Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 16 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Setfe? , OJE NEUE WELT Nr. 16 SPEZIALIST Ifflr Kirntet, und t*Wch«nilm«*r-, KHch«n- und Var* I simmar-MOBiU SchlafiSuittilis, and Ottöirtwen eirf*. I ner Erteugun«. Oet-ehaftsbes and Mit 60 Jahrta. Motto: Oro3«i I Umsatz - kleiner Nut.en. OrOßte Auswahl 1 Bütlgsta PMa* 11 Joaef Kebllti & Sohn. VII., il«b#mt#fw» 1f | sehr wir glaubet* daß die Regierung zur Gewfthrung dieser Hilfe verpflichtet ist. * Baß Colone! Sytnes auf eine Frage bezüglich der Vorgänge in Petach Tikwah nicht antworten woHte, kann als ein gutes Zeichen angesehen werden. Es scheint, als ob auch die Regierung heute bereits empfindet, daß sie auf diese Vorgänge nicht sonderlich stolz *u seift hat, Wir wollen kurz die Ereignisse zusammenfassen. Bereits seit Wochen besteht in Petach Tikwah, der größten Jüdischen Kolonie Palästinas und dem eigentlichen Zentrum des Orangenanbaus, ein schwerer Konflikt. Die Zeit des Orangenpflückens beginnt jetzt. Es ist die Zeit der Saisonarbeit wo gar nicht genug Arbeitskräfte vorhanden sein können. Hunderte von jüdischen Arbeitern leiden seit Monaten unter Arbeitslosigkeit und Hunger in Petach Tikwah — wo keine Arbeitslose Ii f ii r s p r g e g c z a Ii j t wl rd! — in der Hoffnung auf die Monate der Pßüokarbeitt Nun verkauft ein großer Teil der Petach Tlkwaber Par* dessanim (Besitzer von Orangengärten), die Orangenerntej auf dem Baum an arabische Händler in Jaffa, die Ihrer* seits die PfiUckarbeit durchführen. Bereits vor dem Verkauf verlangten die Vertreter der Arbeiterschaft eindringlich, daß bei den Verträgen mit diesen arabischen Händ- , lern bestimmt werdon solle, daß diese zum Pflücken jüdische Arbeitslose von Petach Tikwah verwendeten. Aber trotz, all er, dies er Forderungen, die von einem Teil, der , Orangenbositzor unterstützt wurden, wurde dieser Forde-;;,mns nicht entsprochen und die Händlpr begannen mit jaffaer arabischen Arbeitern uaclyPetacfi'Tjkwafy zu körn* men, um dort die Orangen zu pflücken. Darauf, steigende Erbitterung, Aufstellung von Wachen jüdischer Arbeiter vor den betreffenden Pardessim und dadurch Verhinderung, der Arbeit der arabischen Arbeiter (ohne Gewaltanwendung!), Herbeirufung. der bri tischen * Polizei aus Jaffa, die die Arbeiter aufforderte, sich zu zerstreuen und, als diesem Befehl .nicht stattgegeben wurde, in die Menge hineinritt, .. .Ii? jüdische Arbeiter, darunter 4 Arbeiterinnen, verwundete, -17 verhaftete, Zerstörung von Einrichtungsgegenständen.im Rathaus von Petach' Tikwah dürch/die' empörten ArbeN;;:|ör, Besetzung der, öffentlichen.'Gebäude von PetachrTikwah , durch die Gendurmerie und. wozu offenbar erst Blut, ..fließen.? rmtßtc -- Versprechen der Leitnng der jColo^le, ,für dj'e; B|%c}iäftigung, Arbeitsloser in,.;weUe|^v^; tragen,;-;„.,v . . ■;,.J .-^8..'steht ,/dje,An«e^se^ ■ ^dieser; ( ^ejilin. ps. ist schwor %\\ be«rte%if-wje^.ejt'die Polizei. $e-:! zwangen war, Gewalt anzuwenden. Erscheint, als ob sie jedenfals den Versuch gemacht b2i.t,; die Angelegenheit gilt» Jlfa.beizulegen, dazu aj>er nicht;daV,cjn,zig »fliehe Mittel angewandt hat, .nämliejt'durch. Verhandiiiii«en mit beiden .Seiten, die..Erfüllung, der ForderMsen. d*r' jüdischen Arbeiter durchzusetzen, deren Berechtigung der Gouverneur des Sttddistrlkts Campbell später zugab, der mit beiden Seiten verhandelte, 'aber leider nach dem Blutvergießen. .'Aber das Verhalten der Polizei ist nichtdas wichtteste. Als verbrecherisch muß das Verhalten jener pardassanirn bezelohnet werden, die es fertig bekommen haben, in dieser Zelt höchster Not den jüdischen Arbeitslosen weiter hungern zu* lassen und d i e britische Po Ii? ei gc« khbilt 'fiaben,; um die arabische Ar-bei-t in Petach Tiikwah sich er zustellen. ..Wie wlH , man von. der Regierung , die Beschäftteiing Jüdischer Arbeiter verlangen, so lange in Petach THcwah ebemalls der arabische Arbeiter vorgezogen wird l? •...>• , » Die Vorfalle in Petach Tikwah.; . Uas Jaffaer. Distriktsgericht,.das Jbep .die während der iöJsänwienstöße zwischen Arbeitslosen und PoHael verhafteten Juden zu urteilen hatte,' hat einen dar Ange* klagten zu ein ein Monat, die anderen Angeklagten zu je 16 Tagen Gefängnis verurteilt. Nur 'einer der Verhafteten wurde freigesprochen. Die. PaUstrna*ReiferveröffentHcht ein« EnkläMTO* über, die, Zusammenstöße/zwischen, der PüJfzfci und den jüdischen Arbeitslosen in Petach Tikwah, in der tgesa«t wird, die Hidischen Arbeitslosen hätten die arabir .sehen Arbeiter daran gehindert, dlo Orangenplantagen zu •betreten, um im jAuftrage der arabischen Käufer die Ernte jzu beenden, Der Distriktskommissar, der persönlich in Petach Tikwah erschien, habe die jüdischen Arbeitslosen aufgefordert, die Plantagen, die sie widerrechtlich betreten •hatten, zu verlassen. Erst als die Juden dieser Aufforderung «(rieht Folge.leisten wollten, sejen sie von der Polizei .ahselnandergetrlobe» worden, : Die Intervention des Nationalstes der Juden bei den 'Plantagenbesitzern In Petach Tikwah hatte den Erfolg, daß •die jüdischen Orangenzüchter sich 'v.e r p I I i c h t e t haben, ölne größtmöglich« Zahl jüdischer Arbeitsloser in den Plan» »gen zu beschäftigen. Otx Waad UwnA bat bekanntHcb auch gegen das Eingreifen der Gendarmerie protestiert. Die Araber* denen dl« Juden den Zugang zu den Plantagen vefr sperrt hatten* waren nicht von den jüdischen: Plantagen* hesltzern, sondern von den arabischen Ernte* wut-kWietn ftogtsteMt worden* 'IXhM* l.t BftUAftlASTftAfSI Nft. 1* Telephon 36.3.3t Sprechapparate Unser Seeilal-Kefftr-Apparat wMlA^r«««,, . . , ♦ , . , , . .S Tl.- „MajAtlroUl*' L ....... g 1*0i MaJ••lr9t••• tum. .;K. Ratei»«fiiu'ngeti werden ';. bewifiigt * Neueste S(hlag«rpl«H«n ftr gi<ffl:c Auswähl Wladimir Tiomkin gestorben. . In „der Nacht vom 24. «um 25. Dezember 1927 gegen 2 Uhr ist: in P a r i s, Wü^dimir T; d o m k.i n, einer der Führer des russischen Judentums und des Zionismus* im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Herzkrankheit gestorben....Dem Tod ging eine, sehr s^were Agonie vowti«. ■ . '.; . .... '; \VUadlmir Tiomkin wuOto seit langem, daß seihe Ta«e gezählt »irtd. Als er vor einigen Monaten im Prozeß Segen Schalom Schwarz bar t al« Zeuge einvernommen wurde; beteuerte er, daß Schwar£bart, den er kenne n»d der Ihn bat, Vaterstelle bei einem ukrainischen Pügrom- Waisertkinde übernehmen zudürfen, keinerlei Beziehungen zu den B^hewjsten unterhielt «nd den Mord an :Petljura . ^r-^X . S^S'y: ...... ''' ofeht ('"inV.Ai^trag]'.^i§^t&\fS!.;ausg^'führ.t „haben l^niili}/^ <1 b3 'Gr'ä*6'«s 'h'nd''weW'incm'eV'Icurze^ te'b^nSrest4nicht mit einer Lüge belasten," . Wladhnir;^iorniciri':^fuwig..1 fht.Jtajn.re ^'i061, in. eiper S^cit .. des ^Gou'yern^n^ absolviert^.die ,Teöfinische rt^hscMle;;ln'f^^ l^tj^te sicH a'b In^h^eur^ ttn JaUr£'^ der Cho^ewej1Ziw-& Haam, Lilienblunt u. kÄ^d'ere^^Qh^|il'k Bfjta)im!;an der Kattowit»er Kö!iife.fe.nz/im Jaihre |^^t^f.'t|n .^ajjyre';tl890 wurde er; zwecks Xandk^ufes;n.a»i(' Pa^ Nach Rußland üqkgeljceh^ ij» J e M s aw e t g r %d im Gwverriernenr t,verblieb, 25 Jahre lang aur' diesem. Pö^^ ,G$jifp$täii^ .war" er Vorsitzender der Jüdischen'^ Seitdem HeVjsl *' 'die' 'äewegntiig'.^e'S'?,jj>plftisqÖent Ziqnismus ins Leben gerufen hatte,: betätigte' sich' TiomWn! 'führend in dieser Bewegung, ßr wohnte fast allen zionistischen Kongressen als Delegierter M''u-nd' l^näijtjf; >v;lclitlge Funktionen in der 8ewegunjgr; Lauge .Zeit,] war.er Mitglied des Großen Aktionskomitees. Eine Zeititajig leitete er die Weltiwweg'uhg. des Hecha\vi}f Er Valf die Weithilfskonferenz begründen] w$ ^gehörte5' ^eVeii'' PrösWUim; an.': Er war auch Mltgli&d des Präsidiums <|es .Verbandes Ort. Als Jab.ot i n s.k y!die Partei der Ü6 n;i,:s t e n R e v i sl o pr\ s. t e n I Reich xii werdön 1 llUHiH^^ I Ist heutzutage leichter als früher. Das letzte Geheimnis I I des Erfolges der Milliardäre; der' sicherste Wegweiser zu I laelclitunt, Macht und AfifQhenl [.•;• ist die Bncrgi« i;, .' .),'. I |.Dasu,bed»i(f es ,stahlern,er Nerven, einer Widerstands-1 [fähigen un<j| widerstandskraftigen ,Konstitution undl I einer kamplfreudlgen Ausdauer. Wer. von Kindheit aqf| DIANA Frunacbranittweio mit Menthol I 1 gebraucht, stahlt seine Nerven, macht die Konstitution I | wldejstandslÄhlg, kraltvoU Und schafft ejne kämpf-1 freudige Ausdeuer, ff^i^|fi.'|n| nur .piiiiti' I Wettlose ^cböbniui^fJ w-tijen Sie enisehledett< zurück I , Ä^Ä^WWCÄ.J ■ schuf, schloß 6r isich dieser Bewegung an und wurde in das Parteipräsidium gewählt. In den Kreisen der russischen Zionisten herrscht fiefe Trauer Über das Ableben des bedeutenden Mannes. * Der schöne, stolze Mann, dem ZangwiH br seinem Kortgreßbild ein Denkmal gesetzt hat, ist fern von seinem ' ursprflngUchen Wirkungskreis in der Emigration gestorben. Er hat zu den ersten Venkündem des polltischen Zionismus In Rußland gehört, dem er sich anschloß, nachdem er eingesehen hatte, daß es einen anderen Weg für die Aufrichtung der Nation nicht geben kann. Er war aus der Assimilation gekommen und hatte in der Partei der Demokraten an dem Kampfe gegen den Zartemus teilgenommen. Nach den Kfewer Pogromen und den Massenausweisungen der Juden aus Südwestrußland warf Tiomkin das Phantom der Entnationalisierung hinter sich. Er trat an die Spitze einer Vereinigung jüdischer Studenten und ging in ihrem Aultrag zur Kattowitzer Konferenz im Jahre 1884. Von da ansteht er im Vordergrund der jüdisclnpalästinensichen Bewegung und auf dem ersten Zionistenkongreß im Jahre 1897 wird Tiomkän in da* Aktionskomitee gewählt. Er ist überall auf dem Posten, Wo es für jüdische Fragen zu arbeiten gilt. Er ist Führer des Judentums in der russischen Politik, Mitglied der Konstituante und aller Körperschaften, in denen Angelegenheiten seiner Nation zu behandeln sind. Der Umsturz In Rußland hat auch ihn schwer getroffen. Mit so vielen der , besten MänneT des Judenrfsims hat er Rußland verlassen müssen. Aber er wurde nicht entmutigt und nach wie vor widmete er seine Arbeft und sein großes Ansehen der zionistischen und jüdischen Sache. Er ist in diesem Dienste gestorben, fn einer SitoMig der Nationalfondskommission in Paris erkrankte er schwer und schon am folgenden Tage i&t er verschieden. Die zionistische Bewegung, innerhalb deren er sich dam Revisionismus angeschlossen hatte, betrauert ihn tief und wird ihn nie vergessen. ' i .•''•• * Das Leichenbegängnis. Am Dienstag den 27. Dezember wurde WÜadlmir Tiomkin in Paris zu Grabe getragen. Tausende Personen hatten sich in iund vor dem Trauerhause eingefunden, -Um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Man bemerkte die WfltWe von Max Nordaii und die Witwe von Alexander• Marmor ek, den" Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Ghaim Weizmann, den Leiter des Genfer Büros der alonlslischen Bewegung Dr. Viktor .J a.c obson, die bekannten Zionisten I. Naiditsch nnd Hllfel Z1 a t o p o 1 s k y, den Vors/itzenden der fussisch-füdiseheu Gemeinde in Paris H: S li os.b e rg, Repräsentanten aller -großen 4Üdlsch eh 0 rganisätionen V;; at" rn. tier Sit4 ■ w^ir iti ein e" w.e i &b faiie: F^V« g g^ ^hüllt; r»Seite Studenten "mit ai^nistischen'Fahnen und Emblemen '.WJdeten Spalier^ ' '' ' '•.•••' ---'"^ '\ Dr. Chaim Weidmann Welt dem Verstorbenen einen tief embfundenen Nachruf, in welchem er sagte:': Der erste Aufenthalt Tiomkins in Palästina, wo er die Anfänge der Kolonisation leitete, ist noch allen alten Palästinensern, auch den Arabern, im Gedächtnis; er lebt als eine Legende fort. Die Araber nannten ihn wegen seiner Schönheit and äußeren Würde den JRosch Haiehudim". Wteizmanu' schloß, obwohl zwischen ihm und Tiomkin, der sich der revisionistischen Bewegung anschloß, in den letzten Jähreti Differenzen bestanden, habe er diesen alten ehrlichen Kämpfer stets geachtet' und geilebt; Er rufe ihm nun den^etzten „Schalom" »n. ' ' . ' ...' TU Dr. W<eizroanh 'und die Freunde Tiomkins 'tr.ugen;]de'n Sar-g zum Grabe; Dr; Welamann warf die erste Haii'dVöli Erde in das Grab. ' ^T'TT Empfang Dr. Welzmanns durch Poincare. ' Wie aiis' Parts berichtet wird, wurde der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. W e J z m a n n am 27, Dezember vom Präsidenten der französischen Republik Poincare empfangen, mit dem er eine Aussprache über den Zweck der zionistischen Anleihe für Palästina hatte. Die Unterredun-g dauerte eine halbe Stunde. Gehehnrat Di\ Käst! Mitglied des deutschen Pro* Palästlnakomitees. Das deutsche Mitglied der Permauenten Mandatskommission des Völkerbundes, Geheimrat Dr. Kastl, ist dem deutschen Pro-Palästlna-Komltee als Mitglied beigetrcten.\ ■ " t Per Küttig von Aegypten und der Zionismus. In einem Gespräch mit dein Oberrabblner Prato vcni AJlexandria -ljeß sich, König F« ad von AeK5?Pten Äber die Ziele «nd diepraktische Arbeit der zionistischen Bewegung sowie über die arabisch-jüdischen Beziehungen eingehe!«! irrformierün und hat den Obe-rrab'biuer, ihn bald .zweites Mal .zu «besuchen, um die Unterhaltang i^ber den Zionlsmus.,fortzuführen. 4.. Rejjieruogsrat Käthe Rosenhelm. Aus & e r 11 n wird berichtet; Fräulein' Käthe R o- Senheim, die seU 1919 unter den Ministem Heine, Severlng und GrsesinsU das politische Sekre* tariat behn preußlschon Minister des Innern inne hat und auf diesem verantwortungsvollen Posten sich ausgezeichnet bewährt, ist zum Reglerunssrat ernannt worden.' Reglerungsrat Käthe Rosenhelm ist eine Tochter des kumtto öerltoer Arzte* Profewor Roseobebo,;