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Die neue Welt · 1928-01-27 · Heft 19 (27.1.1928) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 19 (27.1.1928)
Date
1928-01-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 19 QUALITÄTS-MOBEL Größte Auswahl! Billigste Preise! Zahiungserlelchterungen I lillllllS L WÜHL ■3 Zimmermanns Porträtmaske Chajes'.. Herr Dr. Leopold Plaschkes schreibt uns: Wer Gelegenheit hatte, unseren Oberrabbiner Doktor Chajes in seinen Amtsräumen zu besuchen, wird sich des schönen, aus Terrakotta geformten Judenkopfes erinnern, der auf dein Schreibtisch des Verewigten stand. Oft konnte man beobachten, daß Chajes, wenn er versonnen' über Wichtiges nachdachte, den Kopf streichelte, der ihm als. Kunstwerk besonders gefiel. Es ist eine Schöpfung des jüdischen Bildhauers Sa muel Z i m ni e r in a n n, dessen Arbeiten seit der eingehenden Würdigung des Univ.- Prof. Dr. Max Eisler und der, Ausstellung auf dem 14. Zionisteiiikongreß bei allen Kennern berechtigtes Aufsehen erregen, Nom hat Z i rn m e r m a n n, der auch über Auftrag der Kultusgemeinde die Totenmaske Chajes* abgenommen hat, ein. Werk geschaffen, das alle ergreifen wird, die die edlen Züge des allzu .früh Verschiedenen kommenden Geschlechtern übermitteln wollen. Eine ausgezeichnete Porträtmaske — wir bringen sie in Photographie — die beweist,/ wie tief der Künstler den Ge.sichtsausdruck Chajes' erfaßte, wenn, er dieses \ Werk 'nach, dem Gedächtnis schaffen konnte. Möge große Verbreitung dieser Arbeit, von der einzelne Stücke beim Künstler, XIX., Spiingergasse 18, zu -haben sind,, dazu beitragen, das Andenken Chajes' zu bewahren und dem Künstler die. Möglichkeit weiteren Schaffens zu geben! AUS PALÄSTINA. Willst Du in meinem Himmel mit mir leben, So oft Du kommst, er soll Dir offen sein. Doch wahre Seligkeit kann ich nur dann Dir geben, Bringst Du LIKÖR von HUBER mit herein. Sterbefälle. In Rom starb dieser Tage Dr. Attilio Tedeschi, einer der.bedeutendsten italienischen Finanzsachverständigen. Na$h Kriegsende übernahm Dr. Todeschi die administrative und finanzielle Leitung der neuen Provinzen. 13is zu seinem Tode war er Generalinspe-ktör im italienischen Finanzministerium. An der Bestattung beteiligte sich Finanzminister Volpi persönlich. In S e r e t h (Bukowina) verstarb an Herzschlag der dortige Oberrabbiner F r e i f e 1 d im Alter von 50 Jahren. Er stammte aus der Slowakei und genoß als Gelehrter wie als Seejsprger hohes Ansehen. Wie es an den „Heiligen Stätten" zugeht. Wie die Telegraphenkompagnie aus Jerusalem meldet, haben die katholischen Konsuln in Palästina beim britischen Obenkomrnissär gegen die blutige n Zwischenfälle von Bethlehem energischen Protest eingelegt. Zu Weihnachten und am Dreikönigstag wurden an der Gcbnrtsstättc Jesu katholische Mönche von griechischen Popen a n g e g r i ff e u u n d blutig geschlagen. Die katholischen Konsuln werden auch bei ihren Regierungen auf eine Lösung des Problems der heiligen Orte dringen, da sie es als unerträglich bezeichnen, daß in einem M a n d a t s 1 a n d ihre Staatsangehörigen mißhandelt und verletzt werden. Das Handelsabkommen /wischen Palästina und Syrien. Bei einer Besprechung mit palästinensischen Industriellen erklärte der Leiter des Zoll- und Handelsdepartements der Palästinarcgicrung, Stcad, daß das Handelsuud Zollabkommen zwischen Palästina und Syrien eine neue Fassung erhalten habe, die sowohl der Regierung als auch den Industriellen genehm sein dürfte. Binnen kurzem soll das Abkommen in seiner neuen Formulierung zum Abschluß gelangen. (Ziko.) Die Juden in der palästinensischen Polizei. Das Zentnalbureaai der Zionistischen Weltorganisation teilt mit, daß die Zahl der Juden ,in der palästinensischen Polizei am 1. Dezember 1927 350 betrug. Davon dienten 249 in der Landespolizei und 101 in der Kommunalpolizei. In der Landcspoiizei stellen die Juden 14 Offiziere, 10 Sergeanten, 14 Korporale und 181 Schutzleute, wozu noch 30 Rekruten kommen, und in der Gemeindepolizei 1 Offizier, 2 Sergeanten, 9 Korporale und 89 Schutzleute. Die Ein- und Auswanderung im Oktober und November. Im Oktober wanderten nach Palästina 310 Personen ein, 189 Juden, 112 Christen und 9 Mohammedaner. Ausgewandert sind 653 Personen, 386 Juden, 76 Christen und 191 Mohammedaner. Im November wanderten 306 Juden, 89 Christen und 20 Mohammedaner ein, während 407 Juden, 46 Christen und 189 Mohammedaner auswanderten. Ein neuer Erdstoß. Am Mittwoch den 18. d. M., gegen S Uhr morgens, wurde in Jerusalem ein leichter Erdstoß verspürt. In der Erinnerung an das letzte katastrophale Erdbeben geriet dieBevölkerung in einen Zustand der Panik: sie beruhigte sich aber, als keine weiteren Erdstöße folgten'. Schaden wurdenicht angerichtet. Das Internationale Arbeitsamt. Herr John Ndxori vom Internationalen Arbeitsamt des Völkerbundes ist in Jerusalem eingetroffen, um •die Arbeitsverhältnisse in Palästina zu studieren. Darf eine jüdischeGemeinde einen Juden aus Palästina verbannen? Die jüdische Oeffentlich'keit Palästinas ist durch den folgenden Vorfall in starke Erregung geraten: Ein vor etwa sechs Jahren aus Ungarn in Palästina eingewanderter jüdischer Schneider namens Oha im Blum hatte einer Frau ins Gesicht gespuckt. Dafür belegte ihn der jüdische Magistrat der Stadt Haifa mit einer Geldstrafe von 1,5 Pfund und verfügte seine Ausweisung aus Palästina, und verfügte seine Ausweisung aus Palästina, großen Unwillen hervorgerufen. Man erklärt, daß ein Jude nicht aus Palästina verbannt werden dürfe. Gegen die Ausweisungsverfügung wurde Berufung eingelegt. Ein judaistisch.es Institut in Warschau. Das Kuratorium des Vereins zur Vorbereitung judaistischer Wissenschaft in Polen hat sich in Warschau unter Vorsitz des Dr. Markus Brande konstituiert. Es wurde beschlossen, am 1. Februar das Judaistische Institut zu eröffnen. Folgende Berufungen ergingen: Bibel und semitische Sprachen — Professor Dr. M. S c h o r r; Talmud und Midrasch — Dr. A. Weiß; Geschichte der Juden, insbesondere der Juden Polens — Dr. M. Bai ab an; im Teppichhaus Somm erfreu nd VUI. Josefstädterstraße 35 j Telephon A 22-1-87 kaufen Sie Perserteppiche infolge äußerst günstigem Einkauf zu besonders billigen Preisen. Zahlungserleichterungen werden gewährt! hebräische Literatur und Poesie des Mittelalters — Jaifcok Kahn: die Wirtschaftsgeschichte der Juden und die jiddische Literatur — Dr. Ignacz Schipper. Griechische Antiquitäten im jüdischen National» museum. Vor kurzem starb in Griechenland einer der bebekanntesten Sammler historisch wertvoller griechischer Antiquitäten, JizchakBen Elieser Archanti.Seine Mutter spendete nun dem jüdischen Nationalmuseum Jerusalems eine Sammlung auserlesener Stücke aus der Hinterlassenschaft. In der Sammlung befinden sich verschiedene Figuren, Statuetten, Krüge, Lampen, eine wunderschöne Menorah, Bronzegeräte u. a. m. Großen Wert besitzen die der Sammlung beigegebenen 26 griechischen und römischen Kupfer- und Bronzemünzen. Freunde des jüdischen Nationalmuseums in Griechenland führen jetzt aussichtsreiche Verhandlungen mit Frau Archanti wegen Ueberweisung auch der restlichen Teile der von ihrem Sohne hinterlassenen reichhaltigen Sammlung. Eine Himmelserschelnung über Tel-Awiw. h Nachtwandler In Tel-Awiw berichten in einer Zeitung von einer interessanten Erscheinung, die sie in der Nacht beobachteten. Plötzlich sei auf dem Himmel über dem Meer eine mächtige feurige Wolke erschienen, die sich allmählich in ein Viereck verwandelte, um eine Sekunde später die Form eines Magen David anzunehmen. Füwfzehn Minuten 'lang stand der feurige Magen David am Himmel und verschwand dann- Das sogenannte brennende Wolkembündel am Himmel ist selbstverständlich eine häufige natürliche Erscheinung. Daß es dann die Form eines Magen David annahm oder von den Spaziergängern in Tel-Awiw als Magen David angesehen wurde, ist schließlich vielleicht interessant, aber auch kein Wunder. Das einzige Wunder ist vielleicht, daß es in Tel-Awiw, der modernen jüdischen Stadt, noch Menschen gibt, die diese gewöhnliche Naturerscheinung als ein „Zeichen vom Himmel" ansehen und sich dabei auf Aufzeichnungen des Josephus Flavius in seiner Geschichte der Juden wie auch in den Büchern der Hasmoncer berufen, in denen erzählt wird, daß sich in Palästina alle großen Ereignisse durch Himmelszeichen angekündigt haben. Das hebräische medizinische Lexikon erschienen. Das von. Dr- Alexander M a 1 c h i in Jerusalem in einer Zeitdauer von acht Jahren hergestellte hebräische medizinische Lexikon ist soeben unter dem Titel „Thesau r u s M e d i c u s H c b r a i c u s" in Buchform erschienen. Sämtliche medizinischen Termini sind lateinisch und hebräisch wiedergegeben und erläutert. Es handelt sich um etwa 400Ü Fachausdriicike, die auch in verwandte Gebiete, wie Botanik, Zoologie, Physik und Chemie, fallen. Der Verfasser benützte für seine Formulieningen die gesamte hebräische Literatur der Vergangenheit und der Gegenwart, die Neogolismen moderner jüdischer Gelehrter Palästinas und hat selbst viele hebräische Termini medizinische Bezeichnungen geschaffen. für Zur Erinnerung an Jechtel Tschlenow. Am 31. Jänner 1918 ist in London Dr. Jechiel Tschlenow gestorben." Sein Todestag jährt sich demnach zum zehnten Maie und gibt Anlaß zu wehmütiger Erinnerung an einen hervorragenden Menschen und Führer. Dr. Tschlenow, von Beruf Arzt, wirkte lange Jahre als Vorkämpfer der zionistischen Idee in Rußland und. hat sich insbesondere um die Popularisierung des jüdischen Nationalfonds sehr verdient gemacht. Er genoß -In Moskau hohes Ansehen und gehörte auch dem Vorstand der dortigen Jüdischen Gemeinde an. Nach dem Rücktritt Wolffsohns als Präsident der Zionistischen Organisation wurde Tschlenow mit Warburg an die Spitze des engeren Aktionskomitees berufen und übersiedelte nach Berlin. Von dort ging er während des Weltkrieges nach London. Er hatte dort noch die Genugtuung, in der schrecklichen Zeit die Pr0k'lamierung der Balföiir-Oek-laration zu erleben. Zionistische Bezirkssektion Landstraße. Am 31. Jäner, halb 9 Uhr im Cafe Lovrana, HL, Löwengasse 36, Vortrag Robert Stricker: „Von der Kultusgemeiude zur VolksgemeJnde." Engen Buchbinder Stadibaumeister IL, Taborstrasse IIb - Telephon Nr. 48-1-38 übernimmt alle Arten von Bau- und Adaptierungsarbeiten IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ itefZiisü If um 8 Uhr abends im il ' Saale der (.Zum goldenen Schiff") XX., Treuslraöe 74 *"ir, Israel Wsm Dr. tegiebeitrag 20 Grosdien liililiiliiiiiliiiiiiiiliilliillliiiilll^^

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