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Die neue Welt · 1927-12-16 · Heft 13 (16.12.1927) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 13 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Mr* 13 TONppWEUT jjtelte.'ISt Itwiuali aufgewendete Betrag sich Im Laufe der Jahre amortisieren wird, so Wirt uns die Effabfang, daß von aßen seit vielen Jahren bestellenden Kwitzoth sich noch Inaner 33 nicht selbständig erhärten können, so daß also, aller Voraussicht nach, selbst der Betrag von 16.000 Pfand fcefoesfafls ausreichen wird, die Farm z« erhalten. Wir müssen uns immer vor Augen halten, daß diese großäugige Zuwendung an die Arbeiterinnen die MHtel der WIZO erschöpft hat, so daß sie nunmehr außerstande ist, den übrigen großen Aufgaben, welche in Palästina ihrer harren, gerecht m werden. Ich weiß wohl, daß an diesem W!ZO-£eschluß heute nichts mehr m ändern ist. Wenn ich trotzdem diese Angelegenheit zur Sprache bringe, so geschieht dies, weil endlich einmal die Prinzipien der WJZO-Arbeit festgelegt werden müssen. Schon vor mehr als zwei Jahren, auf der WlIZO-Konferenz im Jahre 1925, wurde der Beschluß gefaßt, daß die WIZO der Produkt! Vierung der Frauen der IV. Aßjah die größte Aufmerksamkeit zuwenden werde. Dieser Beschluß ist niemals in die Tat umgesetzt/worden, ebenso wie die bereits von mir zitierten Vorschlüge der palästinensischen Organisation zu irgend welchen Erfolgen geführt haben. Es geht absolut nicht an, daß die WIZO die Willensmcinung und die Vorschläge von .großen1 und Angesehenen Gruppen einfach ignoriert.1 Es geht aber auch-nicht an, daß man über dieses Vorgehen schweigt oder sich mit internen Besprechungen begnügt; da diese bisher nicht imstande waren, die gewünschten Aenderungen herbeizuführen, müssen wir diese Fragen vor das Forum der Oeffentlichkeit bringen. Ich bin durchaus nicht der Meinung, daß die Frauenarbeit für Palästina g e gen oder neben der WIIZO geführt werden solle. Ich sehe, im Gegenteil die WIZO als das geeignete Instrument für die Erledigung vieler großen Aufgaben an, allerdings nur dann, wenn sie diese Aufgaben richtig erkennt und bekennt. Auch die österreichische Föderation wird bei der WIZO bleiben, sogar jene von ihren Mitgliedern, welche die WIZO als unbequem ansehen; aber sie wird sich jederzeit das Recht herausnehmen, an" der WlIZO-Arbeit eine .gesunde und notwendige Kritik zu üben. Fritsch an Ford. . Der antisemitische Agitator und Verleger Theodor Fritsch, der bekanntlich geleugnet hat, daß ihm Ford den weiteren Vertrieb des Buches „Der internationale Jude" in deutscher und spanischer Sprache untersagt hat, hat sich nun endlich doch entschlössen, die Existenz dieses Ford- Briefcs zuzugeben und veröffentlicht nunmehr sein Antwortschreiben au Henry Ford. In der Einleitung beeilt er sich, festzustellen, daß durch das Vertriebsvenbot 9400 Exemplare der deutschen und spanischen Ausgabe entwertet werden, und fügt hinzu, daß--,dadurcli ein unschätzbares Geistesgut der Menschheit verloren-geht". Der Brief strotzt von' Schmeichelei und'Löbhudelei. So schreibt Fritsch u. a.: „Die Herausgabe dieses Buches bleibt die bedeutendste Tat Ihres Lebens. Es wird der Nächweit noch. Ihren Ruhm verkünden, wenn Ihre gewaltigen wirtschaftlichen Leistungen längst der Vergessenheit anheimgefallen sind. Und nun kommen jene'S c h a c h c r s e e 1 e n, denen alles Große und Erhabene verhaßt ist, und wollen jenes leuchtende Geistesfanal zu einer trüben, schwälenden Oelfunzel verkleinern — sie wollen das Buch unterdrückt sehen. Nein,* großer Henry Ford, zu solchem Judasdienst dürfen Sie nicht die Hand bieten . . . Deutsche Denker haben seit mehr als 100 Jahren das Geheimnis des Judentums entlarvt; leider haben diese Aufdeckungen noch keine Beachtung in ,anderen Ländern gefunden . . . Nirgends haben Sie, hpchgeschätzter Herr Ford, in Ihrer Schrift der Seltsamkeiten der rabbinischen Lehren des Tal m.ü d u n d Seh u 1chän ar u c'hErwähnung getan; und doch wird erst durch deren Kenntnis die Ungeheuerlichkeit des jüdischen Wesens verständlich. Wenn nur ein geringer Teil der ungeheuerlichen Tatsachen zu Ihrer Kenntnis gelangte. Sie würden nicht ruhen, bis der gefährliche Feind des Menschentums entlarvt und entwaffnet und die schmachvollste Gessel der Geistesknechtschaft von den Seelen genommen wäre. Sie, Herr Ford, wären der Mann dazu gewesen, dies zu vollbringen!" Zum Schluß erklärt sich Fritsch bereit, die vorhandenen Exemplare des Ford-Buches zur Verfügung zu stellen „unter Bedingungen, die sich auf beiliegendem Blatt verzeichnet finden*. Dieses Blatt veröffentlicht Fritsch nicht, allein aus seinem Kreise verlautet, daß Fritsch' finanzielle Bedingungen so hoch sind, daß sie in keinem Verhältnis zu der immerhin hohen Vertriebseinnahme aus dem Ford-^Buche stehen. *■ Theodor Fritsch, der Altmeister der deutschen Gotteslästerer, hatte im „Hammer" Nr. 603 einen Artikel veröffentlicht, „Um das Schächterverbot', den er auch als ,,Hammer"-Sondetdruck herstellte und verbreitete. In diesem Aufsatz war mit Bezug auf das Judentum zu lesen: „Diese Sekte scheidet sich in vielen Dingen von der übrigen Menschheit . .. Sie.. .;hegt aucheinen be- > Hochprima Süßrahmbutter I IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIM liefert auch kiloweise zu billigt!«* Preisen Leopold ZucKer, Obdach (Steiermark) 1 iiiliiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliii Das schönste Geschenk ist ein elektrisch-automatischer Kühlschrank # ■^:äci$ 0f%& sonderen Gottesbegriff. Sic,rverelift einen Gott, der mit tyrannischer Härte von '/seinen''-knechtisch' ergebenen Anbetern, die, Erfüllung seiner Launen, fordert . . . Dieser Rachegott will Blut-fließen sehen, nur Blut kann ■ ihn versöhnen, Blut, das -aus qualvoll zuckenden Körpern strömt., Das"!'Fleisch'"äeV-geschlachteten Tieres gönnt er seinen- Verehrern, das Blutaber gehört ihm. Darum ist jede •Schächtung-.zugleich eine Opferung, und unter Qualen muß . sie sich,, vollziehen, denn das Blut des Schmcrzerfüllteii 'duftet ihm; lieblicher, .ihm, dem . Hasser des unschuldigen Lebens. So steht es in den Lehren dieses sclstameiu-Volkes." Der Zentralvercin Deutscher Staatsbürger jüdischen uiaubens erstattete Strafanzeige : wegen- Gotteslästerung und beantragte die Beschlagnahme des „Hammer" Nr. 603 und des: Sonderdruckes.' Das .Amtsgericht Leipzig verurteilte durch amtsrichtcrlichen Strafbefehr Theodor Fritsch zu 300 M a^rk G e ld s t r af.e ,an Stelle einer Gefängnisstrafe von drei Tagen . Albert Einstein als Violinist. Aus Berlin wird berichtet: In einem Konzert zugunsten'der „Jüdischen Altershilfc", das am 6. Dezember abends im Hotel Kaiserhof stattfand, trat Professor Albert Einstein als Geiger vor die Oeffentliclikeit. Man wüßte, daß der geniale Physiker und Mathematiker eine große Liebe zur Musik hat, niemand aber ahnte bisher, daß er es auf seiner Geige zu einer solchen Meisterschaft — bei allem. Abgewendetsein' "voii jeglichem Virtuosentum — gebracht hat, wie sie sich in seinem Spiel offenbarte. Der Kritiker der „B. Z. am Mittag'4 schreibt darüber: „An Schubert und. Beethoven deutelt er nicht, die läßt er gelten, wie sie sind: Vor ihnen wird er bescheiden und frohmtitig — man sieht's ihm an den Augen au — zum Diener und Mittler. Und wen hätte dieser Mittler Vergebens gerufen? Schnell entfachter Beifall jubelte :ihm zu; ein Beifall,«-der sich-den ganzen Abend, über _auf der gleichen Höhe, bielt." Unter den Zu«» hörern waren Kunst, Wissenschaft und Handel vertreten. In der ersten Reihe saß Proiessor Max Lieb er mann. Was der „falsche Prinz" erzählt. Der geniale Gauner Harry Domcia, welcher das ganze militärische,, bureaukratische .und aristokratische Deutschland als ,,Sohn des Kaisers" monatelang an derf Nase herumgeführt hat, gibt seine Memoiren heraus. Es ist ein gelungenes Blich, ein Spiegel, der das Wesen der Reaktion deutlicher zeigt,- als manche dicken politischen und Seltene Gelegenheit infolge qän« Icher (Auflösung meines De aü-tederwarengosetitiftes $ind größere Posten Reisearlikel aus Blank*, Schweins¬ und echtem Krokodilleder, eingerichtete K^seüeü sowie die oller* neu«»ton Coup«»cHrarikkoffer.{let?je Erfindung) zu fabelhaft bllllgan Prelaan gegen s-pfoitlge Kassr zu Verkaufen. Auch einzelne Stucke. werden zum selben dpottarei» abgegeben. Besichtigung täglich von 12 bis 4 Ulir nsuhiniitags In' der WetkstäUe f.. Storch. __Vit!., Lcderergasae Mtt*z«nln, TUr 2. soziologischen Abhandlungen. Domela kommt in seinen Buch auch auf die Juden zu sprechen. Er erzählt aus seiner vorprinzlichen Zeit, da er als Landstreicher im Pollzeigefängnis in Berlin saß: „Alle Typen waren, hier vertreten, Bettler, Zuhälter, Einbrecher, Taschendiebe. Die ganze Welt des . Verbrechertums war hierzu finden. Die einen in Lumpen, .. die anderen hochelegant. Bald merkte ich, wieviel Ungeziefer es hier sab, bei dem fürchterlichen Dreck, kein ' Wunder. Ein vornehm gekleideter Jude mit wunder- ...barem Nerzpelz wägte sich nirgends zii setzen oder Je- . mand zu berühren; solche Angst hatte er, Läuse :in seinen Pelz zu bekommen. Jammernd und händeringend irrte er die ganze Nacht durch den niedrigen Raum. Wegen eines Paßvergehehs war er festgenommen .worden, und es war den Beamten eine offenbare Freude gewesen., den „Itzig" in diesem Raum mit Dieben, Zuhältern und ähnlichem Gelichter einsperren zu können. Eine bodei*- ' lose Gemeinheit.,..!" , .. .... .. w, Dann wie er als Prinz in Begleitung eines adeligen Kammcrherrn, der vor Stolz, einem Höhenzollerftpripzeii Gesellschaft leisten zu dürfen, ganz gelbläht war, durch d*e Hauptstraße einer Provinzstadt spazierte: : '„Als wir an einem Juden vorbeikamen", so erzählt Domela, „grüßte ihn dpr Kammerherr. „Das ist der »einzige Jude, Königliche Hoheit, den ich grüße , sagte er entschuldigend, „der Kaffer hat sich aber auch: ätn Felde zu schneidig benommen." — „Verehrter. Herr Kammerherr, Sie brauchen sich dieserhalb nicht zu entschädigen; auch ich grüße- Juden." — „Ach, weil wir gerade von Juden reden. Wissen Sie, wie mein Köter heißt, Königliche Hoheit? Lcvy! Sitz ich dann bei so'm Juden am Tisch, rufe ich;. Ober, bringen Sie dem Levy was m fressen." Van Vriesland stellvertretender holländischer Konsul. Der Schatzmeister der Zionistischen Paläsüna- Exekutive Van Vriesland wurde zum stellvertretenden holländischen Konsul in Palästina ernannt. Dia der holländische Konsul Jakobus'Kann nicht in Palästina weilt, wird van Vriöslatiddie holländischen Konsulatsgeschäft« zu erledigen haben. :' "' ' ~ 1 Eine japanische Handelsdelegation. 7 Eine japanische Handelsabordnung ist in Jerusalem eingetroffen, um die Aufnahme von Handelsbeziehungen zwischen Japan und Palästina vorzubereiten. Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcke» von. 1 Sack 5öUg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons JULIUS HABER Kohlen- und KoksgroOhatuliung Norabahmutschen Wien, II., Taborstrafie 9 3. Kohlenhof Nr. 372 376 Fernsprecher Nr. 41-0-22

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