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Die neue Welt · 1928-02-10 · Heft 21 (10.2.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 21 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 21 DIE NEUE WELT Seite 7: LLOYD SABAUDO GENUA Gxpreßverkehrnach ViorAu. Südamerika ^^^^^^^M REPftVS.: I,, KOLOWRATRING 4-TBL.72-3-87 verschafft hast, weise mir aber auch den Schein» der dir den freien unbehelligten Ausgang erlaubt!" Bleich vor Erregung warf Kronprinz Wilhelm dem Gouverneur einen fragenden Blick zu. Die Situation war peinlich und der Pascha von Jerusalem konnte sich ausi ihr nur auf die echt alttürkische Weise befreien, indem er auf den Scheich zutrat und ihm zwei wuchtige, Ohrfeigen versetzte, die er mit den Worten begleitete: „Und überdies harren deiner auch unsere Richter." Hierauf stellte er sich stramm vor die fürstlichen Oäste und meldete die vollbrachte Genugtuung. Von dem Sohne dieses Scheichs, der sein Nachfolger war, war es allgemein bekannt, daß er aus dem Verbot des Besuches der Höhle Machpelah ein ziem* lieh lukratives Geschäft machte. Reiche ausländische Juden erhielten von ihm gegen eine entsprechend große Bestechungssumme die sogenannte besondere Erlaubnis zum Besuch der Höhle, doch traute er sich nicht, diese Besuchscheine am Tage verwerten zu lassen. Als Mohammedaner verkleidet und zur Nachtzeit brachte er persönlich seine Schützlinge in die Höhle an die Grabstätten, besonders wenn er wußte, daß einer seiner Mitwisser und Mitbestochenen die Nachtwache im Innern der Höhle hatte. In solchen Fällen konnte auch ein nichtmohammedanischer Besucher die Höhle mit heiler Haut verlassen. Zur Zeit dieses geschäftstüchtigen Scheichs hat sich denn auch eine ziemlich große Zahl von Juden, und Christen den Eintritt teuer erkauft. Aber selbst diese scheinbar sichere Art der Einschmuggelung bis an die Gräber der Erzväter verlief nicht immer glimpflich. Arg zugerichtet wurde, wie zeitgenössische Aufzeichnungen zu berichten wissen, ein Jude, der deutscher Untertan war und sich für schweres Geld vom Scheich von Hebron nicht nur den Passierschein, sondern auch die mohammedanische Vermummung erworben hatte. Gerade als er vor dem Grabe Abrahams in Gedanken versunken offenbar irgend ein hebräisches Gebet, oder eine« hebräischen Bibelsatz zitierte, schrie einer der mohammedanischen Geistlichen aus: „Das ist ein Jude! Un<< der arme Jude -wurde fast totgeschlagen an die Luft befördert und dort ohnmächtig liegen gelassen. Der deutsche Konsul, der sich des mißhandelten Staatsbürgers angenommen hatte, konnte ihn auch nur mit Aufgebot einer starken Polizeimacht vor fiteren Mißhandlungen schützen und in ein Spital nach Jerusalem bringen. Dort erlag der Märtyrer den Verletzungen. Er starb an der Sehnsucht nach dem Anblick der Gräber der jüdischen Erzväter und Erzmütter, die Abraham regelrecht für sich und seine Nachkommen erworben hatte und die heute von Juden nicht betreten werden dürfen. Eine Max-Nordau-Straße in Athen. Der Gemeinderat von A t h e n, der Hauptstadt Griechenlands, hat beschlossen, einer der Hauptstraßen 'der Stadt den Nanien „Max-Nordau-Straße" zu geben. Der auf der Durchreise in Athen weilenden Tochter Max Nordaus, der Bildhauerin Maxa Nordau, wurde von diesem Beschluß durch eine Pergamentsurkunde Kenntnis gegeben. Der Präsident des Gemeinderates hielt eine Ansprache an Maxa Nordau, in der er sagte: „In der schwersten Stund« unseres Landes, zu einer Zeit, da selbst die begeistertsten Philhellenen des Westens schwiegen, hat Max Nordau, der Verehrer des alten und des neuen Hellas, mit dem unerschütterlichen Glauiben an die Zukunft und die Lebenskraft des griechischen Volkes seine Stimme zugunsten Griechenlands erhoben, was in jenem bedeutungsvollen Moment von großem Wert gewesen ist." Für den Frühling: Kasha-Neuhetten in allen Modefarben für Kleider und Mäntel neu eingelangt im „Tuchhaus zum Hirschen", 2. Bez., Taborstraße 17 b. In allen Qualitäts- und Preislagen von S 5.60 aufwärts erhältlich. Jedes Herz erfreut eine moderne Damen-Handtasche von S 9.50 aufwärts, im Wiener Taschner- und Lederwaren-Kaufhaus Redisch, I., Franz-Josefs-Kai 25. KARTON NAG EN FABRIK II GELB AN & & (9, WIEN, IX. GRUNDLSTR. 5 M l Telephon 19-0-69 *M * » beliefert alle führenden jüdischen Firmen mit «H ALLEN ARTEN KARTONS AUS PALÄSTINA. Sir Alfred Mond. Sir Alfred Mond, der in Palästina weilt» begab sich nach mehrtägigem Aufenthalt naoh Bagdad, um <hnn wieder nach Palästina zurückzukehren und seine Untersuchungen fortzusetzen, Der Vertreter des Ullsteindienstes in Palästin* berichtet von einer Unterredung mit Mond, der ihm ci klärt hätte, daß zwischen der Britischen Imperial Chemical Company und den Toten Meer-Konzessionären keine Verbindung bestehe. Für die nächsten Jahre sei wegen der geographischen Entlegenheit des Toten Meeres keine Bedrohung der deutschen Kaliindustrie zu befürchten. Am 31. Jänner wohnte Sir Mond einer Sitzung der Stadtverwaltung i n Tel-Awiw bei und informierte sich bei dieser Gelegenheit über die finanzielle Lage der Stadt. In einer Ansprache sagte er, er setze Vertrauen in die Zukunft Tel-Awiws und Palästinas. Sogar die Vereinigten Staaten seien von schweren ökonomischen Krisen nicht verschont geblieben und hätten zur Behebung momentaner Schwierigkeiten Anleihen aufnehmen müssen. Er sei der Ansicht, die Palästina-Regierung müßte der jungen aufstrebenden Stadt Tel-Awiw mehr Unterstützung angedeihen lassen. Er empfahl den Stadtverordneten, Anstrengungen zu machen, um den Strand von Tel-Awiw nach dem Muster der Riviera auszugestalten, Tel-Awiw würde dann eines der besuchtesten Seebäder werden. Er glaube, voraussagen zu können, daß der Bericht der Sachverständigen der Jewisb Agency- Komrnission positiv sein und zum Erfolg haben werde, daß dem Palästina-WeTk mehr Unterstützung als bisher zugewendet werden wird. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllilllllllll!^ ttiilei Ufisli BUligsfe Preise haben den Ruf unseres Hauses begründet! Elegante Mantel, Kleider, Kostüme etc. nach Original Pariser Modellen in unseren Ateliers hergestellt MiisIIlPI N U El VII. Kaiserstr.115 ■ m VU? Mrm OBKBBSBBBl KtiNE finale i gBRHHBSM Führendes und größtes Spezialhaus Oesterreichs Mond investiert 10.000 Pfund In dem „Gan Chafm". Orangenhain. Aus Jerusalem wird her lohtet: Sir Alifred Mond hat für 10.000 Pfund Aktien der Orangen-haln-Company „Gan Chaim" erworben. Straus spendet 100.000 Dollar für das zionistische Palästina-Werk. Nathan Strauß hat an Frau Herrrietta S z o 1 d, Mitglied der Zionistischen Exekutive in Palästina, am 31. Jänner das folgende Telegramm gesandt: t\ Aus Anlaß meines 80. Geburtstages habe ich heute der Anglo-Palestine Bank eine Summe von 100.000 Dollar zu Ihrer freien Verfolgung überwiesen. Miß Szold hat dem Spender einen telegraphischen Dank gesendet, zugleich abermittelte sie ihm die Glückwünsche der palästinensischen Judenheit zu seinem 80. Geburtstage. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat beschlossen, die Straße, in der sioh das Gesundheitszentrum befindet, „Nathan Straus-Straße" zu benennen. Beduineneinbruch in Herzlia. Ein arabischer Beduinenstamm schlug im Vorbeiflüge sein Lager auf dem Boden der jüdischen Kolonie Herzlia auf und ließ seine Herden auf den Feldern der jüdischen Kolonisten weiden. Die Kolonisten forderten die Beduinen zum Welterzlehen auf. Die Beduinen weigerten sich, dieser Forderung nachzuikommen und sagten, in der Mitte ihres Stammes werde jetzt eine Hochzeit gefeiert, und der Stamm beherberge jetzt viele Gäste. Noch einmal versuchten die jüdischen Kolonisten, die Beduinen zum Weiterzuge zu überreden, das hatte aber nur den Erfolg, daß die Beduinen zum AngTiff auf die Kolonisten übergingen. In dem nun sich entspinnenden Kampfe wurden 15 jüdische Kolonisten verletzt. Vorläufige Verschiebung der Regierungsanleihe für Pflanztuigsarbeiten. Wie „Haaretz" und „Dawar" berichten, hat die Palästina-Regierung ihren Plan, Pfd. Sterl. 30.000 als Anleihe für Bodenfoesitzer, die durch Vornahme von Pflanzungsarbeiten 300 jüdischen Arbeitslosen Beschäftigung geben würden, zu gewähren, wieder fallen gelassen, da die der Regierung angebotenen Garantien von dieser nicht als ausreichend angesehen werden. Eine neue Tel-Awiwer Anleihe. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw beschloß, eine Anleihe in Höhe . von Pfd. Steril. 15.000 zur Ausführung öffentlicher Arbeiten zwecks Linderung der Arbeitslosigkeit aufzunehmen: In Tel-Awiw gibt es gegenwärtig rund 3400 Arbeitslose. 75 aus Rußland ausgewiesene Zionisten. Das britische Kodonialamt hat 75 aus Rußland ausgewiesenen Zionisten die Einreise und die Seßhaftmaohun« in Palästina gestattet. Die Zündholzfabrik „Nur*'. Der Wölt-Zündhotetrust, der seinen Site in Schweden bat, hat laut .'„Dawar" die Haifaer Zündhotefaibriik „Nur" käuflich erworben. Die bisherigen Besitzer der Fabrik werden den Betrieb noch awei Jahre lang leiten. Die Einwanderung im Dezember 1927. Im Dezember 1927 wanderten 253 Personen, unter ihnen 170 Juden, in Palästina ein. Im November betrug die Zähl der Einwanderer 415, davon 306 Juden, im Oktober zählte man 310 Einwanderer, darunter 189 Juden. Die Ausschreitungen in Sieben* bürgen. Die rumänischen Studenten bestätigen die Schuld der Regierung. Das Bukarester Blatt „Cuvantul" veröffentlicht eine' Denkschrift der „Christlichen Union der rumänischen Studenten", in der ausgeführt wird, daß die Studenten bei ihrer Großwardeiner „Demonstration" von der Regierung weitgehende Unterstützung erhalten hätten, weitergehender sogar, als sie hätten erwarten können. Erst als der Skandal zu großes Aufsehen erregte, habe, die Regierung alles a b g eleugnet.'- Daraufhin haben die Professoren der philosophischen Fakultät an der Bukarester Universität von der Regierung die Zurücknahme der gegen eine Anzahl von Studenten verhängten Disziplinarstrafen verlangt. Die Studenten verkünden, sie würden das Innenministerium und?. besonders den Staatssekretär T a t arescu zwingen, die ihnen gemachten Versprechungen auch zu erfüllen; andernfalls würden sie in den Streik treten. Außerdem wird die V er öff ein tlichumg von Mitteilungen angedroht, die die Hintergründe und Zusammenhänge der Ausschreitungen in Siebenbürgen beleuchten sollen. Kischinew nimmt keine Subvention an. Wie die Ozer-nowitzer „Ostjüdische Zeitung" berichtet, hat eine Versammlung sämtlicher jüdischer Anstalten von Kischinew beschlossen, aus dem von der Regierung für jüdische religiöse Zwecke gewidmeten Fonds von zehn Millionen Lei keinen Betrag anizunehmen. Die bezügiieihe Resolution erklärt u. a-, daß die Regierung Ihren Beschluß unmittelbar nach den Vorfällen in Großwardehi in Verfolgung eines bestimmten Zwedkes gefaßt, hat. Die Genfer jüdische Gemeinde Interveniert beim Völkerbund zugunsten der rumänischen Juden. Gemäß einem Beschluß des Präsidiums der G e n f e r jüdischen Gemeinde erschien der Rabbiner von Genf S. Balle-er Im Generalsekretariat des Völkerbundes, um zugunsten der rumänischen Juden zu intervenieren. ülilllllllllltllliillllllllillllllilllllllllllllllllliill illlHIIIIlllllllllllllllHllilM Dienstag, den 14. Februar um 8 Uhr abends II., Praterslraße Nr. II olle Vumli Tacfsordnunc:

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