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Die neue Welt · 1928-02-10 · Heft 21 (10.2.1928) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 21 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 DIE NEUE WELT Seite $ Versicherung §e$en überbesteuernd! Anlagen, Bilanzen, StundenbuenhEttlingen, Organisationen, Revisionen (Auffindung jedes Fehlers) Experte für die Ruf-Buchhaltung Speziallst für verworrene Buchhaltungen, Speziafbtichfflnrnng fflr Kleingewerbetreibende (Fernbachhaltung). Berechtigt zur Steuer- und Gebuhrenberatung Buchh aitiings* und RevlsionabUro TAUSIK" mC"TSr übernimmt volle Haftung und Verantwortung für richtige Besteuerung 19 Und der Gerechtigkeit geschadet, den Verbrechern ein Alibi verschafft hat die unselige Bittschrift prominenter Forscher, Künstler, Literaten, welche u. a. die Unterschriften von Einstein, Saiten, Schnitzler, Werfel, Zweig trägt*und die Ministerpräsident Bethlen in Händen hatte, als sein Scharfrichter Töreky ans Werk ging. Sie waren schlecht beraten» als sie in ihrem Memorandium den armen* ins Netz gelaufenen Hatvany selbst verurteilten, indem sie — haben sie auch vorher gründlich überprüft, was er über die Zustände in Ungarn damals schrieb? — ihn „verworrenen Denkens und Handelns" ziehen, sie haben in diesem wahrlich nicht verantwortungsvollen Dokument die Regierung des weißen TerrorsihrerSympathieundWertschätzung versichert. „Na also! Auch die bedeutenden jüdischen Geister des Auslandes finden sich mit unseren Massen)- morden ab...", mag Bethlen beim Empfang des Bitttelegramms festgestellt haben. Die Donauleichen, die in Kellern Massakrierten, die spurlos Verschwundenen und die Aufgeknüpften hören es nicht mehr, daß ihre Henker von jüdischen Leuchten des Geisteslebens mit Wertschätzung und Sympathie bedacht, daß ihre Freveltaten geradezu legitimiert werden. Dem bedauernswerten Hatvany hat es nichts genützt. Die verunglückte Eingabe hat ihren Zweck verfehlt, hingegen eine Erkenntnis gebracht, die besser verdunkelt geblieben wäre. Es gibt nämlich unter den Unterr zeichneten solche, die, wie sich jetzt erweist, für Breitne^ und für Horthy sind... \ BRAT- G'ÄNSE sä'co Jung- und Suppenhühner S 2.50 bis S 3.80 Prima Koch-Butter i täglich erhältlich beim , D.-Bsterr. Wirtschaftsverband (Geflügel-Abteilung) Wien, III., Großmarkthalle! Das österreichische Pro-Palästina-Komitee. Die Konstituierung des österreiohisohen Pro-Palästina-Komitees, das Vertreter aller politischen Parteien umfassen wird, soll am 15. Februar erfolgen. Zu der Veranstaltung trifft der Präsident der zionistischen Exekutive Herr Nahum Sokolow in Wien ein. Er wird am 20. Februar in einem öffentlichen Meeting im Konzerthaus- 1 saal sprechen. Herr Sokolow wird vom Bundespräsidenten Dr. HaJnisch und vom Bundeskanzler Dr, Seipel empfangen werden. „Hilfe\ Hilfe! Man läßt meine arme, verwitwete Waise umkommen!" Die Frauen, Babe Neche an der Spitze, dringen ge» waltsam in das Schlafzimmer ein. Vor allem bemächtigen sie sich Arn-Leibs und schmeißen ihn hinaus*. Bei so was kann man doch keinen Mann brauchen! Dann machen sie sich an Jocheweds Wäschekasten heran und zerren sätm> liehe Leintücher heraus. In der Küche Ist Inzwischen Feuer gemacht worden und man wärmt Wasser ... Die verwitwete arme Waise lag in Arn-Leibs Bett und verbrachte die Nacht mit Stöhnen und Jammern. Chaje-Raize rief alle seligen Vorfahren an, während Arn-Leib im Speisezimmer auf dem Diwan lag und die ganze Nacht kein Auige schloß. Kurz und gut — was soll ich Ihnen erzählen — Reb Arn-Leib erlebte einen Schaibbes, den Gott verhüten möge! Mit Mühe und Not wartete er den Samstagabend ab. Dann rief er Chaje-Raize in ein anderes Zimmer, nahm ihre Wechsel in. Empfang, Jochewed griff seufzend tief in die Geldtruhe und man zählte Chaje-Raize in Eintracht 350 Rubel bar auf den Tisch. Inzwischen taten die von Chaje-Raize angerufenen seligen Vorfahren das Ihre und die verwitwete Waise bekam glücklich einen Sohn. Das wäre nun soweit in Ord- ' nung gewesen. Aber man kann doch nicht vor Ablauf von acht Tatgen eine Wöchnerin transportieren! Und so lag die arme, verwitwete Waise eine Woche lang in Arn-Leibs Bett. Jechewod lieh bereitwilligst alles zum Gästeempfang zur Bescljneidung, dafür tat Chaje-Raize Reb ArrnLelib und seinem Weibe die Ehre an nal bat sie, Gevatter zu stehen! Von dieser. Zeit es verschwur slch's Am-Lei'b: Schließlich — sich wieder einmal gelegentlich insolvent erklären — warum nicht? Aber von dem Gelde jüdischer Witwen und Waisen — da wollte er sich hüten. Von ilicser Gesellschaft hatte er, einfür allemal genug! ' Uebertraijeii von Raja B a r b e r. Lord Balfour krank. Aus London ward uns berichtet: Lord Balfour Ist vor einigen Tagen an einer Lu ft röhren en tzün« dung erkrankt. Das kritische Stadium der Krankheit war baild überwunden, der greise Pattent geht seiner völligen Genesung entgegen. Er wird sich aber mehrere Wochen lang in seinem Heim zu Whittingham in Schottland aufiftaiten müssen. Die Wahlfreiheit in Polen. Einige Tatsachen, die ein Licht auf diic kommenden ParlamentswaMen in Polen zu werfen geeignet sind: Der „Hajnt", das älteste, seit 20 Jahren erscheinende 'bedeutendste Warschauer jiddische Tagfolatt, ist am 27. Jänner wegen eines Artikels des ehemaligen Albgeordneten Grünlbaum «her die Parüamentswalhilen konfisziert worden. Arn 28. Jänner sollte in Warschau die erste Wä'Merversammlung des jüdischen Nationalrates im Minderheiteriblock im Saale des Theaters „Nowosci" stattfinden. Als Referenten waren angeführt., die bisherigen Abgeordneten Grünfoauim und Hartgflas. Das tausendköpfige Puiblikum wurde von der Poüizei, die den Saal wmsteilt hatte, nicht eingelassen, desgleichen die Redner. Die von der Polizei als Grund dieses Vorganges gegebene Auskunft lautete, daß der Saalinhaber, der das Lokal vermietet und die Miete empfangen. hatte, nie h t . w am s c Ii t, daß die VersammOung im Saaüe stattfinde. Am 29. Jänner vormittags sollte im Saale des Kanov theaters „Forum" in Warschau eine Wäfolerversaimmlung stattfinden. Einfberuier war der Jüdische Nation'a'lrat. Referieren sollten die früheren Abgeordneten Grünlb aum und H a r t gl a s. Das massenlhaft erschienene Publikium fand die Eingänge polizeilich versiegelt. Die Polizei galb als Ursache dieser Maßnahme Rücksichten auf die Bau Sicherheit an. Am Nachmittag wurden die Siegel abgenommen und es fanden die normalen K i n ovorführ.nngen statt. In der großen „Mokotower" Schule in Warschau durfte über polizeiliches Verbot am Samstfcg, den 28. Jänner die jüdisoh-natlionale Wählerversammlung nicht abgehalten werden. Der Besitzer des Theaters „Skala" in Warschau hat den-nrit dem jüdischen Nation'aärat für eine Reihe von Veranstaltungen bereits geschlossenen Vertrag storniert, * In den Grenzdistrikten haben die aus der österreichischen Zeit noch bekannten sanitären Revisionen in den Häusern der Juden begonnen. Jede Beanstandung endet in einer Freiheitsstrafe, die „in einigen Wochen" (d. Ii. nach; den Wahlen) in eine Geldstrafe umgewandelt wcwfen soll. In Galizien arbeiten die Beamten mit dem Mittel der mündlichen Beeinflussung der Wähler. Den Kinobesitzern wird unter Berufung auf ihre Konzessionen nahegelegt, ihre Säle nicht für die Minoritätenkandidaten zur Verfügung zu stellen. Das neue Wahlrecht in den jüdischen Gemeinden Polens« Aus Warsohau schreit uns unser N. R.-ßerlchterstatter: Vor einigen Tagen Ist die Durchführungsverordnung des Kultus- und Unterrichtsministeriums zum Deikret des Präsidenten der Republik vom Oktober 1927 über die Ordnung des rechtlichen Zustandes der Organisation der jüdischen Gemeinden in Polen erschienen. (Wir haben seinerzeit über das sogenannte PHsudski-Dekret, welches die jüdischen Gemeinden demokratislert, berichtet.) Nach dieser Durchführungsverordnung stellt sich das Wahlrecht wie folgt dar: * Die Wahlen sind allgemein, gleich, geheim, direkt und proportioneil. Das aktive Wahlrecht hat jeder Jude nach Vollendung des 25. Lebensjahres, welcher innerhalb Sämtlich« KLAVIERE aucrTauf Merken W. KREITLER M Teilzahlung ~ IX.lfnivemtStistraflef! ~ einer Gemeinde seit einem Jahre wohnt. Das passive Wahlrecht wird nach Vollendung des 30. Lebensjahres erlangt. Die Steuerzahler sind von Amts wegen in die Wählerliste einzutragen, die sonstigen jüdischen Personen nach Abgabe einer Erklärung. Die Verordnung unterscheidet kleinere und größere' jüdische Gemeinden. In den kleineren Gemeinden wird für die Dauer von vier Jahren eine Verwaltung von 8 Mitgliedern und ebensoviel Vertretern gewählt. In den größeren Gemeinden, deren es nach der Verordnung z. B. im ehemaligen Galiizien nebst den Wojewodschaftsorten Krakau/ Lemberg, Staniskm und Tarnopornoch 16: gibt, werden: für vier Jahre Gemeinderäte, 11 bis 25 nach Größe der' Stadt, und 8- bis 12gliedrige Verwaltungskörperschaften,1 ebenfalls entsprechend der Einwohnerzahl des Ortes, gewählt. Die Wahlen müssen bis zum 15. September 1928 durchgeführt werden. Es ist noch eine besondere Vollzugsverordnung übet' das Wahl regulativ für die r el i g i ö s e n R ä t e der jüdischen Gemeinden sowie für die Wahl der Rabbiner und Unterrabbimer in den jüdischen Kultusgemeinden zu gewärtigen. Kein Bier, kein Wein, kein Schnaps mehr! so spricht der Arzt, der strenge. Nun ist der forsche Lebemann ganz scheußlich in der Eni«. Kr ileht zu Gott und siehe! schon wieder Rettung winkt: Zufrieden er und stille jetzt Huber's „Hcrma" trinkt. „Henna" ist Saft von HERba MAte, Alkoholfreies TafelgetrHttk. fin xros: Carl Huber, Wien, 16/1, Telephon: 29-4-64. Der Palästina-Aufbaufonds. Die Keren-Hajessod-Aktion 1928. Die österreichische Keren-Hajessod-JCommission hat für die in kurzer Zeit (beginnende Aktion die folgenden Leitungen bestimmt: ' 1. Bezirk: Zuschriften zu richten an Herrn Dr. Norbert Hofmann, Wien, I., Zdinlkagasse 13, Telephon 63-4-32. ' 2. Bezirk: Zusdirtf ten zu richten an^ Herrn Josef Singer, Wien, Iii-, Taborstraße 25. Pratier: Zuschriften zu . richten an: Herrn Ing. Markus M'iiMbauer, Wien, Iii., Vorgartenstraße ISO. 3. Beairk: Zuschriften zu richten an Herrn Dr. Dawid Taubes, Wien, MI., Bechardgasse 23, Tel. 72*1-66, 43-9-19. 4. -5. Bezirk: Zuschriften zu richten an: Frau Saiomea Rottenlberg, Wien, IV;, MüMgasse 22, Tel.: 58-1-90, 6-~&. Beizirk: Zuschriften zu richten an Generaldirektor Dr. Heinrich Fast, Wien, ViII., Schottenfeldgasse 60, Tel. B 34-5-70, 75-5-10. 9. Bezirk: Zuschriften eu richten an Herrn,Dr. Alfred Löwy, Wien, VIII., Alserstraße 32, Ted. 27-3t61, odef *wi Frau Saibine Paßweg, Wien, IX„ Sotolickgasse 5, Tel. 16-9-75. 10. -11. Bezirk: Zuschriften zu richten .an Herrn. Max Diamant, Wien, X., Quellens'traße 88. 12.-15. B e z i r k: Otto Ruzek, XII., Höllergasse 4L 16.-17. Bezirk: Zuschriften zu richtien. an. Herrn Dr. S- Bohin, Wien, XVI., Kalvarienlberggasse 34,. Telephon A 21-8-53. .18. Bezirk: Zuschriften, m riefoten.,an.,.Herrn Dr. Wolf Herzberg,. Wien, II., Talborstraße 8 B, Tel, 42-4-18. 19. Bezirk: Zuschriften zu richtien an* Rudolf Weinberg, Wien, XIX., Gatterburggasse 6. ' .20. Bezirik: Zuschriften zu richten an , Herrn Ohaskel Ederer, Wien, II., Odeongasse 11, Tel. 49-2-67. j Z w i s cihe n b r ü c k e n: Sau! Oppermanu, XX., UriiV versumstraße 48. .. 21. Bezirk: Zuschriften zu rioliten an^Herrn E F. Geflller, Wien, II„ Kianggasste 5-14. , . ,, Ein Siahlhelm-L?ed. Am 5. Februar fand in Berlin eine Kundgebung des Stahlhelms statt Nach Schluß derselben kam es zu schweren Zusammenstößen mit den Kommunisten; den Anstoß zu den Tumulten gab ein Lied mit dem folgenden Text, das die Stahlhelmer bei ihrem Marsch durch die Straßen sangen: „Efoert an den Galgen, — Die Jüden an die Wand,— Die „Rote Front" ins Zuchthaus, — So wünschen wir das Land ..." GÜTER HERD — § IST GOLDES WERT S ■ Die beitrenommlerte 1. Wiener orthodoxe M a z z o t h fabrlfe- ISRAEL VORTREFFLICH gibt bekannt, daß überall taglich frisch gebacken« Mazzoth und Mazzothgrleß mit Stempel «VORTREFFLICH* erbältlich sind Lemberg BwysUw Verlobte Februar 1928

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