Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 26 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 26 DIE NEUE WELT Seite 7 Fisch gesund für jung und alt) Vielfach irztlich empfohlen! Saeflscha stets blutfrisch, lebende Karpfen, Oelsardlnen, Räucherfische, Fischmarinaden, Pischkonserven in bester Oute, reicher Auswahl und preiswert I Spezialität: Gebackene Fische bä f» Seefischkochbücher kostenlos in unseren Piltalen Deutsche Damptätcherei NORDSEE" Ges. m b. H. Brief aus Palästina. Der Besuch Sir Alfred Monds. —Die Demonstrationen in Bagdad, — Die arabischen Grundbesitzer und ihre Parlamentswünsche. Von Dr. Fritz Löwenstein, Jerusalem. Der Besuch Sir Alfred Monds in Palästina dürfte in mehr als einer Beziehung bedeutungsvoll für die zionistische Sache sein. Sir Alfred ist eine der führenden Persönlichkeiten nicht nur ,itn. Wirtschaftsleben Großbritanniens, sondern der ganzen Welt; und deshalb werden die von echtem Optimismus getragenen Worte, die er nach London telegraphiert hat, die er bei der Feier im Emek und nachher in Jerusalem gegenüber den Pressevertretern geäußert hat, ihren Eindruck nicht verfehlen. Nicht etwa, daß Mond wesentlich Neues gesagt hätte: Schon vor ihm ist häufig genug zum Ausdruck gebracht worden, daß wir das Schlimmste überwunden haben, daß die Arbeitslosigkeit in sc an.el) er Abnahme begriffen ist, daß aber vor allem die Krise überhaupt nur partiell war und daß Landwirtschaft und Industrie in den letzten Jahren sehr bemerkenswerte Fortschritte gemacht haben, was in Zukunft erst recht erwartet werden kann, wenn die zentrale ElektrizitätsStation und der H a i f a e r Hafen sich als überaus wirkungsvolle Faktoren im Wirtschaftsleben des Landes bewähren werden. So oder ähnlich ist es schon vor Alfred Mond gesagt worden, aber die Welt wird Alfred Monds Worte vernehmen, und darin liegt ihre Bedeutung. Auch das soll bei dieser Gelegenheit hervorgehoben werden, daß Mond, sehr im Gegensatz zu vielen unserer reichsten Juden, sich nicht damit begnügt, durch entsprechende Spenden für unsere Fonds den Beweis seines Zionismus zu erbringen, sondern daß er Mittel im Lande investiert, um so mit eigenem Geld und persönlichem Risiko produktiv am Aufbau des Landes mitzuwirken. Mond interessiert sich besonders für B a n a n e n k u 11 u r e n, die nach Ansicht wichtiger Fächleute einiriai dieselbe Rolle für Palästina spielen können, wie die Orangen und hat in der Nähe von Migdal eine Bananenpflanzüng. Mond wird sich auch, wie wir hören, mit einer recht beträchtlichen Summe, am G a n C h a i m beteiligen, jener großen neuen Orangenpflanzung, die von einer amerikanischen Gruppe angelegt wird und die Dr. Weizmann zu Ehren genannt ist. Im übrigen wird Mond auch auf seinem eigentlichen Arbeitsgebiet, der chemischen Industrie, Verbindung mit Palästina anknüpfen. . * Den Zwischenfall in Bagdad nimmt Mond nicht übermäßig tragisch. Er erzählte, daß die Demonstrationen eigentlich nicht ihm zugedacht waren, sondern Lord B a 1 f o u r, mit dem man ihn verwechselt hatte und daß das Gerücht besagte, wie Baliour Palästina den Juden geschenkt habe, so beabsichtige er, den I r a k d e n Armeniern zu schenken. Nimmt man noch dazu die Behauptung der irakischen Presse, wonach die Demonstration in der Hauptsache die Absicht gehabt habe, dem Ministerium zu beweisen, daß es keine Ordnung zu halten vermöge, so versteht man daraus jedenfalls, wie wenig man vorläufig noch arabische Politik mit europäischen Maßstäben messen kann. Damit soll übrigens nicht in Abrede gestellt werden, daß auch antizionistische Momente eine Rodle gespielt haben mögen. * Wie wenig auch in Palästina selbst von einer zielbewußten arabischen Politik die Rede sein kann, haben wir jüngst an einem neuen Beispiel erlebt. Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf veröffentlicht, dessen Grundrichtung von allen fortschrittlichen Elementen begrüßt werden muß, v nämlich den Ersatz der vorsintflutlichen Werkosteuer durch eine moderne Gebäudesteuer. Es soll nur kurz daran erinnert werden, daß der Werko auf Grund einer Schätzung erhoben wurde, die 30 bis 50 Jahre zurückliegt, so daß also die Steuer überhaupt nichts brachte und nicht die geringste Belastung des Grundeigentums darstellte. Bei jedem Neubau hingegen und bei jedem Eigentumsübergang erfolgte eine neue Schätzung. So ist das Ergebnis» daß etwa die Juden Tel-Äwlws auf Grund des Nachkriegs wertes, die Araber Jaffas auf Grund des Wertes von 1880 Werko zahlen, ein grotesker Zustand, den die Regierung nur zu lange gezögert hat, zu ändern. Während man nun von jüdischer Seite und auch von vielen Arabern den Gesetzesentwurf zustimmend aufgenommen, allerdings in vielen Einzelheiten Wünsche geäußert hat, macht sich in einem Teil des arabischen Lagers Erbitterung geltend. Man kann sich vorstellen, welcher Teil dies ist, nämlich der grundbesitzende Teil, der bisher in praxi so gut wie steuerfrei war und diesen Zustand gern verewigt haben möchte. Bis dahin ist die Sache durchaus verständlich und wäre auch in Europa nicht anders verlaufen, abgesehen davon vielleicht, daß man in Europa weniger naiv decouvriert hätte, daß man nichts bezahlen will. Charakteristisch für arabische Politik aber ist es, daß im Zusammenhang mit dieser Frage plötzlich wieder die Idee eines palästinensischen Parlaments auftaucht und dafür leidenschaftliche Propaganda gemacht wird Man hofft eben, daß in einem palästinensischen Parlament die arabischen Hausagrarier entscheidenden Einfluß hätten und derartige fortschrittliche Gesetze unmöglich machen würden. Die Frage selbst ist ja bei uns häufig genug diskutiert worden und braucht nicht neu aufgerollt zu werden. Es sollte hier nur gezeigt werden, wie sprunghaft die arabische Politik verläuft und daß man es dort noch nicht gelernt hat, auf der. Grundlage der wirtschaftlichen Interessen den ideologischen „Ueberbau" zu errichten, der in Europa den Eindruck zu erwecken pflegt, als ständen hinter den Parteien WcltanschaHungen. Hier im Orient ist man eben naiver, man spicht nicht von der nationalen Bedeutung des Grundbesitzes, sondern man sagt, daß man keine Steuern zahlen wolle. Ein- und Auswanderung. Im Jänner sind in Palästina 259 Personen eingewandert, darunter 176 Juden. Die Auswanderung betrug 217 Personen, darunter 185 Juden. Sämtliche , KLAVIERE auch auf Marken W. KREITLER \ Teilzahlung 1 yrvr IX. Universltöts'. traOe4* -nr AB RAH A MOWICZ- /CHUHE ♦ II., Taborstrasse 33 FrUhJjahrs-Modclle In enorm großer Auswahl! Prima Quall ütswarel Billigste Preise! Kaufen Sie unseren hygienischen Kinderschuh! Von der Jüdischen National- und Universitäts- Bibliothek. Das polnische Ministerium für Religion Und Volksbildung hat sich an die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem mit dem Ersuchen gewendet, eine Methode der Transkription des hebräischen Alphab.eths ins Polnische vorzuschlagen. Die Bibliothek, hat einen Vorschlag ausgearbeitet, der vom Ministerium angenommen wurde. ', Die Bibliothek erhielt von'.der neologen Gemeinde in Budapest eine Sendung von'Büchern und Zeitschriften zur Geschichte der Juden in Ungarn, ferner hebräische Drucke (rabbinische Bücher und schöne Literatur), welche Hin Ungarn erschienen sind. •^Lieber zum Fenster hinaus — als für Erez Israel." Von Mo ra veik. SolHe es auf der weiten Welt einen Sohn des jüdischen Volkes geben, der diese Parole zu seiner eigenen macht, dann gelten die folgenden. Zeilen nicht für ihn. Sie sind für die übrigen Juden bestimmt — also hoffentlich für alle. Du kannst, jüdischer Mitbürger, den erhöhten An forderungen des Palästinawerkes nicht in dem Maße Rechnung tragen, wie du es gerne möchtest? Deine Nationalfondsbüchse kann von dir nicht so reichlich bedacht werden, wie es die Notwendigkeit der Erweiterung unseres Landbesitzes erheischt? Du kannst deinen Kindern die erzieherische, ihre Seele veredelnde und für Palästina, ach, so dringliche „Baumspende" nicht in dem Maße gönnen, als du es vom Herzen gerne tätest? Auch du möchtest es so gerne sehen, daß der Keren Kajemeth, der jüdische Nationalfonds, den Boden für neue Farmen, für Spitäler und Schulen bereitstellt, den Bau neuer Wasserleitungen und Straßen ermöglicht — und du kannst nicht so tief in die Tasche greifen, wie du dich gedrängt fühlst, weil die Zeiten schlecht sind? Wir helfen dir, dein Gewissen zu entlasten und beraten dich, wie du ganz erklecklich mehr für Erez Israel EIL-PAKET - DIENST NACH POLEN!/»im durch die JOS. J. LEINKAUF A. <3. Wien, I., DeutschmelsierpEatz 4 Annahmestellen: Wien, I., Deutpchmeisterplatz 4 Tel. 18-5-80 Serie Wien, VII., Andreasgasse 10, Tel. 30-4-29 Wien, XX., I'raisengasse 27, Tel. 40-0-81 und 40-0-82 Rasche und billige Beförderung Auskünfte: Zentralbüro, Wien, L, Deutschmeisterplatz 4 spenden kannst — ohne dein Ausgabenkonto auch nur um einen weiteren Heller zu belasten, ja, indem du sogar deine Ausgaben verringerst. Unser paradox klingender, aber durchaus seriöser Ratschlag geht dahin, du mögest eine runde Summe, die du im Laufe des Kalenderjahres zum Fenster hinauswirfst, fortab zu gleichen Teilen dem Jüdischen Nationalfonds und dir selbst zuführen. Nämlich: die Rabattsektion des Keren Kajemeth hat mit zahlreichen erstklassigen, seriösen Firmen aller Branchen ein Uebereinkommen getroffen, wonach diese Firmen einen bestimmten Prozentsatz des Kaufpreises der von einem Mitgliede der Rabattsektion bei ihnen erstandenen Waren dem Keren Kajemeth gutbringen. Selbstverständ^ lieh ohne Verteuerung der Waren, denn die Kaufmanns*- weit spürt die „schweren Zeiten" ebenso wie du, freundlicher Leser, und reduziert die Preise mit Vorteil, wenn sich der Kundenkreis erweitert. Du kaufst ebenspbillig wie früher — deine Legitimation präsentierst du ja erst nach Tätigung des Kaufes—, die Firma überweist durchschnittlich 5 Prozent der Kaufsumme dem Keren Kajemeth und die Rabattsektion übersendet dir, ihrem Mitgliede, die Hälfte des ihr gutgebrachten Betratres. Du hast also billiger gekauft und die Eingänge des Keren Kajemeth erhöht. Wieviel das ausmacht.? Ob es „dafürsteht"? Es macht just soviel aus, wie bisher zum Fenster: hinausgeworfen wurde und es stünde eben darum schon dafür, wenn es die unansehnlichste Summe wäre. Es muß aber, wenn du uns hilfst, die gute Sache einzubürgern, einen gar ansehnlichen Betrag abwerfen. Auch der durchschnittliche Inhalt einer Nationalfondsbüchse ist uriansehnr lich, das Gesamtergebnis der Büchsenleerungen alljährlich aber eine Riesensumme. In Wien allein sind 10.000 Büchsen aufgestellt. Berechne, wieviel der Keren Kajemeth gewinnt, wenn jede der 10,000 Familien ihren Hausgebrauch bei Firmen deckt, die mit unserer Rabattsektiön in Verbindung stehen. Und gar erst, wenn es löblicher Brauch geworden ist, nicht nur bei Verlobungen und Hochzeiten für den Keren Kajemeth zU sammeln, sondern auch Hefr ratsausstattungen, Wohnungseinrichtungen, Geschenke ausschließlich bei-Firmen der Rabattsektion zu kaufend Jetzt muß ich wohl nicht mehr die Werbetrommel rühren. Und — nicht wahr — du verzeihst mir die reißerische Ueberschrift? Sie wurde gewählt, damit diese Zeilen gelesen werden und auch dich unverzüglich veranlassen, dir kostenlos von der Rabattsektiön des Keren Kajemeth, Wien, IX., Schlickplatz 4, eine „AuSweiskarte", ein Firmenverzeichnis und eine Instruktion senden zu lassen. Anmeldungskarte liegt dieser Auflag e b e i. * Der heutigen Aufage der „Neuen Welt" liegen Anmeldekarten der Rabatt-Sektion bei. Die Marannen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden» der bereits im Vorjahre sich an den Arbeiten des p o r t u g i e, s ii s c h e n M a r a n n e n - K o m i t e e s mit einer Bewilligung beteiligt hat, hat auch in seinen diesjährigen Etat eine entsprechende Position eingesetzt. Der Rat hat beschlossen, als seinen Delegierten in dem Marranen-Komitee seinen stellvertretenden Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Klee zu nennen. Das Marannen-Komitee, das in erster Linie die -Bestrebungen der Marannen in Portugal, zum Judentum zurückzukehren, durch Mitarbeit der europäischen, und amerikanischen Judenheit fördern will, hat seine erste Aufgabe darin gesehen, der bereits ziemlich erstarkten Marannengemeinde in Portugal eine Synagoge zu erbauen. Die Marannen-Gfc.meinde in Oporto gi'bt auch bereits eine eigene Zeitschrift heraus, die den Titel „fialapid" („Die Fackel") führt, und die unter der Redaktion des bekannten Führers der Marannen-Bewcgung, Kapitän de Barros Basto, steht. Die Oporto-Gemeinde erhält von dem Londoner Komitee, dessen Vorsitzender Herr Lorrrbroso M o c a 11 a ist, eine jährliche Subvention von 600 Pfund. Die weltberühmten und bevorzugtesten Amerikanischen HANISCHEWITZ MATZOS aillllllllllllllllllllllWIlllltllllHllllllllllllUlHIIIII!^ __ Gries § ^^^^1 FdFvel IiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimiiiiiiuiiiiiiHiiiiiiiii sind bereits eingetroffen und in allen besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich Manlschewltz Matzos-Vertrleb Wien, iL, Fugbachgasse 24 (Nordbahnstraft« 38) Telephon Nr. 73-B-33 und 42-3-98 Filiale: ig. Frost, II., Haidgasse 9, Telephon R 46-8-89 I