Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 25 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711630-2711640--0325-2713459- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 25 EHLER \l DE ALB ETT4 in Messing und Stahl I BETTFEDERN - HYQ. MATRATZEN [ PAT-SCHLAFMÖBEL KINDERWAGEN [ BILLIG6TB FABftl K8PB II 8 B ISIGM.EISLER NACHF., WIENl II., Praterstr. 45. Tel. 48-1-40 ✓ V., Diehlo. 19, Tel. 56-106 | begründet 18701 _ Prftvlnsvarsan Zuwendungen mit sich bringen wird. Jetzt, wo das gesamte Wcltjudentum entdeckt hat, daß es „in Jerusalem keine. Universität gib t", ist, sie nolens volens zu einem Spielzeug eines Häufleins von wssenschaftlichen „Gourmands" und ihrer Mäcerie geworden. 7. Die Erkenntnis, daß es „in Jerusalem kedne Universität gilbt", beginnt allmählich auch nichtjüdische Kreise m durchdringen und droht bei diesen eine Vorstellung zu schaffen, die für die ganze zionistische Sache außerordentlich gefährlich ist. Indem sich diese Kreise jener großen Propaganda, die vor drei Jahren die „Eröffnung" der hebräischen Universität begleitete, erinnern, und in der gleichen Zeit sehen, wie sogar die naibionalgesinnte jüdische Hochschuljugend keinen heimischen Lehrplatz besitzt und auf fremde Hochschulen angewiesen ist, müssen sie unvermeidlich zur Ueberzeugung kommen, daß sie am 1. April 1925 auf dem Skopusberge einer Täuschung beigewohnt haben, und können daraus zu Verallgemeinerungen kommen, die für das ganze Ansehen des Zionismus schädlich und gefährlich sind. Wir wenden uns an das Aktionskomitee, als an den böohsten Wahrer der Interessen und der Würde des Zionismus, mit dem dringendsten Ersuchen, die nötigen Maßnahmen zur Aenderung dieser unhaltbaren Lage zu treffen und, in erster Reihe, eine Kommission zu wählen, mit dem Auftrage, einen Plan für die allmähliche Umwandlung des Jerusalemer Forschungsinstitutes in eine ordentliche Hochschule auszuarbeiten. Der Sturm gegen das Schächten. Die Vorarlberger Landesregierung lehnt ein Einschreiten ab. Die . Bezinksfiauptmannschaft B regen z (Vorarlberg) hat dem Antrage des Tierschutzvereins für Vorarlberg, den jüdischen Lehrer, der im Bregenzer Schlachthause die Schlachtungen vornimmt, wegen Tierquälerei zu bestrafen und ihni das Schächten für die Zukunft zu verbieten, keine Folg e gegeben. Die Landesregierung hat die seitens dieses* Vereins gegen den Bescheid der Bezirkshau^tmannschaft eingebrachte Berufung abgewiesen und dies wie folgt begründet: „Wer ein Tier aus Bosheit roh mißhandelt, quält oder rücksichtslos anstrengt, begeht eine Verwaltunigsübertretung. Diese gesetzmäßigen Merkmale der Tierquälerei treffen bei dem rituellen Schächten nicht zu. Das rituelle Schächten stellt sich sohin nicht als Tierquälerei im Sinne des Gesetzes dar." Kein Schächtverbot in Schweden. , Das schwedische Parlament hat einen Antrag auf Einführung eines Verbotes der Schichtung nach jüdischem Ritus abgelehnt. Eine Rede Bethlens. Bei einem in Debreczin am 5. März zu Ehren des Ministerpräsidenten Orafen B e t h 1 e n gegebenen B a n k e t t hielt dieser eine Rede, worin er sich auch über die Juden-frage äußerte. Der Ministerpräsident führte aus, daß sich nach den Revolutionen auch in Ungarn eine starke antisemitische Welle bemerkbar gemacht habe als Reaktion gegenüber gewissen Erscheinungen im Kriege und während der Revolutionen. Die Regierung betrachte diese Frage als ein s'öziales und wirts c h af fr- Ii ch es Prob lern, nehme jedoch dagegen Stellung, daß. man daraus eine konfessionelle Frage mache. — Das ist die altgewohnte Eskamotage der Benennungen. Ob konfessionell'oder sozial — die Praxis der Regierung ist der weiße Pogrom, ItiittiinfMiHtitiimiimmmimnm Vereinigte jüdische Weinbauerngenossenschaft R i ch o li-l e-Z i o n & Sichron-Jacob (Propr. Baron Edmonde de Rothschild) Palästina empfiehlt ihre SORTEN WEINEI in Fässern und Flaschen allen rituellen Anforderungen entsprechend! Repräsentanz und Alleinverkauf 4 GUSTAV WILDER WIEN, IV. Bezirk, Blechturmgasse Nr. 12. Telephon Nr. 53*92 Das Erdbeben in Palästina» Übertriebene Panikmeldungen. Aus Jerusalem berichtet die Zion. Korr.: Am 26.Februarwurden in Palästina wiederum zwei leichtere Erdstöße verspürt. Schaden würde nicht angerichtet. Die Bevölkerung ist ruhig. Im Londoner Colonial Office ist etil Telegramm des High Commissioners Lord Plumer eingetroffen, worin über das Erdbeben berichtet und festgestellt wird, daß kein Verlust an Menschenleben und auch kein großer Sachschaden zu verzeichnen sei. Wie stets bei Vorfällen in Palästina, scheint auch diesmal die Presse sich in Uebertreibungen zu gefallen. So veröffentlichten zum Beispiel zahlreiche jüdische und auch nichtjüdische Blätter ein Telegramm aus Paris, wonach durch das Erdbeben 250 Häuser vollständig zerstört und über 100 Verwundete und mehrere Tote gezählt wurden, fast ausschließlich Araber. Demgegenüber muß hingewiesen werden, daß sich speziell in Jerusalem in der Nacht vom 22. auf den 23. der Bevölkerung zwar eine große Beunruh i g un g bemächtigt hatte, daß aber bisher keine Berichte über M e n s c h e n v e r I u s t e gemeldet werden. Die Schäden scheinen diesmal nicht von allzu großer Bedeutung zu sein. Die frühere Wohnung des High Commissioner auf dem OeJberg7:die .beim vorigen Erdbeben großen Schaden genommen.,hatte und seither unbewohnt , ist, weist wieder größe r e 1Besch äd iguIlgen auf. Auch manche Bauten der Hebräischen Universität, die schon vorigesmal beschädigt wurden, zeigen Risse. Eine genaue Feststellung dieser Schäden ist noch nicht erfolgt. . ' " '; . . . . Wir geben hier noch den*Bericht des „Haaretz" vom 23. Wiederaus dem ebenfalls hervorgeht, daß die Folgen des Erdbebens viel geringer waren als im vorigen Jahr. Laut .iHaäretz" machte sich in Tel-Awiw 5 Minuten vor 8 Uhr das Beben bemerkbar; in einzelnen Häusern fielen etliche Gegenstände auf den Boden. Dagegen haben die auf der Straße weilenden Leute nichts bemerkt. Die Abendkurse wurden für einige Minuten unterbrochen, jedoch bald wieder fortgesetzt, ebenso das Konzert zum Andenken von Engel. Die t e 1 e p h o n n s c h e Verbindung mit manchen, Städten wurde gestört. Schaden an Menschen und Eigentum ist nixht eingetreten. In Jerusalem haben viele Leute aus Angst vor der Wiederkehr von Erdstößen die ganze Nacht.nicht mehr geschlafen, In vielen Häusern fiel die Tünche von den Decken. In der Siedlung Nacplath Zion fiel eine Wand auf die Straße. Anscheinend erfolgte das Erdbeben in derselben Richtung wie das vorige. In Hebron wurde ein starkes Beben verspürt. Unglücksfälle sind nicht zu verzeichnen, dagegen erlitten viele Häuser Risse. Schwach war das Beben in Haifa, stärker jedoch in Äfuleh, wo sich der Araber eine große Panik bemächvom Guten sind die in Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassig-altrenommierten Schmidl-Mazzoth welche unter streng orthod. Aufsicht des Rabbinates der isr. Kultusgemeinde Wien hergestellt werden. Die Mazitoth werden aus dem feinsten ungarischen Mehl erzeugtl Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Mazzoth" das beste Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt. Zentrale: N. Brodetzki, II., Leopoldsg. 43Tel. 46-1-90 aeneralvertretung und Niederlage t Jakob WelO« II.« Uitt. Augartenstrafte 25 Filialen s Heinrich Bendleiter, Im Judengaste 1.1, Kfllwan Rappaporf, III., Radetskyatr. 7, Sabine Binder, iX*» Mahngesae 39, Jo»«ff Rosenci, iX , Qeorg-Slgl-Qasse 3, Blutneni.QCk, XX., Treuitrafle 1«, und Louise «lein, XV«., OttakrlngeratraBe 99 tigte. Iii Ludd erlitten manche Häuser Risse, aus anderen arabischen Städten und Dorfern liegen noch keine Nachrichten vor, aber man glaubt, daß nlrgendsMenscbeno p f e r zu verzeichnen sind. Laut Mitteilung der Regierung gab es im ganzen Lande keine Uniglücksfälle und keine Einstürze. Nur in Jericho wurden einige Häuser zerstört. Die Allenby-Brücke hat auch diesmal Schaden gelitten. Der „Dawar" vom 23. berichtet: In Jerusalem bogen sich infolge des Erdbebens dicke Balken wie dünne Bretter. Die Möbel wankten und viele Gegenstände wurden zerbrochen. Die Straßen füllten sich sofort mit Menschen. Es gab einige Ohnmachtsanfälle. Ernste Schäden wurden nicht angerichtet. In der Altstadt weist u. a. die Talmud Thora der Sephardim leichte Risse auf. Im Keren- Hajessod-Hauptbureau spaltete sich die Decke in zwei Zimmern. Ernsteren Schaden erlitt nur das Regierungsge.bäude auf dem Oelberg, das seit dem vorigen Erdbeben unbewohnt ist. Im judaistischen Institut fiel die Deckentünche auf die Hörer des Kurses von Yellin. Auch in Mea Schearim, Muzrara usw. weisen Häuser Risse auf. Nach amtlichen Meldungen war das Erdbeben besonders stark in, Transjordanien. Menschenverluste werden bisher nicht gemeldet. Laut dem Bericht der Polizei wurden; die ,Gr_undpfeIler der Allenby-Brücke erschüttert und nach anderen offiziellen Meldungen auch der Weg über die Brücke beschädigt. Der Verkehr wurde jedoch nicht unterbrochen. Die Rückkehr Lord Plumers. Der High Commissioner von Palästina, Lord Plumer, ist nach vierwöchigem Urlaub, den er in Syrien verbracht hat, am 18. Februar wieder nach Jerusalem zurüokgekehrt und in seine neue Wohnung, die ihm von Ussischkin zur Verfügung gestellt worden ist, eingezogen. Die Liquidierung der Arbeitslosigkeit. Laut Meldung des Kapai Bulletins hat die Zionir stische Exekutive in London die erbetenen 15.000 Pfund' über das normale Arbeitsbudget bewilligt, um die Durchführung des Planes der Arbeitszentrale der Histadmth zur vollständigen Liquidierung der Arbeitslosigkeit in Palästina zu ermöglichen. Die Zionistische Palästtaae Exekutive wird somit in den landwirtschaftlichen Siedlungen eine Reihe von Arbeiten für einen Gesamtbetrag von Lire 35.000 durchführen,'für die neben den jetzt bewilligten Lire 15.000 vom normalen Arbeitsbudget Lire 10.000 und die Spende von Nathan Straus in der Höhe von Lire 10.000 zur Verfügung stehen. Die Mineralschätze des Toten Meeres. Im englischen Unterhaus erklärte der Kolonienminister Arnery; er habe von der Exekutive des palästinensisch-arabischen Kongresses ein Memorandum erhalten, in dem angeregt wird, die Ausbeute der Tote Meer-Salze in eigener Regie der palästinensischen und transjordanischen Regierung statt durch ehr privates Unternehmen geschehen zu lassen. Der arabischen Exekutive"; sei geantwortet"worden, daß, in Anbetracht des komplizierten technischer[Charakters; des Unternehmens, eine Ausbeute der Tote Meer-Salze durch die-Regierung selbst n i c h t in Betracht gezogen werden könne. Der Minister bemerkic,: <(le; Konzession sei noch nicht an Nb vomeysky vecyeben, sondern es seien inJtMajor T«llochend NovVtney s ky Verhandlungen eingeleitet^ ,(um die Bedingungen; ejn es Pachtvertrages betreffend die Ausbeute der Salze des Toten Meeres-festzusetzen.; ■ ' ' - mm LLOYD SABAUDO GENUA Gxpreßverkehr nach SVorrf-«, Südamerika B3PX.ÄS.11., KOLOU/RAVRINQ 4.TKU. 72-3.87