaters gewesen. Die soeben vollzogene Blutprobe hat es l).e.wies.eai. Das Blut des echten Sohnes wurde von. den/i Knochen des tot^n Vaters aufgezogen, weil beide, gleichen Ursprungs .und gewissermaßen gleichen Körpers slri'd. Der Könjg bestätigte das Urteil des Rabbenu-Saadjo. Der Autor dieser Legende wirft nun die Frage auf, warum König Salotno, der -doch der weiseste aller Weisen gewesen sei, in dem. Falle des toten und des lebendigen Kindes nicht gleichfalls zu diesem Auskünltemittel .der Blutprobe gegriffen habe, und der Autor beantwortet sich die Frage selbst, indem er darauf hinweist, daß es sich ja liei'den zwei Müttern um zwei faktische Dirnen gehandelt Habe,' weshalb die Väter der beiden Kinder nicht eruiert find daher 'fruit ihnen die Blutprobe nicht ««gestellt werden konnte. Ob die hier erzählte Begebenheit sieh in Wirklichkeit zugetragen hat, oder vom Autor der Erzählung bloß zu dem Zwecke erdichtet wurde, Anlaß und Ralwneu für seine Theorien für die Feststellung der Vaterschaft durch die Blutprobe zu haben, ist jetzt belanglos; von großem Interesse ist es jedoch zweifellos, zu erfahren, daß der Talmud und die Midraschliteratiur sehr häufig an Probleme anknöpfen, die erst ietet als neue Ideen oder moderne For^w*g^gebriiisse in Kurs gekommen sind. Seilschaften in verschiedenen Ländern gegründet wurden und daß die dortigen zionistischen.Organisationen hterJurch e ine g e vi s s e m o r a l isch e Unterstützung gefunden haben. Die Oeffentllobkeit in England ist, wie Wir. wissen^ noch immer sehr ungenügend und oft sogar falsch über die zionistische Bewegung informiert. Es mag sein, daß sich hier, in dem Versuch, gegen diese Unwissenheit anzukämpfen, eine bedeutungsvolle Aufgabe bietet. AW es ist .wohl :nicht unsere Sache zu sagen, auf welche Weise wir. Ihnen von Nutzen ■• sein. könnten. ' j: •..; : ^.r.r'ji-.; -;- Der Zweck dieses Briefes ist erfüllt, indem wir Ihnen die- Versicherung abgeben, daß wir' bereitstehen und auf eine Gelegenheit warten, um Ihnen unter Beachtung der Grenzen, die einigen von uns durch ihre offiziellen Stellungen in. diesem Lande auferlegt sind, jeden mögHCh e n Beistand ■ zu leisten; : 1'; (gez.) B a 1 f o u ,r. . J. Ramsay M a c d o n a 1 d. D. Uoyd George. Philip Snowden, Ethel Snowden, George M.■*W. Macdönogh. Josbh O. ••* We d g w o o d.v Wyndham:; Deede s. Blanöhe E; G. D ti g-d a l e. ' N. Side- . ' ■••'•b'ö't hla ni.•-'G^org^v-'M''W-C'-h'et:L — •■ i '. C - -.i 4.aib s. > Ar : Diese neue Vereinigung" kanji^ als',,'.ääs 'jäeatlÖifä eines Pro-Palästina-Komitees gelten. Sie besteht aus den fiührenden Mitgliedern der politisch e 11 P a r t e i e n; Konservative/ Liberale und Arbeitsparteiler sind in der "Vereinigung vertreten, deren Stellungnahme sömi't; aM: Autorität gewinnt. Es sind' zudem nur nichtjüdischev Politiker in der Vereinigung aus . der gesimdenv A^nsch heraus, daß Jude n, : wenn;sie?fürden;! Palästihaaufbaiu . wirken wollen, i n di e Z ion i st is-ch e, Ö r gan i sa ti0 n hineingehöfen. - Wir freuen ,uns;- konstatieren zu. können, daß unser Standpunkt, den wir gelegentlich der Gründung, des. öste^e^chiscl^n t ProrP^lästirta-Komi- .tees ausgesprochen*"m^^p^^^^\^^r^'[^^e Bekräftigung findet. '■'•^'■V* * v,v '^'^ Außer'dieser neu g^tfftde'tsSri "^Pälestine Mandate '*• Society'^bestfeiiV ^in^Eritland" seitlängerer Zeit ein parlatuentar'iseI-P fö~Pälästina- K o'mit e e;: dem zahlreiche'1 Mitglieder des Untere hauses und des -Oberhauses -aus derkonservativen, liberalen und der Arbeiterpartei angehören^ . Die jewlsfr Ägeftc^ Dr. W e i z m!:ä,n. n, . ist; an* 14. März nach Am e r i k a.abgereist, wp,]fx'$ffi^.gyfeX Mpnate lang verbleiben :wiifd: pie;fü^rÄn^ng^ B r..u s s e l einberufen'e ^itzuihg, sion, in welcher Weiz.pjinn.Sir. M.ön'6, und Felix Warburg di« Fragen äer Erstattung des Berichtes der ,'■ Sächverstäri^eh-Kommis^ hätten besprechen, sollen, ist auf■ eirieh ' späteren' Termin verlegt worden. : . Einem, Vertreter der. j;. -T. A.-erklärte Präsident W e i z m a n n,. : ^aß , et», .der *: nächsten Sitzung des Aktionskomitees - der. Zionistischen Organisation; die im Monat. Juni in 3.e,r 1 «in od er. in. J e r usal e'm 'stattfinden 'wird,' v^ej^o.hiien.' wiril Üeber die Lage in-Palästina nncl die Äui5ichte;n der geplanten PalästlnarAhleihe äußerte siej; Dr, Welzma'nn sehr. optimistisch. . Fünf Stunden ' lang, sagte er, haibe ich -midii mit dein eben auis Paiä,st)ifja zurückgekehrfen S i r..A1. f r e d. Mond, unterhalten; er versicherte, daß■ dFe' Arbeits 1 osigkeit in P a 1 ä s'ti n a im ,Verlau1'e> der''hääh^ten'.zwel Monate •geschwtf^den-;sein -'wird. Sic' Alfred Möhd^hät w#- rend seines 'Auferithaltes •y-J^ajästi'när.-^ÖOÖ' Pfttiftd im' Lahde Investiert. :Iii'Lorfdö^ m& Weitere lOiOOO Pfund »ur Verfügung und versprach einer zionistischen Institution,' deren; Name vorläufig itoch nioht genannt sein möge, noch 20.000 Pfund zuz-uführen.!'; c. Der japanische FJreinJer für das jüdische Nationalheim. : ... .Der japanische MinisterpräsMenti Baron' Tana,k'a. hat durch den ' japan-ischen IGenerälkonsui * ffr' Sehanghali Herrn S. Y*da, denj» Ehfensekretär der ZiouJstis^hen Orjpäitisation vqn ^hah^haij jSf. B^Ö.- Bzra,.jj^ne q;|;f i t t$l'\t E:i; k I ä r i| n g.4 e l:M P a n 4 s c hre n\ R e g i e n g ijäjöfmUteln |^s$eni pe&a$t,.: ^iie ^e^rqii^;.jj^f«in« pof$* aQhte mit warmem 'Interesse die .Entwicklung der Jüdischnationalen Bewegung . und die Fortschritte -des; Jüdischen l^onalheims.' Oie- -Wiedererrichtung •* der'HfrinfKit.'t^«r J|f?4en? in dewi alten La^de dap Jude«, heißt öS iin 'der .Jt- ^ISwmg,, nitninfe irie:ine Regie ru «g '»unV-.Anlaß, jiftre Sympathie mit den jüdischeh njationalen Befitrebiuigjm ktnid m tun. \Yir. hoffen aufrichtig, .daß das iödlsche V^lk iJie^/Schwiei^kejten, die sich ihm^ auf sehiern^ .yVieg^^irfjeben, überwinden und seinen 'Anteil a«" de'if*'Welt^vij^ «9)tton erhöhen .wir4v; . . ".-=•«■..;' .• ''V.',' ^Jür die Osterspeisen kann jeder Strenggläubige ohne Bedenken Kunerol verwenden. Die Kunerol<*£rzeugung steht bis zur; Verpackung des gebrauchsfertigen Naturfettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. KÜN 100% REINES KOKOSNUSSFETF Sokolow beim König.von Jugoslawien. Kdhig Alexander von Jugoslawien empfing am 13. März den Präsidenten der zionistischen Weltexokutive Nahum Sokolow in einer Audienz, die ungefäi^ eine Stunde dauerte. Im ZusamTnerthang mit der Anwesenheit Söikolow.s ih Jugoslawien hat die jugoslawische Regierung, die schon kurz nach Verkünduhg der Balfour-DekOaratipn im Jahru 1917 eine öffentliche Sympathieerklärung für den Zionismus abgegeben hat, neuerdings eine D e k I a r a t i o h, in der sie dem ziowistischen Aufbauwerflc in Palästina ü>n-ä dem jüdischen Nationafhehn aihre Unterstützamg verspricht, veröffentlicht. Der stellvertretende Aiiße?!minister, den Sokolow 'besuchte, erklärte, daß. die jugoslawisühe Regterung auch weiterhin mit größter Sympathie diezionistische Atibeit verfolge. Der Minister ■ erneuerte diie verpflichtenden Aeüßerungeu, die seitens des offiai eilen Jugoslawien •?egcmöber der zionistisphen. Bewegung bereits; mehrfach ibgegeiben worden sind und , betonte,, daß Jiigosiawieii stets.in loyaler Weise düe humane Tätigkeit der Zionisten unterstützen werde. Auch dem jugoslawischen" Ministerpräsidenten -Vii/katsche/vic. stattet Sokolow einen Besuch ab.- Der Miniist.er(präside7i't erklärte unter anderem^ er werde gerne; b.ejim Vö;i'ker(biun-d die .zionistische Sachezu fördern trachten.-. Eri wolle i*uph an vder Gründung des \ jugosJftWifir sehen .Pro^Palästina-KomUee gern«': teilnehmen. -;•: s t..;;. Was ohii' die Eva 's Paradies, Was 'ohne '.'Eiffelturm Paris, Was Praha ohne den Hradschhi, Das mt' ohta'. Huber-Essig Wien. Max Pine. In New: Vorik ist, wie hereits kurz gemeldet, Max Pä n c, einer der bedeutendsten Führer der jüdischen" Är; hei'ter in den Vereinigten Staaten, gestorben. Pdne, der aus Lu»bawice m Rußland stammte, war in irühef Jugend nach New York gekommen. Er gehörte zu den ersteh Begründern der Jüdischen Arbeiterbewegung, die er jedoch von den Methoden des '^Bund"' freihielt. Als der Ki«ieg kam, gehörte er im Peoples Relief Commlttee ztr deii eifrigsten Mitarheiiterh' d<es Joiri't D i s t r ih u 11 p n Commiittee. Bald nach -dem Wafifenstillstahd'ging Pine im Auftrage des Joint näoh Europa. Er wurde Mitbegründer dessen Wiener Abteilung un'd hat-auch die Hi'ifstätigk&it in Rußland als einer der ersten in die Wege geleistet. /Dort erwirkte er auch die F r e d 1 a s s oi n g der zu jeher Zelt von den Bolschewiken in Halft gehaltenen ZionfetSn. Wie dehn' überhaupt Pdnes Beziehung zum Zdonlstmis stets eine positive war. Als dri New York das jüdische Anbeiterkomite'e' für Sammlungen zugunsten des Palästinaaüfbaues entstand, trat Pine an dessen Spitze. Jhm ist der B e i t r i 11 d e r Gewerkschaften zu' verdanken. Piine bereiste * als; alter Mann mit jugendlichem Eifer das ganze Land und der Erfolg der Aktion war sein Erfolg. In den sozialdemokratischen Rei'hen, dnl Vorwärts, iri den Gewerkschaften sah man diese Tätigkeit nicht sehr gerne. Pine wurde von seiner eigenen Partei an seinem Lebensabend fast kaltgestellt. Dies konnte ihn aber nicht beeinflussen. Er blieb weiter treu der .Zlonsidee. Leon Wechsler. . Der neue Sekretär des American Jewish Commlttee. Morris" W a ld nrä n wurde zum Sekretär des Ainerieair Jewish Committee ernannt. Waldman war seinerzeit stellvertretender Generaldirektor des Joint für Europa. Er hat kürzlich Polen be: reist und einen Bericht über die Lage der Juden' veröj&fentlicfht, den d»ais polnische Äußenministerium in seihe offteieilen Publikationen aufnahm. Dieser Bericht 'fand irr' den jüdischen Kreisen abifällige Kritik und. wurde ins* besondere von dem Senator Dr. R ottenstr eic4i zu rüok«ewie«en, / " .y

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