Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 16 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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SetteS DIE NEUE WELT Bf.« wurde dl« neue Leitung gewählt. Dem Zentralkomitee gebären an: Dr. M. Klumel, J. Grünbaum, Dr. J. Kahn, Dr. J. Heftman, fcfrscherrberg, Dr. Aronson, R. Milner, M. Gordon, A. Lewinson, M. Toza, Hantburg. Dem Rat gehören sät: Oberrabbtaer Prof. Scbor, Oberrabbiner Abg. Dr. J. Thon n. a. m. _ Die Mainzer Tagung des Verwaltungsrates der hebräischen Universität. Die fünfte Sitzung des Verwaltungsrates des Judaistischen Instituts der Universität Jerusalem fand am 27. und 28. Dezember in Mainz statt. Es waren zugegen die Herren Oberrabbiner Dr. Hertz, der Vorsitzende des Verwalturagsrates Prof. Dr. A. B ü c h 1 e r (London), Oberrabbiner Dr. J. Levi (Paris), Dr. M. Libcr (Paris), Prof. Dr. A. F r e i m a n n (Frankfurt), Dr. M. B u b c r (Heppenheim), Dr. J. L. Magnes (Jerusalem), Oberrabbiner Dr. H. Brody (Prag), Prof. Dr. S. Krauß (Wien), Dr. M. Diesendruck (Wien), Prof. Dr. M. Schorr (Warschau), Prof.Dr.M. Ba 1 ab a n (Warschau), Dr. M. Schlössinger (Haag) und Dr. L. Kohn (London), der Sekretär des Verwaltungsrates. Nach begrüßenden Ansprachen der Herren Kommerzienrat Krenenburger und Rabbiner Dr. Levi im Namen der jüdischen Gemeinde Mainz, gedachte der Vorsitzende, der im vergangenen Jahr hingeschiedenen Mitglieder des Verwalfungsratcs, Achad Haam und Prof. H P. Cha jes. — Der Verwaltungsrat trat alsdann in eine längere Debatte über die Frage des Verhältnisses von Lehre und Forschung am Institut ein. Es wurde beschlossen, unter Beibehaltung des spezifischen Forschungschara'kters des Instituts, der durch interne Arbeitsteilungen gesichert werden soll, in den wichtigeren Fächern, die bereits am Forschungsinstitut vertreten sind, die Abhaltung von U n i v e r s i t ä t s k u r s e n in einer besonderen, vom Forschungsinstitut getrennten Abteilung zu autorisieren. Zweck dieser Kurse ist, einem weiteren Kreise von Studenten dje Möglichkeit zu geben, sich wissenschaftliche Kenntnisse in den am Forschungsinstitut gelehrten Fächern zu erwerben und Studierende zum Eintritt in : das Forschungsinstitut vorzubereiten. '' Zwecks weiteren Ausbaues des Forschungsinstituts wurde beschlossen, N e u c r n e n n u n g e n für die folgenden Fächer vorzunehmen: Gechichte der Juden Westeuropas im Mittelalter, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden in. Europa, Halacha, Bibelexegese, Geschichte der Juden im griechisch-römischen Zeitalter, jüdische Philosophie des Mittelalters. Hinsichtlich der Errichtung eines Lehrstuhls für die Jiddische Sprache und Literatur drückte der Vejrwaliungsrat seine Auffassung dahin aus, daß diie wissenschaftliche Erforschung aller Sprachen und Dialekte, die von Juden gesprochen und geschrieben werden, für ein umfassendes Studium des Judentums und des jüdischen Vdjkes wesentlich ist. Der Verwaltungrat begrüßte daher den: Vorchlag der Schaffung eines Katheders für Jiddisch, sprach sich aber für ein vorsichtiges, die friedliche Entwicklung des Instituts nicht beeinträchtigendes Vorgehen befi der Verwirklichung dieses Planes aus. Die-nachsäe Sitzung des Verwaltungsrates.soll Ende August in'■' K a r, l s b a d stattfinden. :■ ";v.'!? * '•' Ueber-;.die Tagung wird uns noch mitgeteilt: Für das Fach der Geschichte der Juden Westeairopas im Mittelalter erging eine- Berufung an den Dozenten Dr. B a e r von der Berliner Äkaderriie für. die Wissenschaft des J-udentums; Her* Ör.--'E'f^s'if:^i ii, London, wurde äür das Fach '„Sozlal- Mid Wlrtsbliaiftsgeschicht« der Juden in Europa" berufen. Für die/ Fächer Halacha und Bibelexegese wurde der Dozent an"der'"Berliner Hochschule:für die Wissenschaft des J^enth^s^Dr.^Ahl b e c k, für das Fach „Geschichte der Juden im"lgriechisch-:römischen Zeitalter", Dr. T-scheri-; kb'wer,v.Tel^Awi^," für „Jüdische Geschichte des Mittelalters", Dr^Di^^^^ e n d r u c k (W ie n) eingeladen. Zusagen der er^ähjiteni'Geleihrten liegen bis jetzt noch nicht vor. Für di^ U^er^tät.definitiv verpflichtet wurden die Herren;.■ ipiilllllülllllllll In lillllllllfl Grundstück Angelegenheiten \ Kauf * Verkauf j ^vVcrwaltung j V;; Belehnung betreffend i Häuser* Villen^ Güter ., yendet sich jeder Interessent an die I T Re«M*ai«n-ond VerwaHun4»kanxlet i Dr.Jur, Marem Somer E WicnJX. Währinftcrstra^e 3 Iffeleyhoae: A 26-4.47 » 15 500 ''mmmmmmmm ßiiiste Preise haben den Ruf unseres Hauses be-röndet» -leganie Mamel, Khid>r, Kosttime etc. nach Origii al Parisei Modellen in unseren Ateliers hergestellt m uns kmik AI 01$ Vli.Kafserstr. 115 1^1 W W% mammamam KhIWE P.L ALE! «HM Führendes und größtes Spezialhaus Oesterreich.* Professoren Klein und Dr. Epstein, Jerusalem. Herr Professor Scholcm wurde für drei Jahre verpflichtet. Die Szegediner Kiiltusgemeinde tritt dem Zionismus bei. Aus Budapest wird uns berichtet: Trotz der mit den verwerflichsten Mitteln geführten gemeinsamen Kampagne der orthodoxen und neologen Assimilanten gegen den Zionismus in' Ungarn hat die Zionistische Organisation in der letzten Zet mehrere bedeutsame Erfolge aufzuweisen. Die größte orthodoxe Provinzgemeinde, die Jmdengemeinde von Miskolcz, hat sich um all die Cheremmätzchen und sonstige Drohungen der orthodoxen Landeskanzlei nicht im geringsten gekümmert und ihr Präsident gab in einer öffentlichen Kundgebung seinem Bedauern und Mißfallen über die unjüdisohe Art, mit welcher die orthodoxen Führer in Ungarn den Zionismus verfolgen und selbst bei der Regierung verleumden, Ausdruck, erklärte sich als überzeugten Zlorästen und forderte zum Beitritt zu de r.Zionistischen Organisation auf. Von ganz besonderer Bedeutung für die Entwicklung des Zionismus in Ungarn jedoch ist die große Manifestation, die vor kurzem in der „zweiten ungarischen Hauptstadt", in Szegedin, zugunsten des Zionismus und sekies Aufbauwerkes stattgefunden hat. An der Spitze dieser Kundgebung standen der Präsident der Kultusgemeinde Doktor Samuel; B i ed:i und der Szegediner Oberrabbtaer. und..^ gMed . des ungarischen Oberhauses Dr. Immanuel^ An ajleii in Szegedin abgehaltenen Versammhingen und jjo^ sprechungen sowie am dem Scfrliußbanikett naJwneji der. ie> saWe.''-Ö,ltusyorstand, sämtliche Gemeindeangestell.tc^uhjd die. Präsjdien, ^er jüdischen Vereine und Orga,msatibneii tejl^IriK meiner Eröffnungsrede erklärte Präsklent JDr. ,B i^|, daß-ftiss Judientum vor völliger Vernichtung nur dure0 d^ii^M&ahiöischluß in der zionistischen Idee und durch v die iwi Zionismus zutage tretende Solidarität gerettet ' V werden könne. ~ - . Auch die. ungarischen Juden können und dürfen nicht länger warteh% Jenen aber, die in bewußter Unwahrheit verkünden, daß der Zionismus im Gegensatz stehe zur Vaterlandsliebe, müsse er hier vor aller Öffentlichkeit und mit allem Nachdruck entgegenhalten, daß kein Mensch das Recht habe, an stitier VateriandsLiebe zu zweifeln, und er werde nicht ruhen, bis diese aus bösem Willen verbreitete Verleumdung a.Us dem Bewußtsein der ungarländischen Juden getilgt sein wird. In gleichem Sinne sprach auch OberhausmJtgMed Oberrabbiner Dr. Immanuel L ö w, der in seiner großen Rede die Zuhörer über die bisherigen Errungenschaften des Zion'isnws auch am kulturellem Gebiet, so vor allem über/die Wiedergeburt der hebräischen Sprache als Volkssprache unterrichtete. Einen Teil seines Vortrages hielt Dr. Löw in hebräischer Sprache. Der Vizepräsident der Szegediner Advökatenkatrmicr Dr. Robert Papp gab die Erklärung ab, daß er die zionistische Bewegung sowohl materiell..als auch moralisch unterstützen und fördern will. Das Referat über das Wesen und die Ziele des Zionismus hielt Dr. NJsson Kilian aus Budapest, und seine klaren Ausführungen hatten, auch den Erfolg, daß in der Versammlung der Beschhiß gefaßt wurde, in Szegedin unter Führung des Präsidenten Dr. Biedl, der auch Präsident des Szegediner Distrikts der jüdischen Gemeinden ist, eine Lokalgruppe d e r Z;i o n i s t i s c h c n Organisation zu schaffen, die ihre Tätigkeit sofort aufzunehmen hat. r iiitiif iitittiiiiiiiiiiiiifitiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiii Abonniert die »Neue Welt66 «IllIIIIIIIIIIIISIIIIIIIDIIIllfllllllllllllllllllllllllllllllf IIIIIIIIIIIMI Eine Mlsrachi-Abordming bei Coolidge. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Calvin Coolidge, empfing dte ~o~»"\värtig in den Vereinigten Staaten weilenden Führer der Weltorganisation des Misrachi" Rabbi Ben-Zion Usiel aus Jaffa und Rabbi Meir Berlin, und gab ihnen gegneüber seiner Sympathie für die zionistische Bewegung und für das jüdische Nationalheim in Palästina Ausdruck. Der britische Bot-, schaftssekretär P a y I e r stellte die Oäste dem Präsidenten vor, worauf die beiden Rabbiner den Präsidenten in hebräischer Sprache begrüßten. Die Ansprachen wurden vom Washingtoner Rabbiner Louis D. Schwefel ins Englische übertragen. Rabbi Usiel dankte dem Oberhaupt der Vereinigten Staaten dafür, daß er der Balfour-Deklaratioit seine Zustimmung gegeben hatte. Präsident Coolidge erwiderte, er hoffe, daß die Juden Palästinas sich sehr bald zu der materiellen Höhe und dem moralischen Ansehen der Judenheit Amerikas emporarbeiten werden. — Rabbi Usiel trug während der Audienz die Tracht der sephardischen Rabbiner, die lange Soutane und den kleinen Turban. Konferenz der Zionisten-Revisionisten in Polen., In Anwesenheit von Wladimir Jaibotlnsky fand in Warschau die zweite Landeskonferenz der Zionisten- Revisionisten in Polen statt, der mehr als 60 Delegierte beiwohnten. Die Konferenz ehrte das Andenken des verstorbenen Präsidenten des Weltverbandes der Revisionisten W. T i o m k i n und des . verstorbenen Wiener Oberrabbiners Prof. Cha jes. Lipman Rosenthal sagte, die Revisionisten seien die Erben der politischen Ideen Herzls. In einer anderthaibstündigen Rede über die Ziele des Revisionismus riß Jabotinsky Delegierte und Gäste zw stürmischem Beifall hin. Der Zionismus auf Java. Von Australien: kommend, besuchte der Keren-Bajessod-Piomer Dr. Alexander Goldstein die drei Hauptorte Niederländisch-Indiens: Surabaya, Bandoeng und Batavia, wo er in Versammlungen der Jüdischen Gemeinden sprach und die Keren-Hajessod-Aktion für 1928 vorbereitete. In Surabaya wohnte Dr. Goldstein der Konferenz der zionistischen Föderation Niederländisch-Indiens bei. In Batavia wunde eine zionistische Vereinigung gebildet. Von den jüdischen Krankheiten. In einer in der letzten Zeit in New York veröffenfc» lichten Statistik über die Gesundheitsverhältnisse unter den einzelnen Einwanderungsratten wird unter anderem auch von der sogenannten jüdischen Krankheit gesprochen und Vergleiche über das Auftauchen dieser Krankheiten' bei Juden und bei anderen Nationen angestellt. Die auf Grund der Berichte der Gesundheitsdepartements der einzelnen Distrikte gemachten Feststellungen ergeben nun, daß der höchste Prozentsatz von Todesfällen an Zuckerkrankheit sich unter den semitischen Rassen ergibt. Hingegen weisen die Juden eine verhältnismäßig geringe Sterblichkeitsziffer in bezug auf Kindersterblichkeit, Lungentuberkulose, eHrzkrankheiten und einige andere Krankhelten auf. Die Untersuchung kommt zu dem Schlüsse,'' daß eine wichtige Ursache der Verbreitung:, der Zucker- ■krankheit unter den Juden deren außerordentliche Nervo* Sität und überaus leichte Erregbarkeit ist.:/ (Sielte die •Untersuchungen Dr. Sanel Beers in jijer?.' w$e»ie}n.,iWeit'^■ Die Red.) Bezüglich der Sterblichkeit IderJ, garenden Mütter Ist das Verhältnis bei den Juden _pge-fäür .das gleiche wie bei den Nichtjuden. Interessent!ist*; was: dio erwähnte statistische Arbeit über die /Geiuriähelts^erhäitn-isse bei den Juden in den ärmsten New Vorice^iBgzirkep, in den so sehr gefürchteten und berüc^tigter|;Sl5Ü;ms,,zu berichten weiß. Der Sanitätsanspektpr djeses |>isttikts sagt von diesen Juden: ,3s ist ein gesunder ^ohlsig, zumindest so gesundend kräftig wie jede andere Qrappe,.die unter den gleichen Verhältnissen lebt Eher; noch ^es-ünder als die anderen. Sie leben in undenkbare^ Beh^üsoirjgen und von einer Nahrung, die jeder hygienischen ,.^cirschrift spottet; auch sonst werden Wissenschaft ^p4';Gpsetz über die persönliche Gesundheit auf Schritt und Trl,tt; verletzt und dennoch reifen die Kinder zu gesunden fÄ'enschen heran. Die Kraft der Juden, auch die ', schrecklichsten Lebensbedingungen zu übertauchen tf^id "4 ^^^Bken** heil hervorzugehen, ist geradezu bewunderungswürdig. Nur noch der arme Iriänder kann mit den anttenjijden in dieser Beziehung verglichen werden. Aber reibst der Irishman vermag nur der Entbehrung standzuhatten. Gerät er aber in die Slums, in sanitätswhjrige Behafl^yng und Ernährung, dann ist er viel schlimmer drän und verträgt es viel schlechter als die Juden." Ein aind?rer;SanItäts- Inspektor, der auch an der Spitze einer großen Heilanstalt steht, verzeichnet folgende Beobachtung;: „pig juclen überladen ihre Mägen zum . Schaden ihrer ::ge^ämten Kohstihi« tion. Als Gruppe genommen, kann bei ihnen e|n 'körper* liches Uebergewicht festgestellt werden)?.EiH<fs./; nuw. Rassenmerkmale ist ihre Neigung?urvVerf.e-ttun«. Ihre unverheirateten Töchter sind schön, elastisch und gelenkig. Haben sie jedoch ein oder zwei Kinder geboren, verlieren sie rasch ihre anmutige Linie und setzen Fielspb ah." Zum Schlüsse sei noch darauf hingewiesen,"* daß laut Ansicht des Generalgesundheitsinspektors Harrieh die niedere Kindersterblichkeitsziffer gerade aq^ der Ostseite von New York, dem jüdischen Armenviertel, hauptsächUcb auf zwei Faktoren zurückzuführen sei. Die, Jüdische; Mutter und mag sie noch so arm sein — wird vor allem alle Mittel, alle Liebe und Sorgfalt für ihre/n Säugling und ihr Kind in den ersten Lebensjahren aufwenden. Und zweitens auch die Tatsache, daß nirgends, bei keiner andgren Ge-