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Die neue Welt · 1927-12-09 · Heft 12 (9.12.1927) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 12 (9.12.1927)
Date
1927-12-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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:Nr. 12 DIE NEUE WELT Seite 7 Schutz der Jüdischen Minderheitsrechte. Am 1. Dezember abends find, in Berlin eine Beratung jüdischer Persönlichkeiten statt, in der Herr Dr. Leo M o t z k i n, Mitglied der Exekutive des Kongresses der nationalen Minderheiten urtd Vorsitzender des Council on the Rights of.Jewish Minorities, über die Gründung eines Komitees für Schutz der jüdischen M i n d e r h e i t e n r e c h t e referierte. An der Beratung nahmen teil: Professor Albert Einstein, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Professor Dr. M. Sobernheim, Dr. M. Soloweitschik, Dr. Nahu.m Goldmann, Obermagistratsrat Öilendorff, Rechtsanwalt Dr. Köllentscher, Dr. S. Gronemann, Dr. Selig mann, Domänendirektor Dyk, Glaser, S. Rudel, Dr. ( E. T sch e r i k o we r, Haarpuder, Dr. Kannowit'z u. a. m. Di« Versammlung leitete Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, der auf die Feststellung verwies, daß es sich um den Schutz der Minderheitenrechte derjenigen Teile der Judenheft handelt, die auf solche Rechte Anspruch er-\ heben, das heißt, um die Rechte der Juden in den Ländern Ost- und Südosteuropas. In Berlin soll eine Zusammenfassung derjenigen Personen vollzogen werden, die bereit sind, diese Rechtsbestrebungen in notwendigen Fällen zu unterstützen und das deutsche Judentum über die Wichtigkeit aller dieser Kämpfe aufzuklären. Dr. Leo Motzkin besprach den ganzen Komplex von Fragen, die mit den Minderheitenrechten zusammenhängen. Er wies darauf hin, daß sich an der Züricher Konferenz zum Schutze der Rechte der jüdischen Minderheiten und an der Schaffung des Council on the Rights of Jewish Minorities Vertreter der amerikanischen Judenheit in hervorragender Weise beteiligten. Der Redner setzte auseinander, wie sehr der Besitz von Minderheitenrechten für die Juden in Ost- und Sü'dosteuropa zu einer Frage geworden ist; die ihr tiefstes -Sein und Wesen berührt. Es handelt -sich um Rechte der 'Sprache, der Schul e, der Religion. Während alle anderen . Minderheiten, die zur Zeit der Friedenskonferenz noch gar rächt in Aktion getreten waren, jetzt straff und stramm organisiert sind, ist die jüdische Gruppe noch nicht stark genug, um sich in der wünschenswerten Weise Geltung verschaffen zu können. Es bestehen wohl in London und New York jüdische Gruppen, die sich den Schutz jüdischer Rechte angelegen sein lassen, aber das sind nur Surrogate. Man kann Minderheitenfragen nicht stellen, ohne gleichzeitig die nationale Frage zu erheb e n. Es muß ein konzentrisches Feld geschaffen werden, von dem aus die Rechte der Juden als nationaler Minderheit wahrgenommen werden. Wollte man einzig und allein ihre .individuellen Rechte wahrnehmen, so genügte ein einziges Wort: Gleichberechtigung. Damit ist aber der Kern des Problems nicht getroffen. Die Rechte auf die eigene Sprache, die eigene Schule, eine angemessene parlamentarischer Vertrtung, auf Sabbat sind kollektiver Natur. Der Züricher Kongreß gab die Parolle der Schaffung einer starken jüdischen Vertretung auf internationalem Boden zwecks Erkämpfung der Rechte der jüdischen Minderheiten mit der nationalen Idee als Grundlage. Mit den nichtnationalen jüdischen Gruppen wird eine Koordinierung erstrebt. Es entspann sich eine rege Diskussion, in der die prinzipielle Seite der Frage und die organisatorische Form des zu gründenden .Komitees nach allen Seiten hin beleuchtet wurden. Schließlich wurde ein Komitee eingesetzt, welchem die Ausarbeitung der Organisationsform und die Vorbereitungen zur Schaffung des Komitees übertragen wurden. Dem Komitee gehören an: Rechtsanwalt 'Dr. Klee, Dr. M. Soloweitschik, Dr. Nahum Goldmann, Rechtsanwalt Dr. Förder, Rechtsanwalt Dr. Köllen tsc'her, Domänendirektor Dyk, Glaser, Dr. Kannowitz, Obermagistratsrat Ollendorff, Dr. M. Krainin, Haarpuder. Weihnachten der Tabakregie. Als Weihnachtsneuheiteri bringt die Tabakregie zwei Luxuszigarren aus hochfeinen und milden Hävannatabaken, die „Imperiales" zu S 1.30 und die „Ideales" zu S 1,10 per Stück. Beide Sorten sind mit Ringen (Inlandserzeugüng) verseijen und in. Zedernholzkistchen zu 10 Stück verpackt. Ferner kommt ein neues En-tout-cas mit 18 Luxuszigarren, zum Preise von S 13 auf den Markt. Diese Kollektion vervollständigt die Reihe der bekannten und beliebten Musterkollektionen und ist gleich diesen für den Weihnachtsmarkt zu Gesclienkzwecken bestimmt. Mit der neuen „Aegyptischen Zigarette I. Sorte" zu 10 Groschen per Stück, kommt der ägyptische Typ in vollkommenster Qualität in einer neu und vornehm ausgestatteten Kappenschächtel zu 25 Stück in den Verschleiß.' Üm modernem künstlerischen Empfinden zu entsprechen, wurden die Entwürfe für die innere Packung unter. Mitwirkung hervorragender Wiener Künstler hergestellt. Eine fr«udige;;l|eberras^Höttg^;.b^%)|t' die Tabakregie den Zigarreiirauchern. \yie!die Neueinführungen der letzten Jahre wer4% süit'j,iirii'd.. J. auch alle übrigen Zigarrensorten in einer wesentlich verbesserten Qualität hergestellt. Von dieser Erzeugung kommen die,gangbarsten ^otten./'a^sq .insbesondere die Havanna-y.irginier, Rosalia-:. $^ja;.-!-;.Trabucos, Britanica, Operas, Cuba und Portoriep, schon im Dezember,^ diie übrigen Sorten indischer Folge zum Verkaufe. ° (Entgeltlich.) i Straßenschuhe, warnt cef.,Iäschw Meltbn.Lackbesatz, Gr, 36-42 . 18'50 Besonders kräftige Ledersohle, ringsum mit Leder besetzt, Gr. 36-42 . 24'50 ••^St.^i. %m$^0^« i w im WählenS'ie schon jetzt!'ßeangabte. WapenwardenbüWeihncuhtenees^tnHeptl lltn.tausch nach. den. Teievtagen gestattet. AUS PALÄSTINA. Verbot bclschewikischer Zeitungen. Die Paläsüimregierung hat den Vertrieb der russischen Zeitungen „Prawcla" und „Uwestju". verboten. (Zeitungsverbote sind eine untaugliche Maßregel. Gegen den Bolschewismus hilft nur eine gute Politik.). Erleichterung in der Naturalisation. Die Palästinaregierung hat einen Erlaß hinausgegeben, wonach alle Personen, die in Palästina geboren sind und zur Zeit der Naturalisation oder auch noch gegenwärtig sich im Auslände befinden,..das Bürgerrecht erhalten können, wenn sie sich verpflichten, innerhalb einer bestimmten Zeit nach Palästina1, zum s.l ä n d 1 g e n Aufenthalte zurückzukehren. ' .'■ Die öffentlichen Arbeiten. Der Chefsekretär der Palästinaregierung, Kolonel Symes, erklärte dieser Tage einer Abordhuug der allgemeinen Organisation der jüdischen Arbeiter; Palästinas (Histadruth), daß in. diesem Jahre keine besonderen Arbeiten der Regierung zwecks Beschäftigung der Arbeitslosen zu erwarten seien, da das Budget für das,kommende Jahr bedeutend reduziert worden ist, Es kommen'•hauptsächlich nur folgende Arbeiten in Betracht: Der Bau der b e id e n i a nd wi'r t s c h a f 11 i <?h e.ti'.S.c Iiu 1 en aus dem Nachlaß von Kadoorio, das Gebäude für den Oberkommissär, für das ein besonderer Fonds vorhanden ist, der Bau des Museums aus der Spende -,yön 'Rockefeiler, der Haien in Haifa "aus den Geldern der Anleihe, wozu auch noch die regelmäßigen Arbeiten der Verbesservjig der Wege und des Baues der Chaussee von Afuleh nach Klar Tabor, an deren zweiten Teil van Kfar Tabor und weiter . die P. I. C. A. sich beteiligt, kommen. Bei diesen Arbeiten soll eine beträchtliche Zahl jüdischer Arbeiter beschäftigt werden. Die Vertreter der Histadruth denkten die Aufmerksamkeit Kolonel Symes' auf die Arbeiten der Städtverwal-'' tungen und die Eisenbahn, bei denen Juden mir in sehr geringer Zahl beschäftigt werden. Der Handelsvertrag zwischen Palästina und Aegypten. Die Verhandlungen zwischen der ägyptischen Re-! gierung und dem Oberkommissär Lord P 1 u m e r betreffs der Unterfertiguug des Hand elsver träges sind beendet worden. Der Vertrag wird nunmehr dem ägyptischen Ministerrat zur Bestätigung vorgelegt werden. Der Hafenbau in Haifa. Der „El Mukatam" berichtet: Die britischen .In-., genieure setzen .die Vorbereitungen für den Hafenbau in Haifa fort. Sie haben ein Bureau im Hotel Wiudsor eröffnet, wo ihnen bei der Arbeit eine größere Zahl von Technikern uud Arbeitern hilft. Sie nehmen jetzt Messungen im Meere vor, Der Hafen wird nordwestlich von Haifa beginnen und sich, in einer Küstemlänge von 600 Metern nach Osten zu der Stelle ziehen, wo der jetzige Hafen ist. Man glaubt, daß der Haifaer Hafen ungefähr fünfmal so groß sein wird als der in Beirut. Die Ingenieure werden ihre Arbeit Ends Februar beenden. Dann soll eine Konkurrenz für die Lieferung der benötigten Rohstoffe ausgeschrieben,

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