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Die neue Welt · 1928-02-24 · Heft 23 (24.2.1928) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 23 (24.2.1928)
Date
1928-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite . DIE NEUE WELT Nr. 23 AUS PALÄSTINA. Die Besserung der Handelsbilanz. Der Februarnummer des „Conmiercial Bulletin" ist zu entnehmen, daß die Besserung der palästinensischen HandelsbilanE auch im November 1927 angehalten hat, wenn auch In diesem Monat nicht nur der Export, sondern auch der Import nach längerer Zeit wieder eine Steigerung gegenüber dem gleichen Monat des' Vorjahres aufweist Diese Stelgerung des Importes beträgt aber nur 6 Prozent, wShrend der Export um 30 Prozent gestiegen ist Der Import betrug, im November :Pfd. 595.159 gegen Pfd. 561.162 im November 1926, während der Export Pfd. 169.1Ö4 gegen Pfd. 130.558 im November betrug. Der Hafenbau In Haifa« Der „Karmel" will aus sicherer Quelle erfahren haben» daß die Londoner Zentralregierung entgegen der Meinung der Palästinaregierung den Vorschlag vom Ing. Palmer, den Bau des Hafens in Haifa an Unternehmer zu vergeben, zugestimmt hat. Die Vermessungsarbeiten;, werden mit großer Beschleunigung durchgeführt. Nach deren Beendigung soll ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben werden; die Offerte sollen binnen drei Monaten eingereicht werden. Darnach ist mit dem Beginn des Baues nicht vor Oktober zu rechnem Die Länge des Hafens wfcd zwei Kilometer und die /Breite ein Kilometer; betragen. Rutenberg in Transjordanlen. Das transjordanische Amtsblatt veröffentlicht die der Riijrenbergschen Elektrizitätsgesellschaft gewährte Konzession, nachdem sie von Emir Abdulla und seinem ^Ministerrat bestätigt worden ist. Laut arabischen Presse-, meidungen wird in Punkt 18 der Konzession unter anderem ] bestimmt, daß der Oberkommissär die Errichtung von Öektrizitätsstationen in den Städten Amman, Es Salt und kir Moab nicht gestatten werde. Danach fallen diese drei Städte^nicht Unter die Rutenberg erteilte Konzession;, in Transjordanien. Das Krankenhaus in Tel-Awiw. Laut dem „Haaretz" sollen der stellvertretende High Coramlssioner Colone! Symes und «der Leiter des Gesundheitsdepartements der Palästina-Regierung Colone! Heron versichert Itaiben, daß sie alle Hindernisse für die Zuendeffthrüitig des Baues des städtischen Krankenhauses in Td^wrw aus dem Wege zu räumen sich bemühen werden. Bs sei zu hoffen, daß-die Artbeiten ohne jede weitere Ver- «ögentng beginnen werden. Die Zwangssabbatruhe. Der Magistrat von TelnAwiw. hatte vor kurzem einem gewissen Altschuler eine Geldstrafe von 2 Pfund Sterling zudiktiert, weil er der Verordnung des Stadtrates von Tel-Awlw, daß die Geschäftsläden an den Sabbat- und jüdischen Festtagen geschlossen zu halten sind, zuwiderhandelte. Die erwähnte Verordnung1 des Stadtrates fand Übrigens die formale1 Billigung des Oberkommissärs. Altschuler' führte Beschwerde bei dem Distriktsge riefet 2ü Jaffa. Sein Rechtsbeistand wies - darauf biHi daß die Verordnung des Tel-Awiwer Stadtrates in Widerspruch zu ArtEkel 15 des Palästinamandats steht,- wonach atleri Einwobnern Palästinas; vollste Gewissensfreiheit zugesichert wird. Das Jaffaer Distrilktsgericht annulliert« das GeldsträfenurteSl des Magistrates von Tel- Awtw. ' Die Jännereingänge des Keren Haiessod. Wie der Ziko aus Jerusalem unter dem 14. d. telegraphiert wird,.' sind im Monat Jänner beim Keren Hajessod-Hauptbureau 42.006 Pfund eingegangen. Davon stammten Pfd. Sterl. 21.832 aus den Vereinigten Staaten, Pfd. Sterl. 6162 aus Rumänien (davon 5051 aus Alt- Tamänien), 4000 aus Südafrika, 2751 aus Deutschland und 1194 aus der Tschechoslowakei. Der Mi&rfolg der englischen Judenmission, \Vie uns aus London berichtet wird, erschien dieser Tage der Jahresbericht1 der Gesellschaft der englischen ^ItltftffllM^ .......""""».....■....... Judemrrtssion, welche Ihr Haupttätigkeitsgebiet in Palästina und Syrien bat. Der Bericht führt bittere Klane über die überaus schwere und kostspielige Arbeit, die in Palästina zu leisten sei, ohne einen im Verhältnis zu dieser Arbeit und den Kosten stehenden Erfolg zu zeitigen. Die Gesellschaft schloß das Berichtsjahr mit einem Defizit von 70.000 Pfund Sterling, das nur durch Heranziehung eines Legats von 40.000 englischen Pfund und des Betrages von 33.000 Pfund Sterling, welchen die Gesellschaft als Schadenersatz für erlittene Schäden von der palästinensischen Schätzungskommission ausbezahlt erhielt, gedeckt werden konnte. Die Kommunisten. Der 9oeben von seiner Weltreise nach London zu« rückgekehrte englische Kolonialminister Amery erklärte auf eine Anfrage im Unter hause, daß der Einfluß der nur schwachen kommunistischen Partei in Palästin«, die jüdische und arabische Mitglieder umfaßt, und eine antibritische Propaganda führt, nur sehr gering ist. Bei den letzten Wahlen zur Konferenz der palästinensischen Arbeiter habe sie nur 6 Prozent der Stimmen erhalten« — Was die Tote-Meer-Konzession betrifft, so seien jetzt die Ergebnisse der Verhandlungen der p stinensischen und transjordanischen Regierung zur Aeußerung vorgelegt worden. Emil Vandervelde besucht Palästina. Der Führer der belgischen Sozialisten Emil Vandervetde, der vor kurzem von seinem Pasten als belgischer Außenminister zurückgetreten ist, hat die Einladung der hebräischen Universität zu Jerusalem, dort einige Vorlesungen über Sozitalökonomie zu halten, (angenommen. Während des kommenden Monats begibt er sich auf die Reise nach Palästina. Die Demonstrationen gegen Sir Alfred Mond in Bagdad. Wie die Reuter-Agentur aus Bagdad meldet, hat die. Irak-Regierung eine unnachsichtige Bestrafung derjenigen, die sich an den Demonstrationen gegen Sir Mred- Mond 'beteSigt, nabelt» ■ an^ünidigfc_ Es wurde festgestellt, daß sich unter den Demonstranten zahlreiche j u g e m d 1 i c h e S t u d e n t e n, die von der antMonisti< sehen Propaganda aufgehetztwurden, befanden. Nach dem Gesetze verfallen Studenten unter' 19 Janreni die versuchen, die öffentliche Ordnung zu: stören, d e r Prügelstrafe. Die. Strafe wird nun vollzogen. Sir Alfred Mond,.der Reicht erkrankt war, verließ am 16. d. M. Bagdad. In .einem: Gespräch mit dem „Times" Vertreter sagte Sir AfKred Mond, sein Besuch habe keinerlei politischen Charakter getragen. Br. wollte bloß die Gelegenheit seines, Besuches in .Palästina .ausnützen,, um einen Abstecher nach dem Irak zu machen, für dessen wirtschaftliche Entwicklung er sich >imteressiiert. Der König des Irak, Feisal, hat sein Bedauern über den unifreundlichen Empfang ausgedrückt. Bezüglich der Oeköbrenleitung von Mosul nach Haifa sagte Mond: Es gilt, festzustellen,, ob sich die ungeheueren Kosten der Röhrierrieitung später rentieren werden. )) « ■ SERIÖS / DISKRET / PROMPT HANSA k WaEN,fl.,FRANZ-JOS£F$~KAI13 ■ §H TELEPHON 76*400 |e§ H H8u»«r / Bureaus / Wohnungen ü - 5 Hypotheken / Verwaltungen f§§ Üt Unter wenigen Tagen bette Resultat». Bf gart« ==§ sa- Kradltabtellung nur tUr großo Traneaktionen 5E IlllllllllllllllllllllllilllllM Das Beste vom Outen sind die in Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassig-altrenomtnierfen. Schmidl-Mazzoth IIIÜIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH welche unter streng orthod, Aufsicht des Rabblnates (jer isr, Kultusgemeinde, Wieu hergestellt werden. Die Mazaoth werden aus dem feinsten ungarischen Mehl erzeugtl Seit vielen Jahren genießen die „Schmldl-Mattoth" da», beste,Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt. Zentrale: N. 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Br organisierte die zionistische Mittelschul Jugend in rastloser Arbeit, reiste, hielt Vorträge und redigierte die gute Zeitschrift „Moriah". Nach der Maturitätsprüfung trat er in die Redaktion des „Tagblatt" in Lemberg und übernahm 1908 als Zwanzigjähriger dieLeitung dieses Organs. Damit begann seine eifrige Tätigkeit in der zionistischen Organisation. Insbesonders widmete er sich den wirtschaftlichen Problemen seiner Volksgenossen in Galiizien. Er war unverdrossen am Werk, immer enfüffilt von den Notwendigkeiten der Aufklärung, immer hingegeben der Arbeit, immer selbstlos und selbstvergessen. Im Kriege kam er zuerst nach Wien und versuchte, von 'hier nach Amerika zu gelangen, um dort die Hilfsaktion für die Flüchtlinge einzuleiten. Er geriet jedoch in englische Gefangenschaft, aus der er erst nach Friedensschluß entlassen wurde. Er kam nach Lemberg zurück, trat wieder an die Spitze seiner Zeitung und wurde 1922 zum Abgeordneten gewählt. Im Sejm war er bald ein beachteter Kenner des Wirtschaftslebens des Staates. Wiederholt reiste er in Angelegenheiten der jüdischen Waisenfürsorge nach Amerika. Seine nimmermüde Tätigkeit untergrub seine Gesundheit und er mußte schließlich vor kurzer Zeit nach dem Süden, von dem er nidit mehr lebend aurüokkehren sollte. Et war ein ehrlicher Mann, der seinen stanken Willen, sein Wissen und Können der jüdischen Sache hingab. Er wird dem Judentum Polens und dem Zionismus fehlen. L. W- Vier Gemeinden, vier Riten, vier Sprachen. Diesen Rekord verzeichnete ein Reiseberdohterslatte-r des New Yorker „Vorwärts", als er vor kurzem in Havanna seine Studien machte. Da fand er zunächst die Synagoge der jüdischen Emigranten aus Osteuropa, die sich mit ihrem Bethaus und dem Betbamidrasch bei einem Spanier eingemietet haben. Dieses Bethaus befindet sich in' dem ältesten Teil der Stadt, in einer engen Gasse, genau so, wie die Klausen in der alten Heimat. Alles hier erinnert auch in der Tat am eine alte rassisch-jüdische Stadt, die Menschen, die synagogalen Gebräuche, die Gesänge, die Tracht und auch die Sprache. Jiddisch, von der Jugend bereits mit spanischen Brocken untermengt, ist die Verkehrssprache. In der Synagoge sind die Männer von den Frauen durch eine Wand abgesondert. Der Kantor ' ist ein Chasan aus Minsk, der, wie der größte Teil seiner Gemeinde auf der Wanderung in Havanna stecken geblieben äst und sich noch immer nicht seßhaft genug fühlt, uqi nicht über die beste Möglichkeit, nach Nordamerika zu gelangen, nachzudenken. Der Gründer dieser Gemeinde, die sich Adaß Jdßroel netmU ist ein gewisser Alter Kir sehst ein aus Zloczow in Galizlen. Dieser Alter Kirschstein ist ungewollt nicht nur der Pionier des aschkenasischen Ritus in Kuba, sondern auch der Begründer der Schuhindustrie in diesem südamerikanischen Staate geworden. Ex selbst betreibt heute schon eine recht ausgedehnte Schubfabrikation. Vorher war er ein kleiner unbedeutender Schuhmacher, den . die wirtschaftliche Not auf die Wanderschaft trieb. Im übrigen geht es diesen eingewanderten Juden im Großen Ganzen nicht schlecht. Sie erhalten ihre eigene Synagoge, gehen daran jetzt, sich ein eigenes Haus für Synagoge und Schule zu erbauen und beschlossen, sich auch aus der alten Heimat einen Rabbiner zu holen. Im Gegensatze zu diesem Bethaus steht der Tempel der amerikanischen.Juden auf einem der schönsten Plätze von Havanna und ist ausgestattet mit allem Komfort und sonstigen bei amerikanischen Tempeln üblichen Einrichtungen. Diese sogenannten amerikanischen Juden in Havanna sind eigentlich Juden, die in Nordamerika die Bürgerrechte genießen und im Sfaate Kuba, hauptsächlich in Havanna, ihre großen Geschäfte betreiben. Diese amerikanischen Jaulen stammen gleichfalls nahezu ausschließlich von jüdischen Emigranten aus den europäischen Auswanderungslaudorn und haben sich seit ihrer Einwanderung Insoferne amerikanisiert, als sie in Schule, Haus und Tempel sich der englischen Sprache bedienen und auch sonst amerikanische Sitte angenommen haben. Sehr lebendig schildert der Berichterstatter des „Vorwärts", wie er die Genealogie dieser amerikanischen Juden feststellte: glch betrachte <teu GeaichUausdruok dieser Mein

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