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Die neue Welt · 1928-02-03 · Heft 20 (3.2.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 20 (3.2.1928)
Date
1928-02-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 20 DIE NEUE WELT Seite 7 Illlllll!l!ll!lllllllllltl!lll!i!ltl!l!llll1lllll!ltllllll!ltll!l1 haben den Ruf unseres Hauses begründet I Elegante Mäntel, Kleider, Kostüme etc. nach Original Pariser Modellen in unseren Ateliers hergestellt MMRVII.Kaiserstr.115 ■ sTO III HühlI Iii keine Filiale j MMM—B Führendes und größtes Spezialhaus Oesterreich* Nathan Straus' 80. Geburtstag. Am 31. Jänner vollendete der jüdische Philanthrop Nathan Straus in New York sein 80. Lebensjahr. Neben zahlreichen anderen großen Wohlfahrtswerken hat Nathan Straus in der ganzen Welt die Organisation für Milchentkeimung geschaffen und dadurch das Leben von Hunderttausenden Säuglingen, die sonst zugrundegegangen wären, retten helfen. In-den letzten Jahren wandte er seine besondere Sorgfalt Palästina zu, wo er ein Gesundheitszentrum für alle Einwohner ohne Unterschied der Rasse und Konfession schuf. Täglich laufen aus allen Teilen der Welt Begrüssungen für den Jubilar ein. Der britische Reichsrabbiner Dr. J. H. Hertz äußerte in seinem Glückwunsch, das ganza Leben von Nathan Straus sei ein „Kiddusch Haschern". 23 Juden im Munkacser Gemeinderat. Aus Munkacewo wird uns geschrieben: Bei den letzten Gemeinderats wählen haben die verschiedenen jüdischen Parteien — es waren ihrer nicht weniger als 13 — auf ihren Listen 17 jüdische Mandate erobert. Da auf der ungarischen und der kommunistischen Wahlliste zusammen noch sechs Juden gewählt wurden, ziehen insgesamt 23 jüdische Gemeinderatsmitglieder in den Vybor ein. Eine genaue Statistik des Wahlergebnisses zeigt, daß die Partei des Rabbiners S p i r a, die als die gegenwärtig in der jüdischen Gemeinde am Ruder befindliche Partei von den Behörden in auffallender Weise favorisiert wurde, eigentlich in nahezu ver schwindender Minorität sich befindet. Leider haben auch die Zionisten und Jüdischnatio« nalen wegen einer Meinungsverschiedenheit bezüglich der Personenfrage bei den Kandidaturen sich in zwei Lager gespalten. Beide Listen hatten einen sehr beachtenswertem Erfolg bei den Wahlen und es ist selbstverständlich, daß die Gewählten beider Listen der offiziellen zionistischen Fraktion im Gemeinderat angehören werden. Die deutsche Justiz. Im deutschen Reichste« teilte dieser Tage der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Landsberg den . folgenden Fall mit: In einer ostpreußischen Kleinstadt hatte der Christliche Landarbeiterverband zu. einer Festliohikeit Eintrittskarten verkauft und auch ein jüdischer Arbeiter hatte miit einer solchen Karte das Fest besucht. Ein Festteilnehmer, der den jüdischen Arbeiter verprügelt hatte, wurde vorn Gericht wegen Beleidigung freigesprochen, mit der Begründung: „Es ist ungehörig von einem Juden, ein christliches Fest zu besuchen. Was würde geschehen, wenn ein Christ ein jüdisches Fest besuchen würde? Das würde kein Christ tun, aiber der Jude tut es!" * Das Schwurgericht zu Nürnberg hat am 19. Jänner die Schriftsteller des Nürnberger nationalsozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer", den Landtagsabgeordneten Streicher und den Stadtrat Holz, von der Anklage der Beleidigung des Reichisbundes Jüdischer Frontsoldaten, dessen Mitglieder in einem Artikel als Etappenschweine, Marketender und Zuhälter bezeichnet worden waren, freigesprochen. Am 20. Jätiner standen vor dem Nürnberger Gericht abermals Redakteure, Verleger und Drucker des „S t ü rm e r", diesmal wegen Beleidigung der jüdischen Religionsgemeinschaft (Religionsvergehen). In mehreren „Stürmer"- Artikedn war behauptet worden, daß der Rltuaimord noch heute im Judentum üblich sei und sogar vom Talmud gestattet werde. Durch obszöne und aufreizende Bilder wurden diese Behauptungen unterstrichen. Ferner wurde das Verbrechen des Leiferder Eiseitbahnattentäters Schlesinger, der aüs Jude bezeichnet wurde, als ein im Sinne des Judentums gottgefälliges Werik dargestellt. Für diese „Stürmer"-Numtner figurierte Rericfostagsaibgeordneter Dietrich als verantwortlich. Trotz des wissenschaftlichen Gutachtens des als Sachverständiger vernommenen Würzburger Universitätsprofessors Geheimrat Dr. Hehn, der das Absurde der Rituailmordlegende danlegte und den Behauptungen über die angeblichen Irrlehren des Talmud entgegentrat, und trotzdem der Staatsanwalt den Angeklagten Holz für überführt Welt und zwei Monate Gefängnis gegen ihn beantragte, erfolgte wiederum Freisprechung aller Angeklagten. In der Begründung heißt es, daß die Urheberschaft nicht festgestellt sei und außerdem nicht nachgewisen werden könne, daß der Angeklagte Holz die jüdische Religionsgemeinschaft habe angreifen wollen, sondern, daß er die jüdische Volksgemeinschaft treffen wollte. Es liege deshalb kein ReMgionsvergehen vor. Gegen beide Urteille wurde Berufung eingelegt. Die Strafe wegen Gotteslästerung gegen Theodor Friesen bestätigt. Der Inhaber des Leipziger Hammer-Verlages Theodor F ritsch war vor kurzem wegen Gottesläste»- rung und Religionsbeschimpfung zu 200Mark und 300 Mark verurteilt worden. Einen der beiden inkriminierten Artikel hatte Dr. Dinter verfaßt, der aber als Abgeordneter des thüringischen Landtags nicht verfolgt werden kann. Unter anderem war Jahwe, der Gott der Juden> als Gott des Hasses und der Bosheit bezeichnet worden. Gegen dieses Urteil hatte Fritsch B&- rufung eingelegt. Vor dem Berufungsgericht erklärte er, der Paragraph 166 des Reichsgesetzbuches schütze nicht den Gott der Juden, sondern könne sinngemäß nur für den deutschen und christlichen Gottesbegriff Geltung haben. Das Berufungsgericht teilte diese Ansicht nicht, sondern verwarf die Berufung mit dem Hinweis darauf, daß Paragraph 166 auch die jüdische Religionsgemeinschaft schützt; Die Geldstrafe wurde aber im ersten Falle auf 150 Mark ermäßigt, im zweiten Falle blieb es bei den 300 Mark. Vorzügliche, täglich ofen- < frische, feinste, dünnste < WARNUNG! MAZZOTH UND GRIESS bekommen Sie nur aus der I. Wr. orth. Mazzothfabrik ISRAEL VORTREFFLICH, WIEN, II-, Obere Augartenstraße 52 l Verlangen Sie fiberall ausdrücklich Vortrefflich-Mazzoth Die Frledhoischänder. Vor dem Jugendgericht in Gcrolshofen (Franken) hatten sich ein Friseurgehüilfe und ein Lehrling wegen Grabschändung zu verantworten. Die Angeklagten hatten auf dem israelitischen Friedhof mehrere Grabsteine von den Grälbern gestürzt. Während der Gehilfe zwei Monate Gefängnis erhielt, wurde sein jüngerer Kollege zu Vier Wochen Gefängnis verurteilt. Gestohlene Thorarollen. ki K 1 a u s e h b u rg wurden am 27. Jänner die •Student! nn c n^ Maria Pantasi und Draga Polle ar unter der Beschuldigung, an den Verwüstungen teilgenommen zu' haben, verhaftet. Ebenso, die Studenten Jone! M u r e. sann und Gheorgho G h e r a s ii m. Diese beiden hatten während der Exzesse zwei Thorarollen aus einer Synagoge entwendet, sie einige Zeit behalten und jetzt der Kultusgemeinde um den Preis von 60.000 Lei zum Kaufe angeboten. Sic wurden dem Gefängnisse überstellt. Die Behörden veranlaßten auch die Festnahme des Studenten Mitrofanovici und des Setzers Lucia n, welche Manifeste hetzerischen Inhalts verbreitet hatten. Ein Freisprach. Aus Cze'rnbwitz wird uns beridhtet: Die Hausgehilfin Eufrosinä Torna, die im August des Vorjahres die Tri'kotagenarbeiterin Regina S ü ff c r ' im Schlafe überfallen und mit einer Hacke schwer verwundet hatte, wurde trotz ihres vollen Geständnisses von den Geschworenen freigesprochen. Sie brauchen dringend einen Frühjahranzug. Bestellen Sie ihn sofort bei dem seit 60 Jahren bekannten erstklassigen Schneider Rudolf Gold st ein, II., Taborstraße Nr. 54. Feinste englische Stoffe lagernd, erstklassige Maßarbeit, zivile Preise, Zahlungserieichterung. Unsere teure Mutter, Frau Karoline Grosz ist am 29. Jänner nach langem schweren Leiden uns entrissen worden. In unserem Herzen wird sie immer weiterleben. Sie wurde am 31. Jänner d. J. am Zentralfriedhof zur ewigen Ruhe bestattet. Wilhelm und Max Gross, Hermine Schttnfeld als Kinder. Tanja «nd Marie Qrost, Alfred Schönfeld als Schwiegerkinder. Die akademische Verbindung „Kadimah" gibt allen Bb. B;b., Freunden und Bekannten die rAefersdhütternde Nachricht vom Ableben ihres unvergeßlichen Alten Herrn, Präsidenten des A. H. V. Herrn Dr. Itzku Landau Rechtsanwalt in Wien bekannt Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Februar, vormittags, vom Zentralfriedhöf (HJ. Tor) statt. Für den A. H. V.: Für die Aktivitas: Ing. Eugen Buchbinder cand. ing. Max Paneth X Sechs Pogromstudenten verurteilt. Aus Bukarest, 29. Janner, wird gemeldet: Sechs wegen der antisemitischen Exzesse angeklagte Studenten wurden gestern zu zwei-, beziehungsweise zu dreimonatigem Gefängnis verurteilt. Sämtliche Verurteilten haben Berufung! angemeldet. Juden im Kundschafterdienst. Wir haben letzthin Mitteilungen des Generalmajors Eduard Fischer über die ' Verwendung jüdischer Offiziere und Maen-. . schalten im ' militärischen Nachrichtendienst veröffeniHMcIht. Zu diesem Thema schreibt der seinerzeitige österreichisch-ungarische Bevollmächtigte beim Kondominium in der Dobrudsoha, Karl Graf Lonyay, au die „S. «. M.- Z-tg.": : Jn welch hervorragender Weise das jüdische Element den Aufgäben des Nachrichtendienstes gewachsen ist, •erweist nachstehende« Beispiel: Von 17, sage siebzehn Konfidenten gelang es bloß einem einzigen, und zwar einem Juden, in das von russisch-rumänischen Land- und Seestreitkräften besetzte Su Ii na (Donaudedta) einzudringen und dann sogar-noch an-Bord des feindlichen Flaggschiffes, des rumänischen Kreuzers „Eldsabetha", zu gelangen und mir äußerst wichtige Nachrichten nach Constanze zw bringen. Um eirt solches Werk au vollbringen, gehört ein hoher Grad von Entschlossenheit, Kühnheit und Scharfsinn dazu, welche typische Eigenschaften guter Kundschafter sind. Ich habe für besonders gefahrvolle und s^chwierage Aufgaben jüdische Kundschafter bevorzugt und stets die allerbesten Erfahrungen gemacht," FRIGID AIRE die sichere, sparsame und wirksame Mcthode,Lebensmittel vollkommen frisch zu halten. Wenn Sie Ihre Lebensmittel stets frisoh und bekömmlich genießen wollen — wenn Sie Ihre Küche modern und praktisch eingerichtet zu sehen wünschen — wenn Sie für immer von der lästigen Eisbeschaffung befreit sein wollen und Wert auf zuverlässiges Arbeiten, größte Dauerhaftigkeit und geringe Betriebskosten legen — dann muß Ihre Wahl auf Frigidaire fallen. Frigidaire, der moderne elektrisch-automatische ' Kühlschrank, erzeugt eine frische, trockene und gleichmäßige Kälte, die weit wirksamer ist als Kühlung mit Eis. 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