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Die neue Welt · 1927-12-23 · Heft 14 (23.12.1927) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 14 (23.12.1927)
Date
1927-12-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 14 AUS PALÄSTINA. Pötteei gegen Jüdische Streikposten* in Petach Tikwah. Aus Jerusalem, 18. Dezember, meldet die J. T. A.: In Petach Tikwah, wo gegenwärtig die Arbeiter in den Orangenplantagen streiken, kam es 211 einem Zusammenstoß zwischen Polizei und den Streikenden. Judische Streikposten wollten arabischen Streikbrechern den Zugang m den Plantagen verwehren. Heranruckende Polizei griff die judischen Streikposten an und zerstreute sie. .Zwanzig Streikende wurden verhaftet. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere jüdische Arbeiter verletzt Palästinaschiffe bissen die britische Flagge mit der Aufschrift *PaiIästlna". Wie in J e r u s a 1 e m offiziell mitgeteilt wird, werden diejenigen Dampfer, die den Verkehr zwischen Großbritannien und Palästina vermitteln, nach der Weisung der britischen Admiralität die britische Flagge mit der Aufschrift „Palästina" führen. Die britische Admiralität dementiert kategorisch die Zeitungsmektomgen, daß beabsichtigt sei, neben dem Handelshafen von Haifa einen Hafen für britische Kriegsschiffe zu errichten. Auflösung des Handelsdepartements der Zionistischen / 4 Exekutive. Das Departement für Handel und Industrie der Zionistischen Exekutive in Palästina wurde aus Sparsamkeitsgründen geschlossen.v Vom gesamten Beamtensta.b blieb nur Herr Tischby zurück, der als Berichterstatter in Fragen des Handels und der Industrie fungieren wird. . ' Die palästinensische Bürgerschaft. Im Verlauf des Monats November haben sich 167 Personen durch Vermittlung des W.aad Hair (jüdischer Gemeinderat von Jerusalem) um die palästinensische Staatsbürgerschaft beworben. mit der Versorgung von Nahrungsmitteln ..für notleidende Kinder begonnen werden. Die Dividende der Jaffa Electric Company. Die Jaiffa Electric Company beschloß, eine Dividende von 8 Prozent auf Vorzugsaktien und eine solche von 6 Prozent auf gewöhnliche Aktien in diesem Jahre auszuschütten. Entdeckung wichtiger Altertümer in Palästina. Der Zion. Korr. wird berichtet: Herr Sukenik, der ■im Auftrag der hebräischen Universität zu Jerusalem bei den Ausgrabungen der alten Synagogen in Galiläa tätig ist, hat in einer der alten Synagogen bei Safed einen Tragebalkenstein entdeckt, in dem die Zeichen der Planeten« scheibc eingraviert sind. Der Stein stammt aus der Epoche des zweiten Jahrhunderts nach der Zerstörung des zweiten Tempels. In den Ruinen einer anderen Synagoge neben dem Beth-Netufa-Tal, unweit von Sedjera, hat Sukenik eine hebräische Inschrift gefunden, die augenscheinlich aus dem fünften Jahrhundert stammt. Die Inschrift enthält zahlreiche Angaben über Philanthropen, die geholfen haben, die Synagoge zu erbauen. Nach den Namen ist anzunehmen, daß sie zu Priesterfamilien gehörten, die sich nach Zerstörung des Tempels gemäß der Brajta über die 24 Mischmaroth und den Pijutim des EIie ser Hakali r in jener Gegend befanden. Acht Kommunisten in Tel-Awtw verhaftet. Im Zusammenhang mit dem Vorkehrungen der Regierung gegen die Ausbreitung der ik 0 m m u n i s t i s c h e n Propaganda in Palästina wurden acht Kommunisten in Tel-Awiw verhaftet. Von den in der letzten Zeit Verhafteten sind mehrere des Landes verwiesen worden. Die Kommunistenklubs wurden behördlich geschlossen. Die Juden in Algier. Der Großrabbiner von Frankreich, Herr Israel L e v i, ist soeben von einem Besuch in Algier zurückgekehrt, wo er der Einweihung eines Denkmals für die im Kriege gefallenen Juden von Algerien beigewohnt hat. In einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur äußerte sich der Großraibbiner über die Judenheit in Algerien wie folgt: Man empfängt im allgemeinen einen sehr guten Bindruck. Das algerische Judentum hat sich, seitdem ih$. ein Regierungsdekret die Naturalisation erleichtert hat, sehr schnell der französischen Kultur angepaßt. Aus Algerien stammende Juden nehmen auch schon in Paris wichtige Stellungen ein. Es genügt, auf Professor 0 u a 1 i d hinzuweisen, der die französische Regierung bei ihren Verhandlungen mit Polen in Sachen der Einwanderung vertrat und der jetzt an der Spitze der neuen Hilf sinstitution für jüdische Wanderer steht Auch die materielle Lage der algerischen Juden ist mit Ausnahme einiger Gebiete, wie etwa C o n s t a n 11 n e, wo es noch viel Elend gibt, eine gute. Aber auch in den Elendgebieten bemühen sich die Gemeindebehörden, durch Schaffung von Wohnungen usw. eine Besserung herbeizuführen. Die Ailiance Israelite Universelle verhilft durch ihre Lehr- und Fachschulen einer großen Zahl Juden zur Ergreifung eines produktiven Berufes. Algerien ist ein reiches, fruchtbares Land. In. der letzten Zeit haben sich zahlreiche Juden der Landwirtx schalt zugewendet; sie bilden eine neue jüdische Bauernklasse. Das innere Leben der algerischen Juden zeugt von starker Intensität. Die kleinen Gemeinden gruppieren sich um die Großgemeinden, deren Tätigkeits- 1 feld sich stetig erweitert. Soziale Hilfsgesellschaften entstehen, in denen die Frauen einen großen Einfluß ausüben. Dies hat eine gute Wirkung auf die Jugend. Freilioh, die jüdische Erziehung der weiblichen Jugend legt noch im argen, wennauch hier Besserungen nicht zu verkennen sind. Die algerischen Juden sind tief religiös und hängen an ihrem Kult und ihrer Tradition. Die Synagogen sind stets voll. Die Safobatrühe wird streng beobachtet. Mischehen sind äußerst selten. Auch bei der Jugend, die durch die höheren Schulen gegangen ist, wirkt die Tradition fort. Es bilden sich Gesellschaften zur Kräftigung des Judentums. Die Jugend ist organisiert und der Weltunion der jüdischen Jugend angeschlossen. In Algier, Oran und Constantine besteht je ein Rabbinerseminar. Das Zentralkonsistorium 'der französischen Juden verfolgt mit Interesse die Entwicklung in Algier. Die Beziehungen zwischen den Juden und den anderen Bevölkerungsteiilen Algeriens sind gute. Nur in einigen Strichen macht sich ein Antisemitismus bemerkbar. Im Departement 0 r a n gibt .es z. B. einen Bürgermeister, der ein antisemitisches Joural herausgibt. Im allgemeinen aber wird der Wert der jüdischen Bevölkerung hoch eingeschätzt. Bei den Wahlen fällt das jüdische Element stark ins Gewicht. Die Zeremonie der Einweihung des jüdischen Kriegerdenkmals in Algier war sehr imposant. Vertreter der Regierung und der lokalen Behörden betonte,» in: ihren Weihereden die Gleichheit aller Konfessionen in -Frankreich. Die algerischen Juden haben im Kriege angefährdötsten Stellen gekämpft und demgemäß hohe Verluste gehabt. Sie waren ein Teil der 45. marokkanischen Division,; die sichln der M a r n e s c h 1 a c h t durch bewundernswerte Tapferkeit ausgezeichnet hat. Die algerischen "Juden , sind, stolz auf ihre Leistungen im Kriege. Die' jüdische .Bevölkerung Algeriens strebt nach einer engeren.. Verbindung' mit dem Judentum in Frankreich und Paris. V ' . . . Eine jüdische Kreditgenossenschaft in Berlin. Dieser Tage wurde in Befliir;; uiite^ der Firma „Jüdischer Kreditverein für Handel und Gewerbe E. g. ni. b. H." eine Bank auf genossenschaftlicher Grundlage gegründet, die die erste jüdische Krejlitgenossenschaft in Deutschland darstellt. Ziel der Genossenschaft, .ist, das Kreditintitut des Berliner jüdischen.^ i t: t e l;s.t a n d e s zu werden; sie wird Wechsel diskontieren vundj Kredite gewähren, sich aber auch in dem durch den-: •genossenschaftlichen Charakter gezogenen Rahmen; als , Mittejstandsr bank im Depositengeschäft, Scheckverkehr,, 'Inkasspausr führungen betätigen, Sie wird auch:;a-ls.-^P^rkasse fungieren und. ihr Augenmerk darauf richten,-- die;-Spartätigkeit des kleinen Mittelstandes anzuregen, Der. einzelne Genossenschaftsanteil ist auf M. 250 festgesetzt.; c Au der Spitze des Aufsichtsrates steht "Herr Direkt tor Wilhelm Kleemann von der Dresdener Bank,:Mitglied des Vorstandes der Berliner jüdischen :Gemeinde. Sonstige Mitglieder des Vorstandes sind der'yorsitzende des Vereines jüdischer Handwerker Wilhelm M a r cu:s," Direktor Ruthen wieser, Eugen Caspary,': Rechtsanwalt Dr. Kol!enscher, Louis Wo 1 f f, AaY" S c h oy e r, Gustav Z a w 0 n j. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied ist Herr M. James Goldschmidt (Berlin N. W„ Levet'zowstraße 12), Frauenstirainrecht in der vereinigten Synagoge Englands. , 1; Aus London wird berichtet; Der Rat der Vereinigten Synagoge hat mit 66 gegen £4 Stimmen , entschieden, daß selbsttätigen Frauen das Stimmrecht in den Synagogengemeinden gewährt werde. - Palästinensische Bürger stehen unter britischem Schutze. Auf eine Anfrage im Ünterhause erklärte Ormsby- Gor e: Palästinabürger sind keine britischen Untertanen, stehen aber unter britischem Schutz. Der Hafen in Haifa. Aus Jerusalem wird telegraphiert, daß dort ein G;erücht im Umlauf ist, wonach die britische Admiralität die Erbauung eines Kriegshafens im Anschluß an »fen geplanten großen Handelshafen .in Haifa vorbereitet, gnd daß für diesen Zweck eine Summe von 500.000 Pfund Sterling reserviert ist. Es sei daran erinnert, daß das kommunistische Mitglied des britischen Unterhauses, Sakjatvala, während dier Debatte über die Palästinaanleihe im Unterhause davon sprach, es bestünde der Plan, den Häfen von Haifa zu ejinem befestigten britischen Seehafen zweaks Beherrschung des Aegäischen, des Roten und des Schwarzen Meeres auszugestalten. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore hat. in seiner Antwort an Saklatvala auf eine Mandatsbestimmung hingewiesen, nach der die Erri,ch tu n g y.Qn Kriegshäfen in Mandatsterrit'^ri e n y.eT^b o ten ist. Sfr Jöhrt;€ämpbell über das Aufbauwerk. fSfcr, John - C amp bel 1, Vizepräsident der Vdlker- '^ndk^m^0n-;fUf. die griechischen Flüchtlinge und Mitgjied1 der-Sachverstähdigen'kommission der Jewish Agency, hat Palästina verlassen, nachdem er mehrere Wochen lang •die gesamte Aufbauarbeit in Palästina einer eingehenden . Prüfung; unterzogen hat{e. ': '■■ bi einem, Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegrapheipgejitur erklärte Sir John Campbbll, er habe ejn! außerordentlich tüchtiges 'Menschenmaterial vorge- , funden,* und ' wenn das u o t w e n d i g e G e 1 d sowie gute M a s c h i n e.n .noch dazu kommen, so wird die jüdische ^.Kdpn7satIön\blv Palästina'sewIB'. von Erfolg begleitet sein. ' Die gesundheitlichen Verhältnisse sind zufriedenstellend, die .Geburtenziffer; ist eine hohe. Ich bewundere insbesondere /dief ausgezeichnete gesundheitlicho. Verfassung der K Inder. ■; Sir John; Gampbell fügte noch 'hinzu, daß er der ^ipnistischen' Exekutive in London einen a u s f ü h r liehen " ij. e. r j c h;t:'• über seine Wahrnehmungen in Palästina erstatten wird,, | \ . c , i per Touristenverkehr. Nach! Meldungen arabischer Zeitungen werden in Palästina während der diesjährigen Reisesaison 48 Touri- ^enschiffe;: er wartet gegen nur .26 im vergangenen Jahre« Abschaffung der zweiten Klasse auf den palästinen. \ ..;; ' sischen Eisenbahnen. '. '■' VViie der arabische „Jarmuk" in Haifa berichtet, soll dje. :^e^ahii(«erw|ltun« in Palästina die Frage der Abschaffung der zweiten Klasse erwägen. Es soll dann auf den palästinensischen Bahnen nur mehr zwei Klassen, eine erste und eine dritte, geben. V Schlechte Orangenernte. Orahgenernte in Palästina ist in diesem Jahre { feine gute gewesen. Sie ist ungefähr 25 bis 30 Prozent geringer als im vergangenen Jahre. Hilfstätigkeit des Joint in Tel-Awiw. •v.^os.;'Jeri|saleni meldet J. T. Ä.: Das American . J$tfnt öjstril>«tjon Cornmittee hat beschlossen, die Hillstäiigkeit in Tcj-Äwiw wieder aufzunehmen. Zunächst wird Die britische Schule für Archäologie in Not. In der jüngst stattgefundenen Vollversammlung der Gesellschaft zur Erhaltung der britischen Lehranstalt für Archäologie in Jerusalem wurde bekannt, daß die englische! Regierung aus allgemeinen Sparsamkeitsgründen beschlossen habe, die bedeutende Subvention für die britische archäologische Lehranstalt, in Jerusalem zu streichen. Durch diese Maßnahme ist die Anstalt in große Not geraten, so daß ihre Schließung erfolgen müßte, wenn, wie es im Berichte heißt, ihre Existenz und weitere Erhaltung nicht durch private Unterstützung sichergestellt wird. Su fcjfccüfcn e^furtü pgQfafathg grmfthur. Jn allen flpotneften.jff Es ist kein Zufall und auch kein Glücksfall, daß das bekannte Leopoldstädter Warenhaus' Brüder S c h i f f m a n n, II., Taborstraße 48, in-den. letzten Jahren eine so außerordentlich große Popularität erlangt und die traditionelle, immer wieder gerne aufgesuchte Einkaufsquelle für viele Zehntausende, aus, der Leopoldstadt und den umliegenden Bezirken geworden ist. Erfolg jrri wirtschaftlichen Leben gründet sich stets nur auf reale Tatsachen. Mit Eluff und Tricks kann man. seinen Kundenkreis nicht dauernd vergrößern. Kundenz^aufv beweis.t reelle Leistungen. -^-l- , ■ ■ / Stets in erster Linie darum bemüht, ihren Kunden zu -dienen, .deren dauernde Zufriedenheit zu erwerben und"jede neue-Kunde zur Stammkunde zu machen, haben sich die Brüder Schiff mann durch ihre konkurrenzlose Leistungsfähigkeit das Vertrauen und die Anhänglichkeit immer zweiter er Kreise gewonnen. Aus kleinen Anfängen ' emporstrebend,-ist es den Inhabern dieses Unternehmens, tüchtigen Kaüfleüten, in zwanzigjähriger, unermüdlicher Arbeit/gelungen; sich ihre heutige führende Position im Ge^häfts? leben Wiens zu erkämpfen. Das Geheimnis djeses^ü!&e4 wohnlichen Erfolges ist längst allgemein bekannt. 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