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Die neue Welt · 1927-12-09 · Heft 12 (9.12.1927) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 12 (9.12.1927)
Date
1927-12-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sgjtc8 DIE NEUE WELT Nr. 12 1 norden. Im Durchschnitt sollen tägilich 5008 Kubikmeter Steine ins Meer versenkt werden. Die Bautätigkeit. In den Monaten Juli, August und September 1927 war die Bautätigkeit in Haifa recht flau. Es wurden laut „Commeroial Bulletin*4 von der Stadtverwaltung nur 45 Baulizenzen erteilt gegen 62 Im Quartal April-J<uni und 159 in der gleichen Periode des Vorjahres. In Tel-Awj w wurderi im Oktober 13 Baubewilbgungen für 30" Zimmer, drei Geschäfte und 1 Saal im Gesamtaiusmaß von 1032 Quadratmeter erteilt gegenüber 754 Quadratmeter im Monat September. Tn der Tel-Awi\ver B a u m a t e r i a 1 i e n i n d u-> s t r i e ist eine Belebung au verzeichnen. r)je arabischen Städte haben begonnen» in TekAwlw Materialien für Fuß-* bodenbelag einzukaufen; aueh die Regierung hat in einer Tel-Awiwer Fabrik Drainageröhren aus Zement bestellt. Die Elektrizitätsgesellschaft hat Zementpktten für Dach* belag erstanden. Es werden jetzt auch geschlossene Eisenbetonröhren für Bewässerungszwecke in größerem Maße hergestellt. Die Stadtgemeitide von Jaffa hat Straßenbau» arbeiten In Höhe von Pfd. Sterl. 16,000 beschlossen. Ein Teil der hieau. nötigen Summe soll der Stadtgemeinde von Jaffa von der Falästinare^ierung leihweise zur Verfügung gestellt werden, öle BraoHereJen in Tei-Awlw. Im Sommer 192/7 gab es in T e 1 - A w I w — abgesehen von Jaffa — 23 Druckereien mit 199 und l lithographische Anstalt mit 11 Arbeitern, Von diesen 310 Arbeitern waren 120 Handsetzer, 29 Maschinensetzer* 10 Beamte, 14 Buchbinder, 27 Eigentümer, die. selbst mitarbeiteten, und 10 Nichtfacharbeiter. Von den 24 "Unternehmungen beschäftigen 12 1 bis 3 Arbeiter, 6 4 bis 7 und 6 von H bis 44. Danach-sind in diesen 6 Druckereien 72 Prozent aller Tel- Awiwer Druckereiarbeiter beschäftigt, 107 von diesen. 210 Arbeitern waren bei den vier kooperativen Arbeiter* druckereien tätig. Die privaten Druckerelen zählten nur 76 Lohnarbeiter. Die Zahl der weiblichen Arbeiter betrug insgesamt 14. Im Jahre \9M zählte Te>Awiw nur 7 Pruckereien mit 103 Arbeitern. Die neu entstandenen Druckereien sind also fast ausschließlich Kleinbetriebe. In allen diesen Druckereien sind Pfd. Sterl. 45.230 investiert gegen. Pfd. Sterl. 34.575 in 15 Druckereien im Jahre 1925, E§ wurden unter anderem 2 Tageszeitungen, 4. Wochenschriften, 4 Halbmonatsschriften, 1 Monatsschrift und 2 Zweimonatsschriften gedruckt. Außerdem wurden im Halbjahr Jänner bis Juni 1937 134 Bücher und Broschüren in einer Auflage von 200.000 Exemplaren hergestellt. Eine ägyptische Lan4\vifteohaftsbank, Der Haifaer .„Akdam" berichtet, daß England und Frankreich als Mandatarmächte Von Palästina und Syrien einer. ä g y p t i s ch e n La nd w i r t s c b a f t s b ank die Konzession zur Eröffnung von Filialen in Jerusalem, Haifa, Jaffa, Beirut, Damaskus usw, erteilt haben. Die Filialen der Ba.nk werden Darlehen auf Land zu 6 Prozent bei Rückzahlung in 20 Jahresraten erteilen, Die Filialen sollen Anfang 1928 eröffnet werden. Die Bank in Aegypten erteilt Darlehen bis zur Höhe von 75 Prozent des von ihr festgestellten Wertes der Grundstücke, Verbilligt»!« von Petroleum, Infolge der Konkurrenz der ausländischen Naphtha- GeseMsohaften ist in letzter Zelt der- Irrels des Petroleums in Palästina bedeutend zurückgegangen. So kostet jetst eine Kanne nur mehr 130 Müs (M. 2.70) gegen früher 190 Müs. Diese VerbilUgung ist um so wichtiger, als Petroleum in Palästina als Gebrauchsartikel eine recht große Rolle spielt. Die Weltorganisation zionistischer Frauen und Frau Anitta Mül!er<Coben, Die „Neue Wölf erfoilt aus London das folgende Sebretoetv: London, 3, Dezember .1937, Sehr geehrter Herr Herausgeber! Wir bitten iwn Aufnahme folgender Zellen zur Richtigsteüung eines in der „Neuen Welt" vom 28. Oktober d. J, erschienenen Berichtes über die Generalversammlung der Organisation zton.istis.eher Frauen Oesterreichs, bei, welcher Frau Anitta Müller-Cohen erklärt haben soll, daß die Weltorganisation Äkmistischer Freuen (W. I. Z, O.) an« läßlich ihrer Ba^er Konferenz; die Summe vcm Pfund Sterling 32,000 zut Errichtung einer kommunistischen Mädohenkwu&ah bestimmt habe, D4e dle&bezügliche Aeußerung ycw Frau MüWer.Cohen seheint mißverstanden worden m sein, da die Konterens die Errichtung einer kombi Aftthtkto, PrMir)tn «tg. HflUftfttpot; ||gl,Qummi, T«i, |64"1« OLSO Sprechapparafe lM BEUARIASTRASSE NR.12 Unser Speiial-Kofter-Apparat auf 6 Monatsraten zu täglich 50 Gr. Stets großes l^ger in erstkl. $Rrechappara< ten, Ultraphonen und neuestenSohlagerplatten munistlschen Kwuzah nicht beschlossen und auch kein Budget für einen derartigen Zweck angenommen hat. Leider erreicht nicht einmal das Gesamtbilds et der Organisation für landwirtschaftliche Erziehung die Summe von Pfund Sterling 32.000, obwohl dies mehr als wünschenswert wäre, da die Lage der Mädchen in den Städten, wie Frau Müller-Cohen selbst richtig hervorhebt, überaus drückend ist und eine größere Abwanderung aufs Land zu begrüßen wäre; eine solche aber verlangt bestimmte Sachkenntnisse, die nur in landwirtschaftlichen Institutionen erworben werden können, Die Konferenz der W. I. Z. O. bat für die Errichtung einer Ausbildungsfarm (mit zwei- bis dreijähriger Lehrzeit) in Nes Zionah die Snmme y<*n Pfund. Sterling 7OQ0 bestimmt, „ich persönlich sehe keinen Grund zur gegenwärtigen Deprimierthqit unter Ztonisten", hat Kolonel, Wedgewood kürzlich anläßlich des Balfour-DIners in London erklärt; „die Zahl der Jüdischen Landbevölkerung nimmt dauernd zu, und dies ist dogh schließlich der schlagende Punkt: Wenn Palästina das jüdischnationale Heim werden soll, dann muß es. von Bauern bevölkert werden.'- Die neue Ausb?ldungsfarm wird für alle, die dem Lande dienen wollen, offen seim, nur begrenzt durch die Aufnahmsfähigkeit der Institution, die nicht mehr als 200 Mädchen gleichzeitig Lernmöglichkeiten geben können wird, Frau Müller-Cofien soll weiterhin ihrem Bedauern Ausdruck gegeben haben, daß die W. I,. Z. O. sich nicht dem Erziehungswesen in Erez Israel widjne. Wir bedauern dies in gleichem Maße, müssen aber in weiser Beschränkung dieses weite Arbeitsfeld der Zionistischen Organisation und dem Misrachi überlassen, um unsere noch verhältnismäßig schwachen Kräfte nicht zu zersplittern und durch Konzentration auf ein gegebenes Programm Dauerndes in Palästina,.au leisten. Es möge uns erlaubt sein, an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die österreichische Föderation der W. I. Z, Q^aucb: weiterhin: unser: Programm unterstützen und damit dazu beitragen wird, unser- Land im Sinne unserer Führer aufzubauen. Für die Weltorganisation zionistischer Frauen:, Margit Meebner, Oreanisationssekretärki. Juden und Judenchristen, Dl© Judenverfolgungen <fcr großen Kaiserin Maria Theresia. In einem Artikel in der „Arbeiter- Zeitung*' behandelt Gustav Pollatsche k ein wenig bekanntes Kapitel aus der Geschichte der religiösen Sektierer in der tschechischen Nation. Er schildert die Bewegung der sogenannten Israeliten oder Abrabamiten, die nur d'ie jüdische ^'Del anerkannten. Die Verfolgung, der sie durch die glaubenseifrige Kaiserin Maria Theresia . ausgesetzt waren, zog auch die Juden in ihren Bann. Die Juden wurden unterdrückt, weil sie Juden waren und weil andere auch Juden sein wollten. Pollatsohek schreibt unter anderem: Maria Theresia konnte die Juden nicht leiden. Als sie im Jahre 1741 zur Krönung naehPreßburg fuhr und ihr Wagen dort durch das Judenviertel mußte, konnte sie, wie der englische Gesandte meldete, ihre „widrigen G e i ü hj,:e" nicht unterdrücken. Ihr Widerwille verstärkte sich noch mehr, als sie erfuhr, daß bei der bayrischen und später preußischen Besetzung Prags die Juden für die Fremden Partei ergriffen haben sollen, (Damit sich die ChristHchsqzialen nicht, allzusehr über diese, jüdischen Hochverräter entrüsten, sei ihnen verraten, daß. auch der Prager Erzbischof, Freiherr v. Manderscheid, mit. allen Prälaten und Dqmherren sowie, mit den katholischen böhmischen Adeligen — den K o 1 o w r a t, B u q u p i, C h o t e k, Czerniu, Clary und vielen anderen —« dem bayrischen Thronanwärter- Karl Albert mit T r e Ueid und Handkuß huldigten.) Während diese.katholischen Hochverräter mit der Entziehung der Gunst der Herrscherin gestraft wurden, die den Erzbischof von Prag In seinem Schloß in Brezany internierte und sich vom Olmütxer Bischof krönen ließ wurde den Juden naeh der Wiedereroberung Prags ein „freiwilliges Gesehen**" von 150.000 Gulden auterlegt. Außerdem wollte sie alle Juden aus Böhmen ausweisen und nur mit Mühe gelang es dem böhmischen Hofkansler Grafen Kinsky, dieses Gebot in der Praxis zu mildern- Obwohl sieh fast alle eurepatochen Regierungen für das Juden verwendeten, wiederholte Maria Theresia Immer wieder eigenhändig den B e f e h J; und erat als die Stände ihr ausrechneten, w i e* SPEZIALIST Ifilr Kind«»- iiimI Madeh«NzlNiNi*i'', KQeliatn* und Vor- ■ xlKint«r<iV|QBBjL. Schlaffam«Hl(s, Üiwans und Ottomanen eige- ■ ner Erzeugung. Oeschättsbesiand seil 66 Jahren. Motto: OroBer ■ Unisata — Meiner NuWen.. Oröftte Auswahll Billigste Prebet ■ loief Kobli^ & SqM, VM.f $<gbemt<irwg, 12 | v i e l S t e u e r n Ihr dadurch entgehen Wurden, Heß sie sich zu einer Milderung des Befehls bewegen, doch muOten die Juden eine Kontribution von mindestens 300.000 Gulden jährlich auf sich nehmen. In diesen Jahren hielten sich viele Juden, die aus Prag vertrieben waren, in den böhmischen Dörfern auf Und wurde" namentlich von den geheimen Protestanten, die an Friedrich II. von Preußen ihren offenen Beschützer fanden, als Leute, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, sehr bemitleidet. Friedrichs Agenten trieben sich schon lange in Böhmen, herum und lockten die Protestanten nach Preußen, wo. sie Ihnen Grund und Freiheit verhießen. Tatsächlich sind auch bis 1756 aus. Böhmen .nahezu fünfzigtauseud Kolonisten nach Brandenburg eingewandert, die fleißigsten und regsamsten aus dem von Habsburg unterdrückten Lande. Aber wie die Behörden, so setzte sigh auch die Kirche zur Wehr, und wer von den Auswanderern erwischt wurde, mußte entweder als Rädelsführer an den Galgen oder als . Verführter ins B e. r g w e r H oder tu den Kerker.. Während der Kriege Maria Theresias konnten ^uch die fremden protestantischen Geistlichen nicht nach Böhmen kommen und so schlössen sich die, geheimen Protestanten um, «o enger den verfolgten Juden an, die ihnen das Alte Testament, besonders die Bücher -der Propheten, m. lesen gaben und erklärten. Um den Rabbiner Mendel in Neubydzow bildete sich bald ein Kreis von schwärmerischen Bauern und Handwerkern, unter ihnen als besonders eifriger Jünger, der Schneider Johann P i t a aus Cbudonitz. Die Bewegung griff in den Bezirken Neubydzow, Ghlumetz, Königgrätz und Chrudim schnell um sich. Die Nachkommen der tsche? chischen Hussiten lauschten den Worten des jüdischen Rabbiners und ließen ihre Kinder beschneiden. Lange blieb diese Bewegung geheim. Aber dem über den Abfall so vieler Seelen entsetzten Bydzower Dechanten und den Missionären gelang es, das Verbrechen und alle Verbrecher aufzuspüren, und bald waren die Kerker überfüllt Zwei Jahre dauerte die Untersuchung: Hunderte der weniger Belasteten wurden m Kerker und Zwangsarbeit verurteilt. Rabbiner Mendel wurde, nachdem er viele Jahre im Kerker verbracht hatte, im Jahre 1750 in Prag verbrannt; "" ' ":■ sechs Bauern, die mit ihm zugleich verurteilt worden waren, wurden hingerichtet, der Schäfer Wenzel Vaoek und die Bäuerin Ludmilla Botira aus Luschetz wurden geköpft und verbrannt. Der Mann der Boura war auf der Folter |n Prag gestorben, trotzdem wurde seine Leiche, in eine Haut eingenäht, zur Riohtstättie geschleppt und verbrannt, Der Sehneider P ita wurde gemäß dem Urteil des Prager Appellationsgerichtes am 18. Dezember .1748 in Neubydzow aus dem Gefängnis vor das Rathaus gebracht, dort in eine Rindshaut eingenäht und von einem Pferd an den Füßen zum Richtplatz geschleift, §o daß er mit dem #opf immer auf die Steine aufschlug, am Richtplatz wurde jhm di e Zunge •herausgeri'ss en» und nun wurde er dem Jesuitenpater K q n l a s c h übergeben, der in der Katholischrnachung Böhmens als der Mann berühmt ist, der sechzigtausend ketzerische Bücher verbrannt hat und der nun an dem Dreivierteitoten angesichts des Scheiterhaufens die „Bekehrung" vollbrachte,, worauf der Verbrecher auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Aber mit diesem Bhitgericht war die Bewegung selbst nicht gemordet. Wie trotz allen Verfolgungen die geheimen Protestanten weiter an ihrem Glauben festhielten, bis sie sich nach der Er|a§sung des TqUraiu* Patents au.qh öffentlich m ihrem Glauben bekenneu durften, so bat die blutige Abschlaobtung der „Israeliten*1 aueh diese Sekt« nicht umgebracht, sendem «her bewirkt, daß trotz der Freigabe der tolerierten Bekenntnisse und Klub radikaler Zionfoten Mittwoch, den H. P-ezember 1927 um balb 9 Uhr abends findet im Klublokale Cafä Atlashof, Wie«,I., Aspemplatz, eine Klubvcrsammlung *m Gegenstand? Referent: Dr, Israel Waldtnanii Im ü^errslclüscUeu Landesverbände Qrgan^ierte' Monisten als Q45te wiHkemmen. gu dieser Versammlung ergehen keine behenderen Einladungen niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^

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