Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 26 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 DIE NEUE WELT Seite 9 ^tiitiiitiiiiiiiiiifiiaiinittiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiii|> 5 Ihren Bedarf au: Fettgänsen mit großen Lebern, § s Enten, Suppen-, Brat-» Backhühmer, Pödinger- sowie 3 S hiesigem Mazzoth, Grieß, echten Patästlnawetnen 9 S decken Sie am, besten bei der ältesten Neubauer § I Sigiiiiii \Mi Toch I I Wien, Vil., Scnottenfeiösasse 5 f 3 OegTöndet 1888 Fcke Mntl»h.l:f«i.9traße Telephon B 36-507 * SlIltlllltltlllltltllllltlltlllttlllllltlltlllllltltUlllltlUIIUIIIIIHli Vom Purlm-Kinderiest der zionistischen Frauen im dritten Bezirk Die kleine Miriam T. als „Neue Welt". Die jüdische Studentenschaft in Graz. Man schreibt uns aus Graz: „Die hiesige jüdische Studentenschaft, organisiert in *üer „akademischen Vereinigung", die eine Sektion des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa" bildet, veranstaltete ein Kränzchen zugunsten der hiesigen Mensa academica ,iudaica. Bei der Veranstaltung wurden studentische Gäste aus Wi;e^ Die Wiener .Studenten entsandten in Vertretung des Jüdischen Hochschulausxchusses die Herren Präs. Dr. P ä c h t tnaiin, Mehle r, Perl und Teich, außerdem Vertreter der A. V. Kadimah, der J. A. V. Ivria und J. A. V. Makkafoäa. Die Veranstaltung, die glänzend ausgefallen ist und auch einen materiellen Gewinn für die Mensa judaica hatte, versammelte die ganze jüdische Gesellschaft von Graz. Die Vertreter des Jüdischen Hochschulausschusses besuchten den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. E. Sonnenwald und den Landesrabbiner Prof. Dr. Herzog. Beide Herren versprachen, wie bisher für die jüdische Studentenschaft zu sorgen. Die Grazer jüdische Studentenschaft, die auf exponiertem Posten sich befindet, ist den Wiener Kollegen für,die Beweise der Freundschaft und des warmen Interesses sehr dankbar. In ihrer schweren'Situation ist der Grazer Studentenschaft zum Bewußtsein gekommen, daß sie nicht vereinsamt ist und daß. sie treue B r üder in Wien hat. Auf initiative des Herrn Dr. Spiegel wurde die alte J. A. V. Caritas reaktiviert. Ebenso wurde eine Vereinigung zionistischer Studenten gegründet. KARTONNAGENFABRIK I: GELB AN Ü & C9, WIM, IX. GRUNDLSTR. 5 M l Telephon 19-0-6? ♦ beliefert alle führenden jüdischen Firmen mit <l ALLEN ARTEN KARTONS Rheumatische Schwalben. Unsere Schwalben sind nicht nur die aus dem Süden kommendien kleinen Sänger, sondern all diejenigen, welche Ihr schmerzvolles Lied von Rheuma, Gicht und Ischias in Bad Tr e n £ i a n s k e TepHce vergessen wollen. Schon die ersten Frühlingsstrahlen bringen all diese Leidenden in das reizvolle, durch einen Kranz bewaldeter Berge geschützte Tal, um in den WunderqueJlen und Schlammbädern Besserung oder gründliche Heilung zu finden. Dank der fachmännischen Leitung ist der Kurort mit allen Heilbebelfen dermaßen ausgestattet, daß jeder individuell behandelt werden kann. GNt denn doch hier als oberster Grunsdatz die Rückgabedes Individlums zur Arbeit innerhalb kürzester Frist und dem kleinsten Geldaufwand. IIIABill lAlfSf Voriöglinhe, täglich ofen- WMKIliJlllJl frische feinst«, dünnst« MAZZOTH UND GRIESS bekommen He nur aus der I. Wr. orth. Mazsothfabrik ISRAEL VORTREFFLICH. WIEN, II., Ober« AugartenatraB« 99t Verlangen Sic überall ausdrücklich Vortrefflich• MagEPih Das Urteil gegen die Beamten der Dünaburger politischen Polizei. In dem Prozeß gegen die Beamten der politischen Polizei von D ü n a b u r g, die mehrere jüdische Jünglinge und Mädchen im Lokal der Kulturliga unter dem Verdacht kommunistischer Betätigung festgenommen und im Gefängnis grauenvollen Peinigungen und Torturen unterworfen hatten, ist das Urteil gesprochen worden. Der infolge dieser Ereignisse inzwischen abgesetzte Chef der Dünaburger politischen Polizei Briedis wurde zu sechs Monaten, die Agenten W i t o 1, M e r nd eks und T e r a ud zu drei Mon a t e ri, Amatnieks zu einem Monat und Kalnin zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Während die Agenten "die Torturen zwecks Erpressung von „Geständnissen" vollführt haben, riefen sie: „Schlagt die Juden, rettet Lettland!" Einige der Gepeinigten haben dauernden Schaden an ihrer Gesundheit genommen, einer, der lungenkranke Mördechai Kliatzkin, ist inzwischen an den Folgen der Torturen verstorben. Charles Levine. Charles A. Levine, der im vorigen Jalrre mit Chamberlin von. Amerika nach Deutschland flog, hat nun mit seiner „Columbia", dem Flugzeug, mit dem er den Ozean überquert hätte, eine neue große Flugleistung vollbracht. Mit dem Flugzeugführer Stultz und Miss Mabel Boll an Bord, legte er die Strecke New York-rHavanna in einem ununterbrochenen Fluge in etwa 14 Stunden zurück. Die Luftlinie beträgt 2250 Kilometer, er flog 155,2 Kilometer in der Stunde. Am Dienstag, den 6. März, 1 Uhr 32 Minuten nachmittags ist er .in Havanna glatt gelandet. Die österreichische Tabäfcregie beteiligt sich auch heuer an der Wiener Frühjahrsmesse und wird im Hofe des Messepalastes . zum erstenmal mit ihrem -modernst ausgestatteten Propaganda-Auto erscheinen. 'Das Chassis des Auto wurde von den OesterreichiSchen Saurer-Werken, die Karosserie, die nebst einem Verkaufsräume ein Schaufenster zur Ausstellung der Tabakfabrikate enthält, von den Lohher-WeFken hergestellt. Der Verkaufsraum ist derart eingerichtet, daß er auch in eine Mustertrafik umgewandelt werden kann. Das Propaganda-Auto setzt daher die Tabakregie in die Lage, sich öfter auch an'kleineren Ausstellungen zu beteiligen und anschließend hieran durch: Vorführung der Mustertrafik auch außerhalb Wiens auf eine in* tensive und moderne Führung, der Verschleißgeschäfte hinzuwirken/.Die vlnnenaitsstattung' stammt von der Firma Bothe & Elirmann, .v Im Fabrikätionsraume desia Messepavillons am Rotundengelände wird ..die^Erzeugung von Memphis- Zigaretten in verbesserter;) QmiMk,\ die;, hier, erstmalig zum Verkäufe gelangen, aüff e^fiEt ^Tfiümph^ZigaTet'- tenmaschlne" neuester Köhs'trukfibrf; mit^'einer'" Minutenleistung von 1000 bis .-1100. Zigaretten, vorgeführt; iden •, Bau solcher ■ HoclTleistungs-Zigäretten* maschinell hat die Firma 'Hofherr-Schrantz-Clayton- Shuttleworth A.-G. in Wien aufgenommen; Diese Zigaretten werden im Fabrikationsraürne auf einer von. der vorgenannten Firma „ hergestellten Verpackungsmaschine in- Kartons s ali 20 Stück „verpackt. ' Außer den Memphis-Zigäcetten werden auf der Messe auch alle übrigen Tabakfabrikate der Tabakregie und die von der Entnikotinisierungsanstalt August Falk entnikotinisierten Erzeugnissen verkauft. Im Ausstellungsräume dieses Pavillons gelangt diesmal eine Kollektion der in; den österreichischen Tabakfabriken zur Erzeugung;; von Zigarren verwendeten Rohtabake zur .Schaustellung. In Bildern wird auch die Kultur und .Behandlung dieser Tabake in den Ursprungsländern, gezeigt. E '■■ FÜRS : FRÜHJAHR UtillllllllllllllilllUIIIIIIIIIUI d*e allerletzten Kreationen der Pariser Haute couture u. eigenerS höptunaert aus «ctelst. Materlalen murieteichter Auswahl zu <f$n bekannt bliilgtn Krunnlk vPralaen lilliliiiiitiiiiiiuiiiuaiiiiiiiii ai Ii Iii NU R VW*lta8s«rstr.11^ Wir haben, n i r g e >n d s . P i 1 i a 1 e n! Noch nie dagewesen! Weijer»' LAflerUberfOllUnfl verkauf« Ich *u U«fredast festen Preisen Möbel aller Art ron der einfachsten bis tut feinsten Auaführung. Mh\Uu J- WÜHL Mit der eigenen Tochter verlobt Eine tragische Entdeckung am jüdischen Friedhof. Anfang März kam zu einem Warschauer Rabbitter ein älterer Mann, ein reicher Jude aus J o h a n n i s b u r g in Südafrika, bestellte für Freitag eine Trauung und erlegte 10 Dollar. Auf die Frage, wer er sei, antwortete der Bräu* tigam, daß er am Freitag mit der Braut erscheinen und dann die Dokumente vorlegen werde. Er fügte hinzu, daß er in einem erstrangigen Hotel wohne. Der Räbbiner veranJaßte die Vorbereitung eines eleganten, „fortschrittlichen" Baldachins. Wie groß war jedoch seine Verwunderung, als am vereinbarten Tage das! junge Paar nicht erschien. Erst abends, als der Rabbiner schon am Samstagstisch saß, fand sich bei ihm jener ältere Herr in Gesellschaft eines jungen Fräuleins ein und erzählte die folgende Geschichte. „Ich heiße Nachtom Lewental, bin geboren im Gouvernement CzernichoW; ich studierte an der berühmten Je-, schiwah zu Wolozyn und nachher an der theologischen Lehranstalt in Warschau.. Da ich eine arme Waise war, war ich auf Freitisch in reicheren Häusern angewiesen. Unter anderen bestimmte mir einen Tag ein reicher Warschauer Jude Moses M., ein Holzhändler, ein frommer Mann und großer Kenner des Talmud. Ich lernte seine Tochter kennen, und es entstand zwischen uns eine heiße Liebe. Das Mädchen war bereit, mich zu heiraten, doch der Vater wolite nichts hören. Da beschloß die' Tochter, ihre Absicht gegen den. Willen des Vaters zu .verwirklichen. Als .sie einmal für den Yater Geld einkassierte, flüchtete sie mit mir nach Deutsch 1 ä n d, wo. wir nach, den mosaiischen Gesetzen getraut: wurden. Der. starrsinnige Vater aber gab sich nicht geschlagen. Er verfolgte uns. in der, Fremde durch, die Polizei. Ich wurde in Deutschland verhaftet, meine Frau zurück nach Warschau., gebracht. Der Vater wollte eine, Zwangsscheidüng erreichen, < das gelang ihm jedoch, nicht, .da die Tochter sich schon in. a nderen Umstä.nden befand. . . . .. .Nach einiger . Zeit kam sie .mit einem Mädchen nieder, wobei sie selbst starb. ,. .... . ........ ';• -; Inzwischen gelang mir; die Befreiung aus .der Halt- Ich begab mich nach Transvaal, . wo ich vom Glück, begünstigt wurde. Ich wurde ..Besitzer, einer.. Hutfobrjkvund Mitinhaber einer Diamantenschleiferei.".Meine geliebte Frau konnte, ich nicht »vergessen. .Qbzwiar. ich erfahren; hätte, daß sie nicht mehr leb.tj -heiratete.., ie&nfchfr^m.; zwejlten Male. Kürzlich beschloß ich, die, alte Heimat zu besuchen. Ichf reiste nach Rußland und sodann -nach Warschau. Auf meine Erkund-igiungen. nach meiner Frau und ihren Bitern konnte ich nur erfahren, daß die Eltern nicht mehr lebenj. daß meine Frau--auf 4cm, Warschauer: -Friedhof; be* erdigt sei und, daß m ef ne ,T o cht e r von irgend einer Familie, die bei Warschau wohne, deren Namen und genauen Wohnort zu ermitteln, mir, nicht gelang* adoptiert worden sei. . r ,; Ich faßte nun den Plan, mich, wiederumzu verheiraten mit einer jungeji Person, die, auch arm sein darf, wenn sie mir nur; gefallen,,würder Ich lernte ein solches Madchen kennen und verlobte .mich. Äm Freitag sollten wir . getraut werden.- Vor der .Trauung wollte, ic^ zusarmheti mit meiner Braut das , Grab meiner e >r s t. e n. F x a u aufsuchen., Ich ging -nach den Weisungen der Friedhofswärter und fand ein : sehr bescheidepes Grab ohne jeden Gräbstein. Lediglichauf einem Brettchen stand Vor- und Zuname, Auf. dem Grab Ia# ein verwelktes Blumengewihde, sichtlich von einer .Kinderhand hingelegt. Wie groß war jedoch meine Verwunderung, _ als meine Braut heftig zu weinen und „Mutter!" zu rufen be- «anii. Es. zeigt e s 1 ch, daß m e i n e Br a u t meine vergeblich gesuchte Tochter ist. Natürlich kann von einer VereheHchung keine Rede sein; und Jch bitte den 'Herrn Rabbiner, mir zu veraelhen, daß ich Ihm Zeit geraübf h'atie . . " '' V Wl Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag, 16.. März, bei dem um 6 Uhr beginnenden, Abendgottesdienste in nachbenannten Qemeindetempeln Predigten: XVL, Hubergasse 8 (Rabbiner Jr. J. . .. „ach); XVIH., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner;.Dr. D. Feuchtwang); Samstag,-den 17., Märzj findet im Gemeindetempel, XKi., Hdlzmeistergasse 12, heim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) (Rabbiner Dr. M. Rosenmann)- ein exegetischer. Vortrag statt, -r Samstag, 17, März, 3. Uhr nachm., Jugendgottesdienst in den pemeinde- und Bezirkssynagogen. . .. L D. iigirsie Ii Lele-Bondl-Helm Wien, II., Booklinaf rasse 59. In dem bezeichneten Hfim /a)den acht jüdische Mädchen von zehn Jahren aufw8rU, hauptsächlich «us dein unbemittelten Mittelbtand, unentgeltlich« Aufnahme. Musikalisch Begabte werden bevorzugt. Außerdem können tegen Bezahlung der Selbaikostea zltka fünfsehn Mädchen aufgenommen werden, Nur schilftliche Anmeldung an obige Adresse, , :