Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1928-03-09 · Heft 25 (9.3.1928) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 25 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711630-2711640--0326-2713460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nf. 25 DIE NEUE WELT Seite 7 Die Ordnung an der Klageinauer. Die Palästina-Regierung hat den Besuch der Klageimmer und das ungebührlich« Betragen seitens der Touristen während der .jüdischen Feiertage und Gebetsstunden wie auch das Photographieren an der Klagemauer verboten. Die Regierung hat in diesem Sinne alle Touristengesellschaften verständigt. Ein 2U diesem Zweck eigens hingestellter britischer Polizist hat Ober die Einhaltung dieses Verbotes zu wachen. Die Bezalel-Kunstschule wird wieder eröffnet. Der amerikaniscMtidisöhe Orden „Bnel Zioti"; hat beschlossen, die zur D e c k u n g:-l d e s , D e H z i t s der Beza-lel-Kunstschule in Jerusalem notwendige Summe aufzubringen, damit die seit Dezember 1927 geschlossene Schule wieder ihre Pforten öffnen könne. Die Kunstschule Bezalel, die im Mai 1927 die Feier ihres 20jährigen Bestehens beging, wurde von Prof. Boris Schatz, begründet und bis zuletzt geleitet. Das der Schule abgeschlossene-,,/ebenfalls von Boris Schatz begründete und geleitete jüdische Natlonalmuseum enthält mehr als 5000 Gemälde, Skulpturen und Kunstwerke änderer Art. Neben ihrer eigentlichen Aufgabe, eine jüdische Kunst in Palästina wieder erstehen zu lassen, hat die Bezalel- Schu'le vermittels ihrer Werkstätten Hunderten jüdischen jungen Leuten Gelegenheit gegeben, sich durch: Ausübung des Kunsthandwerks ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die türkische Staatsschuld. Im englischen Unterhaus fragte Colonel Wedgwood, ob im diesjährigen Budget der Palästina-Regierung ein Posten betreffend die Tilgung der alten o 11 o m a n 1 s c h e n S c h u 1 d' vorhanden ist, wo doch die übrigen Nachfolgestaaten sich an der Tilgung dieser Schuld nicht beteiligen. Minister Amery erwiderte, daß das Palästina-Budget für 1928' einen Ausgabeposten für Abtragung des' palästinensischen Anteils an der ottornanisdhen Staatsschuld n i c h t enthält. Die Sabbatruhe in Tel-Awiw. Der Oberstaatsanwalt Palästinas hat gegen das Urteil des Jaffaer Distriktsgerichtes, welches dahin lautete, daß der in. Tel-Awiw bestehende Zwang zur Sabbatruhe eine Verletzung von Artikel 15 des Palästina- Mandates bedeutet, Berufung eingelegt. Es handelt sich um den Fall, des Tel-Awiwer Ladeninhabers Altschul er,, der .vom Munizfpalgericht wegen Verletzung der Sabbatruhe durch Offenhaltung des Ladens zu einer Geldstrafevon Pfd. Sterl. 2 verurteilt .worden ist. Dieses Urteil wurde vom Jaffaer Distriktsgericht aufgehoben, wodurch die als gesetzlich geltende Sabbatruhe in Tel-Awiw in Fraget gestellt .worden''ist.'. Die' Verhandlung über die Borafuiig' jd.es' Obers taatsanwältes *faifd^ebenfälls vor dem Jaffaer' Distriktsgpricht statt. Dr. Ei i a s h, "der im: Namen des Oberstaatsanwalts plädierte, berief sich, auf Artikel 23 des Mandates, wonach die Administration Palästinas verpflichtet sei, die kirchlichen Festtage der Gemeinschaften in Palästina als gesetzliche Ruhetage für deren Mitglieder anzuerkennen. Das Urteil ist noch nicht gesprochen , worden. Die archäologische Sammlung der hebräischen Universität. Wie aus Jerusalem berichtet wird, haben die archäologischen Sammlungen der hebräischen Universität in der letzten Zeit eine sehr wertvolle Bereicherung erfahren. Dr. Scher es che ws ki in Tel-Awiw. sandte ein samaritanisches Amulett, ein syrisches Siegel und eine sehr seltene Medaille der Kreuzfahrer, Herr A Uschuler aus Benjamina Schimickgegenstände aus Bronze, die aus der Römerzeit stammen. Fraü GoIdberg aus Transvaal in Südafrika spendete eine Sammlung von Gold-, Silber- und Kupfermünzen der. Burenrepublik. Eine' gleichfalls interessante Sammlung alter Münzen erhielt die.Universität aus Litauen. In den letzten Tagen wurden auch jene alten; Inschriften, welche der Archäologe und Professor der hebräischen Universität, Dr. Sukenik, jüngst bei der Ausgrabung einer alten Synagogenruine im untern Galil gefunden hatte, der Universität übergeben. Förderung musikalischer Talente in Palästina. Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Mrs. Harris aus Boston, eine bekannte Musikenthusiastin, brachte durch Efegattlenei*i*en *^^^^^e*»äW£^^^»^**9***9«>?^w 24* Ä "'2Bü istckivapz Pahmengenäkt schxvarz/l^ Veranstaltung von Konzerten in Amerika einen, Fonds auf, aus dem fcegabte Kinder in Palästina unentgeltliche Ausbildung in Klavier und Geige erhalten sollen. Für die Ausbildung kommen zunächst die Musikschule in Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa in Betracht. Die Bagdader Demonstrationen gegen Sir Alfred Mond. Aus Bagdad meidet J. T. A.: Yussef Ef feudi Z e i n al, einer der Organisatoren der Kundgebung gegen Sir Alfred Mond bei dessen Ankunft in Bagdad, wurde 1 verhaftet und in das Gefängnis nach Basra gebracht, wo gegen ihn ein Prozeß wegen Aufreizung zu Gewalt durchgeführt werden wird. Der Prozeß wird nach Basra verlegt, weil in Bagdad neue Demonstrationen Zu befürchten wären. Mond stiftet ein Denkmal für Trumpeldor. Sir Alfred M o njjj hat dcHFiti Palästina lebenden lü-. dischen Bildhauer MelnJJc ö w'den Auftrag -erteilt, für das Grab Truinpeldors in T e 1; C h a i eiri1 monumentales Denkmal zu schaffen. Ein hoher päpstlicher Würdenträger über die jüdische Arbeit. Der Direktor des päpstlichen orientalischen Instituts Bischof- Monsignore d"Herbigny, einer der bedeutendsten katholischen Oelehrten und ein naher Mitarbeiter des Papstes, weilte letztens im,'Auftrage des Vatikans einige Zeit in Palästina. Nach seiner Rückkehr nach Rom erklärte er einem Vertreter der 'J. T. A. über die zionistische Gegenwartsarbeit in Palästina u. a.: „Ich habe während meines letzten Aufenthaltes in Palästina Gelegenheit gehabt, die jüdische Kolonisationsarbeit von der Nähe zu beobachten. Diese Arbeit wird mit einer außerordentlichen Begeisterung und Ausdauer geführt. Im Verlaufe der letzten Jahre *haben die jüdischen Kolonisten ganz ungewöhnliche Erfolge erzielt. Diese Erfolge werden aber hur dann Dauer und Stetigkeit haben, wenn die Bemühungen vom Geiste der Religiosität und der Tradition getragen sein werden. Seitens der Christen", fuhr Monsignore d'Herbigny fort, „haben die Juden keinerlei Störungen in ihrer Kolonisationsarbeit in Palästina zu erwarten." 1 / Sämtliche KLAVIERE auch auf Markau W. KREITLER i Teilzahlung! IX.UnlverBitäts'treBe^r. Der „Olreitnik". Von Otto Abeles. Was ein „Olreitni-k" ist? Ein Jude aus Krakau, Stanislaw oder Lodz, der steh äußerlich ebenso prompt wie possierlich amerikanisiert hat, innerlich hingegen — nun, das läßt sich nicht In eine knappe Definition pressen. Innerlich ist er der jüdische Fleischer oder Kommis oder Geldverleiher aus dem Osten. Er war schon daheim ein ungebildeter, von geistigen Neigungen unbeschwerter Verdiener, skrupellos, pfiffig, darauf bedacht, durch Besitz zu gelten, kltfbdg, ordinä-c und wohlgenährt. , Der Oltreitni'k ist der typische „grobe Jing" mit wattierten Schultern, hält die Hände stets in den Taschen vergraben, die kurze Pkiiife stets zwischen den Zähnen, trägt eine möglichst großkarrierte Sportmütze und amerikanische Schuhe mit möglichst dicken Sohlen, besitzt eine pompöse Füllfeder, zückt häufig und gleichmütig sein Soheckfbuch, verfügt über ein hohes Dollarkonto oder tut, wie wenn er darüber verfügte, nimmt gern ein, gibt ungern aus, protzt mit Wohltätigkeit, die er niemals übt, und sagt immer wieder „all right". Der jüdische VoMcswitz, bekanntlich ein treffsicherer Beobachter und Kritiker, hat dieser Ausschußware de» amerikanischen SchrrielzMegels vor Jahr und Tag den Namen Olreiitni'k angeheftet, und der Spitzname verfolgt die Herrschaften wie ein Steckbrief während ihrer europäischen Geschäftsreisen in die Großstädte, Erholungsreisen in die Bäder (sie schauen auf sich), Renomnrierreisen in die östliche Heamat. Ich habe den Olreitnik just während einer Studienfahrt nach Palästina näher kennengelernt. In Triest wurde ich darauf aufmerksam gemacht, es reise mit* dem nämlichen Schiff ein Amerikaner, der Im Palästina-Amt Erkundigungen eingezogen und dort ernstlich erklärt habe, er werde 40.000 Dollar für Aufbauzwecke im Lande zurücklassen. Er fuhr natürlich I. Klasse, ich als Journalist und Freibillettinhaber ebenfalls, und der Zufall fiügte es, daß er mein Tischnachbar war. Bei der ersten Begegnung mußte ich in mich hfneinlachen, denn er sah aufs Haar so aus, wie ein amerikanischer Jude, den der geniale Komiker Pallenberg eine Woche vor meiner Abreise in Wien auf die Bretter gestellt ONOS DAS FOHRENDE ÄLTESTE T RA N SP ORT- D R EIR A D KOSTET NUR S 168.— monatlich komplett, inkf. Wust, Zinsen, eiektr. Beleuchtung Eigenes Kreditsystem ohne Bank »\ ii. * komplett, inklusive Wust und elektrischer Beleuchtung Kassapreis S 3400 bis 300 kg „ „ „ 4400 „ 400 „ „ „ 3400 „ 600 Reparaturspauschalei yttem Eigen« Fabrik und Karosserieerzeugung. Hundert« Anerkennungsschreiben. Mehrjährig« Bewahrung Sensationelle Neukonstruktloni MOMOS-Transport-Vierrad S 5500.— Messe-Stand: Rotunde, Wes 17173 MONOSVERTRIEBS GES. MONOS KAROSSERIE-ERZEUGUNG MONOS-FABRIK 1-i S rUbENRlNO 6 UN O REPARATURWERKSTÄTTE XIX., OSTERLEITENQ. 5 TEUPtfON 7^0-90, 76-2-44 V,, SIEBENtfRUNNENG, 22 / TEL. 56-3-14 TEL, 14-1-75,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.