Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 25 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 12 DIE NEUE WELT Nr. 25 JÜDISCHE SPORT- UND TURNBEWEGUNG. Das Dr. Körner-Turnier der Schachsektion der „Hakoah". Von den 13 auszutragenden Runden sind bereits 7 erledigt und, wenn auch die Chancen der einzelnen Teil nehmer auf die Preise selbstverständlich noch nicht ge klärt sind, so wird doch ein Ueberblick über die bisher gezeigten Leistungen, über die Form der Spieler und deren Aussichten interessanten Aufschluß gewähren. An der Spitze des Turniers steht augenblicklich R6ti mit 5,5 Punkten. Er scheint in sehr guter Form zu sein und hat die ernste Ambition, sich für sein Berliner Mißgeschick m regressieren. An nächster Stelle stehen Prof. Becker und Tartakower mit je 5 Punkten. Ersterer gilt als der stärkste Amateurspieler Wiens und sein gutes Abschneiden bedeutet keine sonderliche Uobcrraschung. Dr. Tartakower war in den letzten Turrtiieren stets unter den ersten Preisträgern zu finden und wird auch diesmal sicherlich einen der ersten Plätze belegen. Spielmann hat 4,5 Punkte erreicht und muß als ernster Konkurrent .bei;der Frage nach dem Sieger in Betracht gezogen werden. Das ausgezeichnete Spiel des Klubmeisters der Hakoah, Liechtenstein, bildet die eigentliche Ueberraschung des Turniers. Er hat 4 Punkte zu verzeichnen, doch da seine Hängepartie gegen Prof. Becker auf klaren Gewinn steht, hat er in Wirklichkeit 5 Punkte und steht daher zusammen mit Becker und Tartakower an zweiter bis vierter Sielle. Für einen Neuling in einer derartigen Konkurrenz ein wunderschönes Ergebnis. Ebenfalls 4 Punkte hat Grünfeld. Der Wiener Großmeister kann in den letzten Jahreiwiicht die Form finden, in welcher er s,|ch. in den ersten Nachkriegsjahren befand. T a k ä c s hat 3 Punkte zu verzeichnen, die auf Gewinn stehende Hängepartie gegen Wolf mitein^creclinet, 4. Gegen Prof. Becker vergab er leichtsinnigerweise einen halben Punkt, da er seines Gegners Remis-Angebot abschlug und wenige Züge nachher infolge eines groben- Versehens die" Partie verlor. 3 Punkte haben noch K m o c h, Igel und M ü 11 e r. Den* Schluß der Tabelle bilden Döry mit 2,5'Punkten,'S. R. Wolf mit 1,5 (eine Hängepartie) und Gl aß "und; Be utum mit 1,5 Punkten. :.• Ueber den weiteren. Verlauf des Turniers werden wir in der nächsten Nummer der „Neuen Welt" berichten. ■ - '■" :• 0. S. Hakoahs Kampf uin die Erstklassigkeit. - Nach sieben Spielen erlitt die reorganisierte H a k ö a h-Mannschaft im Meisterschaftskampf gegen F. A. C. die erste 0:1-Niederlage. In gar keinem der letzten Matches boten die Krieauer eine so gute Leistung wie gegen-die Floridsdorfer. Ein Sieg der jüdischen( Mannschaft hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Der Schiedsrichter Braun beging zwei arge Fehler, die der jüdischen Mannschaft den Erfolg kosteten. Er gab, als Neufeld im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht wurde, keinen Elfmeter und anerkannte nicht ein von der Hakoah regelrecht erzieltes Tor. Ungefähr eine , Viertelstunde vor Schluß schießt Stoß «aus 40 Meter Entfernung einen Freistoß. Der Ball kommt in hohem Bogen zum Tor geflogen, wo er von Köhler verfehlt wird 'und im Netz landet. Der Schiedsrichter behauptet, daß der Tormann im Moment der Abwehr unfair behindert worden sei, wovon aber am ganzen Platz weder Freund noch Feind etwas gesehen hat. Selbst die Linienrichter erklärten den Treffer als regulär. Wie der kleine K a t z den um drei Köpfe größeren und 40 Kilogramm schwereren Köhler abgedrängt haben will, ist ein Rätsel. Dieser schwache Tormann hob den Hakoah-Kapitän Scheuer, als er gegen diese Entscheidung protestieren wollte, wie ein kleines Kind in die Höhe und trug ihn vom Schiedsrichter wqg. Auch als S tr.au einige Roheiten beging, begnügte Sich'Herr'Braun diesen Spieler nur zu verwarnen. Herr Braun ist Jude — aber der größte Antisemit hätte die jüdische Mannschaft nicht ärger benachteiligen können. Durch diese Niederlage ist der Verbleib der Fußballsektion der Hakoah in der ersten Klasse arg gefährdet. Denn der B. A. C. siegte gegen Slovan und der letzte in der Tabelle, Simmering, errang einen Punkt gegen Hertha. Der Jüdische Verein nimmt derzeit mit 11 Punkten aus 16 Spielen den viertletzten Platz in der Tabelle ein. Hakoah spielte in : folgender Aufstellung: R o s e n f e 1 d; Scheuer, F e ld m a n n; S t r o ß, Brandes, Pollak; N e u f e 1 d, Heß, Posauner, Mausner, K a t z. Ii Eugen Buchbinder Stadtbaumeister lf., Taborstrasse Hb - Telephon Nr. 48-1-38 übernimmt alle Arten von Sau- und Adaprierungsarbeiten HERRENGARDEROBEN DAMEN-MBNTEL U. KOSTÜME NACH MASS Feinste Austflhmn l Konkurrenzlose P.etsel F ssonarbeit aus mitgebrachten -tollen wiid HUgst berechnet. ML ENGEL & Co., III., Marxergasse 16, Tel. 90-701 Die Meisterschaft der jüdischen Amateurvereine. Vergangenen Sonntag begann die Frühjahrsmeisterschaft. In der ersten Klasse erlitt Hasmonea gegen den führenden S. C. Westmark eine unverdiente 2 : ^Niederlage. Sechs Minuten vor Schluß noch stand das Match 2:2 Die jüdische Mannschaft wurde vom Schiedsrichter Hößl stark benachteiligt. Er anerkannte u. a. ein irreguläres Tor Westmarks. Für Hasmonea schoß Messinger beide Tore. Eine vorzügliche Leistung boten Großmann und Messinger. Die jüdische Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Fingerhut; Blcichfeld, Weinwurm; Mondschein, Großm a n n, ßäumer; Singer, Arm, Messinger, Rosenbaum, Sternbach. In der zweiten Klasse Ost erhält Hagibor kampflos beide Punkte, da der Gegner des jüdischen Vereines Neul. Amateure es vorgezogen hat, nicht, zu erscheinen. In der dritten Klasse Ost endete das Match der beiden Jüdischen Vereine Makkaibi — Menor a h nach einem interessanten und fairen Verlauf mit einem, sicheren 4:1 (1 :0)-Erfolg der tüchtigen Makkabi- Mannschaft. Tore für die Sieger Lutz II (2), G r u mberg, Torczyner (Elfmeter) und für die Unterlegenen D e f r i e s. In der gleichen Gruppe siegte U n i t a s gegen Hecha wer 3 :2 (2 :2). Der entfesselte Fiskus! Die Professional-Fußballvereine, die mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen, haben einen stillen Teilhaber —- den Fiskus, der ihnen das Leben recht sauer macht. Es ist keine Neuheit, daß bei Wettspielen ' Exekutionsbeamte erscheinen, um die Einnahmen aus den.Spielen.zur Deckung rückständiger Steuerbeträge zu beschlagnahmen. Vergangenen Sonntag fanden, sich Exekuüonsbeamte auf dem Krieauer-Platz schon beim Vorspiel Hakoah gegen F. A. C. ein, um noch vor Abrechnung der eingegangenen Beträge :das Geld-' zu; konfiszieren. Die Ursache ^dieser Maßnahme waren die iangeblichen S t e u e r-r ü c-k st ä n d e der Hakoah und Admira. .Der .Generalsekretär der Hakoah, E i s I e r, wies, darauf hin, daß der Hakoah Ratenzahlungen bewilligt . worden .seien,; - die auch pünktlich eingehalten werden. Die veranstaltenden Klubs Hakoah und Admira erlitten einen großen Schaden von ungefähr 2500 Schilling, da durch die vorzeitige Sperrung der Kassen mehr als 1000 Zuschauer nicht mehr Einlaß fanden. Nur ein einziger Kassier fiel dem Fiskus zum Opfer, der auch wirklich bare 630 Schilling erbeutete. Es ist! wirklich ein Skandal, daß der Amtsschimmel so schwerfällig arbeitet, daß die Pfändungskommission nicht - rechtzeitig von ihrer übergeordneten Behörde informiert wird. Ein großer Erfolg der Hakoah-Lelchtathleten. Das traditionelle Auhof laufen sali 35 Mannschaften zu zwei Mann am Start. Den ersten. Plate errang Hakoah. Frankl und Blödy liefen . vorzüglich, hielten sich immer zusammen und führten vom Start weg hinaus bis zum Rapid-Platz, auf dem ihr Vorsprung schon ungefähr 130 Meter betrug. Das Paar \ Blödy-Frankl siegte in der Zeit von 18:49 vor Kantor-Rpsemkranz (W. A. C.) 19:11 und Mahr-Bierbauer (W. A. F.) 19:30. Im Laufen der Neulinge besetzten S p'i e 1 ma n n-B e c k (Hakoah) ebenfalls den ersten Platz. Im Gesamteinlauf siegte Hakoah vor W. A. C„ Reichsbund, W. A. F. und Vienna. Die Hakoah-Leichtathletiksektion hat folgende eigene Veranstaltungen festgesetzt: 25. Mäia: Frühjahrswaldlauf, 8. April Gelände st af"l und am 20. Mai Klübikampf gegen Hagitbor (Prag). Makkabäa (Bratislava) unterlag gegen 'Vasas 0:3. Jüdischer Sportverband. Montag den 12. März, 8 Uhr, wichtige Vorstandssitzung, Besprechung über die kommenden Auswahlspiele. Die tüchtige Fakoahrcserve. die in der Tabelle der gemischten Meisterschaft den dritten Platz einnimmt, konnte auch vergangenen Sonntag ihre Siegesserie fortseien. Die jtlciische Mannschaft besiegte Mödling 2:1. Für Ilt.koah waren Schweinburyer und Bock erfolgreich. Erster Wiener Jüdischer Turnverein Makkabl IX-XIX. Sonntag, 18. März 1928, halb'9 Uhr abends, im Saale des Caf6 Exzelsior, 1., Rotenturmstra^e 24 (Eingang Adlergasse), Gesellschaftsabend mit Tanz und Spiel. Von Mitgliedern eingeführte Gäste willkommen. Vereinsnachrichten. Die Weltföderation der jüdischen Jugend (Brüh Haolamith Shel Hanoar Haiwri) beabsichtigt m der allernächsten Zeit Material über die jüdischen Jugendverbände und Organisationen zu sammeln und herauszugeben. Zu diesem xweck werden alle Organe und Leitungen der jüdischen Jugend gebeten, umgehend ihre Adresse einzusenden. Adresse: Warszawa, Dluga 50 (Haszomer), Polen« JUdJsches Zentrum der Sozialen Hlllsgemelnscoaft Anltta Müller, II.. Untere AugartenstraBe 35. Hebräisch fUr sehr Vorgeschrittene (Leiung Prof. Jona Gelernter), Montag von 8 bis halb 10 Uhr Literatur und Redeübung, Donnerstag von 8 bis halb IP Uhr: Der'Prophet Jesalas, expliziert nach den masoretischen Kommentatoren und den Erklärungen der Bibelforscher. Zionistische Bezirkssektion Wleden.Margareten (Provisorischer Sitz: Terrassencafe, V., Margaretenplatz 4). 10. März., 8 Uhr abends: A k ad e m i e m i t T a n z im Saale des Gewerbevereins, I., Eschenbachgasse Mr, II. Beschränkter Kartenverkauf (S. 250). Telcphonische Bestellung: Nr. 58-8-79 14. März, 8 Uhr abends: Vortrag von Prof. Willy Stein: „Jude n I ndt r de u t s c h e n*D i c h tu n g'V mit Rezitationen von Fräulein Hannl LÖwy, im Klubsaal des Terassencafes. Die Zionistische Frauengrappe Marlah!l!-Nenbau veranstaltet ein Purim-Kinder-Kostümfcst am 11 März um 3 Uhr nachmittags in .den blau-wei3 dekorierten Sälen des Hofelcafes P a I a c e, VI., Maiahilferstraße 99. Mütter mit ihren Kindern sind hiemlt herzlich eingeladen. Jüdischer Verein Nord-Ost. Donnerstag den 8. März, präzise 8 Uhr abends, spricltf Herr Dr. Oskar R o s e n f e I d im Vereinslokat, Taborstra3e 21 a, üher „Jüdisches Theate r". Gäste willkommen. Zionistische Arbeltspartei Hltachduth. Der Gordon-Abend, der wegen Verhinderung des Re.ererten Prot Dr. Zwi Diesendruck ert iel, findet am Samstag den 10. März 1928, halb 8 Uhr abends. Im Jüdischen Zentrum, II., Untere Auf,artenstra"e 35. statt. Sprechen werden : Prof.' Dr. Zwl D1 esendruck und Jehoschua M a n o a c h (Daganiah). Zionistische Frauengruppe VIII. Dienstag den 13. d. um 8 Uhr abends Im Vereinsheim VIII., Bennoplatz 1 a, Vortrag aus dem Zyklus „Silhouetten Jüdischer Dichter". Referent Dr. Amalie Kantor. Zionistische Frauengruppe Prater, II., Jungstrafle 8. Donnerstag .den 15. d.. 8 Uhi abends, Vortrag der Frau Dr. W a I d m a n n: Ehebruchverdacht im Jüdischen Recht im Vergleich mit dem Hamurapi und den assyrischen Gesetzen. Zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt, II., Zlrfeusgasso 33. Wochenprogramm- Samstag- 5 Uhr Sichali der Kwuzah „Alef", 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Dror". 7 Uhr Hebräisch für Anfänger 2, halb 9 Uhr Hebräisch für Anfänger 1. Sonntag; 8 Uhr früh Wanderung, halb 5 Uhr FUhrer-Sichah. 8 Uhr Purimfeier Montag- 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene. 7 Uhr Sichah der Kwuzah „Dro'", 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Alef". Mittwoch. 7 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene 2. H Uhr Sichah der Kwuzah „Dror". Donnerstag: 7 Ubr Hebräisch für Anfänger 2, halb 9 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene, 8 Uhr Vortrag. Referent: Herr Dr. Leopold Plaschkes, Thema: Die jüdische Arbeiterbewegung seit dem Jahre 1881. Freitag: 8 Uhr „Tanach". In Fortsetzung des von Herrn Dr. Leopold Plaschkes gehaltenen Zyklus finden folgende Vorträge statt- 15. März: Die J'ldische Arbeiterbewegung seit dem Jahre 1881; 22. März: Der Palästinaaufbau seit der Baliour-Deklaration: 29 März: Die Friedenskonferenz Im Jahre 1918-19; 19. April: Die Geschichte der Landespolitik; 26. April: Das Jüdische Minoritätsproblem. Sämtliche Vorträge im Heime, II., Zirkusgassc 33. Zionistische Jugendorganisation Brlgittenau, XX., JägersfraOe 30. Die am 25. Februar statt«;unJene Gene alversammlung wählte die Herren Isak Feuerstein, Moses Klahr, Elias Sigall und Theodor Silberbusch in den Ausschuß Die Referate wurden wie folgt verteilt: Feuerstein (Obmann), Organisation und Kultur; Sigall (Obmann-Stellvertreter) Kultur; Klahr. Sekretär, Kassier und provisorischer Nationalfondskommissär. - Montag, 12 März, halb 8 Uhr, findet eine dringende Besprechung der weiblichen Mitglieder unserer Organisation statt Dienstag, halb 8 Uhr: Plenarversammlung. Mittwoch, halb 9 Uhr': Fortsetzung des Zyklus Sigall über „Das Geistes- und Gemütsleben des Menschen". Donnerstag, 8 Uhr: Referat.' Jüdische Tischgesollschaft Landstraße. Dienstag, den 13. d. M., im Cafe Lovrana. III., Löwengasse 36, halb 9 Uhr abends, Vortrag Ludwig B a t o Uber „Die Märzrevolution 1848 und die Juden". Gäste willkommen. Jüdische Volksbibliothek „Zlon". Sonntag, den II. März 1928, halb 8 Uhr abends, im Festsaal des österreichischen Handelsmuseums, Wien, IX., Berggasse 16. Puiim-Akadcmic mit reichhaltigem Programm. Akad. Verein Jüdischer Mediziner.. Dienstag, den 13. März, dreiviertel 8 Uhr abends, großer Hörsaal* des Physiologischen Institutes, IX., Schwarzspanierstrale 17. Vortrag Univ -Dozent Dr. Oswald Schwärz: Sexualprobleme. Lese* und Redehalle Jüdischer Hochschüler in Wien. Der 68. Gencralkonvent finuet am Samstag, den 10. d. M., um 8 Uhr abends, mit folgender Tagesordnung statt: I. Bericht. 2. Absolutorium. 3. Neu- . wählen. 4. Eventualia. Vereinigung der Absolventen und Hörer des Jüdischen Pädagogiums in Wien. Alle Absolventen des Pädagogiums in Wien und auswärts werden dringend ersucht, ihre Adresse dem vorbereitenden Komitee einzusenden. Für die in Wien weilenden Absolventen und Hörer finden Jeden Mittwoch, halb 8 Uhr abends, im Jüdischen Zentrum, IL. Augartsnstra!e 35, 1. Stock, Saal 27, geschlossene hebräische Vortrags- und Diskussionsabende über Probleme der hebräischen Erziehung und Literatur statt Zuschriften an: Jüdisches Pädagogium für Hörervereinigung, Wien, L, Drahtgasse 4. Jüdisch-akademischer Phllosophenvoreln. Sonntag den 11. März um halb 9 Uhr abends Vereinsabend mit Akademie und Tanz, VIII.. Bennoplatz 1. Gäste willkommen. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur. Montag den 12." März, halb 8 Uhr abends, im Klubsaal der Hakoah. Wien, I., Wipplingerstraße Nr. 24-^26 (Cafe „Altes Rathaus"), Vortrag Dr. N. M.Gelbcr: „Die Judenfrage auf dem Berliner- Kongreß 1878."-Eintritt frei. Gäste willkommen. Moadon Iwrl. Samstag, den 10. d. M., 8 Uhr abends, IL, Zirkusgasse 33, Fortsetzung des Vortrages des Orientalisten Herrn Doktor' Jochanan K a p 11 w a t z k i Uber „AI hanowua". Frauensektion des Jüdischen Unterstützungsverelncs „Abawatu Achim", Wien, VI., Millergasso 43. Die gründende Versammlung, an der eine große Anzahl von Frauen und Gästen teilnahm, fand Donnerstag, den 1. März d. J., statt, wobei der Obmannstellvertreter des Vereines Zweck und Ziel der Frauensektion in längerer Rede erörterte Die "hierauf folgende Konstituierung ergab nachstehendes Resultat: Präsidentin Berta Fried; Vizepräsiüentin Ma'vine lV e i d I e r. Schriftführerin Dora Kupfer mann, Kassierin Rosa M e n c z e r. In das Komitee für Armenwesen wurden die Damen K a 1 i s c h, Köstenbau'm, W o zn i c e r, für Schulangelegenheiten die Frauen J ä c k e 1, W e I d 1 e r, W i n k 1 e r und in den Vergniigungsausschuß die Damen G r a n 1 k, Menczer, Obstgarten, Preminger, Pressner, Senen und Sieb gewählt. Wiener Bethharaldrascn, IL, Tempelgasse 3. Samstag von 4 bis 5 Uhr: Lektor Dr. Rabb S Rubin: Kultus bei den Israeliten. Sonntag von 5 bis 6 Uhr: Lektor Dr. Rabb. Gelbhaus (Mechilta); von 6 bis 7 Uhr: Lektor Dr. Rabb. S. Rubin: Midrasch, nach Quellen erläutert und interpretiert. Montag von 6 bis 7 Uhr: Lektor Dr. Rabb. Rubin: Religionsphilosophie; von 7 bis 8 Uhr: Prof. Dr. Kraus: Liturgie (Seder Hatilla). Dienstag von 6 bis 7 Uhr: Prof. Dr. Kraus- Liturgie (Seder Hatilla); von 7 bis 8 Uhr: Lektor Dr. Rabb. Gelbhaus (Esra). Mittwoch von 6 bis 7 Uhr: Lektor Dr. Rabb. Gelb haus (Esra); ven 7 bis 8 Uhr: Lektor Dr Rabb. Rubin: TalmudspeHfikation (SchinuJ im talmudischen Und römischen Recht). Donnerstag von 6 bis 7 Uhr: Hofrat Prof. Rektor S c h w a r z: Mischna; von 7 bis 8 Uhr: Lektor Dr. Rabb, Gelbhaus: Sentenzen des Rabbi Nathan. Die Tribüne. Ein Sprechsaal für unsere Leser Versor'gungshaus und Taubstumm«ninstitut. "An den Herausgeber! ' In Nr. 22 Ihrer gesch. Revue bringen Sie einen, Artikel: „Ein Besuch im jüdischen Versorgunga- Laus44, der für die Wiener Juden von f/anz besonderem Interesse ist. Unter anderem führt Ihr Gewährsmann ausji daß das gut geführte Haus einen Maximalbelag von 335 Betten autweist, freilich unzulänglich für die Bedürfnisse der Wiener Judenschaft, weil die Betten nicht bloß für gesunde alte Leute, sondern auch für Siecht Ju ebenfalls im Hause wohnen» bestimmt sind. Auf dem Tische der VerwaltungsUanzlei liegen mehr als-. 300 Aufnahmsgesuche, die wegen Platzmangel keine Berücksichtigung finden können Die Frage eines eigenen S i e c h e n h a u s e s wird von Tag zu Tag aktueller. Sie wäre gewiß schon befriedigend gelöst, wenn dem Kultusvorstande hinreichende Geldmittel zur Verfügung stünden. Nun erlaube ich mir darauf hinzuweisen, daß sich gerade jetzt dem Kultüsivorstande eine ganz außerordentlich günstige Gelegenheit bietet, die Siechen aus dem Versorgungshause in ein separates Heim zu bringen. Das Allgemeine österreichische israelitische Taubstummeninstitut besteht seit Juli 1926 nicht mehr* das Gebäude ist leerstehend und nach seiner' baulichen Veranlagung wie geschaffen für ein solches Heim. Mit den noch lebenden 7 Lehrerpensionisten — Männern und rr iu i i m Alter von 60 bis 77 Jahren — ließe sich bei gutem Willen des Vorstandes eine befriedigende Vereinbarung erzielen und das solid gebaute Haus käme gegen Bezahlung der Ruhegenüsse für einen Spottpreis in den Besitz der Wiener Judenschaft. Aber rasch zugreifen, den kostspieligen Prozessen, die der Judenschaft nicht zur Ehre gereichen, ein Ende machen, bevor andere sich in den Besitz des Institutsgebäudes setzen! Durch den Anfall der nunmehr freigewordenen »Erbschaft Katscher" an das Institut sind auch genügend Mittel vorhanden, Renovierungen, Adaptierungen usw. durchzuführen.. R. F..