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Die neue Welt · 1928-03-02 · Heft 24 (2.3.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 24 (2.3.1928)
Date
1928-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Mr. 24 £!fiiiiiitiHtfiMimiiiiiiiiimiiuiiiiiiiitiiiiiim Vereinigte Jüdische Weinbauerngenossenschaft R i ch o n-1 e-Z i o n & S i ch r o n-J a c o b (Propr. Baron Edmonde de Rothschild) Palästina empfiehlt ihre niiiti I TENWEINE! I in Fässern und Flaschen rituellen Anforderungen entsprechend! Repräsentanz und Alleinverkauf GUSTAV WILDER WIEN, IV. Bezirk, Blechturmgasse Nr. 12. - Telepnon Nr. 53-5-92 ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlIIIIIIIIIIIIlIIIIItlllllllllllllllllllltlllllllllllllllllJIIIIIIllIBIIIIIIIIIIIIIIlflllliiiiiiiiiiiiitiiiiiiiin llllllllllllllllT KARTONNAGENFABRIK II GELB AND & €9, WIEN, IX. QRUNDL&TR. 5 ll l Telephon 190-69 'H ► beliefert alle führenden jüdischen Firmen mit <H ALLEN ARTEN KARTONS Seite wurde insbesondere durch den Senator Doktor Ringel in Warschau verlangt, daß auch Pogrome gegen Juden als Katastrophen angesehen werden, zu deren Milderung Mittel aus dem internationalen Fonds aufgewendet werden sollen. Kommunistische Wühlereien im Irak. Nach einer Pariser Meldung haben die französischen Behörden in Fes (Marokko) bei einer Hausdurchsuchung kommunistische Korrespondenzen aufgefunden, die mit dem jüngsten Einbruch der Wahabiten in den Irak (englisches, Mandatsgebiet) In Venbindung stehen. Es soll .'sich um das Projekt eines arabischen Aufstand es handeln, das in Damaskus durchberaten wurde. — Bei den Kämpfen zwischen, den englischen Flugzeugen und den Wahabiten wurden Bomben abgeworfen, durch die 50 Menschen getötet wurden. Die Wahabiten wurden auf das Gebiet von Nedschd zurückgeworfen. Di© jüdischen Flüchtlinge in Konstantinopel. Die türkische Regierung hat die Ausweisung der 750 in Konstantinopel weilenden jüdischen Flüchtlinge aus Rußland verschoben. Die Flüchtlinge dürfen noch ein Jahr lang in der Türkei bleiben, müssen aber allmählich abtransportiert werden. Ein in Konstantinopel gebildetes jüdisches Komitee will 36.000 Pfund zur Ansiedlimg dieser Flüchtlinge in einem anderen Lande aufbringen. ..Es werde!" soraeh's, dann schuf die Welt der Herr. Mit Land und Wasser, Menschen. Fliegen. Affen. Nur guten EssiK IleU er und Likör Doch Heber von der Firma Huber schaffen. Brief aus Palästina. Verkehrsprobleme. .Von Dr. Fritz Löwenstein, Jerusalem. ...... Im Zusammenhang mit, der . Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind in Palästina eine groß2 Reihe von Problemen/ die mit dem Ausbau der Verkehrswege im Zusammenhang stehen, akut geworden. Auch manche der großen industriellen Projekte, so vor allem der Hafenbau Und die Tote-M e er-Ko nz'e ss ion, erfordern "ztt ihrer Durchführung Erweiterungen des Eisenbahn- und Wegenetzes. Palästina hat, wie ''bekannt; ein Eisenbähn- und Straßennetz, das sich in recht gutem Zustand befindet, das aber in keiner Weise für die Bedürfnisse des Landes ausreicht. Das System der palästinensischen Eisenbahnen ist einfach: die Hauptlinie geht ziemlich direkt von Süd nach Nord, von 'Kahtara'bis'Haifa, von wo 'eine Fortsetzung in derselben Richtung nach Akko. läuft. Diese Bahn kreuzt sich in Lud (Lyddä) mit der ältesten palästinensischen Eisenbahnlinie Jaffa-Tcl-Awiw-jerusalem. über sein Volk Israel wacht, und in'welchem Rebb Moische Schenk als tragischer Held behandelt wird, der dem Zaren 2ii viel Vertrauen entgegengebracht und nach Petersburg gefahren sei, ohne vorher den Judenvertrag in der Tasche zu haben. Und der Allmächtige wußte, daß der Zar sein mündliches Versprechen nicht einhalten werde, als er ihm telegraphierte: .vKinimt, Rebb Moische. kimmt nor geschwind, Brengf ihr a Ben-Socher (Knaben) a taier Kind!" Deshalb lenkte er den Geist und die Hand seines Dieners Rebb Maische so, daß er seine ganze große Wissenschaft plötzlich' vergaß und das Experiment an der Zarin fehlschlug. Zum Schlüsse höhnt dann der Purimspieldichter: „Und anstatt a Sittiche is traurig geworen Beim Zaren und sein Weib: Es hot doch schoin wieder a Maidl geboren Der Kaiseriris Mutterleib. Und es Weint jetzt die ft-'ame Und es schreit jetzt der Tat: Gemeint, es werd a Jingl, Derweil is es a Mad!" Die schon damals modern gewordenen naturalistischen Tänze boten dem jüdischen Purim-sänger reichlichen Anlaß, seinem während des ganzen Jahres zurückgehaltenen' pikanten weltlichen Witz die Zügel schießen zu lassen. Ich erinnere mich an das Purimcouplet über den Can-Can, der vor etwa 40 Jahren in Mode war. In dem Couplet schildert der singende Moralprediger mit einem bei ihm gar nicht vorausgesetzten Naturalismus die Gefahren, die für den jüdischen, Jüngling und die jüdische Maid darin liegen, wenn sie dem Can-Can frönen, wenn sie in unzüchtigem Triebe die Leiber fest aneinanderschmiegen, ihre Sinne sich erhitzen und dann — Schmach auf die Familie und Schande auf das Volk Israel bringen. Darum warnt der Dichter unter Mißbrauch eines Wortspieles in einem Zitat aus den Sprüchen der Väter am Schlüsse jeder Strophe: „AI tiscakel (vergaffe dich nicht!) becancan!" I Von Haifa aus geht die Zweiglinie zurHedschasbahn» sie geht durch das Emek Und führt über Semach nach Dera. Endlich gibt es noch eine weniger bedeutsame Linie, die von Afule in südlicher Richtung nach Nablus und von dort in westlicher Richtung nach Tulkerem führt, das an der Bahnlinie Haifa—Lud gelegen ist. Dies ist das gesamte Eisenbahnsystem. Man sieht, daß ganze Teile des Landes ohne Eisenbahn sincj: Das Jordantal, ganz Galiläa, aber auch der größte Teil des Gebirgslandes südlich von Nablus. Die Strecke Nablus-Jerusalem wäre für das Land von größter Bedeutung, vor allem weil sie eine direkte Verbindung von Jerusalem ins Emek und Oalil ermöglichen würde, aber der Bau der Strecke ist aus Terraingründen nicht leicht und so dürfte diese Eisenbahn bis auf weiteres nicht gebaut werden. Was Galiläa anlangt, so hat die Regierung in den letzten Jahren manches zur Erschließung dieses Landesteiles durch Wegebautengemacht, Eisenbahn aber fehlt noch' und die völlige Abgeschnittcnheit Safeds und Obergaliläas vom übrigen Leben des Landes steht damit in engstem Zusammenhang. Und was das JordantaJ anlangt, so ist ja bisher die ganze Strecke vom Ausfluß des Jordans aus dem Tiberiassee bis ans Südufer des Toten Meeres völlig menschenleer, nachdem es in der Vergangenheit einmal eine einzige blühende Oase war. Hier wird die Tote-Meer-Konzession Wandel schaffen müssen. Es existieren mehrere Projekte in dieser Richtung: das eine will eine Zahnradbahn Verbindung vom Ufer des Toten Meeres nach J e r u s a I e m schaffen, von wo dann die Ausbeute nach Jaffa zum Hafen per Eisenbahn gebracht werden könnte; das andere, will eine' Eisenbahn durch das Jordantal bauen, die in Betn-''Schah an die von Haifa herkommende Linie heranführen würde. Das letztere Projekt soll ganz wesentlich teurer sein als das erste. Sicher ist jedenfalls ,daß, so bald die Arbeiten am Toten Meer aus dem Versuchsstadium heraus sind, der Bcu einer der beiden Linien erforderlich werden wird, um die Ausfuhr zu ermöglichen. Im Vordergrund des Interesses steht im Augenblick eine Frage, die bereits früher öfter diskutiert wurde, nämlich die Verlegung des Schnittpunktes der beiden palästinensischen Haupteisenbahnlinien von Lud nach T e 1 - A w i w. Lud ist ein völlig unbedeutendes, kleines Städtchen, das wohl selbst nicht weiß, wie es zu der Ehre gekommen i3t, Eisenbahnknotenpunktzu werden. Aber überhaupt ist der Lauf der Eisenbahn sowohl nördlich wie südlich von Lud sehr verbesserungsbedürftig. Bei der Anlage der Bahnlinien m Palästina sind ja wie bekannt strategische Gesichtspunkte weit wesentlicher gewesen als wirtschaftliche und so haben wir die seltsame Tatsache, daß Rischön le Zion und Petach Tikwah nicht an der Hauptstrecke liegen, das heißt, Rischon liegt überhaupt nicht an der Bahn und Petach Tikwah liegt auf einer Zweigstrecke, die nach Ras el Ain führt, nördlich von Lud. Um Orangenkisten von Petach Tikwah zum Hafen nach Jaffa zu schicken, muß man sie zunächst mit der Bahn nach Ras el Ain schicken» sie dort umladen und nach Lud schicken und sie dort zum drittenmal .verfrachten und sie endlich nach Jaffa senden. Man fährt in einem riesigen Boden mit ungeheurem Zeitverlust und überflüssigen Kosten. Und Petach Tikwah ist schließlich die größte überhaupt bestehende Landwirtschaft treibende Siedlung Palästinas. Die Regierung hat sich in früheren Jahren der Berechtigung der Hauptforderung, Tel-Awiw a n Stelle von Lud zu setzen nicht verschlossen, vielmehr ausdrücklich diese Verlegung zugesagt. Jetzt hingegen scheint sie geneigt, diese Angelegenheit auf unbestimmte Zeit zu vertagen. In Tel-Avviw und Jaffa wird von jüdischer und arabischer Seite eine energische Agitation geführt, um dtese Verbesserungen durchzusetzen, wobei man vorschlägt, die Bahn statt auf der bisherigen Linie folgendermaßen zu führen: Rechoboth, Rischon, Jaffa, Tel-Awiw, Saroina, Petach Tikwah, um dann bei Kilkilieh die alte Linie zu erreichen. Hoffentlich wird die Regierung im Sjnne ilu*er alten Versprechungen an die Verlegung der Linie in absehbarer Zeit herangehen. Von größter Bedeutung für Palästina würde es aber auch sein, wenn die beiden Linien verwirklicht werden würden, die die Verbindung Palästinas mit Syrien einerj seits, mit Bagdad andererseits vereinfachen sollen, Die eine Linie betrifft die Verbindung Haifas (richtiger Akkps) mit Beyruth über die Grenzstation Ras el Nakura, eine? Strecke, die heute viel von Automobilen gefahren wird, während man mit der Eisenbahn den unendlichen Umweg über Damaskus machen müßte. Die palästinensischen und syrischen Behörden sind grundsätzlich entschlossen, diese Küstenbahn zu bauen und es scheint, daß sie bald Wirklichkeit werden wird. Dagegen scheinen die Verhandlungen über die Bahn Haifa—Bagdad noch nicht ganz so. weit zu sein. Auch von dieser Bahn steht bereits ein Anfang,- nämlich die Strecke Haifa—Deraa. Die Bahn soll jedoch so geführt werden, daß sie überhaupt nur englis ches Mandat sgebiet berührt, also von Palästina über Transjordanien quer durch die Wüste direkt naqh dem Irak (Mesopotamien) führt. Ueber die strategische und wirtschaftliche Bedeutung dieser Bahn ist kein Wort, zu verlieren; sie ist die notwendige Ergänzung des Hafenbaues in Haifa, ganz besonders, wenn die Petroleumröhren vom Mossulgebiet her nach Haifa gelegt werden sollten- Neben diesen großen Eisenbahnprojekten kommt natürlich dem Ausbau des Straßennetzes in Palästina geringere Wichtigkeit zu, obwohl auch diese Frage in ihrer Bedeutung für die Landesentwicklung nicht unter* schätzt werden soll. Die Palästinaregierung hat in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit eine Reihe von Straßen teilweise gebaut, teilweise zu anständigen Straßen gemacht. Dazu gehören die von Jerusalem ausstrahlenden Straßenzüge: nach Norden über Nablus und Afule nach Nazareth» nach Osten nach Jericho, nach Süden über Bethlehem, Hebron nach Berseba, nach Westen nach Tel-Awiw und Jaffa. Ferner sind die Chausseen H a i f a $ a; k a r e^br- T i b e r i a s und T i b e r i a s-S a f e d -hier zu nennen. Dann ließ die Regierung eine mehrjährige Pause. eintreten, um dann in den letzten Jahren wiederum Einiges zum Ausbau des Straßennetzes zu tun. Der Bedrohung, der Nordgrenze durch die Drusen verdanken wir die Chaussee Safed—Metullah und Safed—Akko. Im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit und jahrelang erhobenen jüdischen Forderungen wurden gebaut: Rechoboth—-Rischon, Rischon—Tel-Awiw und Tel-Awiw—Petach Tikwah. Zurzeit baut man die Verlängerung der letztgenannten Linie bis Kilkiliah und eine für Galiläa sehr wichtige Straße,, die von Jabniel nach Kinereth führen wird. Aber es bleiben zwei sehr große Wünsche unerfüllt. Das eine ist die Straße durch das Emek. Während der Regenzeit sind Orte wie: En Charod, Beth Alpha, Merchawiah und andere mit Automobilen unzugänglich, wer aber von der Eisenbahnstation kommt, muß mehrere Stunden auf Wege rechnen, die man bei trockenem Wetter in einer Viertelstunde zurücklegt. Die Regierung scheint zu befürchten, daß der Bau dieser Chaussee der Eisenbahn Konkurrenz macht, aber das ist nicht richtig, sondern» wenn die Wegverhältnisse die Autoreise nicht gestatten, fahren die meisten gar nicht, und nicht etwa mit der Eisenbahn. Aehnliche Gründe dürften die Regierung bisher davon abgehalten haben, endlich Jaffa und Haifa durch eine Chaussee zu verbinden. Immerhin stellt hier die Strecke Jaffa—Tel-Awiw—Petach Tikwah—Kilkilieh den ersten Anfang einer solchen Verbindung dar. Der englische Unterstaatssekretär Gregory. Die englische Regierung hat den Unterstaatsseikrefär Gregory diszipliniert. Er hat seine Stellung im Auswärtigen Amt zu allerlei schmutzigen Spekulationsgeschäften mißbraucht. Nach den letzten Nachrichten Ist er aus London verschwunden. Gregory ist ein intimer Freund des verstorbenen Honston Steward Chamberlain gewesen und stand auch, wie seinerzeit in dem Münchener Fuchs-Machaus-Prozeß zutage kam, mit Hitler und L u d e n d o r if f in politischer Verbindung. Die Hakenkreuzkultur. im bayrischen Landtag hielt der Nationailsozlatst Dr. Buttmann eine Rede über „deutsche Bildiuhgsprobleme" und formulierte folgende „praktische Vorschläge": 1. Kein Jude als Lehrer an den Hochschulen, Mittelschulen, und Volksschulen. 2. Numerus dausus für die Juden entsprechend ihrer Bevölkerungszahl im deutschen Volke. Trotz Billigke-t Qualitäts wareiErSs^■: i m Kü m ftta'.llÄlrtt I

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